Ökotourismus: Friede, Freude, Fragen
Ein Jahr nach dem Ende des Bürgerkriegs kurbelt Sri Lanka den Ökotourismus an. Aber der Konflikt zwischen den Volksgruppen schwelt noch immer.
© Ishara S. Kodikara/AFP/Getty Images

Kinder spielen am Strand bei Ambalangoda
Morgens liegt Pigeon Island noch ungestört im saphirblauen Meer. Zwei Kilometer vor der Ostküste Sri Lankas ist man allein mit den Wildtauben, nach denen die kleine Insel benannt ist; nur noch ein Seeadler kreist über der Bucht. Doch je höher die Sonne steigt, desto mehr Badelustige bringt der tamilische Fischer in seinem knatternden 15-PS-Boot vom gegenüberliegenden Badeort Nilaveli her. Dann tauchen junge Männer mit Schnorcheln, um Korallen zu beobachten, Riffhaie und Schwärme tropischer Fische. Schnatternde Großfamilien planschen im Wasser, die Frauen meist züchtig verhüllt von ihren Saris, Burkas oder Jeans.
Das perfekte Idyll, doch diese Urlauber haben noch ein anderes Reisemotiv: Nachholbedarf. Zum ersten Mal wage sie, ihren längst erwachsenen Töchtern den Ferienort ihrer Jugend zu zeigen, erzählt eine Lady mit weißem Sonnenhut. Sie stammt aus der Hauptstadt Colombo. Ein junger IT-Verkäufer ist mit einer Busladung Kollegen aus der Königsstadt Kandy hergereist: »Endlich können wir unser Land anschauen!« Das Land, das fast drei Jahrzehnte lang von einem grausamen Bürgerkrieg zerrissen worden war und jetzt auf den Aufbruch hofft, auch mithilfe des Tourismus.
Pigeon Island und Nilaveli lagen in einer jener Regionen, die von den Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) beansprucht wurden. Die Rebellen hatten ihre Hochburgen vor allem im Norden und hier, an der Ostküste. Sie sahen sich als Befreier der tamilischen Minderheit; meist Hindus, die von buddhistischen Singhalesen, drei Vierteln der Bevölkerung, unterdrückt wurden. Ihre Forderung nach einem eigenen Staat versuchten die Tamil Tigers immer wieder mit Bombenanschlägen durchzusetzen, wofür sie von Regierungstruppen gnadenlos bekämpft wurden. »Bis vor Kurzem«, sagt der junge Mann aus Kandy, »riskierte kaum ein Singhalese einen Ausflug nach Nilaveli.« Eher gewannen einzelne Europäer und Japaner diesen Stränden zwiespältige Reize ab – es war ja so schön ruhig. Solche Devisenbringer wurden von den Tamil Tigers meist ebenso wenig behelligt wie von singhalesischen Soldaten.
Der Großteil der Fernreisenden zog allerdings die neuen, von den Unruhen verschonten Hotel-Enklaven im Westen und Süden Sri Lankas vor. Jedenfalls bis 2007, als die Gewalt eskalierte. Seit genau einem Jahr aber ist der Krieg vorbei, und bis jetzt hat es keine Anschläge mehr gegeben. Also fliegen sie wieder ein: Deutsche, Briten, Israelis, trinkfreudige Russen, reiche Inder, auch Japaner, Australier, Chinesen. Und damit noch mehr Urlauber Vertrauen fassen, hat die Regierung eine weltweite Werbeoffensive gestartet und chauffiert auch Journalisten zu den Badeorten und Kulturdenkmälern, die wieder zugänglich sind.
Für ein paar Rupien führen die Dorfjungen zum alten Guerillaversteck
Danush, unser singhalesischer Begleiter, ist die Inkarnation jener lächelnden Sanftmut, die jeder Reiseführer den Bewohnern nachsagt. Einer jungenhaften Unternehmungslust tut das keinen Abbruch, erst recht nicht seinem Nationalstolz. Mit 27 Jahren kennt Danush sein Land nur im Bürgerkrieg. Er kann den Präsidenten nicht genug preisen: Mahinda Rajapaksa habe Sri Lanka endlich von der Angst befreit. Rajapaksa, der Held. Das ist er offenbar auch für die Mehrheit der Wähler, die ihn erst im Januar im Amt bestätigt hat.
In Danushs Version fehlt allerdings die Nachtseite des Friedens. Durchgesetzt wurde er, indem die Militärs den Norden der Insel von der Weltöffentlichkeit abschotteten und nicht nur die gesamte LTTE-Spitze ermordeten, sondern auch 7000, manche sagen Zigtausende tamilische Zivilisten. Die International Crisis Group spricht von Kriegsverbrechen. 300000 Menschen, die vor den Gemetzeln flohen, wurden für Monate interniert. Auch muss man am Demokratieverständnis eines Präsidenten zweifeln, in dessen Land unliebsame Journalisten schon mal auf merkwürdige Weise verschwinden. Ämter vergibt Rajapaksa gern an Freunde und Verwandte. Den Ministerposten für wirtschaftliche Entwicklung und Tourismus zum Beispiel hat er seinem Bruder Basil anvertraut.
- Anreise
Flüge nach Colombo gibt es mit Qatar Airways oder Emirates Airlines. Sri Lankan fliegt von Frankfurt aus auch direkt.
- Unterkunft
-
Eine Dosis Luxus genießt man im Anilana Park Street Hotel in Colombo, einer 200 Jahre alten Industriellenvilla, Tel. 0094-11/2439977, www.anilana.com
Legendär in Arugam Bay ist das Stardust Hotel direkt am Strand, Tel. 0094-63/2248191, www.arugambay.com
Am Dorfausgang richtet Sharon Tissera gerade das Ferienhaus ihrer Kindheit neu ein: Hideaway, Tel. 0094-63/2248259, www.arugam.info
Preisgekröntes Öko-Resort des Architekten Geoffrey Bawa: Heritance Kandalama nahe Sigiriya, Tel. 0094-66/5555000, www.heritancehotels.com
- Einkaufen
Im Barefoot (Galle Road 706) in Colombo kann man sich in bunten Stoffen und in vielfältigen Büchern verlieren
- Reiseliteratur
Als Reiseführer bietet »Lonely Planet Sri Lanka« reichhaltige Informationen. Für unterwegs, amüsant: Michael Ondaatje, »Es liegt in der Familie«, Hanser Verlag, München 1993, 216 S., 17,90 Euro
- Auskunft
News PLUS Communications + Media GmbH, c/o Sri Lanka Tourism Promotion Bureau, Tel. 089/236621838, www.srilanka.travel
Unsere Route hat uns von Colombo in den tamilischen Teil der Insel an der Ostküste geführt. An der Hauptstraße ist die Armee weiterhin allgegenwärtig; Danush findet das beruhigend. Alle paar Meter ein bewaffneter Kontrollposten oder sandsackbewehrter Unterstand. Darin gelangweilte Soldaten. Man sieht sie mit dem Handy am Ohr, oder sie plaudern mit den Straßenarbeitern, die hier zu Tausenden unter einer erbarmungslosen Sonne die Schlaglöcher ausbessern, schaufeln, baggern, teeren. Die Erschließung der lange gelähmten Gebiete brummt.






In 2009 sind an die 100.000 Tamilen von der Staatsmacht den singhalesichen Militär ums Leben gebracht worden.
Nach 50 Jahren Konflikt haben sich die Singhas total durchgestzt.
Wer Friedhofsruhe erwartet, der wird nicht enttäuscht werden in Sri Lanka.
Endlich kann man wieder ungestört dort auch Öko-Urlaub machen.
"Ökotourismus" - wie können Fernflugreisen zu touristischen Zwecken mit "öko" attributiert werden? Verlogener Euphemismus. Natürlich mag der Tourismus ein Teil der Weltwirtschaft sein. Wo eine Nachfrage ist, gibt's auch ein Angebot. Der Zeitgeist mit den plakativen Parolen für's gute Gewissen ist widerlich. Für die Flugreise kann dann wahrscheinlich noch der Gegenwert einer Coladose in ein sogenanntes Klimaschutzprojekt investiert werden.
Alternativen?
Wir müssen in die dritte Welt fliegen und dort Köchen, Kofferträgern, Zimmermädchen und Animateuren Arbeit geben, damit die Oberschicht sich dort schicke Autos und Computer und .... kaufen kann. Das mag ja sein daß das so ist, aber muß das Ganze dann noch mit "öko" verk?
Gibts in solchen Ländern noch andere Jobs außer Kofferträger?
Nicht 100.000 Tamilen, sondern 70.000 Sinhalesen und Tamilen, Buddhisten, Hindus, Moslems und Christen verloren in diesen Bürgerkrieg ihr Leben, was ohnehin schlimm genug ist.
Der Großteil der Getöteten ging auf das Konto der Terroristen der LTTE die das Land 30 Jahre lang brutal mit Bombenattentaten überzogen und dabei keine Rücksicht auf unbeteiligte Zivilisten, Frauen und Kinder nahmen.
Viele Minderjährige wurden von der LTTE als Kindersoldaten rekrutiert und als Selbstmordattentäter verheizt oder im Weigerungsfalle erbarmungslos ermordet.
Bitte geben Sie Ihre Quellen an. Danke, die Redaktion/vv
Es ist natürlich erfreulich zu lesen, dass die srilankische Regierung ihre Bemühungen intensiviert, die mehr als erbärmliche Wirtschaftspolitik anzukurbeln, um der hohen Arbeitslosenquote und insbesondere der leeren Staatskasse Herr zu werden, die dieselbe Regierung für massive Waffenkäufe geplündert hat. Doch der Sieg über die Ltte Rebellen gibt der Regierung recht, wo sie doch im gegensatz zu anderen Kreuzüglern den Krieg gegen den internationalen Terrorismus vorerst sich für sich entschieden hat.Zigtausend tote tamilische Zivilisten nach Schätzung von AI und HRW sind nun mal als Preis für die vermeintlich gerechte Sache für diese Regierung durchaus annehmbar. Kollateralschäden eben.
Das perfide an der Rajakapse Regierung ist aber, dass sie die Minderheitenrechte, den Minderheitenschutz, die Pressefreiheit, den Pressezugang und nicht zuletzt die Ahndung von Kriegsverbrechen, die sie für den Krieg gegen den Ltte Terror bescnitten hat, nicht gedenkt wieder Geltung zu verschaffen. Als mahnendes Beispiel sollte hier der Prevention of Terrorism Act genannt werden, das den Sicherheitskraäften erlaubt, jegliche Personen, die des Terrorismus verdächtigt werden, bis zu sechs Monaten (!) in Haft zu halten, ohne einem Richter vorzuzühren. Der Srilankaner gibt gerne seine persönliche Freiheit für eine fragwürdige Sicherheit auf, und wenn er sie in Friedenszeiten nicht vermisst,dann braucht er sie auch nicht....
Es ist natürlich erfreulich zu lesen, dass die srilankische Regierung ihre Bemühungen intensiviert, die mehr als erbärmliche Wirtschaftspolitik anzukurbeln, um der hohen Arbeitslosenquote und insbesondere der leeren Staatskasse Herr zu werden, die dieselbe Regierung für massive Waffenkäufe geplündert hat. Doch der Sieg über die Ltte Rebellen gibt der Regierung recht, wo sie doch im gegensatz zu anderen Kreuzüglern den Krieg gegen den internationalen Terrorismus vorerst sich für sich entschieden hat.Zigtausend tote tamilische Zivilisten nach Schätzung von AI und HRW sind nun mal als Preis für die vermeintlich gerechte Sache für diese Regierung durchaus annehmbar. Kollateralschäden eben.
Das perfide an der Rajakapse Regierung ist aber, dass sie die Minderheitenrechte, den Minderheitenschutz, die Pressefreiheit, den Pressezugang und nicht zuletzt die Ahndung von Kriegsverbrechen, die sie für den Krieg gegen den Ltte Terror bescnitten hat, nicht gedenkt wieder Geltung zu verschaffen. Als mahnendes Beispiel sollte hier der Prevention of Terrorism Act genannt werden, das den Sicherheitskraäften erlaubt, jegliche Personen, die des Terrorismus verdächtigt werden, bis zu sechs Monaten (!) in Haft zu halten, ohne einem Richter vorzuzühren. Der Srilankaner gibt gerne seine persönliche Freiheit für eine fragwürdige Sicherheit auf, und wenn er sie in Friedenszeiten nicht vermisst,dann braucht er sie auch nicht....
Es ist natürlich erfreulich zu lesen, dass die srilankische Regierung ihre Bemühungen intensiviert, die mehr als erbärmliche Wirtschaftspolitik anzukurbeln, um der hohen Arbeitslosenquote und insbesondere der leeren Staatskasse Herr zu werden, die dieselbe Regierung für massive Waffenkäufe geplündert hat. Doch der Sieg über die Ltte Rebellen gibt der Regierung recht, wo sie doch im gegensatz zu anderen Kreuzüglern den Krieg gegen den internationalen Terrorismus vorerst sich für sich entschieden hat.Zigtausend tote tamilische Zivilisten nach Schätzung von AI und HRW sind nun mal als Preis für die vermeintlich gerechte Sache für diese Regierung durchaus annehmbar. Kollateralschäden eben.
Das perfide an der Rajakapse Regierung ist aber, dass sie die Minderheitenrechte, den Minderheitenschutz, die Pressefreiheit, den Pressezugang und nicht zuletzt die Ahndung von Kriegsverbrechen, die sie für den Krieg gegen den Ltte Terror bescnitten hat, nicht gedenkt wieder Geltung zu verschaffen. Als mahnendes Beispiel sollte hier der Prevention of Terrorism Act genannt werden, das den Sicherheitskraäften erlaubt, jegliche Personen, die des Terrorismus verdächtigt werden, bis zu sechs Monaten (!) in Haft zu halten, ohne einem Richter vorzuzühren. Der Srilankaner gibt gerne seine persönliche Freiheit für eine fragwürdige Sicherheit auf, und wenn er sie in Friedenszeiten nicht vermisst,dann braucht er sie auch nicht....
...Es ist deshalb auch kein Wunder,dass die neuen,schönen Öko Hotels im tamilischen Nordosten errichtet werden sollen. Es werden immernoch hunderttausende Tamilen aus dem,wen wunderts,Norden und Osten des Landes in Lagern der Regierung gehalten. Und es ist nur folgerichtig, dass die eigentumsverhältnisse nicht gänzlich geregelt sind; wie denn auch. Die Eigentümer sind entweder vor dem Krieg ins Ausland gefohen oder von der Regierung weggesperrt. Und wenn sie mal freigelassen werden, werden ethliche kein Zuhause mehr haben, aber dafür können sie in Rajakapses Gnaden als Kofferträger oder Koch oder als Zimmermädchen in den neuen,schönen Ökohotels arbeiten. Das senkt die Arbeitslosigkeit und kurbelt die srilankische Wirtschaft an....
...Es ist deshalb auch kein Wunder,dass die neuen,schönen Öko Hotels im tamilischen Nordosten errichtet werden sollen. Es werden immernoch hunderttausende Tamilen aus dem,wen wunderts,Norden und Osten des Landes in Lagern der Regierung gehalten. Und es ist nur folgerichtig, dass die eigentumsverhältnisse nicht gänzlich geregelt sind; wie denn auch. Die Eigentümer sind entweder vor dem Krieg ins Ausland gefohen oder von der Regierung weggesperrt. Und wenn sie mal freigelassen werden, werden ethliche kein Zuhause mehr haben, aber dafür können sie in Rajakapses Gnaden als Kofferträger oder Koch oder als Zimmermädchen in den neuen,schönen Ökohotels arbeiten. Das senkt die Arbeitslosigkeit und kurbelt die srilankische Wirtschaft an....
...Es ist deshalb auch kein Wunder,dass die neuen,schönen Öko Hotels im tamilischen Nordosten errichtet werden sollen. Es werden immernoch hunderttausende Tamilen aus dem,wen wunderts,Norden und Osten des Landes in Lagern der Regierung gehalten. Und es ist nur folgerichtig, dass die eigentumsverhältnisse nicht gänzlich geregelt sind; wie denn auch. Die Eigentümer sind entweder vor dem Krieg ins Ausland gefohen oder von der Regierung weggesperrt. Und wenn sie mal freigelassen werden, werden ethliche kein Zuhause mehr haben, aber dafür können sie in Rajakapses Gnaden als Kofferträger oder Koch oder als Zimmermädchen in den neuen,schönen Ökohotels arbeiten. Das senkt die Arbeitslosigkeit und kurbelt die srilankische Wirtschaft an....
Amnesty International schrieb:
Die LTTE sowie eine bewaffnete Tamilengruppe, die unter dem Namen Karuna-Fraktion bekannt ist, rekrutierten im Norden und Osten des Landes weiterhin Kindersoldaten. Im Mai 2007 drohte die vom UN-Sicherheitsrat eingerichtete Arbeitsgruppe für Kinder und bewaffnete Konflikte mit Maßnahmen gegen die LTTE, sollte diese weiterhin Kinder rekrutieren. Die Sonderbeauftragte des UN-Generalsekretärs für Kinder und bewaffnete Konflikte bezeichnete die LTTE als "Wiederholungstäterin, die seit vier Jahren auf der Liste der Rechtsverletzer des Generalsekretärs steht".
Im Übrigen dürfte Sie auch im Archiv Ihres Hauses fündig werden.
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