Bildung Der Klassenkrampf
Die meisten Eltern denken: Nur auf dem Gymnasium kann aus dem Kind was werden. Wenn sie sich da mal nicht täuschen
© Christian Lesemann

Für einige geht bald das Leben los, andere sind schon mittendrin
Es waren einmal zwei Schüler. Der eine machte seinen Hauptschulabschluss mit der Note Zwei und nahm dann die erste Lehrstelle an, um die er sich beworben hatte, als Industriemechaniker in einer Papierfabrik. Als er mit seiner Ausbildung fertig war, gab es in seinem Bereich, der Werkstatt, keine Stelle. Alles, was sie ihm anbieten konnten, war Schichtarbeit. Sein Vater, ein Lastwagenfahrer, riet ihm ab.
Der andere, Sohn eines Ingenieurs und einer Hausfrau, machte sein Abitur mit 2,5. Zu Hause las er die Süddeutsche mit, er spielte Theater und Jazzgitarre und wurde noch zu Schulzeiten in den Landesvorstand einer politischen Nachwuchsorganisation gewählt. Alle waren sich einig: Aus dem wird mal etwas ganz Besonderes.
Zum Auftakt studierte er Verwaltungswissenschaften. Als ihm klar wurde, dass er doch nicht in die Politik wollte, wechselte er zu den Germanisten und absolvierte, mehr aus Abenteuerlust, ein Jahr an einer amerikanischen Film School. Als Berufswunsch gab er »Drehbuchautor« an. Dabei schwang immer eine leichte Gereiztheit mit, angesichts der Versuche der Erwachsenen, ihm so früh eine Entscheidung darüber zuzumuten, wo er seine Talente einmal entfalten sollte. Film, Journalismus, Werbung, eine Uni-Laufbahn: Alles schien möglich Anfang der neunziger Jahre, als wir uns auf einer Studentenparty in New York trafen. Es muss in der Zeit gewesen sein, als in Oberbayern ein etwa gleichaltriger Industriemechaniker jeden Morgen im Dunkeln aufstand, um mit dem Mofa acht Kilometer zur Arbeit zu fahren. Wenn er nicht mein Cousin wäre, hätten wir uns kaum je kennengelernt.
Was aus den beiden geworden ist?
Mein Freund machte seinen Bachelor in Amerika und seinen Magister in Deutschland, drehte dann ein paar Filme für eine Werbeagentur, die er aber verließ, als ihm klar wurde, dass er vom Honorar nur einen Bruchteil bekam. Drehbuchprojekte scheiterten, weil Drehbuchprojekte meistens scheitern. Als er Vater wurde, fing er als Kameramann bei einer Fernsehproduktionsfirma an, ein Job, der ihn nicht ausfüllte, weshalb er ihn nie mit großem Einsatz machte. In der jüngsten Rezession ging die Firma pleite, jetzt macht er ein Aufbaustudium »Digitale Kommunikation«. Es kostet 20.000 Euro, die seine Eltern bezahlen, weil er ihnen gesagt hat, dass die meisten Absolventen danach auch Arbeit finden. Der Junge ist fast vierzig. Er kann sich glücklich schätzen, wenn er überhaupt noch einen Job bekommt – aber selbst dann wird er vermutlich nicht zufrieden sein: Egal, was er macht, es ist schlechter als das, was er sich einst versprochen hatte.
Mein Cousin hatte mit zwanzig nur ein Ziel: nicht in den Schichtdienst. Er kündigte und fing als Monteur bei einer international tätigen Tiefbaufirma an. Er schraubte Verpackungsanlagen in Wales zusammen, trainierte taiwanesische Teenager im Schleifen und Schweißen, einmal stand er in einem Hafen in Australien, um eine 70 Tonnen schwere Minenbohrmaschine abzuholen und auf sechs Sattelschleppern ins Landesinnere zu transportieren, sie zusammenzubauen und mit ihr für eine Explorationsfirma nach Eisenerz zu bohren. Vor vier Jahren ließ er sich als Manager des Geräteparks einer deutschen Firma in Manila anstellen. Er arbeitet gerne draußen. Es gefällt ihm, die 25 Mechaniker, Schweißer, Lageristen, Sekretärinnen, deren Chef er ist, anzuleiten. Zu sehen, wie Leute sich entwickeln.
Er liebt seinen Job. Er verdient mehr, als er ausgeben kann, er hat einen Dienstwagen, er führt, 20 Jahre nach seinem Hauptschulabschluss, ein Leben, von dem er nie zu träumen gewagt hätte.

Christian Ebner forscht zu Bildungschancen in Europa. Sie unterscheiden sich erheblich – ebenso wie die Sorgen und Ideale der Menschen, die die Bildungssysteme erschaffen
Natürlich ist Bildung nicht nur dazu da, dass jemand am Ende einen Dienstwagen fährt. Klar ist es toll, Shakespeare gelesen zu haben, bevor man tot ist, oder sagen zu können: »Faust II: das meistüberschätzte Werk der Literaturgeschichte!« Aber darum geht es hier nicht. Es geht darum, wie wichtig Schulbildung fürs Leben wirklich ist.
Die Gleichung, die jeder kennt, geht so: Bildung ist gut. Keine Bildung ist schlecht. Das System ist undurchlässig. Deshalb entscheidet sich bereits in der Grundschule, ob jemand auf der Verlierer- oder auf der Gewinnerseite landet. Panische Eltern nennen das Grundschulabitur. Ein Kind sollte daher, wenn es die Noten dazu hat, aufs Gymnasium gehen, und wenn es in einer Stadt aufwächst und aus einer halbwegs gebildeten Familie kommt, dann sollte es auch aufs Gymnasium, wenn es nicht die Noten dazu hat. Denn jenseits des Gymnasiums wartet eine Kampfzone, von der die meisten Akademiker ein so differenziertes Bild haben wie ein ostanatolischer Patriarch von der Schwulenszene. Weil die einzigen Nachrichten, die vom Planeten der Abiturlosen zu ihnen vordringen, von Verwahrlosung, Sozialhilfedynastien und Gewalt handeln. In einem Wort: Rütli.
Und selbst wenn man irgendwo auf der grünen Wiese eine Realschule (oder Privatrealschule!) voller braver Mittelstandskinder fände: Heißt es nicht überall, dass man sogar für Ausbildungsberufe heute schon Abitur braucht? Bis vor Kurzem bot dem eher manuell begabten Nachwuchs aus höheren Schichten das Handwerk mit seinem Hauch von Manufactum eine gesichtswahrende Perspektive (»Nach seiner Schreinerlehre will Philipp an die Kunstakademie«), die aber ausscheidet, seit Begriffe wie »Globalisierung« suggerieren, dass in einer arbeitsteiligen Welt die Produktion anderswo stattfindet und uns nur die Denkarbeit bleibt. Wobei Denken in diesem Zusammenhang ein gutes Stichwort ist: Warum sind wir uns eigentlich so sicher, dass Schulbildung einen so starken Einfluss auf die Berufslaufbahn hat? Und dass die Weichen so früh gestellt werden, wie viele das glauben, insbesondere Eltern von Neunjährigen im Abi-Stress?
- Datum 20.05.2010 - 09:31 Uhr
- Seite 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | Auf einer Seite lesen
- Quelle ZEITmagazin, 20.05.2010 Nr. 21
- Kommentare 75
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:





Endlich wird es gesagt! Ihr Bildungsbürger (zu denen auch ich mich zähle) vor allem, hört auf damit, eure Kinder um jeden Preis aufs Gymnasium und in die Uni befördern zu wollen. Ich habe im Laufe meines Lebens viele Handwerker, Techniker, Kaufleute kennengelernt, die mit Freude und Erfolg in ihrem Beruf aufgehen - und mit denen man sich übrigens dennoch auch bestens über Politik, Literatur oder Musik unterhalten kann. Mindestens ebenso viele Menschen kenne ich, die sich heute – nach einem langwierigen und zermürbenden Studium – in ungeliebten Jobs wieder finden, für die sie eigentlich überqualifiziert sind. Warum achten wir Eltern nicht mehr darauf, was unseren Kindern wirklich Spaß macht. Warum dürfen unsere Kinder nicht mehr Elektriker, Kindergärtner oder Koch werden? Was treibt uns eigentlich, Lehrern jedwede Kompetenz abzusprechen, wenn es um die Zukunft unserer Kinder geht? Statt immer nur auf die Schule und das "System" zu schimpfen, sollten auch wir Eltern unsere eigene Rolle in diesem Spiel kritisch hinterfragen. Ihr Beitrag hat mich sehr nachdenklich gemacht und mich darin bestärkt, die vierte Klasse 2011 für meine dritte Tochter als Chance zu sehen, ihren Neigungen nachzuspüren, statt die Notenschraube anzuziehen.
Sehr gut recherchiert, klug argumentiert und erfrischend unverkrampft geschaut. Dankeschön!
Ich weiß nicht, ich teile Ihre Begeisterung nicht.
Der Autor vergleicht nicht Realschule mit Gymnasium, sondern einen Techniker oder Kaufmann mit einem Künstler. Der Abschluss scheint hier keine Rolle zu spielen. Das ist das einzig Überragende an dem Text.
Ich weiß nicht, ich teile Ihre Begeisterung nicht.
Der Autor vergleicht nicht Realschule mit Gymnasium, sondern einen Techniker oder Kaufmann mit einem Künstler. Der Abschluss scheint hier keine Rolle zu spielen. Das ist das einzig Überragende an dem Text.
Ich bin eine arbeitslose promovierte Akademikerin. Ich hätte mir gewünscht dass meine Eltern nicht so einen Druck auf mich ausgeübt zu haben, damit ich ins Gymansium, an die Uni und bis zur Promotion komme. Ich habe alle Erwartungen erfüllt in der minimal möglichen Zeit erfüllt. Meine Eltern wissen nichts von meiner Arbeitslosigkeit. Es ist kein schöner Zustand und habe daraus gelernt, dass meine Kinder einmal frei entscheiden können was sie tun wollen. Wenn man mit 27 Jahren nach Studium und Promotion ins Berufsleben startet weiss man vielleicht gerade was ein Brutto- und was ein Nettolohn ist. Die Erwartungen, die der Arbeitgeber an einen Studienabgänger heranträgt sind groß, immerhin ist man erwachsen und hochqualifiziert. Dass aber die wenigsten Hochschulabgänger schon einmal im Berufsleben standen, ist den wenigsten bewußt.
Ich hoffe auf baldige Besserung meiner Situation und dass ich dann nicht mehr bereuen muss, studiert und promoviert zu haben.
Auch ich danke Frau Faller, dass Sie dieses Thema offen angesprochen hat.
Frau Faller hat das Hohe Lied des dreigliedrigen Schulsystem gesungen. Schüler können in der Realschule genau am richtigen Platz sein. Die "Schlummis", die sich verpuppen und die Realschule abhocken, werden spätestens in der darauffolgenden Lehre mit dem realen Leben konfrontiert und entwickeln oder überdenken ihre Ziele. Zielführend ist nicht "Gymnasium für Alle" sondern Durchlässigkeit des Systems für alle, auch wenn zu bedenken ist, dass auch Krankenschwestern im System fehlen, wenn die Krankenpflegeausbildung Durchgangsstation zum Medizinstudium wird.
Zur Abwehr von Motivationslosigkeit bei Gymnasiasten geistert seit einiger Zeit die von Hentigsche Idee durch die Landschaft, innerhalb des Gymnasiums ein künstliches Gemeinschaftsjahr einzuführen. Ohne Zweifel ist die reale Lehre in der realen Arbeitswelt die bessere Schule fürs Leben.
Schüler, deren pubertäre Verpuppung zur Folge hat, dass sie immer mehr Stoff aufnehmen wollen, sind auf einem Gymnasium weiterhin richtig aufgehoben.
Fatal wären Schulformen, die dauerhafte Leistungsverweigerung nicht dezidiert mit Konsequenzen belegen oder sogar honorieren. Leider besteht die Befürchtung, dass diese Art Schulen soeben gezimmert und erfolgreich arbeitende Realschulen zerschlagen werden.
Der neuerliche Run aufs Gymnasium wird gerade hierdurch hervorgerufen und fördert möglicherweise massiv das beschriebene Peter-Pan-Syndrom mit Erwachen mit Vierzig.
...hat mir in den Siebzigern - ausgehend von Mittlerer Reife und Lehre - zunächst ein Fachhochschul- und danach ein Universitätsstudium ermöglicht - der damaligen Bildungspolitik bin ich noch heute dankbar dafür. Und auch meinen Eltern die - dank mehrerer Geschwister - zuwenig "Druckkapazität" mir gegenüber aufbauen konnten. Die Motivation kam schließlich von ganz allein - mit einjähriger Verzögerung.
von johanna redlich
des dreigliedrigen Schulsystems, aber die Feststellung das in der Politik dem Schulsystem eine extrem zu hohe Bedeutung beigemessen wird.
Die Probleme an den Schulen haben nur geringfügig etwas mit dem Schulsystem zu tun, aber sehr viel mit den hier geschilderten Zusammenhängen und Lehrplänen die von Schreibtischtätern entworfen wurden ohne jegliche echte Kompetenz!
Wenn alles in der Schule super und top organisiert ist, Schulen und Klassen klein sind, dann kann man mit einer Gesamtschule ein i-Tüpfelchen oben drauf setzen.
Vorher ist das System bedeutungslos, was ja die Bildungsevaluationen auch ständig beweisen.
Das jedenfalls ist meine Erfahrung mit meinen Kindern an Gymnasium, Hauptschule und kleiner privaten Gesamtschule.
Leider wird dieser Artikel verpuffen, schlicht weil es nirgends um Geld geht, das ein Politiker vergeben könnte.
Also werden wir weiter und weiter teure Schulrefomen mit Veränderungen in Struktur und Personal erleben. Nur ihren Zweck werden sie nie erfüllen.
Hoch lebe die Idiotie des Materialismus.
H.
...hat mir in den Siebzigern - ausgehend von Mittlerer Reife und Lehre - zunächst ein Fachhochschul- und danach ein Universitätsstudium ermöglicht - der damaligen Bildungspolitik bin ich noch heute dankbar dafür. Und auch meinen Eltern die - dank mehrerer Geschwister - zuwenig "Druckkapazität" mir gegenüber aufbauen konnten. Die Motivation kam schließlich von ganz allein - mit einjähriger Verzögerung.
von johanna redlich
des dreigliedrigen Schulsystems, aber die Feststellung das in der Politik dem Schulsystem eine extrem zu hohe Bedeutung beigemessen wird.
Die Probleme an den Schulen haben nur geringfügig etwas mit dem Schulsystem zu tun, aber sehr viel mit den hier geschilderten Zusammenhängen und Lehrplänen die von Schreibtischtätern entworfen wurden ohne jegliche echte Kompetenz!
Wenn alles in der Schule super und top organisiert ist, Schulen und Klassen klein sind, dann kann man mit einer Gesamtschule ein i-Tüpfelchen oben drauf setzen.
Vorher ist das System bedeutungslos, was ja die Bildungsevaluationen auch ständig beweisen.
Das jedenfalls ist meine Erfahrung mit meinen Kindern an Gymnasium, Hauptschule und kleiner privaten Gesamtschule.
Leider wird dieser Artikel verpuffen, schlicht weil es nirgends um Geld geht, das ein Politiker vergeben könnte.
Also werden wir weiter und weiter teure Schulrefomen mit Veränderungen in Struktur und Personal erleben. Nur ihren Zweck werden sie nie erfüllen.
Hoch lebe die Idiotie des Materialismus.
H.
...was ich bisher über dieses Thema habe lesen können. Ich kann aus eigener Erfahrung mit dem Schul-und Universitätssystem des zweiten Bildungsweges in den Siebzigern alles Geschriebene nur bestätigen. Mit Druck erreichten meine Eltern nichts. Sie haben mir aber eines - vielleicht unbewußt - mitgeben können: Eine ungeheure Lust am Lernen. Bis heute.
aber man muss es einfach sagen: die meisten Vorgesetzten von Ausgebildeten sind Akademiker, die meisten Politiker sind Akademiker und die Leute, die gesellschaftlich etwas zu sagen haben sind Akas. Ich kann ir mein Dasein als Sachbearbeiter schönreden, aber habe ich wirklich Lust, immer der Fußabtreter kleinbürgerlicher Großbürger zu sein?
wenn man sich als Fußabtreter fühlt, sollte man daran etwas ändern. Es gibt ja auch Abendgymnasium. Man kann sich als Putzfrau wie eine Königin fühlen, aber auch als Königin wie eine Fußabtreterin, nur man sollte es selbst entscheiden dürfen. Das wurde mit dem Artikel gut rübergebracht. Einem Kind seine eigenen Ängste aufzubürden oder vielleicht unterschwellig das Kind zu eigenen nicht vollendeten Leistungen zu treiben, ist eine hohe Bürde die kein Kind mitbekommen sollte. Denn dann fühlt es sich immer als Verlierer, denn es wird ja der gestellten Aufgabe nie gerecht. Man sollte das Kind lieber zu verstehen geben, auf sein Bauchgefühl zu hören, denn jeder besitzt eins. Daraus etwickelt sich Eigenverantwortung. Dann gebe es auch nicht so viele Kinder, die mit Bauchschmerzen in die Schule gingen und auch weniger frustrierte Lehrer, weil sie nicht das studieren oder arbeiten konnten, was sie wirklich wollten.
wenn man sich als Fußabtreter fühlt, sollte man daran etwas ändern. Es gibt ja auch Abendgymnasium. Man kann sich als Putzfrau wie eine Königin fühlen, aber auch als Königin wie eine Fußabtreterin, nur man sollte es selbst entscheiden dürfen. Das wurde mit dem Artikel gut rübergebracht. Einem Kind seine eigenen Ängste aufzubürden oder vielleicht unterschwellig das Kind zu eigenen nicht vollendeten Leistungen zu treiben, ist eine hohe Bürde die kein Kind mitbekommen sollte. Denn dann fühlt es sich immer als Verlierer, denn es wird ja der gestellten Aufgabe nie gerecht. Man sollte das Kind lieber zu verstehen geben, auf sein Bauchgefühl zu hören, denn jeder besitzt eins. Daraus etwickelt sich Eigenverantwortung. Dann gebe es auch nicht so viele Kinder, die mit Bauchschmerzen in die Schule gingen und auch weniger frustrierte Lehrer, weil sie nicht das studieren oder arbeiten konnten, was sie wirklich wollten.
...hat mir in den Siebzigern - ausgehend von Mittlerer Reife und Lehre - zunächst ein Fachhochschul- und danach ein Universitätsstudium ermöglicht - der damaligen Bildungspolitik bin ich noch heute dankbar dafür. Und auch meinen Eltern die - dank mehrerer Geschwister - zuwenig "Druckkapazität" mir gegenüber aufbauen konnten. Die Motivation kam schließlich von ganz allein - mit einjähriger Verzögerung.
Aber was machen die Eltern in der Großstadt? Da, wo eben nicht die von Frau Faller beschriebenen idyllischen Zustände herrschen? Da, wo nicht einmal an den Gymnasien das Minimum an sozialen Umgangsformen gewährleistet ist, das eigentlich für ein erfolgreiches Miteinander an einem Ort, an dem man als Kind den Großteil seiner Zeit verbringen muss, gewährleistet sein sollte?
Und keine Sorge, ich kenne genug Menschen ohne Abitur, und zwar aus dem realen Leben (RTL II - das guckt doch kein Bildungsbürger...;-)!) Aber ein Klischee durch ein anderes zu ersetzen, wie Frau Faller es gerne tun möchte, hilft auch nicht weiter. (Dass sie außerdem nicht genügend Stilgefühl hat, um ein Wort wie "neogroßbürgerlich" sofort wieder zu löschen, nachdem sie es hingeschrieben hat, nur am Rande. Und die Vernachlässigung von Jungen mit einem anklagenden Ausrufezeichen ironisch ad absurdum führen zu wollen, zeigt auch eher den Unwillen der Autorin, unangenehme Wahrheiten zur Kenntnis zu nehmen.)
Schade eigentlich: Denn den Grundüberlegungen des Artikels könnte man ohne Weiteres zustimmen.
doch ändert das wenig an dem Ergebnis dieses Artikels.
Im Gegenteil erlauben diese Erkenntnisse sich endlich mal den realen Problemen zu stellen, statt sie immerfort nur zu verstecken.
Denn auch die Gesamtschule ändert nichts an Klassenunterschieden oder an den klassenbedingten unterschiedlichen Karrierechancen.
Lösunge nsind eben nicht einfach, weil auch hehre Ideale auf den Boden der Tatsachen zurückholt werden müssen und jeder motivierte Helfer in der Politik nicht mehr um die Erkenntnis herumkommt, das es ohne sich ein bißchen schmutzig zu machen, keine Lösungen geben kann und das Umschichten von Geldern eben nichts ändert.
H.
doch ändert das wenig an dem Ergebnis dieses Artikels.
Im Gegenteil erlauben diese Erkenntnisse sich endlich mal den realen Problemen zu stellen, statt sie immerfort nur zu verstecken.
Denn auch die Gesamtschule ändert nichts an Klassenunterschieden oder an den klassenbedingten unterschiedlichen Karrierechancen.
Lösunge nsind eben nicht einfach, weil auch hehre Ideale auf den Boden der Tatsachen zurückholt werden müssen und jeder motivierte Helfer in der Politik nicht mehr um die Erkenntnis herumkommt, das es ohne sich ein bißchen schmutzig zu machen, keine Lösungen geben kann und das Umschichten von Geldern eben nichts ändert.
H.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren