Zusatzstoffe in Lebensmitteln Bunter, süßer, besser haltbar

Kaum ein Fertiglebensmittel kommt ohne Zusatzstoffe aus. Aber wer weiß schon, was die ganzen E-Nummern bedeuten? Diese Liste zeigt einige der wichtigsten und häufigsten.

Gelborange S färbt beispielsweise Wackelpudding ein und gehört zu den umstrittenen Azofarbstoffen

Gelborange S färbt beispielsweise Wackelpudding ein und gehört zu den umstrittenen Azofarbstoffen

Legende:
a - Generell wird vom Verzehr abgeraten
b - Von häufigem Verzehr wird abgeraten
c - Verzehr größerer Mengen nicht ratsam
d - Für Kinder nicht empfohlen
e - Kommt auch in Biolebensmitteln vor

Eher bedenklich

E110 – Gelborange S färbt beispielsweise Wackelpudding ein und gehört zu den umstrittenen Azofarbstoffen. Einige davon können Allergien auslösen, vor allem bei Menschen, die empfindlich auf Aspirin oder Benzoesäure (E210) reagieren. Bedenklich sind sie auch für Personen mit Pseudoallergien wie Neurodermitis oder Asthma. Bei Kindern können bestimmte Farbstoffe die Aktivität und Aufmerksamkeit beeinträchtigen.

Das gilt auch für: Tartrazin(E102), Chinolingelb (E104), Azorubin (E122), Ponceau 4R (E124a) und Allurarot AC (E129). (a,d)

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E210 – Benzoesäure ist ein Konservierungsstoff, der vor allem in Fisch- und Salatprodukten eingesetzt wird. Bei empfindlichen Menschen mit Asthma, Heuschnupfen oder Hautallergien kann er allergische Reaktionen auslösen. (b,d)

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E220 – Schwefeldioxid ist ein Konservierungsstoff, den manche, vor allem süße Weißweine sowie Trockenfrüchte enthalten. Er behindert die Aufnahme von VitaminB1 und kann bei empfindlichen Personen Kopfschmerzen und Übelkeit und bei Asthmatikern das sogenannte Sulfit-Asthma hervorrufen. Das gilt auch für Natriumsulfit (E221) und andere Schwefelverbindungen. Mehr als 50 Milligramm am Tag sollte niemand zu sich nehmen – bei einigen süßen Weißweinen kann dieser Wert schon nach zwei Gläsern überschritten sein.  (b,d)

E320 – Butylhydroxyanisol wird als Antioxidationsmittel zum Beispiel in Kaugummi oder Tütensuppen eingesetzt, es verhindert die Reaktion mit Sauerstoff. Es kann in hohen Konzentrationen zu Benommenheit führen und steht im Verdacht, Allergien auszulösen. (b)

E407 – Carrageen ist ein Gelier- und Verdickungsmittel aus Rotalgen, das zum Beispiel für die Herstellung von Pudding, Speiseeis und Milchgetränken genutzt wird. Es kann bei hoher Dosierung die Aufnahme von Mineralstoffen wie Kalium behindern, abführend wirken und in Einzelfällen Allergien auslösen. (b, d,e)

E450 – Diphosphate dienen als Emulgatoren, Stabilisatoren oder Säureregulatoren und sind beispielsweise in Keksen oder Backmischungen enthalten. In hoher Konzentration können sie die Aufnahme von Calcium, Magnesium und Eisen im Körper behindern. Die Aufnahme von sehr viel Phosphat kann zu Knochenschwund und Kalkablagerungen führen. (b, d)

E620 – Glutaminsäure ist ein Geschmacksverstärker, der oft in Fertiggerichten und asiatischem Essen enthalten ist. Für Asthmatiker oder Neurodermitiker ist er bedenklich. Es besteht der Verdacht, dass Glutaminsäure bei empfindlichen Personen ein Taubheitsgefühl in Nacken, Rücken und Armen sowie Kopfschmerzen, Herzklopfen und Schwächegefühl auslöst. Eindeutig bewiesen ist dies jedoch nicht. (b, d)

E951 – Aspartam ist ein Süßstoff und Geschmacksverstärker, der 200-mal süßer als Zucker schmeckt. Es ist umstritten, ob er gefährlich ist. Wenige Tierversuche deuten auf ein erhöhtes Tumorrisiko hin, zahlreiche andere Studien dagegen nicht. Ebenfalls umstritten ist, ob Süßstoffe Übergewicht fördern. Mehr als 40 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht am Tag sollte man nicht zu sich nehmen. Wer unter der Stoffwechselstörung Phenylketonurie leidet, muss besonders vorsichtig sein.

Auch andere Süßstoffe, etwa Acesulfam (E950), Cyclamat (E952), Saccharin (E954) und Thaumatin (E957), gelten – vor allem für Kinder – als bedenklich. (c, d)

E953 – Isomalt wird aus Zuckerrüben gewonnen und als Süßungsmittel eingesetzt. Mehr als 20 Gramm können abführend wirken und Blähungen verursachen. Diese Menge ist beispielsweise in einer halben Tafel Diätschokolade enthalten. Mehr als 50 Gramm am Tag sollte man nicht essen. (c)

Leser-Kommentare
  1. Es ist sicher nicht notwendig, ständig Schlagsahne zu konsumieren. Gelegentlich verwende ich es doch, sei es zum Kochen oder auch richtig als Schlagsahne. Vor einigen Wochen machte mich mein Mann darauf aufmerksam, dass in fast jeder verkauften Sahne Carragen drin ist. Es gibt nur noch ganz wenige Anbieter von Bio-Sahne, in denen kein Carragen, sondern ausschließlich Sahne enthalten ist. Ich frage mich wirklich, wozu muss ein gutes Lebensmittel, haltbar gemacht durch Erhitzen, plötzlich einen - nicht mal unbedenklichen - Zusatzstoff enthalten. Nur wegen des Absetzens des Rahmes! Den Becher vor dem Öffnen schütteln und die Schlagsahne ist sofort einsetzbar! ich kauf keine Sahne mehr mit Zusatzstoff!

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  • Quelle DIE ZEIT, 27.05.2010 Nr. 22
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