Literaturkanon Weg damit!

Gibt es Klassiker, die sich überholt haben? Ist Weltliteratur völlig unabhängig von Moden, Zeiten und Geschmack? Junge deutsche Autoren unter 35 prüfen den Literaturkanon.

Das Feuilleton der ZEIT hat deutsche Autoren unter 35 Jahren gebeten, den Kanon der Literatur einer kritischen Prüfung zu unterziehen. Sie haben mit Brecht, Benn, Döblin und Kafka, die Helden der ersten Jahrhunderthälfte, einer zweiten Lektüre unterzogen, ebenso wie Max Frisch, Günter Grass oder Ingeborg Bachmann. 

Das Ergebnis: Manches Pathos von einst klingt für die Nachgeborenen wie Kitsch, und manche gefeierte Kargheit entpuppt sich bei unbefangenem Lesen als Einfallslosigkeit. Am Ende stehen zehn Vorschläge von Literaten zur Entschlackung des literarischen Kanons – höchst individuell, natürlich ungerecht, in hohem Maße ehrlich und: sehr befreiend.

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Leser-Kommentare
  1. Bei dem Beitrag von Frau Wolf fragt man sich schon, ob und wenn ja, was sie jemals von Kafka gelesen hat.

  2. Danke für diesen kafkaesken Beitrag.

    Eine Leser-Empfehlung
    • hagego
    • 25.05.2010 um 14:07 Uhr

    @ Mmblfrz

    Danke für Ihre unverzügliche und nette Reaktion!

    Erwarten wir nicht ernsthaft Loblieder, wenn wir Schriftsteller bitten, über andere Schriftsteller zu urteilen.

    Über meine schönen blauen Augen sagt niemand etwas Positiv-Aufregendes! Das müssen wir halt selbst tun. Und am besten ist es dann, wenn wir die grauen und stumpfen Äuglein der anderen kritisch betrachten! Um so mehr strahlen dann die unsrigen...

    ,-)

    Antwort auf "Gute Idee, aber.."
    • cornus
    • 25.05.2010 um 14:22 Uhr

    Woher kommt denn dieser Lektürekanon? Gibt es denn so etwas noch? Gelesen wird, was gefällt - und für mich gehört Kafka dazu, genauso wie vieles - beileibe nicht alles - von Brecht. Jedem seinen Dachboden......;-)

  3. Danke Frau Wolf, Kafka befreit zu haben - er hätte es zu schätzen gewusst - und danke an die ZEIT für die Aktion. Generationen von Deutschunterrichtsgeschädigten (wer besass damals schon die vom Deutschlehrer benutzte Sekundärliteratur? - toller Kommentar zu Brecht) werden hoffentlich der einen oder anderen Empfehlung folgen und die eigenen Sinne walten lassen!

  4. Ich hoffe sie haben Catch22 gelesen. Zwischen diesem und "Im Westen nichts Neues" sehe ich keinen Aspekt eines Krieges der nicht abgehandelt wäre (ausser dass die jeweiligen Protagonisten die Zeit linear erleben).

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