Gewerbeimmobilien Biete: Ein leeres Büro
Das Geschäft mit Gewerbeimmobilien hat auch in Deutschland gelitten. Die Banken fürchten neue Abschreibungen
Früher seien deutsche Banker mit ihren Finanzierungsangeboten zu ihm nach London gereist, erzählt ein Immobilieninvestor. Und wenn er sie auch eine Stunde lang warten ließ, »sie saßen immer noch da«. Heute müsse er selbst nach München fliegen, eine PowerPoint-Präsentation im Gepäck, an deren Ende er mit dem Satz abgespeist werde: »Rufen Sie uns nicht an. Wir rufen Sie an.«
Früher, das war in den Jahren 2006 und 2007. Auch in Deutschland erreichten die Preise für Gewerbeimmobilien damals einen Höhepunkt, ausländische Investoren drängten in den Markt. Im verschärften Wettbewerb warben die Kreditinstitute mit immer günstigeren Konditionen, um im lukrativen Geschäft mitzumischen. »Im Hype haben wir uns von den ausländischen Investoren verleiten lassen, bei den aggressiven Konditionen mitzuhalten«, sagt einer, der bei einer deutschen Großbank das Risikomanagement verantwortet. »Wenn man im Markt bleiben wollte, hatte man keine Wahl – und das dürfen wir nun teilweise ausbaden.«
Inzwischen, eine Weltwirtschaftskrise später, hat der Markt für Büros, Praxen, Lokale oder Lagerhallen stark nachgegeben. 2009 war in Deutschland ein schlechtes Jahr für Gewerbeimmobilien: Mit Transaktionen im Wert von rund zehn Milliarden Euro betrug der Rückgang gegenüber dem Vorjahr 47 Prozent – auch weil die Banken sich bei der Finanzierung zurückhielten. An den wichtigsten Bürostandorten – Berlin, Düsseldorf, Essen, Frankfurt, Hamburg, Köln, Leipzig, München und Stuttgart – ging der Flächenumsatz, das ist die Summe aller vermieteten, verleasten oder verkauften Flächen, um etwa 26 Prozent zurück. In der Mainmetropole zum Beispiel standen im vergangenen Jahr 13,8 Prozent der Büroflächen leer.
Ist das erst der Anfang? Droht hierzulande ein ähnliches Szenario wie in den USA? Dort ist der Markt fast völlig zusammengebrochen. Auf insgesamt 1,4 Billionen Dollar belaufen sich jene US-Gewerbeimmobilienhypotheken, die laut einer Studie des Congressional Panel Oversight zwischen 2011 und 2014 fällig werden. Dabei habe fast jedes zweite Gebäude so viel an Wert verloren, dass es seinen Kredit nicht mehr decken könne. Auf dieses Geschäft haben sich vor allem die rund 8000 Regionalbanken in den USA konzentriert. Jede dritte muss laut Finanzaufsicht um ihre Existenz bangen.
Auch deutsche Banken haben mitgespielt im Immobilien-Casino. Erst Anfang des Monats sagte Eric Strutz, der Finanzvorstand der Commerzbank, dass gerade bei den US-Gewerbeimmobilien noch Risiken schlummerten. Die Rating-Agentur Standard & Poor’s stellte fest, dass die Probleme in den USA auch europäische Banken belasteten. Betroffen seien vor allem britische, irische und spanische Institute, aber auch deutsche Geldhäuser müssten sich auf Wertberichtigungen einstellen.
Die Krise bei amerikanischen Gewerbeimmobilien hat sich hierzulande noch anderweitig bemerkbar gemacht. So musste ein unter Druck geratener Immobilienfonds der US-Bank Morgan Stanley das prestigeträchtige Sony Center am Potsdamer Platz in Berlin an Südkoreas staatlichen Pensionsfonds NPS verkaufen, für gerade einmal 570 Millionen Euro. Erst vor zwei Jahren hatten die Amerikaner das Areal erworben – und dem Vernehmen nach 600 Millionen Euro hingeblättert. Dem einst 6,6 Milliarden Euro schweren Fonds, der fast zwei Drittel seines Wertes verloren haben soll, gehört unter anderem noch der Euro-Tower in Frankfurt am Main, der Sitz der Europäischen Zentralbank.
- Sony Center
Entworfen von Stararchitekt Helmut Jahn, fertiggestellt im Juni 2000. Baukosten: 750 Millionen Euro. Mieter sind heute unter anderem die Deutsche Bahn, Sanofi-Aventis und die Sparda-Bank. Um das ovale öffentliche Forum am Potsdamer Platz in Berlin gruppieren sich auch ein 103 Meter hoher Büroturm und der historische Kaisersaal, der 1996 auf Luftkissen 75 Meter weit an seinen heutigen Standort verschoben wurde
Dennoch: Was das Gros der deutschen Gewerbeimmobilien betrifft, zeigen sich viele Experten unbesorgt. Zum einen wurden Kredite hierzulande nie so wagemutig vergeben wie in den USA. Zum anderen zieht die Konjunktur wieder an, die Zinsen sind noch immer niedrig. Und so meldet die Branche schon wieder erste positive Zahlen: Mit einem Transaktionsvolumen von europaweit 19,1 Milliarden Euro in den ersten drei Monaten dieses Jahres lag der Markt für gewerbliche Immobilien knapp 65 Prozent über dem Vorjahreswert, hat der Dienstleister CB Richard Ellis ermittelt. In Deutschland fiel der Zuwachs wegen einzelner Großtransaktionen sogar noch höher aus. Alles beim Alten also?
- Datum 25.05.2010 - 16:38 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 20.05.2010 Nr. 21
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Wenn die Finanzierungen der Immobilien in den nächsten Jahren erneut zu Kreditausfällen und somit zu Belastungen der Banken führen, ist die nächste Bankenrettung angesagt.
Nimmt das denn im Moment kein Ende? Haben die Banken auf allen Geschäftsfeldern in den vergangenen Jahren nur noch spekuliert?
Wenn ich mir den Immobilienmarkt anschaue, so ist es mir ein Rätsel, wie die ganzen Finanzierungen noch funktionieren können. Ich gehöre nun sicherlich nicht zu den Geringverdienern, aber eine Eigentumswohnung (werden hier gerade nebenan neu gebaut) im Wert von 250.000 bis 300.000 EUR kann ich mir trotzdem nicht leisten. Es sei denn, eine Bank gibt mir über 230.000 EUR Kredit.
Wie soll ich die jemals zurückzahlen? Da brauche ich 480 Monate ohne Zinsen, das sind 40 Jahre... bei einer Tilgung von 500 EUR im Monat.... mit Zinsen sind das dann 1000,- EUR im Monat - und ich müsste bis zu meinem 85. Lebensjahr arbeiten.
Kann mir ein Bänker vielleicht mal erklären, wie so etwas ohne große Risiken funktioniert?
könnte man vielleicht in den USA noch etwas passendes bekommen.
Wenn man Ostfriesland oder einige Randgebiete im Osten Deutschlands in´s Auge fasst, ist sicher mit solch einem geringen Mittelaufwand etwas zu reissen.
Einen gebrauchten Wohnwagen, in dem man direkt in Nähe der Arbeitstelle wohnt, müsste man allerdings auch noch finanzieren.
Nicht den Mut verlieren, es findet sich schon etwas Nettes!
Die Familie und sein Eigenheim kann man ja am Wochenende geniessen.
könnte man vielleicht in den USA noch etwas passendes bekommen.
Wenn man Ostfriesland oder einige Randgebiete im Osten Deutschlands in´s Auge fasst, ist sicher mit solch einem geringen Mittelaufwand etwas zu reissen.
Einen gebrauchten Wohnwagen, in dem man direkt in Nähe der Arbeitstelle wohnt, müsste man allerdings auch noch finanzieren.
Nicht den Mut verlieren, es findet sich schon etwas Nettes!
Die Familie und sein Eigenheim kann man ja am Wochenende geniessen.
könnte man vielleicht in den USA noch etwas passendes bekommen.
Wenn man Ostfriesland oder einige Randgebiete im Osten Deutschlands in´s Auge fasst, ist sicher mit solch einem geringen Mittelaufwand etwas zu reissen.
Einen gebrauchten Wohnwagen, in dem man direkt in Nähe der Arbeitstelle wohnt, müsste man allerdings auch noch finanzieren.
Nicht den Mut verlieren, es findet sich schon etwas Nettes!
Die Familie und sein Eigenheim kann man ja am Wochenende geniessen.
Antwort auf Kommentar 2:
LOL, danke für die Ironie :)
In Thüringen (das Niedriglohnland in Deutschland) gehen die meisten Arbeitnehmer mit einem Netto von 800,- bis 1500,- EUR nach Hause. Man gilt mit einem Netto von 2000,- EUR hier schon als Super-Verdiener. Nur ca. 5% der Arbeitnehmer überschreiten dieses Netto.
Es ist also undenkbar, dass sich der Normalbürger in Thüringen eine Wohnung mit einer Miete oder Tilgung von über 1000,- EUR leisten kann. Das können nur die obersten 5%.
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LOL, danke für die Ironie :)
In Thüringen (das Niedriglohnland in Deutschland) gehen die meisten Arbeitnehmer mit einem Netto von 800,- bis 1500,- EUR nach Hause. Man gilt mit einem Netto von 2000,- EUR hier schon als Super-Verdiener. Nur ca. 5% der Arbeitnehmer überschreiten dieses Netto.
Es ist also undenkbar, dass sich der Normalbürger in Thüringen eine Wohnung mit einer Miete oder Tilgung von über 1000,- EUR leisten kann. Das können nur die obersten 5%.
Antwort auf Kommentar 2:
LOL, danke für die Ironie :)
In Thüringen (das Niedriglohnland in Deutschland) gehen die meisten Arbeitnehmer mit einem Netto von 800,- bis 1500,- EUR nach Hause. Man gilt mit einem Netto von 2000,- EUR hier schon als Super-Verdiener. Nur ca. 5% der Arbeitnehmer überschreiten dieses Netto.
Es ist also undenkbar, dass sich der Normalbürger in Thüringen eine Wohnung mit einer Miete oder Tilgung von über 1000,- EUR leisten kann. Das können nur die obersten 5%.
das in den blühenden Landschaften die Löhne und Gehälter so weit unten sind, hätte ich nicht gedacht.
Da die Löhne in Westdeutschland sich mehr und mehr dem ostdeutschen Niveau anpassen werden, kann man einen Umzug in den Westen auch nicht empfehlen.
Das Sparprogramm, das uns noch kund getan wird, trägt sein üriges dazu bei und die drohende Inflation hilft nicht dem Privatschuldner sondern nur dem Staat.
Bleibt nur noch auswandern, aber nicht in ein EU-Land und nicht in die USA.
Ein teil des Raetsels wird daran liegen, dass nicht jede Generation bei null Besitz anfaengt, durch Erbschaften eben. Wenn man jedoch da nichts mitbekommt von Pappa und Grosvater, dann ist es natuerlich schwierig...
Die Loesung ist eine Vermoegenssteuer (auch auf Immobilien) um dafuer zu sorgen, dass das Geld wieder umverteilt wird. Der Markpreis wuerde als Nebeneffekt ebenfalls sinken (vielleicht). Aber die Mieten wuerden als Reaktion darauf vielleicht hochschiessen...hmm? Der Markt ist immer eine schwierige Sache vorherzusagen. In Schweden werden z.B. die Mieten reguliert. Dass hat aber dazu gefuehrt, dass man eine Wohnung praktisch aussschliesslich durch Kauft erwerben kann. Dadurch koennen sich Studenten keine Wohnung mehr leisen in Stockholm. Die Uni beklagt rueckgaengige Studentenzahlen. Und die Moral der Geschichte: Die Mietregulierung hat genau zum Gegenteiligen Effekt gefuehr. Es leiden diejenigen darunterleiden, fuer die die Regulierung eigentlich bestimmt war. Planwirtschaft sucks :-) Aber ein weicher Eingriff wie eine Steuer sollte vielleicht gehen...but not sure...
Die Frage ist nur was man sonst noch so zum Leben braucht.
Auto oder Fahrrad oder ÖPNV ?
Das muss man eben selbst entscheiden, aber oft entscheidet die Gemütlichkeit eines Menschen zugunsten des Autos.
Daran ist dann aber jeder selbst schuld, warum zum Teufel braucht denn jeder Depp ein Auto ?
das in den blühenden Landschaften die Löhne und Gehälter so weit unten sind, hätte ich nicht gedacht.
Da die Löhne in Westdeutschland sich mehr und mehr dem ostdeutschen Niveau anpassen werden, kann man einen Umzug in den Westen auch nicht empfehlen.
Das Sparprogramm, das uns noch kund getan wird, trägt sein üriges dazu bei und die drohende Inflation hilft nicht dem Privatschuldner sondern nur dem Staat.
Bleibt nur noch auswandern, aber nicht in ein EU-Land und nicht in die USA.
Ein teil des Raetsels wird daran liegen, dass nicht jede Generation bei null Besitz anfaengt, durch Erbschaften eben. Wenn man jedoch da nichts mitbekommt von Pappa und Grosvater, dann ist es natuerlich schwierig...
Die Loesung ist eine Vermoegenssteuer (auch auf Immobilien) um dafuer zu sorgen, dass das Geld wieder umverteilt wird. Der Markpreis wuerde als Nebeneffekt ebenfalls sinken (vielleicht). Aber die Mieten wuerden als Reaktion darauf vielleicht hochschiessen...hmm? Der Markt ist immer eine schwierige Sache vorherzusagen. In Schweden werden z.B. die Mieten reguliert. Dass hat aber dazu gefuehrt, dass man eine Wohnung praktisch aussschliesslich durch Kauft erwerben kann. Dadurch koennen sich Studenten keine Wohnung mehr leisen in Stockholm. Die Uni beklagt rueckgaengige Studentenzahlen. Und die Moral der Geschichte: Die Mietregulierung hat genau zum Gegenteiligen Effekt gefuehr. Es leiden diejenigen darunterleiden, fuer die die Regulierung eigentlich bestimmt war. Planwirtschaft sucks :-) Aber ein weicher Eingriff wie eine Steuer sollte vielleicht gehen...but not sure...
Die Frage ist nur was man sonst noch so zum Leben braucht.
Auto oder Fahrrad oder ÖPNV ?
Das muss man eben selbst entscheiden, aber oft entscheidet die Gemütlichkeit eines Menschen zugunsten des Autos.
Daran ist dann aber jeder selbst schuld, warum zum Teufel braucht denn jeder Depp ein Auto ?
das in den blühenden Landschaften die Löhne und Gehälter so weit unten sind, hätte ich nicht gedacht.
Da die Löhne in Westdeutschland sich mehr und mehr dem ostdeutschen Niveau anpassen werden, kann man einen Umzug in den Westen auch nicht empfehlen.
Das Sparprogramm, das uns noch kund getan wird, trägt sein üriges dazu bei und die drohende Inflation hilft nicht dem Privatschuldner sondern nur dem Staat.
Bleibt nur noch auswandern, aber nicht in ein EU-Land und nicht in die USA.
»Wenn man im Markt bleiben wollte, hatte man keine Wahl – und das dürfen wir nun teilweise ausbaden.«
sollte wohl eher heißen.
»Wenn man im Markt bleiben wollte, hatte man keine Wahl – und das dürfen nun die dummen dt. Steuerzahler ausbaden.« (hat dabei ein verschmitztes Grinsen im Gesicht)
Acki?
Acki?
Acki?
Ein teil des Raetsels wird daran liegen, dass nicht jede Generation bei null Besitz anfaengt, durch Erbschaften eben. Wenn man jedoch da nichts mitbekommt von Pappa und Grosvater, dann ist es natuerlich schwierig...
Die Loesung ist eine Vermoegenssteuer (auch auf Immobilien) um dafuer zu sorgen, dass das Geld wieder umverteilt wird. Der Markpreis wuerde als Nebeneffekt ebenfalls sinken (vielleicht). Aber die Mieten wuerden als Reaktion darauf vielleicht hochschiessen...hmm? Der Markt ist immer eine schwierige Sache vorherzusagen. In Schweden werden z.B. die Mieten reguliert. Dass hat aber dazu gefuehrt, dass man eine Wohnung praktisch aussschliesslich durch Kauft erwerben kann. Dadurch koennen sich Studenten keine Wohnung mehr leisen in Stockholm. Die Uni beklagt rueckgaengige Studentenzahlen. Und die Moral der Geschichte: Die Mietregulierung hat genau zum Gegenteiligen Effekt gefuehr. Es leiden diejenigen darunterleiden, fuer die die Regulierung eigentlich bestimmt war. Planwirtschaft sucks :-) Aber ein weicher Eingriff wie eine Steuer sollte vielleicht gehen...but not sure...
Oh, meine entzündeten Augen müssen lesen, dass die Banken nicht nur fette Gewinne ausweisen, sondern das diesen auch Verluste gegenüberstehen, die wiederum die Gewinne schmälern.
Das ist kaufmännisch ein absolutes Novum und darf natürlich nicht sein: Die Regierung und die Steuerzahler haben gefälligst sämtliche Verluste der Banken zu sozialisieren!
Obwohl, ein Parasit muss natürlich immer aufpassen, dass der Wirt nicht stirbt, auf dem er sich eingenistet hat...
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