Psychosoziale Hilfe für Migranten Lerne Deutsch oder leide

Unter Einwanderern breiten sich seelische Krankheiten überproportional aus. Doch sie finden keine psychotherapeutische Hilfe. Das hat teure Folgen

Es brannte. Meist begann es in den Schultern oder in den Armen. Von da aus breitete es sich auf alle Glieder aus. Wie ein inneres Feuer. Wenn es ganz schlimm kam, brannte es auch im Kopf. Immer wieder, über viele Jahre. Internisten, Neurologen und Orthopäden hatte der Mann, ein Deutschtürke, konsultiert. Sie hatten ihn abgeklopft und in eine Röhre geschoben – aber nichts gefunden. Bald war der grauhaarige Mann mit dem angeblich brennenden Körper in den Krankenhäusern in Hamburgs Osten bekannt, Mediziner verdrehten die Augen, wenn sie ihn wieder im Wartezimmer ihrer Notfallstation sitzen sahen.

Lebensüberdrüssig, die Taschen voller Tabletten, kam der 68-Jährige schließlich zu Ali Erdogan in die psychiatrische Ambulanz des Krankenhauses Hamburg-Eilbek. Nach ein paar Sitzungen kannte Erdogan die wahre Krankheit des Deutschtürken: eine schwere Depression .

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Ursache für sein Leiden war sein Leben. Als junger Mann war er aus Anatolien gekommen, mit Plänen für ein besseres Leben für sich und seine Kinder. 40 Jahre lang hatte er geschuftet, morgens auf dem Bau, abends in einer Putzkolonne. Doch ein Schwager in der Türkei hatte ihn um seine Ersparnisse gebracht. Als der Sohn arbeitslos wurde und der Schwiegersohn die Tochter verließ, begannen die Schmerzen. Gesundheit kaputt, Vermögen weg, Familienehre beschädigt: Die Sorgen brannten dem Mann buchstäblich auf der Seele.

Die Älteren fühlen sich entwurzelt und isoliert, die Jüngeren chancenlos

Ali Erdogan kennt viele solcher Geschichten. Als Psychiater und Psychotherapeut befasst er sich vorwiegend mit Problemen der Einwanderungsgesellschaft. Migranten der ersten Generation erzählen ihm von den Scherben ihrer Biografie, »Importbräute« aus Anatolien von ihrer Einsamkeit, deutschtürkische Jugendliche von der Zerrissenheit zwischen familiären Zwängen und der Freiheit außerhalb des Elternhauses. Viele Ältere fühlen sich entwurzelt und isoliert in ihrer zweiten Heimat, Jüngere chancenlos oder ausgegrenzt. Bis in die vierte Generation setzt der Wechsel von Land und Kultur Migranten unter Stress.

Dabei hat jeder Glück, der sich nach langer Odyssee durch Praxen und Kliniken in Erdogans Sprechzimmer sein Leid vom Leib reden kann. Die meisten Seelenkranken aus Zuwandererfamilien bleiben mit ihren Beschwerden allein. Die psychosoziale Versorgung von Migranten ist ein medizinisches Notstandsgebiet. Sie gilt als besonders eklatantes Beispiel dafür, wie wenig sich der deutsche Gesundheitsbetrieb auf die Bedürfnisse der Einwanderungsgesellschaft eingestellt hat.

Will Erdogan zum Beispiel einen Patienten nach seiner Akutbehandlung an einen geeigneten Psychotherapeuten überweisen, muss der Kranke im Schnitt zwei bis drei Jahre warten. »Das ist medizinisch völlig unzumutbar«, schimpft der Arzt. Der Mangel an sprach- und kulturkundigen Psychotherapeuten und Psychologen wird sich noch verschärfen. Denn psychische Krankheiten breiten sich unter Deutschlands Migranten besorgniserregend aus, und zwar in allen Altersschichten.

–Als die Mitarbeiter des Gesundheitsamts Berlin-Mitte Rentner der Stadt nach ihrem seelischen Befinden fragten, zeigte jeder zweite türkische Zuwanderer Anfälligkeiten für eine Depression. Bei Einheimischen war die Quote dagegen nur halb so hoch. Vor allem Spätaussiedler aus Russland gelten schon lange als »Risikogruppe für psychische Erkrankungen«.

–Kinder mit Migrationshintergrund leiden laut einem Bericht des Robert-Koch-Instituts vermehrt an psychosomatischen Beschwerden. Sie plagen Angstzustände, Albträume und Verhaltensprobleme. Auch von Essstörungen sind jugendliche Einwanderer überproportional betroffen.

–Auffällig viele junge deutschtürkische Frauen wähnen sich anscheinend in einer aussichtslosen Lage. Ihre Suizidraten liegen doppelt so hoch wie bei Gleichaltrigen aus deutschen Familien. 

Bei körperlichen Gebrechen finden Zugewanderte relativ schnell professionellen Beistand, ähnlich wie Einheimische. Bei psychischen Krankheiten hingegen ist eine besondere sprach- und kulturkundige Hilfe notwendig. »Operieren kann ein Arzt jeden Patienten, egal welche Sprache er spricht«, sagt Meryam Schouler-Oçak, Leiterin des Berliner Bündnisses gegen Depression . »Einen psychisch Kranken zu behandeln, der schlecht Deutsch versteht, ist sehr viel schwieriger.«

Die Missverständnisse beginnen bereits bei der Diagnose. Türkische Patienten kleiden ihre seelischen Beschwerden häufig in Metaphern, die erst einmal an eine körperliche Krankheit denken lassen. Doch »meine Leber wird groß« bezeichnet keinen Organschaden, sondern tiefe Traurigkeit. Ein »erkälteter Kopf« deutet nicht auf eine Grippe hin, sondern auf die Angst, verrückt zu werden.

Der Kölner Psychiater Ali Kemal Gün berichtet von einem Patienten, der wegen akuter Suizidgefahr in die Klinik eingeliefert wurde. Dabei wollte er sich gar nicht umbringen. Der Deutschtürke hatte das »Auf Wiedersehen« seines deutschen Therapeuten mit »Wenn ich morgen noch lebe« beantwortet – einer alltäglichen, religiös gefärbten Abschiedsfloskel.

Stark emotionale Themen wie Einsamkeit und Kummer, Tod oder Trauer lassen sich in der Muttersprache sehr viel besser ausdrücken, auch wenn der Patient sich sonst gut auf Deutsch verständigen kann. Das gilt vor allem für traumatisierte Menschen, etwa politische Flüchtlinge. Spezialisierte Übersetzer könnten helfen. Früher mussten Putzfrauen oder Angehörige vermitteln, selbst bei medizinisch heiklen Fragen. Heute stehen Klinikärzten in Hamburg, Köln oder München professionelle Dolmetscher zur Verfügung. Bei niedergelassenen Psychotherapeuten bezahlt jedoch keine Kasse qualifizierte Übersetzerdienste.

Der Therapeut muss nicht nur mit der Sprache, sondern auch mit der Herkunftskultur seines Patienten vertraut sein. So hat für polnische Patienten oft der Glaube eine große Bedeutung. Viele Aussiedler aus Russland schleppen das Trauma mit sich herum, als Minderheit verfolgt worden zu sein. Und bei Türkischstämmigen wirkt sich der Schock, als Kind jahrelang allein in der Heimat leben zu müssen, während die Eltern in Almanya arbeiten, oft erst im Erwachsenenalter aus. Bei fast allen psychisch Kranken mit Migrationsgeschichte spielt die Familie eine überragende Rolle. Mögliche Therapieziele wie Emanzipation von den Eltern oder dem Partner sind deshalb viel schwerer erreichbar als bei deutschen Patienten.

Viele Patienten suchen neben dem Therapeuten traditionelle Heiler auf

Zudem muss der Therapeut türkischer Patienten häufig akzeptieren, nicht der einzige Helfer zu sein. Meryam Schouler-Oçak sagt zwar, die Bereitschaft unter Deutschtürken, eine Depression oder Psychose medizinisch behandeln zu lassen, sei stark gestiegen – angespornt durch beliebte türkische Fernsehserien oder Ratgebersendungen, in denen Psychoprobleme offen angesprochen werden. Dennoch suchen viele Hilfsbedürftige traditionelle Heiler auf. Diese Hodschas versuchen, mit Amuletten, Kaffeesatzleserei oder Wegpusten den Seelenschmerzen beizukommen. Auch Schouler-Oçak, Oberärztin an der Berliner Charité, trägt stets ein kleines magisches Auge, das böse Blicke fernhalten soll, bei sich.

Vielen deutschen Psychologen und Therapeuten ist diese Gefühlswelt fremd, ihre Ausbildung vermittelt kaum interkulturelle Expertise. Es fehlen Richtlinien für die Behandlung von Patienten aus anderen Kulturen, wie sie die American Psychological Association bereits vor Jahren erlassen hat. Darin heißt es zum Beispiel, man solle indianischen Patienten nicht in die Augen schauen und das Therapiegespräch nebeneinander statt sich gegenübersitzend führen.

Wie groß die Nachfrage nach spezialisierten Therapeuten in Deutschland ist, zeigt die Universitätsklinik Gießen. Innerhalb kurzer Zeit verzehnfachte sich die Zahl deutschtürkischer Patienten nach der Einstellung einer Ärztin mit türkischer Muttersprache. Auch in Berlin oder Köln haben Krankenhäuser spezielle Migrantenambulanzen eingerichtet.

In der Essener Klinik des Landschaftsverbands Rheinland trifft sich jeden Dienstag ein Dutzend Frauen zur Gruppentherapie. Da sitzen die junge Studentin mit Lernstörungen und Dauerkonflikten mit ihrem traditionsbewussten Vater, die unter Panikattacken leidende kurdische Asylbewerberin und die türkische Hausfrau, die ihren von den Eltern vermittelten Gatten nicht lieben kann.

Die Hälfte der Frauen in der Ambulanz seien Heiratsmigrantinnen, sagt die Oberärztin Yesim Erim. Viele von ihnen litten unter dem »Schwiegermuttersyndrom«, permanenten Konflikten mit der Mutter des Ehemanns. Oft werden »Importbräute« wie Haushaltshilfen behandelt, müssen putzen und waschen und dürfen das Haus kaum verlassen. Eine Scheidung kommt für sie oft nicht infrage. Denn sie sprechen kaum Deutsch, zudem fehlen ihnen Kontakte außerhalb der Familie.

Yesim Erim kennt ähnliche Fälle bereits aus der Türkei, wo sie mehrere Jahre praktizierte. Doch Helfer wie sie, die viele Spezialkenntnisse quasi von zu Hause mitbringen, gibt es nur wenige. So praktizieren in Deutschland nur rund 100 niedergelassene türkischstämmige Psychotherapeuten – für die Versorgung von knapp drei Millionen Menschen viel zu wenig. Das hat Folgen: häufiger Arztwechsel, hoher Medikamentenkonsum, erhebliche Kosten.

Auch russische Migranten finden bei Seelenkrankheiten nur schwer Hilfe. Im Raum Nürnberg etwa leben zwischen dreißig- und vierzigtausend Menschen aus den Nachfolgestaaten der UdSSR. Doch in der Stadt verfügt nur eine einzige russischsprachige Psychologin über eine Kassenzulassung, zwei andere behandeln gegen Privatrechnung. »Das kann sich jedoch fast kein Migrant leisten«, sagt Ella Schindler von der Deutsch-Russischen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und psychosoziale Gesundheit.

Es gibt muttersprachliche Therapeuten. Sie dürfen sich nur nicht niederlassen

Dabei mangelt es nicht an muttersprachlichen Therapeuten, die eine Praxis aufmachen möchten. Der Hamburger Ali Erdogan etwa wartet seit Jahren auf eine Kassenzulassung. Doch die wird ihm wie vielen anderen türkischstämmigen Kollegen verwehrt – in der Hansestadt gebe es genug Psychotherapeuten, so die Begründung. Rein statistisch stimmt das. Wie in vielen Großstädten herrscht in Hamburg sogar Überversorgung. Erdogan braucht deshalb eine Spezialerlaubnis. Diese »Sonderermächtigung« wird jedoch nur in dringenden Ausnahmefällen gewährt. Die Seelennot türkischsprachiger Patienten gehöre nicht dazu, argumentiert die zuständige Kassenärztliche Vereinigung (KV) .

Die KVs können sich bei ihrer restriktiven Vergabepraxis auf ein Urteil des Bundessozialgerichtes berufen. Es entschied 2008, eine Therapie in der Muttersprache sei keine notwendige Krankenbehandlung, sondern eine Nebenleistung, ein Luxus also. Übersetzt heißt der Rechtsspruch: In Deutschland spricht man Deutsch; wenn jemand die fremde Sprache nicht ausreichend beherrscht, ist das sein Problem – selbst wenn er damit von einer wichtigen Gesundheitsleistung ausgeschlossen ist.

Die Juraprofessorin Ulrike Davy von der Universität Bielefeld hält das Verdikt für ein »krasses Fehlurteil«. Es verkenne, dass bei einer Psychotherapie die Sprache kein Randaspekt ist, sondern »das Wesen der Behandlung ausmacht«, so die Rechtsgelehrte.

Nun soll der Bundestag helfen. Der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) wird in der kommenden Woche eine Petition einreichen, um die Zulassung von Muttersprachlern als Behandlern zu erleichtern. »Wir deutschsprachigen Therapeuten können den speziellen Bedarf nicht abdecken«, sagt Elisabeth Noeske, BDP-Vorstandsmitglied. Der nächste Schritt wäre der Gang vor den Europäischen Gerichtshof. Doch dessen Urteil wird Jahre auf sich warten lassen.

Bis dahin müssen die Kranken sich gedulden – mit der Gefahr, dass akute Leiden chronisch und dadurch viel schwieriger behandelbar werden. Zeki Özdemir ist einer von zwei niedergelassenen Therapeuten, die in Köln Türkisch als Behandlungssprache anbieten. Seit Jahren führt er keine Warteliste mehr. »Bei Fristen von mehr als drei Jahren ist das sinnlos«, sagt er. Er muss streng rationieren. Zurzeit haben nur Patienten mit schweren Störungen wie Suizidgefährdung eine Chance auf eine Behandlung bei ihm. Wer mit einer mittelschweren Depression kommt, erhält eine Absage und muss sich mit Psychopharmaka zufriedengeben.

Diesen Artikel finden Sie als Audiodatei im Premiumbereich unterwww.zeit.de/audio

 
Leser-Kommentare
  1. Entfernt. Vermeiden Sie unnötige Polemik und beteiligen Sie sich mit sachlichen Argumenten an der Diskussion. Die Redaktion/sh

  2. "Oft werden »Importbräute« wie Haushaltshilfen behandelt, müssen putzen und waschen und dürfen das Haus kaum verlassen. Eine Scheidung kommt für sie oft nicht infrage. Denn sie sprechen kaum Deutsch, zudem fehlen ihnen Kontakte außerhalb der Familie."

    Es muß für Migranten ja eine wahre Hölle sein, die einheimische Sprache (das ist die deutsche, Herr Spiewak, also die, in der dieser Artikel verfaßt ist) lernen zu müssen. Sollte die Überschrift über diesem Artikel ernst gemeint sein, so hieße der einzig mögliche Schluß für Migranten, sich einmal ernsthafter mit dieser deutschen Sprache und der deutschen Gesellschaft zu befassen, sich ihr zu öffnen und den Kontakt nicht nur mit Landsleuten zu pflegen, denn hinterhergetragen bekommt man das in keiner Gesellschaft dieser Erde. Was soll also dieser Artikel?

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    • Buh
    • 23.05.2010 um 17:14 Uhr

    Ich bin schockiert über Ihren Kommentar. Hier wird von den Schicksalen einiger Migranten geschrieben und alles was Ihnen dazu einfällt ist arogant und abfällig jenen Leuten integrationsverweigerung vorzuwerfen. Für Leute wie sie ist die welt doch nur schwarz weiß, und nur die weißen sind die guten. Dass Menschen in unterschiedlichen und schwierigen situtioen sind die eben unterschiedliche gründe liefern warum man kein deutsch lernt, oder was auch immer, verstehen Sie nicht.

    Ich finde es auch hässlich, wenn man hier menschen mit zwei Nationalitäten oder einfach nur Menschen die eingewandert sind, eine identitätskriese einreden will. Die Identität von Migrnten sit doch nicht das problem. Das Problem ist sowieso garnicht so groß wie manche sagen. Es geht nur darum, dass es manche Menschen schwer haben sich zurecht zu finden. Sagen wir weil sie die Sprache nicht srpechen können (aus welchen gründen auch immer) oder weil sie in schwierigen Familiären Verhältnisen leben, weil sie Arm sind oder aus anderen Gründen.

    Ich finde es scahde, wenn hier leute mal wieder latent rassisitsch werden und so tun als würden "Die Türken" hier ne Invasion vornehmen und alles irgendwie türkianisieren wollen. Es geht doch nur um gegenseitigen Respekt und annerkennung. Dazu gehört das anbieten von Sprachkursen, das aufeinanderzugehen im alltag aber auch Verständniss der Lebensituation von menschen dazu.

    Was ich hier lese sind Vorurteile und intolleranz, in fast allen Kommentaren.

    Wie viele Sprachen Sprechen Sie denn ausser saechsisch?
    Falls der Europakommissar fuer Energie Guenter Oetinger sich in Bruessel psychologisch behandeln laessen sollte, braucht er einen deutschsprachigen Arzt. Es sind nicht nur mansche Migranten, die sich mit der deutschen Sprache schwer tun. Es sind auch Landesfuersten oder Aussenminister, die das gleiche Problem haben.

    Lieber "U.N.Leserlich", "Alexander89",
    liebe ZEIT-mit-leserInnen,

    "arbeiter wurden gerufen, menschen sind aber gekommen".. weder die migrantInnen noch die jeweiligen regierungen hatten vorgehabt, dass diese menschen hier bleiben sollten. Neben - noch - sehr vielen, die kaum oder kein deutsch sprechen können, gibt es zahlreiche sehr gut ausgebildete und studierte migrantInnen (so wie auch BaalChamoon).

    Ein dickes lob an herrn Spiewak, der ein wundes thema unserer gesellschaft anspricht: nicht nur bei den migrantInnen, aber bei ihnen am meisten, ist unser gesundheitssytsem, oder doch besser: krankheitssystem?, nicht fähig, den bedürfnissen der betroffenen gerecht eine versorgung zu bieten.. stattdessen gilt das rasenmäher-prinzip.. ohne rücksichticht auf die jeweiligen bedürfnisse.

    Wie kann ein demokratischer staat sich eine derart menschenverachtende medizin leisten? Heisst es nicht im Grundgesetz: die würde des menschen ist unantastbar. Oder verstehen einige Zeit-LeserInnen hieraus nur die würde des "deutschen menschen"? Ich schäme mich als verfassungspatriot für derartigen hirnschmalz.. angeblich von gebildeten leserInnen der Zeit?! Pfui!

    • Buh
    • 23.05.2010 um 17:14 Uhr

    Ich bin schockiert über Ihren Kommentar. Hier wird von den Schicksalen einiger Migranten geschrieben und alles was Ihnen dazu einfällt ist arogant und abfällig jenen Leuten integrationsverweigerung vorzuwerfen. Für Leute wie sie ist die welt doch nur schwarz weiß, und nur die weißen sind die guten. Dass Menschen in unterschiedlichen und schwierigen situtioen sind die eben unterschiedliche gründe liefern warum man kein deutsch lernt, oder was auch immer, verstehen Sie nicht.

    Ich finde es auch hässlich, wenn man hier menschen mit zwei Nationalitäten oder einfach nur Menschen die eingewandert sind, eine identitätskriese einreden will. Die Identität von Migrnten sit doch nicht das problem. Das Problem ist sowieso garnicht so groß wie manche sagen. Es geht nur darum, dass es manche Menschen schwer haben sich zurecht zu finden. Sagen wir weil sie die Sprache nicht srpechen können (aus welchen gründen auch immer) oder weil sie in schwierigen Familiären Verhältnisen leben, weil sie Arm sind oder aus anderen Gründen.

    Ich finde es scahde, wenn hier leute mal wieder latent rassisitsch werden und so tun als würden "Die Türken" hier ne Invasion vornehmen und alles irgendwie türkianisieren wollen. Es geht doch nur um gegenseitigen Respekt und annerkennung. Dazu gehört das anbieten von Sprachkursen, das aufeinanderzugehen im alltag aber auch Verständniss der Lebensituation von menschen dazu.

    Was ich hier lese sind Vorurteile und intolleranz, in fast allen Kommentaren.

    Wie viele Sprachen Sprechen Sie denn ausser saechsisch?
    Falls der Europakommissar fuer Energie Guenter Oetinger sich in Bruessel psychologisch behandeln laessen sollte, braucht er einen deutschsprachigen Arzt. Es sind nicht nur mansche Migranten, die sich mit der deutschen Sprache schwer tun. Es sind auch Landesfuersten oder Aussenminister, die das gleiche Problem haben.

    Lieber "U.N.Leserlich", "Alexander89",
    liebe ZEIT-mit-leserInnen,

    "arbeiter wurden gerufen, menschen sind aber gekommen".. weder die migrantInnen noch die jeweiligen regierungen hatten vorgehabt, dass diese menschen hier bleiben sollten. Neben - noch - sehr vielen, die kaum oder kein deutsch sprechen können, gibt es zahlreiche sehr gut ausgebildete und studierte migrantInnen (so wie auch BaalChamoon).

    Ein dickes lob an herrn Spiewak, der ein wundes thema unserer gesellschaft anspricht: nicht nur bei den migrantInnen, aber bei ihnen am meisten, ist unser gesundheitssytsem, oder doch besser: krankheitssystem?, nicht fähig, den bedürfnissen der betroffenen gerecht eine versorgung zu bieten.. stattdessen gilt das rasenmäher-prinzip.. ohne rücksichticht auf die jeweiligen bedürfnisse.

    Wie kann ein demokratischer staat sich eine derart menschenverachtende medizin leisten? Heisst es nicht im Grundgesetz: die würde des menschen ist unantastbar. Oder verstehen einige Zeit-LeserInnen hieraus nur die würde des "deutschen menschen"? Ich schäme mich als verfassungspatriot für derartigen hirnschmalz.. angeblich von gebildeten leserInnen der Zeit?! Pfui!

  3. Entfernt. Vermeiden Sie provokanten Zynismus und tragen Sie zu einer konstruktiven Diskussion bei. Die Redaktion/sh

  4. Ich kann mir gut vorstellen, dass es auf Dauer äußerst anstrengend sein muss, in zwei Welten zu leben und keine gesfestigte Identität zu besitzen. Die Migranten würde nicht nur uns, sondern insbesondere sich selber einen Gefallen tun, wenn sie sich endlich zu Deutschland bekennen und hier ihre Zukunft sehen würden. Solange dies nicht der Fall ist, werden viele Neubürger wohl weiterhin durch aggressive und mittelalterliche Wertevorstellungen auffallen und uns und sich selber schaden.

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    • Buh
    • 23.05.2010 um 17:19 Uhr

    Boaaahh...ich krig die Kreise!!!

    "Die Migranten würde nicht nur uns, sondern insbesondere sich selber einen Gefallen tun,"

    WIE BITTE? Wer zur Hölle ist dieses verdammte UNS? ICH BIN MIRGANT. Ich studiere hier, ich hab hier Abitur gemacht, aber ich bin migrant. Und doch bin ich irgendwo auch Deutsch. und ich lebe hier, und ich egstalte durch meine individualität die auch durch meinen kulturellen Hintergrund geprägt ist, diese hier vorhandene Kultur. Kultur ist etwas was sich wandelt. Man kann sie nicht für sich einnehmen und behaupten dass zugereiste sich gefälligst anzupassen hätte. und dann auch noch "Neubürgern" agressionen zu unterstellen it sehr ärgerlich. Als wären wir tollen Deutschen alle super Bürger. Alle Blond und Blauäugig oder was? Und was ist mit Nazis die zb in Sachsen gelegentlich jagt auf Russen machen? Körperverletzung und auch Morde sind da schon geschehen.

    Es sit gefährlich wenn sie Migranten und Kriminalität zu einem Gedankenpaar machen. Wir müssen alle toleratner sein, und menschen als individuen sehen und nicht als nationen.

    Ausserdem: Was kann der Mann dafür wenn er von seiner lebenssitutation depressiv wird? Ich war auch depressiv, bin es sogar nicht, nur hab ich das dank einer terapie in den griff bekommen. Solchen Menschen vorzuwerfen sie seien doch selsbt schuld an ihrer lage wenn sie sich hier nicht anpassen ist doch kleinkariertes, kleinbürgerliches, konservatives gelaber.

    Integration funktioniert wenn beide Seiten mitmachen!

    • Buh
    • 23.05.2010 um 17:19 Uhr

    Boaaahh...ich krig die Kreise!!!

    "Die Migranten würde nicht nur uns, sondern insbesondere sich selber einen Gefallen tun,"

    WIE BITTE? Wer zur Hölle ist dieses verdammte UNS? ICH BIN MIRGANT. Ich studiere hier, ich hab hier Abitur gemacht, aber ich bin migrant. Und doch bin ich irgendwo auch Deutsch. und ich lebe hier, und ich egstalte durch meine individualität die auch durch meinen kulturellen Hintergrund geprägt ist, diese hier vorhandene Kultur. Kultur ist etwas was sich wandelt. Man kann sie nicht für sich einnehmen und behaupten dass zugereiste sich gefälligst anzupassen hätte. und dann auch noch "Neubürgern" agressionen zu unterstellen it sehr ärgerlich. Als wären wir tollen Deutschen alle super Bürger. Alle Blond und Blauäugig oder was? Und was ist mit Nazis die zb in Sachsen gelegentlich jagt auf Russen machen? Körperverletzung und auch Morde sind da schon geschehen.

    Es sit gefährlich wenn sie Migranten und Kriminalität zu einem Gedankenpaar machen. Wir müssen alle toleratner sein, und menschen als individuen sehen und nicht als nationen.

    Ausserdem: Was kann der Mann dafür wenn er von seiner lebenssitutation depressiv wird? Ich war auch depressiv, bin es sogar nicht, nur hab ich das dank einer terapie in den griff bekommen. Solchen Menschen vorzuwerfen sie seien doch selsbt schuld an ihrer lage wenn sie sich hier nicht anpassen ist doch kleinkariertes, kleinbürgerliches, konservatives gelaber.

    Integration funktioniert wenn beide Seiten mitmachen!

  5. Dabei mangelt es nicht an muttersprachlichen Therapeuten, die eine Praxis aufmachen möchten. Der Hamburger Ali Erdogan etwa wartet seit Jahren auf eine Kassenzulassung. "Doch die wird ihm wie vielen anderen türkischstämmigen Kollegen verwehrt – in der Hansestadt gebe es genug Psychotherapeuten, so die Begründung. Rein statistisch stimmt das. Wie in vielen Großstädten herrscht in Hamburg sogar Überversorgung. Erdogan braucht deshalb eine Spezialerlaubnis. Diese »Sonderermächtigung« wird jedoch nur in dringenden Ausnahmefällen gewährt. Die Seelennot türkischsprachiger Patienten gehöre nicht dazu, argumentiert die zuständige Kassenärztliche Vereinigung (KV)."

    Warum auch. Nach 40 Jahren sollte man doch in der Lage sein, zumindest so viele Sprachkenntnisse zu erwerben, daß man zu einem Gespräch mit einem Arzt oder Therapeuten in der Lage ist. Wer das nach einer so langen Zeit noch immer nicht kann, der läßt lediglich erkennen, daß er sich für diese deutsche Gesellschaft weder interessiert noch in irgendeiner Form mit ihr näheren Kontakt aufgenommen hat. Ist jetzt der deutsche Steuer- und Beitragszahler auch noch für diese Integrationsverweigerung in der Pflicht?

    Irgendwie verzweifelt man beim Lesen dieses Artikels an der Vernunft. Wahrscheinlich ist mein kleiner Verstand nicht in der Lage, derlei Antilogik nachzuvollziehen. Oder der Wahnsinn hat Methode.

    Merkwürdig, daß im Artikel immer von "den" Migranten die Rede ist, aber immer wieder das eine Klientel auffällt.

  6. Ich kann mich meinen Vorkommentatoren nur anschliessen?Was soll dieser Artikel?

    Hat man diese Menschen zur Einwanderung gezwungen oder sie anderweitig maltraetiert? Sich in Deutschland doch zumindest durchs erlernen der Sprache einbringen zu koennen ist das mindeste was Einwanderer tun koennen.

    Meine Eltern, indischer Abstammung, sprechen zwar kein fliessend Deutsch, jedoch hat sie das nie zurueckgehalten Kontakte zu unserer Gemeinde und Nachbarschaft zu knoepfen.
    Die Formel ist simpel: Lerne die Sprache, mach dir Freunde und schon sind viele dieser Leiden behoben.

    Oder liegt das Problem vielleicht an der kulturell-religoesen Integrationsverweigerung?

    Ein erbaermlicher Artikel.

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    • Liisa
    • 16.09.2010 um 17:29 Uhr

    Dachte ich jedenfalls bis ich die Kommentare laß.
    Der Artikel befasst sich doch mit der prinzipiellen Problematik, sich in Bereichen, die die Gefühle betreffen, schwer artikulieren zu können, sofern es sich um eine Fremdsprache handelt (und das wird Deutsch für jeden Einwander bleiben, egal wie gut er es spricht). Das Beispiel des Missverständnisses, das durch das Übertragen einer türkischen Redewendung ins Deutsche (wie ich zumindest annehme!?) zustande gekommen ist, spricht Bände.
    Ich selbst habe bereits für einige Zeit im Ausland gelebt und kann aus Eigenerfahrung sprechen: Die Alltagssprache zu lernen und sich so gut verständigen zu können, dass man für einen Einheimischen gehalten wird, ist die eine Sache. Dass man jedoch über Gefühlswelten spricht, ist etwas anderes!
    Außerdem sind psychologische Behandlungen und Co immer kulturell geprägt. Versteht der Psychologe, Berater, Therapeut etc. den kulturellen Hintergrund seines Klienten nicht, wird es unmöglich sein, diesem zu helfen. Insofern finde ich die Idee, entsprechend-stämmige Therapeuten (insbesondere in gewissen Ballungsräumen) zu fördern, sehr erfreulich!
    (Ein Tipp am Rande: http://www.socialnet.de/r...)
    Traurig, dass man selbst bei solchen Themen/Artikeln Pauschalisierungen à la "Die können alle kein Deutsch, die sind doch nur faul" vorfindet, obwohl es doch um deutlich mehr geht.

    Übrigens: Psychische Leiden sucht man sicht nicht aus. Sie sind Erkrankungen, die jeden treffen können. Auch Deutsche!

    • Liisa
    • 16.09.2010 um 17:29 Uhr

    Dachte ich jedenfalls bis ich die Kommentare laß.
    Der Artikel befasst sich doch mit der prinzipiellen Problematik, sich in Bereichen, die die Gefühle betreffen, schwer artikulieren zu können, sofern es sich um eine Fremdsprache handelt (und das wird Deutsch für jeden Einwander bleiben, egal wie gut er es spricht). Das Beispiel des Missverständnisses, das durch das Übertragen einer türkischen Redewendung ins Deutsche (wie ich zumindest annehme!?) zustande gekommen ist, spricht Bände.
    Ich selbst habe bereits für einige Zeit im Ausland gelebt und kann aus Eigenerfahrung sprechen: Die Alltagssprache zu lernen und sich so gut verständigen zu können, dass man für einen Einheimischen gehalten wird, ist die eine Sache. Dass man jedoch über Gefühlswelten spricht, ist etwas anderes!
    Außerdem sind psychologische Behandlungen und Co immer kulturell geprägt. Versteht der Psychologe, Berater, Therapeut etc. den kulturellen Hintergrund seines Klienten nicht, wird es unmöglich sein, diesem zu helfen. Insofern finde ich die Idee, entsprechend-stämmige Therapeuten (insbesondere in gewissen Ballungsräumen) zu fördern, sehr erfreulich!
    (Ein Tipp am Rande: http://www.socialnet.de/r...)
    Traurig, dass man selbst bei solchen Themen/Artikeln Pauschalisierungen à la "Die können alle kein Deutsch, die sind doch nur faul" vorfindet, obwohl es doch um deutlich mehr geht.

    Übrigens: Psychische Leiden sucht man sicht nicht aus. Sie sind Erkrankungen, die jeden treffen können. Auch Deutsche!

  7. an der mangelnden Integrationsbereitschaft der türkischen Migranten sollte man nicht pauschale Abwertungen und Schuldzuweisungen vornehmen. Es geht hier um Menschen, die an den Umständen, unter denen sie leben müssen, leiden. Die Importbraut kann in der Regel nichts für ihre Lebensumstände, sie wurde in der Mehrzahl der Fälle zur Heirat gezwungen. Sie wird daran gehindert, deutsch zu lernen, da sie in Abhängigkeit und Unmündigkeit gehalten werden soll. Gleiches gilt für in Deutschland aufgewachsene türkische Mädchen, denen ein Ehemann aufgezwungen wird.
    Diese Menschen sind krank und bedürfen der Hilfe.
    Es ist schon ein Armutszeugnis, das unser Staat solche Verhältnisse seit langem duldet, dass deren Opfer nirgendwo Hilfe finden, ist es erst recht

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    Ähm, auch ich finde es SEHR, SEHR schlimm das frauen (egal aus welchem Land) zur Heirat gezwungen werden. Das ist menschenunwürdig. ABER, das es in diesem Land keine Hilfe für diese Frauen gibt ist doch totaler Blödsinn. Diese Frauen können sehr wohl Hilfe bekommen, nur müssen sie sich auch trauen. Es gibt schon längst Hilfsorganisationen die sich genau auf sowas spezialisiert haben und auch die Bundesrepublik hat ein eigenes Programm. Nur müssen diese frauen es auch in anspruch nehmen und aufsuchen, wir können ja nicht an jeden Laternenmast nen schild ranhängen. Aber diese Frauen können z.B. in ein Polizeirevier gehen die ihnen dann eine adresse geben kann, JA DAS GEHT. Nur werden sie leider von Zuhause eingeschüchtert, aber dagegen kann die bundesrepublik nichts machen, oder soll sie jede frau persönlich ansprechen? Diesen Mut müssen sie schon selber aufbringen. So schlimm dieser Zustand auch ist...

    Ähm, auch ich finde es SEHR, SEHR schlimm das frauen (egal aus welchem Land) zur Heirat gezwungen werden. Das ist menschenunwürdig. ABER, das es in diesem Land keine Hilfe für diese Frauen gibt ist doch totaler Blödsinn. Diese Frauen können sehr wohl Hilfe bekommen, nur müssen sie sich auch trauen. Es gibt schon längst Hilfsorganisationen die sich genau auf sowas spezialisiert haben und auch die Bundesrepublik hat ein eigenes Programm. Nur müssen diese frauen es auch in anspruch nehmen und aufsuchen, wir können ja nicht an jeden Laternenmast nen schild ranhängen. Aber diese Frauen können z.B. in ein Polizeirevier gehen die ihnen dann eine adresse geben kann, JA DAS GEHT. Nur werden sie leider von Zuhause eingeschüchtert, aber dagegen kann die bundesrepublik nichts machen, oder soll sie jede frau persönlich ansprechen? Diesen Mut müssen sie schon selber aufbringen. So schlimm dieser Zustand auch ist...

  8. Entfernt. Bitte formulieren Sie Ihre Kritik in sachlicher Weise. Die Redaktion/cs

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