Zehn Jahre und 19,5 Millionen Euro haben fast 50 Forscher aus 13 Ländern gebraucht, um ein "Nein, aber…" hervorzubringen.

Die Frage: Erhöht Mobiltelefonieren das Risiko, an bestimmten Hirntumoren zu erkranken? Die Methode: Handygewohnheiten von Krebspatienten und Gesunden vergleichen. Das Ergebnis: "Insgesamt kein erhöhtes Risiko" . Im International Journal of Epidemiology erschienen am Montag die Resultate der Interphone-Studie – ein paar Unstimmigkeiten inklusive. Etwa ein leicht erhöhtes Risiko bei Vieltelefonierern, aber auch ein vermindertes bei Handynutzern generell. Wie das zusammenpasst? Die Zahlen laden zu Spekulationen ein. Aber sie sagen eher etwas über die Untersuchungsmethode aus als über die Realität.

Denn die komplizierte Auswertung fußt auf kruden Daten: Rund 10.000 Menschen waren im Nachhinein ("retrospektiv") zu ihren Handygewohnheiten befragt worden. Doch wer weiß schon nach Jahren noch, wann er wie viel telefoniert hat?

Weniger fehleranfällig sind "prospektive" Studien, bei denen Probanden über einen Zeitraum begleitet werden. Das tut das Cosmos-Projekt zu Mobilfunk und Gesundheit , das im April anlief. Es dauert mindestens 20 Jahre. Viel Zeit für Spekulationen.