Naher Osten Von Freunden umzingelt
Atom-Deal mit Iran, Versöhnung mit Griechenland – wie die Türkei zur regionalen Großmacht aufsteigt
Zwei proben den Aufstand. Gegen die Großmächte, die ewigen Sieger von 1945, die Hohepriester des internationalen Rechts. Die Zwei: die Türkei und Brasilien. Sie nahmen sich heraus, die Geschicke der Welt nicht allein dem UN-Sicherheitsrat und den Vereinigten Staaten zu überlassen.
Testlauf am vergangenen Sonntag in Teheran. Hochgerissene Arme, Blitzlichtgewitter, Honigkuchenlächeln der Staatenlenker. Kein permanentes Mitglied im UN-Sicherheitsrat ist dabei. Die Türkei und Brasilien schließen mit Iran ein Abkommen über die Lagerung von schwach angereichertem iranischem Uran in der Türkei. Im Gegenzug soll Iran höher angereichertes Uran erhalten, wohl kontrolliert, damit es keine Bombe baue. Ein Durchbruch? Der Westen glaubt nicht an das Abkommen. US-Außenministerin Hillary Clinton erklärt, Amerika habe sich mit Russland und China auf verschärfte Sanktionen gegen Iran geeinigt. Bei Redaktionsschluss am Dienstagabend ist unklar, wie das Kräftemessen ausgeht. Nur so viel steht fest. Zwei ganz neue Spieler, Türken und Brasilianer, schafften, was die alten Großmächte monatelang nicht zustande brachten – die Iraner zu einem Kompromiss zu zwingen.
An Selbstbewusstsein fehlt es der türkischen Führung nicht
Solche Arrangements gehören zur neuen Unübersichtlichkeit. Regionalmächte schließen Deals von globaler Bedeutung ab – ohne den Westen. Der US-Publizist Fareed Zakaria nennt das »the rise of the rest« – den Aufstieg der anderen. China, Indien, Brasilien. Nun auch die Türkei? Das Land hat unter Premier Tayyip Erdoğan einen historischen Aufstieg erlebt. Vor fünf Jahren noch wirkte es kaum wie ein würdiger EU-Beitrittskandidat, heute scheint dieses Kostüm schon fast zu eng für Ankara zu sein. Ist die Türkei auf dem Weg, zu einer Vormacht zwischen Mittelmeer und Asien zu werden? An Selbstbewusstsein fehlt’s der türkischen Führung und der religiös-konservativen Regierungspartei AKP nicht. Den Stolz verkörpert niemand besser als der lächelnde Multitasker Ahmet Davutoglu. Der Außenminister ist nicht nur ein Macher, er liebt es, über die Rolle der Türkei »strategisch« nachzudenken. Das klingt dann so: »Die Türkei hat eine einmalige Lage in der Mitte zwischen den riesigen Landmassen von Afrika, Europa und Asien.« Das große Land sei ein zentraler Staat, der »viele Identitäten vereine« und in vielen Regionen gleichzeitig manövrieren könne. »So erweitern wir unseren Einfluss.« Sagt Davutoglu.
Die neue Selbstsicherheit wird prunkvoll auf internationalen Konferenzen in Istanbul inszeniert. Die Türken laden die muslimische Welt in ihre osmanischen Paläste am Bosporus, sie bringen Araber und Iraner mit Israelis und Amerikanern zusammen. Afrikatage und Asiengipfel finden hier statt, in der Kulturhauptstadt Europas 2010. Und so mancher Besucher legt abends die Krawatte ab und flieht aus den Palästen – in die coolen Bars und auf die grandiosen Tanzterrassen über den Dächern der Stadt. Istanbul leuchtet. All das hat das Türkei-Bild der Welt stark verändert. Es verschafft dem Land eine früher ungekannte Bewegungsfreiheit. Noch vor zehn Jahren galt die Türkei als titangestählter, ungastlicher Flugzeugträger der Nato in Nahost. Befreundet gerade mal mit Israel, von den anderen Nachbarn beargwöhnt oder gefürchtet.
Das hat sich radikal geändert. Von Russland trennte die Türkei der Kalte Krieg, die jahrhundertealte Rivalität am Kaukasus und in Zentralasien. Heute sind Premier Wladimir Putin und Tayyip Erdoğan persönlich befreundet, werden Hunderttausende Ehen zwischen Russen und Türken geschlossen, liefert Russland zwei Drittel des türkischen Gasbedarfs, gibt es täglich vier Flüge von Moskau nach Istanbul. Früher lag die Türkei in Erbfehde mit Griechenland. Beim triumphalen Besuch Erdoğans in Athen vergangene Woche waren Minister und Geschäftsleute dabei, das Versprechen besserer Beziehungen nach der Erdbebenkatastrophe in Athen und Istanbul 1999 einzulösen: weniger Rüstung in der Ägäis, mehr Handel.
Mit Syrien lag Ankara vor zehn Jahren im Kriegszustand, heute ist die Türkei für Syrien das visafreie Tor zur Welt und das beliebteste Land in der Nachbarschaft. In den Irak pflegte das türkische Militär früher nach Gusto einzumarschieren, heute preisen Kurden in Erbil und Araber in Bagdad ihre Freundschaft mit türkischen Politikern und Geschäftsleuten.
In der arabischen Welt hat die demokratisch gewählte AKP-Regierung mit ihren Wurzeln im politischen Islam einen Imagevorteil gegenüber säkularen Diktatoren wie in Ägypten oder Syrien. Man meint sich zu kennen. Präsident Abdullah Gül arbeitete acht Jahre lang als Banker im saudischen Dschidda. Erdoğan ist der Held der arabischen Straße. Sein wohl inszenierter Zoff mit dem israelischen Präsidenten Schimon Peres 2009 auf dem World Economic Forum in Davos und der rhetorische Großeinsatz für die Palästinenser halfen ihm dabei. Auch die Tatsache, dass er ein gläubiger Muslim ist und Orangensaft statt Whisky (wie Atatürk) trinkt. Ein türkischer Nachrichtenkanal sendet neuerdings rund um die Uhr auf Arabisch. Die arabische Welt genießt allabendlich Herz-und-Schmerz-Serien aus türkischer Produktion.
- Datum 22.05.2010 - 11:28 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 20.05.2010 Nr. 21
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"Die Türkei hat sich im vergangenen Jahrzehnt zu einem Kauf- und Versandhaus der Welt entwickelt"
Das war es schon immer in der Geschichte man denke an die Seidentrasse, die Türkei war schon immer ein Portal zu drei Kontinenten.
die innerpolitischen ewigen Streitthemen wie Pressefreiheit, Religionsfreiheit, Meinungsfreiheit Gleichstellung Mann-Frau und schließlich die Sache mit dem Völkermord an den Armeniern wäre, könnte man glatt glauben die Türkei wäre im 21. Jahrhundert angekommen
Meine Frau und ich sympathisieren seit langem mit der Türkei und haben immer noch den Wunsch - uns dort ein Ferienhaus als Altersruhesitz zu kaufen. Deshalb fanden wir die Blockade-Haltung unserer Bundeskanzlerin, Frau Dr. Merkel, immer sehr beschämend (sie war bekanntlich aber eine Anhängerin von George W. Bush). Gerade für die Vermittlerrolle zwischen Orient und Okzident (Islam und Christentum) schien uns die Türkei immer bestens geeignet (das bestätigt sich nun in einer unglaublichen Art und Weise).
Für mich steht fest: der sogennannte Westen und seine Repräsentanten verlieren weltweit an Macht und Einfluß.
[...]
Die Schmierenkomödie, die am vergangenen Freitag in Berlin abgelaufen ist (148 Milliarden Euro Rettungspaket im Schweinsgalopp durchgewunken), wurde durch die salbungsvollen Worte ("geht der EURO verloren, so geht Europa verloren") unserer Bundeskanzlerin noch unappetitlicher. Im Gegensatz zum türkischen Außenminister hat diese "Dame" nun vollständig die Orientierung verloren und von ihr sind keine strategischen Konzepte mehr zu erwarten.
Herzliche Grüsse
Klaus Metzger
HILDESHEIM
Teilweise entfernt. Bitte verzichten Sie auf homophobe Äußerungen. Die Redaktion/km
gute Reise. Bleiben Sie recht lange dort! Könnten Sie nicht noch ein paar Rückkehrwillige aus dem Dunstkreis der moralisch Höherwertigen mitnehmen? Nur so´ne Frage!
dass es noch Menschen wie Sie gibt Herr Metzger. =)
Ich kann Ihnen weitestgehend nur zustimmen. Allein die Aussage, "lassen die Moral- und Ethikvorstellungen des Islam nicht zu" muss ich um die Tatsache korrigieren, dass die Moralvorstellungen des Christentums diesen Sittenverfall ebenfalls nicht zulassen, wenn man sie denn ernst nimmt.
Ach, das allein der Wert und Grund der Sitten so flächendeckend verkannt wird; schade. Der Feinde haben Sie jetzt genug.
entfernt.
Bitte beteiligen Sie sich mit sachlichen Beiträgen und verzichten Sie auf solche Äußerungen, die als beleidigend oder homophob empfunden werden könnten. Danke. Die Redaktion/km
.....ein Ferienhaus zu kaufen, was hat das mit Frau Merkel zu tun? Ein Ferienhaus können Sie sich an vielen Stellen der Erde kaufen, ohne dass Ihnen frau Merkel dazwischen kommt.
Es geht der aktuellen Führung in der Türkei, dass muslimische Aspekte in politischen, geopolitischen Überlegungen eine große Rolle spielen soll, dann braucht die Türkei dafür nicht die EU. Dann ist alles klar. So soll es sein. Die Türkei übernimmt die Rolle des islamischen Staates, der, so wie es sich ergibt, die Rolle des Vermittlers übernimmt. Dafür braucht sie nicht die EU und die EU braucht nicht die Türkei. Wir begeben uns in Richtung "Globalisierung", dafür brauchen wir nicht religiöse Grundsätze, die Stören der Weltgemeinschaft.
gute Reise. Bleiben Sie recht lange dort! Könnten Sie nicht noch ein paar Rückkehrwillige aus dem Dunstkreis der moralisch Höherwertigen mitnehmen? Nur so´ne Frage!
dass es noch Menschen wie Sie gibt Herr Metzger. =)
Ich kann Ihnen weitestgehend nur zustimmen. Allein die Aussage, "lassen die Moral- und Ethikvorstellungen des Islam nicht zu" muss ich um die Tatsache korrigieren, dass die Moralvorstellungen des Christentums diesen Sittenverfall ebenfalls nicht zulassen, wenn man sie denn ernst nimmt.
Ach, das allein der Wert und Grund der Sitten so flächendeckend verkannt wird; schade. Der Feinde haben Sie jetzt genug.
entfernt.
Bitte beteiligen Sie sich mit sachlichen Beiträgen und verzichten Sie auf solche Äußerungen, die als beleidigend oder homophob empfunden werden könnten. Danke. Die Redaktion/km
.....ein Ferienhaus zu kaufen, was hat das mit Frau Merkel zu tun? Ein Ferienhaus können Sie sich an vielen Stellen der Erde kaufen, ohne dass Ihnen frau Merkel dazwischen kommt.
Es geht der aktuellen Führung in der Türkei, dass muslimische Aspekte in politischen, geopolitischen Überlegungen eine große Rolle spielen soll, dann braucht die Türkei dafür nicht die EU. Dann ist alles klar. So soll es sein. Die Türkei übernimmt die Rolle des islamischen Staates, der, so wie es sich ergibt, die Rolle des Vermittlers übernimmt. Dafür braucht sie nicht die EU und die EU braucht nicht die Türkei. Wir begeben uns in Richtung "Globalisierung", dafür brauchen wir nicht religiöse Grundsätze, die Stören der Weltgemeinschaft.
gute Reise. Bleiben Sie recht lange dort! Könnten Sie nicht noch ein paar Rückkehrwillige aus dem Dunstkreis der moralisch Höherwertigen mitnehmen? Nur so´ne Frage!
Genau diese versteifte Meinungshaltung bremst ganz Europa - wo waren die Menschenrechte-Fanatiker, als Bulgarien in die EU aufgenommen wurde, die nachweislich knapp 400.000 Türken zwangsausgewiesen haben im JAHR 1989??? Millionen wurden zwangsumbenannt! Menschenrechte gelten eben leider nicht für alle Menschen - das ist nun mal Fakt. Fakten die auch die EU schafft.
Wer sagt, daß die Aufnahme Bulgariens in die EU auf Zustimmung stößt?
Wer sagt, daß die Aufnahme Bulgariens in die EU auf Zustimmung stößt?
dass es noch Menschen wie Sie gibt Herr Metzger. =)
Ich kann Ihnen weitestgehend nur zustimmen. Allein die Aussage, "lassen die Moral- und Ethikvorstellungen des Islam nicht zu" muss ich um die Tatsache korrigieren, dass die Moralvorstellungen des Christentums diesen Sittenverfall ebenfalls nicht zulassen, wenn man sie denn ernst nimmt.
Ach, das allein der Wert und Grund der Sitten so flächendeckend verkannt wird; schade. Der Feinde haben Sie jetzt genug.
"Großmacht"! Kleiner ging´s nicht, Herr Thumann?
Und sicher sind alle Europäer nun stark daran interessiert, sich an der Türkei ein Beispiel zunehmen. Endlich hat Europa eine Handlungsmaxime: Seit türkisch!
Und welche Schande, solch "Kompetenz" bisher nicht europäisch eingebunden zu haben.
Vera****en kann ich mich alleine!
"Großmacht"! Kleiner ging´s nicht, Herr Thumann?
Und sicher sind alle Europäer nun stark daran interessiert, sich an der Türkei ein Beispiel zunehmen. Endlich hat Europa eine Handlungsmaxime: Seit türkisch!
Und welche Schande, solch "Kompetenz" bisher nicht europäisch eingebunden zu haben.
Vera****en kann ich mich alleine!"
Geben Sie sich keine Mühe, Herr Thumann. Trotz Ihrer Türkei-Glorifizierung kommt die nicht in die EU.
"Und sicher sind alle Europäer nun stark daran interessiert, sich an der Türkei ein Beispiel zunehmen. Endlich hat Europa eine Handlungsmaxime: Seit türkisch!"
Warum sollte das türkische nicht neue Mode werden? Was spricht dagegen? Etwa subjektiv aufgebauschter deutscher Türkenhass bei der ungebildeten Unterschicht?
Ich persönlich würde es ganz schick finden!
Ich möchte aber noch etwas zu Ihrer gelungenen deutschen Rechtschreibung anmerken:
´Seid Türkisch!´ wäre richtig gewesen. Sie schreiben es hier aber leider mit "t".
Bildung ist eben ein Privileg das unabhängig von einer Nationalität ist.
Und der gebildete weiß: Die Türkei ist im Kommen. Ob mit oder ohne EU!
Gruß
Bülent Yilmaz
"Großmacht"! Kleiner ging´s nicht, Herr Thumann?
Und sicher sind alle Europäer nun stark daran interessiert, sich an der Türkei ein Beispiel zunehmen. Endlich hat Europa eine Handlungsmaxime: Seit türkisch!
Und welche Schande, solch "Kompetenz" bisher nicht europäisch eingebunden zu haben.
Vera****en kann ich mich alleine!"
Geben Sie sich keine Mühe, Herr Thumann. Trotz Ihrer Türkei-Glorifizierung kommt die nicht in die EU.
"Und sicher sind alle Europäer nun stark daran interessiert, sich an der Türkei ein Beispiel zunehmen. Endlich hat Europa eine Handlungsmaxime: Seit türkisch!"
Warum sollte das türkische nicht neue Mode werden? Was spricht dagegen? Etwa subjektiv aufgebauschter deutscher Türkenhass bei der ungebildeten Unterschicht?
Ich persönlich würde es ganz schick finden!
Ich möchte aber noch etwas zu Ihrer gelungenen deutschen Rechtschreibung anmerken:
´Seid Türkisch!´ wäre richtig gewesen. Sie schreiben es hier aber leider mit "t".
Bildung ist eben ein Privileg das unabhängig von einer Nationalität ist.
Und der gebildete weiß: Die Türkei ist im Kommen. Ob mit oder ohne EU!
Gruß
Bülent Yilmaz
Wer sagt, daß die Aufnahme Bulgariens in die EU auf Zustimmung stößt?
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