ZEITmagazin Autotest Für ein paar Zentimeter mehr
Margit Stoffels fährt den BMW X1 x-drive 20d
© BMW

Der BMW X1 x-drive 20d hat 177 PS
Etwas mehr als zehn Jahre ist es her, dass sie erstmals in Massen über unsere Straßen rollten. Damals nannte man sie schönfärberisch »Sport- und Nutzfahrzeuge«. Eigentlich wurden sie für den amerikanischen Markt konzipiert, wo traditionell alles super size sein muss. Doch wie so viele Trends aus den USA wurde auch dieser in Europa übernommen. Heute hat praktisch jeder Hersteller einen sogenannten SUV im Programm, und die Menschheit spaltet sich in zwei Teile: Die eine chauffiert sie, die andere echauffiert sich über sie. Marktforscher sagen: Alles, was nach Allrad aussieht, wird überwiegend aus modischen Gründen gekauft. Vielleicht sollten wir uns daran gewöhnen, SUVs einfach als Lifestyle-Artikel zu betrachten, so wie Schuhe oder Handtaschen. Denn sie unterliegen ähnlich wie Kleidung den Zyklen der Mode. So wie die Menschen im Zuge der Finanzkrise versuchen, sich durch konservatives Outfit den Anschein zu geben, sie hätten einen guten Job, so sind die Monster-Trucks geschrumpft, weil sich immer weniger Menschen als Großkotze und Ökoschweine ächten lassen wollten. Trotzdem blieben nach der ersten Runde des downsizing immer noch seeeehr große Autos wie der Q5 und der X3.
In der nächsten Welle wurde nun gleich ein neues Genre entwickelt: Autos, die nur noch aussehen wie SUVs, aber gar keine mehr sind. Die englischsprachige Welt hat dafür das schöne Wort softroader erfunden. Will sagen: Den Dreck von Äckern und Kiesgruben werden sie niemals am Kotflügel haben.
Zu diesem neuen weichgespülten Typus zählt auch der X1 aus der kleinsten Baureihe von BMW. Wenn man nicht von seiner Herkunft wüsste, könnte man sagen: Es handelt sich um einen etwas höher gelegten 3er-Kombi, an dem es, abgesehen von seinem Preis, kaum etwas auszusetzen gibt. Robust, praktisch, unkompliziert. Aber die Werbung macht daraus doch eine Abenteuerkiste, mit der man gelegentlich zumindest mal durch eine Pfütze fahren sollte. Das könnte man sicher auch mit dem normalen Kombi – was also soll daran, bitteschön, noch ein SUV sein?
Es ist ähnlich wie bei der Jeansmode: Man könnte sich darüber wundern, dass Menschen zu kurze Röhrenhosen mit verdrehten Nähten tragen. Aber man weiß: Diese Röhre ist sozusagen die weitergedrehte Ur-Jeans. An die Zeiten der SUV-Saurier werden vielleicht irgendwann nur noch ein paar Zentimeter mehr an Sitzhöhe erinnern. Eigentlich ein schöner Gedanke.
Technische Daten
Motorbauart: 4-Zylinder-Dieselmotor
Leistung: 130 kW (177 PS)
Beschleunigung (0–100 km/h): 8,6 s
Höchstgeschwindigkeit: 213 km/h
CO
2
-Emission: 164 g/km
Durchschnittsverbrauch: 6,2 Liter
Basispreis: 34.700 Euro
Margit Stoffels ist Produktionsassistentin im ZEITmagazin
- Datum 20.05.2010 - 06:47 Uhr
- Serie Autotest
- Quelle ZEITmagazin, 20.05.2010 Nr. 21
- Kommentare 7
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Sie hat ihn also gefahren? Warum schreibt Frau Stoffels nicht darüber? Sowas gehört so im Allgemeinen ja zu einem Autotest dazu. Oder sind ein paar Allgemeinplätze zum Thema Lifestyle und Auto schon ein "Test"? Oder hat sie eigentlich nur die Broschüre getestet?
Nicht dass mich dieses Auto--oder irgendein andere--so besonders interessierte, aber wenn man einen Artikel als "Autotest" rubriziert, dann sollte da auch ein Autotest drin sein, finde ich.
Was ist der Sinn dieses Artikels? Gibt's einen? Ausser dem, ein paar Namen überflüssiger Produkte aufzuzählen?
Und was bitteschön soll der Gedanke, man müsse SUVs wohl als lifestyle betrachten? Ich meine, waren sie je etwas anderes? (Wenn ja, was?) Sie sind der Prototyp eines lifestyle-Produkts: teuer, überflüssig, kultig, angeberisch. Und man darf sich von ihrem auffällig schnellen Verschwinden [1] nicht täuschen lassen - dies beruht durchaus nicht auf Einsicht, sondern darauf, dass der lifestyle diese Dinger jetzt offiziell für uncool erklärt hat. Als lifestyle gilt jetzt einfach etwas anderes.
[1] ich behaupte, sicher die Hälfte ist in den letzten zwei Jahren von unseren Strassen verschwunden [2], man sieht längst nicht mehr so viele, wie früher
[2] wohin? - ich sag: Osteuropa, man müsste dort man die Zulassungen der letzten zwei Jahre prüfen
Über wen stellt sich die Autorin? Gefahren wird dieses Auto hauptsächlich von gutsituierten Damen, die dieses Auto hübsch und praktisch finden und sicher wird es auch ein bisschen den Status widerspiegeln dürfen.
Und das ist ja auch okay so. Wo steht geschrieben, daß sich die Damenwelt mit einem Twingo etc. zufrieden geben soll. Womöglich total veraltet, mit Motoren, die schon im R5 selig ihren Dienst verrichteten, auch nicht wenig Sprit verbrennen, aber man nicht weiß, wozu.
Nein, Frau Stoffels, das war gar nichts.
Merkwürdige Diskussionen gibt es? Warum kauft nicht jeder das was er "wirklich" möchte? Ach nein, stimmt - der Nachbar bestimmt das Auto. Will man sich mit ihm verstehen, sollte man autotechnisch einige Regeln einhalten - nicht größer, nicht zu bunt, nicht zu ausgefallen und auf gar keinen Fall zu protzig - sonst läuft man Gefahr nicht zum n. Grillfest eingeladen zu werden - und das will man doch wohl nicht - oder? Alle sollen glücklich sein - deshalb grau, mittelklasse, angepasst und langweilig - damit tritt man dann auch keinem auf die Füße.
Hab ihn letztens auf der Straße gesehen - und fand ihn ganz schön!
Mehr Metall um mich rum, gibt mir jedenfalls ein höheres Sicherheitsgefühl und wenn man viel unterwegs ist und viele weite Strecken zurücklegt, ist dieses Gefühl von Sicherheit fast unbezahlbar.
Ich glaube der SUV ist nicht tot - zumindest nicht, wenn ich die zugeparkte Straße runter schaue - sonder der kommt gerade wieder (siehe Qashqai)! Kein Wunder also, dass BMW mit was preislich vergleichbarem auf den Markt stürmt. Und für jemanden der Wert auf Verarbeitung, Service und ein bisschen Luxus im Wagen legt, ist das ein Segen.
Wenigstens ein "Artikel", statt diesen Werbetext im MINI-Clubman "Autotest".
Das wars dann aber auch schon. Ich finde die ZEIT sollte entweder Autotests veröffentlichen, die diesen Namen verdienen (und zudem ein Essay zum Thema SUV nicht ausschliessen) oder diese Rubrik einstampfen...
Ein Informationsgewinn für den Leser ist nicht erkennbar, es scheint auch so, als hätte Frau Stoffels gar keinen Testwagen erhalten (vielleicht wird mittlerweile sogar daran gespart..).
Wäre dies ein kleines Essay über SUV-Fahrzeuge wäre es zum Überlesen recht nett, aber Frau Stoffels scheint auch keinerlei Fachwissen zu haben, denn der X1 ist faktisch ein getrimmter 3er, teilen Sie doch die Basis.
Ferner würden mich folgende Fragestellungen interessieren:
1. Macht es Sinn einen x1 statt einem x3 zu kaufen? Alternativen?
2. Verarbeitung, Handling, Nutzen
3. Sehr wichtig: Verbrauch! Hier ist BMW ja nicht gerade Weltmeister... Zudem dürfte der Allradantrieb in Verbindung mit einer Automatik wohl in der Realität deutlich mehr verbrauchen als die Traumangaben suggerieren.
4. Ist der Preis gerechtfertigt?
Dann wäre noch genug Platz für Anmerkungen rund um den SUV und man hätte der Frage nachgehen können, warum dies Fahrzeug trotz aller PR wohl eher ein Auto der "Alten" ist...
Also liebe ZEIT, erst diese "abgefahrenen" Test, bei denen Redakteure Einparken im Prenzlberg beschreiben, dann Werbetexte und nun? Nicht mal lachen kann man!
Ich schreibe auch gern den Nächsten!
Wo ist der Test ?
leider sieht es hier eher als Werbung.....in der "Zeit" eher enttäuschend...
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