Imkerei Imker in New York

Ganze Bienenvölker liefern ihnen heiß begehrten Honig

Eine Imkerin betrachtet auf dem Dach ihres Hauses eine Bienenwabe

Eine Imkerin betrachtet auf dem Dach ihres Hauses eine Bienenwabe

Honigbienen sind »wilde, grausame, ungestüme und gefährliche Tiere«, befand das Amt für Gesundheit und geistige Hygiene der Stadt New York bis vor wenigen Wochen. Deshalb verbot es ihre Haltung ebenso streng wie den Besitz von Hyänen, Geiern und Kobras. Doch seit dem mysteriösen Massensterben der Apis mellifera 2007 ignorierten ansonsten gesetzestreue Bürger den Bann und gewährten den Bienen Unterschlupf in Hinterhöfen und auf Dächern. Sogar das Natural History Museum und die Radio City Music Hall hatten Bienenstöcke. Nektar finden die Bienen im Central Park und in Schnittblumen. Die angedrohte Strafe von 2000 Dollar erschien als tragbares Risiko für roof top- Imker, die ihr Produkt mit dem besonders floralen Geschmack für zehn bis fünfzehn Dollar pro Pfund auf den Märkten von Manhattan vertreiben.

Seit ein paar Wochen nun gilt das Bienenverbot nicht mehr.

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Karen Washington dachte nicht ans Geldverdienen, als sie sich im Winter 2008 mit zwanzig anderen für einen Kursus über urbane Bienenhaltung einschrieb, dem sie sogar ihren sonntäglichen Kirchenbesuch opferte. Die 56-jährige Krankengymnastin wollte die Ernte ihres drei mal fünf Meter großen Gemüsebeetes im Gemeinschaftsgarten hoch oben im Norden der Stadt optimieren. Karen Washington stammt aus den heruntergekommenen Jacob Riis Projects an der Lower East Side, 1985 zog sie mit ihren beiden Kindern in ein neues Einfamilienhaus in der Bronx. Über Blumen und Pflanzen wusste sie nichts. Doch als sie zusehen musste, wie ein leeres Grundstück gegenüber ihrem gepflegten Heim als Müllkippe missbraucht wurde, ergriff sie die Initiative, und der erste Garten des »Bronx Green-up« Programms entstand dort: 23 Beete, in denen Dominikaner, Mexikaner und Puertoricaner Auberginen, Bohnen, Tomaten und Mangold anbauen und den Vögeln lauschen. Karen Washington investierte 390 Dollar in einen Imkeranzug, ein Rauchgerät zur Beruhigung nervöser Bienen und einen Bienenstock, der an einen kleinen Aktenschrank erinnert.

1000 Arbeiterinnen wurden in einem großen, stummen Karton aus North Carolina von FedEx geliefert, die Königin kam in eigener Schachtel. Doch sie erwies sich als schwach und starb bald nach ihrer Ankunft. Im Internet ließ sich keine Nachfolgerin finden, sämtliche Königinnen waren ausverkauft. Schließlich entdeckte ein Freund einen wilden Bienenstock in einem verwaisten Mietshaus in der Nähe, und die beiden Kolonien vereinten sich zu einem neuen Stadtstaat im Schatten eines Maulbeerbaumes. Von ihrem stillen Domizil, wo man die Klimaanlagen der Nachbarschaft leise summen und das Glockenspiel des Eiswagens hört, schwärmen die Bienen aus in den nahen Bronx Botanical Garden und bringen die Pollen exotischer Pflanzen aus aller Welt nach Hause. Im Oktober flossen zwei Liter bernsteinfarbenen, klaren Honigs mit lieblichem Aroma aus den Waben, eine ungewöhnlich große Menge für das erste Jahr. Karen Washington hält ihre Bienen für glücklich und gelassen, nur einmal wurde sie gestochen. »Ich zeige ihnen Respekt«, sagt sie. Das ist immer noch die wichtigste Grundregel der Bronx.

 
Leser-Kommentare
  1. Die Idee ist eigentlich nicht neu.
    Der australische Profesor Bill Molison zeigte Bereits in seinem Fernsehmehrteiler eines australischen Senders in den achtziger Jahren "Manhattan Honey". Die Filme sind im Internet verfügbar. Sie zeigen bereits auch ðie in ðem Artikel "Ðas Gewächshaus im Wolkenkratzer" angesprochene Entwicklung. Nur fügt Herr Molison als echter Wissenschaftler auch gleich noch ðas Grunðprinzip ðes Global Warming in seine Berechnungen mit ein.
    Ein Fakt ðer Gewächshauswolkenkratzer að absurðum führt. Ðachbergünung würðe ðie Energiekosten ðer Großstätte beträchtlich verringern.

    ".. ignorierten ansonsten gesetzestreue Bürger den Bann und gewährten den Bienen Unterschlupf in Hinterhöfen und auf Dächern .."

    Ziviler Ungehorsam !?

  2. Ðer Honig hies Honey-Man.
    Ðen betreffenðen Ausschnitt kann man in Youtube unter:
    Urban Fooð Garðening (part 1)
    sehen.

  3. durch rauch werden bienen doch nicht beruhigt. das weiss doch fast jedes kind.
    es ist auf jeden fall so. steht auch im wiki.
    http://de.wikipedia.org/w...

  4. In den USA, dem Land der grenzenlosen Möglichkeiten ist vieles möglich das hierzulande in Deuschland nicht denkbar wäre. Naja einen Versuch wäre es wert dies auch in Deutschland auszuprobieren. Man sollte mit http://www.bee-info.de über Imkerei in diesem Rahmen informationen sammeln.

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    • kolpo
    • 01.07.2010 um 16:34 Uhr

    Stadtimkerei ist nichts neues und auch in Deutschland schon länger Realität, soger mit entsprechenden werbewirksamen Aktionen: http://www.bienenjournal....

    • kolpo
    • 01.07.2010 um 16:34 Uhr

    Stadtimkerei ist nichts neues und auch in Deutschland schon länger Realität, soger mit entsprechenden werbewirksamen Aktionen: http://www.bienenjournal....

    • kolpo
    • 01.07.2010 um 16:34 Uhr

    Stadtimkerei ist nichts neues und auch in Deutschland schon länger Realität, soger mit entsprechenden werbewirksamen Aktionen: http://www.bienenjournal....

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  • Quelle DIE ZEIT, 20.05.2010 Nr. 21
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  • Schlagworte FedEx | Biene | Dominikaner | Pollen | North Carolina | Manhattan
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