Irische Butter Gras statt MaisSeite 2/2

Daniel Weiß hat die Milch von vielen Molkereien im Labor analysiert und herausgefunden, dass ausgerechnet die Unternehmen, die mit weidenden Kühen vor atemberaubender Alpenlandschaft werben, gar keine Weidemilch verarbeiten: Bärenmarke (»alpenfrische Milchprodukte«) und die Müller-Tochter Weihenstephan. »Marketing-Lüge« nennt Weiß das. Wer deutsche Butter aus Weidemilch will, muss Biobutter kaufen. Oder die Bergbauernbutter der Molkerei Berchtesgadener Land. Die hält, was sie verspricht: Butter von Kühen, die Gras fressen.

Weiterlesen:  
    Tanja Busse: »Die Ernährungsdiktatur«,  Blessing, München  (2010), 16,95 Euro

Dieser Artikel stammt aus dem ersten ZEIT-Spezial "Richtig essen", das der ZEIT Nr. 21 beiliegt. Den zweiten Teil finden Sie in der ZEIT Nr. 22 vom 27.5.2010.

 
Leser-Kommentare
  1. Wir sind komplett auf unseren lokalen Bioladen umgestiegen. Das war anfangs teuer, weil wir dachten, wir kaufen weiter so wie im Discounter ein.
    Nach wenigen Wochen schon hat sich unser Einkaufsverhalten geändert, es wird kaum noch Nahrung weggeschmissen, es wird gezielter gekauft. Die Ausgaben für Lebensmittel sind eher gesunken.
    Dass die Butter dort goldgelb ist, das Gemüse schmackhaft usw., versteht sich von selbst.
    Gute Gefühle macht es auch, ist in dem Geschäft doch nicht diese grauenhafte Hektik.

    Stemmt Euch gegen diese blöde und entwürdigende Agrarindustrie.

    Ganz komisch ist ja auch Folgendes: Als ich klein war, so in den 60er Jahren, war alles bio, sozusagen ganz selbstverständlich. Jetzt gilt das als Luxus.

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    Viele Spritzmittel, die heute wegen ihrer schlechten Abbaubarkeit und/oder Nebenwirkungen auf Mensch und Tier verboten sind, waren damals gang und gäbe. Ganz vorne DDT, das z. B. bei Vögeln zu hauchdünnen Eierschalen führt und im Nest zu Rührei. Die Felddüngung mit Gülle und künstlichen Stickstoffdüngern wurde damals noch mit der Maxime "viel hilft viel" dosiert. In den Bächen und Flüssen wucherten die Algen, die Teiche und Seen kippten um. Das ganze Blei, das damals, den Zylinderventilen zu gefallen, dem Benzin beigemischt war, schwängerte die Luft und lagerte sich dann auf den Pflanzen und im Boden ab. Bleimenninge mit Leinöl vermischt war auf allen Eisenflächen wegen der fantastisch rostdämmenden Wirkung die beliebteste Grundierung. Kläranlage war überwiegend ein Fremdwort. Die meisten Flüsse waren nach der Passage durch die ersten größeren Siedlungsanlagen mit "modernen" Produktionsmethoden biologisch tot. Damals wurden auch noch Schwermetallablagerungen nennenswerten Umfangs in den Flussschlämmen angesammelt. Noch heute sind die Quecksilber- und Cadmium-Nachweise in Rhein und Nordsee ein Leichtes. In ganz Deutschland gab es kaum Industrieschlote mit Filteranlagen. Die verschiedensten Dioxine konnten um sämtliche Industrieanlagen noch wirklich frei wirken, und durch die diversen Atombombenversuche war die Radioaktivität weltweit erhöht. -- Ja, damals...

    Viele Spritzmittel, die heute wegen ihrer schlechten Abbaubarkeit und/oder Nebenwirkungen auf Mensch und Tier verboten sind, waren damals gang und gäbe. Ganz vorne DDT, das z. B. bei Vögeln zu hauchdünnen Eierschalen führt und im Nest zu Rührei. Die Felddüngung mit Gülle und künstlichen Stickstoffdüngern wurde damals noch mit der Maxime "viel hilft viel" dosiert. In den Bächen und Flüssen wucherten die Algen, die Teiche und Seen kippten um. Das ganze Blei, das damals, den Zylinderventilen zu gefallen, dem Benzin beigemischt war, schwängerte die Luft und lagerte sich dann auf den Pflanzen und im Boden ab. Bleimenninge mit Leinöl vermischt war auf allen Eisenflächen wegen der fantastisch rostdämmenden Wirkung die beliebteste Grundierung. Kläranlage war überwiegend ein Fremdwort. Die meisten Flüsse waren nach der Passage durch die ersten größeren Siedlungsanlagen mit "modernen" Produktionsmethoden biologisch tot. Damals wurden auch noch Schwermetallablagerungen nennenswerten Umfangs in den Flussschlämmen angesammelt. Noch heute sind die Quecksilber- und Cadmium-Nachweise in Rhein und Nordsee ein Leichtes. In ganz Deutschland gab es kaum Industrieschlote mit Filteranlagen. Die verschiedensten Dioxine konnten um sämtliche Industrieanlagen noch wirklich frei wirken, und durch die diversen Atombombenversuche war die Radioaktivität weltweit erhöht. -- Ja, damals...

  2. Im Sommer 2008 verbrachten wir einen interessanten Urlaub auf dem Bauernhof der Familie GERDES bei Norddeich. Dort genossen wir mit großer Freude die frische Milch von den Kühen, die direkt von der Weide kamen. Auch die angedickte Milch von der "Fensterbank" schmeckte ausgezeichnet.

    Nun wollten wir nach dem Urlaub unsere Milchgewohnheiten hier in Hildesheim fortsetzen. Es war ein Reinfall, denn die frische und angedickte Milch war nach kurzer Zeit ungenießbar. Der Grund: die Kühe kommen nicht mehr auf die Weide, sondern werden mit Silage gefüttert.

    Es ist richtig, dass in Irland ideale Bedingungen herrschen und die Kühe das ganze Jahr über auf der Weide verbringen.
    Ich habe über mehrere Jahre in der irischen Molkereiwirtschaft gearbeitet und darüber berichtet (siehe "IRLAND - ein Wiedersehen nach 20 Jahren!" unter www.rentner-billiger.de/R...).

    Herzliche Grüsse

    Klaus Metzger
    HILDESHEIM

  3. Tja, leider wird mittlerweile klar, dass der Ruf weitgehend unverdient ist. Soviel zum Herrn Milchexperten.

  4. Milchkühe, die das ganze Jahr im Stall gehalten werden, fressen nicht ausschließlich Maissilage. Sie bekommen auch Gras, siliert, oder getrocknet(Heu). Einige Betriebe füttern das ganze Jahr Silage, andere mähen den Kühen während der Vegetationsperiode frisches Gras, das ist das billigste Futter. Auch Biokühe können das ganze Jahr im Stall gehalten werden, wenn sie einen Auslauf haben. Weidekühe fressen im Winter auch konserviertes Gras (Silage und Heu).
    Beim System Kurzrasenweide (intensive Standweide)kann mit dem Weidegang sehr früh begonnen werden http://www.aelf-pk.bayern...
    Eine Molkerei bietet Weidemilch an
    http://www.topagrar.com/i...
    Weidegang ist zeitaufwendiger wie Stallfütterung und es wird mehr Fläche benötigt.
    Der Mais auf den umgebrochenen Wiesen wird nicht nur an Rinder verfüttert, ein großer Teil kommt in die Biogasanlagen.

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    können nicht nur mit Gras gefüttert werden, dann bringen sie ihre Milchleistung nicht.

    Der Maisanbau für Biogasanlagen beträgt nur einige % des gesamten Maisanbaus.

    können nicht nur mit Gras gefüttert werden, dann bringen sie ihre Milchleistung nicht.

    Der Maisanbau für Biogasanlagen beträgt nur einige % des gesamten Maisanbaus.

  5. Die Fütterung der Milchkühe, die Rinder- und Schweinemästung durch immer mehr Mais und Soja haben dramatische Auswirkungen auf die Volksgesundheit und sind der Hauptgrund für die weltweite epidemische Zunahme des Übergewichts. Siehe:

    http://community.zeit.de/user/wulewuu/beitrag/2010/05/27/weltweite-epidemische-ausbreitung-des-übergewichts-warum

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    Es gibt keine epidemische Ausweitung des Übergewichts außer in den Medien und Hirnen der "Ernährungsberater". Das ganze kommt durch Statistiktricks dazu und immerwährende Propaganda.
    Im Gegenteil, Magersucht und andere Esstörungen breiten sich aus.

    Es gibt keine epidemische Ausweitung des Übergewichts außer in den Medien und Hirnen der "Ernährungsberater". Das ganze kommt durch Statistiktricks dazu und immerwährende Propaganda.
    Im Gegenteil, Magersucht und andere Esstörungen breiten sich aus.

  6. Viele Spritzmittel, die heute wegen ihrer schlechten Abbaubarkeit und/oder Nebenwirkungen auf Mensch und Tier verboten sind, waren damals gang und gäbe. Ganz vorne DDT, das z. B. bei Vögeln zu hauchdünnen Eierschalen führt und im Nest zu Rührei. Die Felddüngung mit Gülle und künstlichen Stickstoffdüngern wurde damals noch mit der Maxime "viel hilft viel" dosiert. In den Bächen und Flüssen wucherten die Algen, die Teiche und Seen kippten um. Das ganze Blei, das damals, den Zylinderventilen zu gefallen, dem Benzin beigemischt war, schwängerte die Luft und lagerte sich dann auf den Pflanzen und im Boden ab. Bleimenninge mit Leinöl vermischt war auf allen Eisenflächen wegen der fantastisch rostdämmenden Wirkung die beliebteste Grundierung. Kläranlage war überwiegend ein Fremdwort. Die meisten Flüsse waren nach der Passage durch die ersten größeren Siedlungsanlagen mit "modernen" Produktionsmethoden biologisch tot. Damals wurden auch noch Schwermetallablagerungen nennenswerten Umfangs in den Flussschlämmen angesammelt. Noch heute sind die Quecksilber- und Cadmium-Nachweise in Rhein und Nordsee ein Leichtes. In ganz Deutschland gab es kaum Industrieschlote mit Filteranlagen. Die verschiedensten Dioxine konnten um sämtliche Industrieanlagen noch wirklich frei wirken, und durch die diversen Atombombenversuche war die Radioaktivität weltweit erhöht. -- Ja, damals...

  7. können nicht nur mit Gras gefüttert werden, dann bringen sie ihre Milchleistung nicht.

    Der Maisanbau für Biogasanlagen beträgt nur einige % des gesamten Maisanbaus.

    Antwort auf "Mais oder Gras"
  8. Es gibt keine epidemische Ausweitung des Übergewichts außer in den Medien und Hirnen der "Ernährungsberater". Das ganze kommt durch Statistiktricks dazu und immerwährende Propaganda.
    Im Gegenteil, Magersucht und andere Esstörungen breiten sich aus.

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  • Quelle DIE ZEIT, 20.05.2010 Nr. 21
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