Umfrage zur Familie Was ist heute ein guter Vater?

Trägt er die Kinder in Tüchern vor dem Bauch? Kennt er Güte? Ist er streng? Sieben Schriftsteller und Wissenschaftler antworten

Ein Vater mit seinem Kind auf der Wiese. Wie macht er es gut?

Ein Vater mit seinem Kind auf der Wiese. Wie macht er es gut?

Bloß kein Dinkelmehl nach Hause bringen

Kindheit und Vaterschaft scheinen auf den ersten Blick ganz natürliche Dinge zu sein. Und doch ist es nicht so. Klar ist es technisch heute so simpel wie vor Tausenden Jahren, ein Kind zu zeugen. Aber so wie die Kindheit eine soziale Konstruktion ist, die sich erst vor ein paar Hundert Jahren durchgesetzt hat, ist auch die Vaterschaft eine Konstruktion, die einem ständigen Wandel unterliegt. Die heutigen Vorzeigeväter, die sich ihre Kinder mit bunten Tüchern vor den Bauch binden, hätten vor hundert Jahren manches werden können, aber mit Sicherheit nicht Vater. Keine Frau hätte sich mit einem Mann vermählen wollen, der sabbernd mit kleinen Kindern auf dem Boden herumliegt und nach der Geburt ein paar Monate zu Hause bleiben möchte. Einem Mann, der stolz ist auf seine Fertigkeiten beim Wickeln und der statt mit vernünftigem Weizenmehl plötzlich mit Dinkel nach Hause kommt, obwohl man sich doch den Weizen problemlos leisten könnte. Ebenso wünschen sich heute nur wenige Mütter für ihre Kinder einen Vater, der sich von den Kindern siezen lässt, der sich nach den Mahlzeiten in seine Gemächer zurückzieht und bereit ist, gelegentlich mit den Kindern ein Gespräch zu führen, wenn sie denn alt und reif genug sind, mit dem Herrn Vater ein solches Gespräch führen zu können. Bestimmt gibt es irgendwo noch ein paar Männer, die gern so Vater wären, aber es gibt keine Frauen mehr, die sie zu Vätern machen.

Das Vatersein ist also der Preis, den man für seine eigene Fortpflanzung bezahlt. Man sollte zusehen, sich dabei möglichst wohlzufühlen, um das Ganze als erdenklich schönen Teilabschnitt von der immer zu kurzen Reise, die das Leben ist, in Erinnerung zu behalten. Mann wird davon überzeugt sein, es besser zu machen als die Väter vor ihm, und er kann sicher sein, dass die Nachwelt über ihn und seine Bemühungen bestenfalls mild lächeln wird.

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Jakob Hein, Schriftsteller und Arzt

Leser-Kommentare
  1. 1) Er verzichtet auf Überprüfung der biologischen Vaterschaft.

    2) Er übernimmt 50% der Hausarbeit.

    3) Sein Einkommen gehört der Familie.

    4) Für jede Überstunde in Fabrik oder Büro übernimmt er zum Ausgleich freiwillig eine zusätzliche Stunde Hausarbeit.

    5) Seine handwerklichen Verpflichtungen im Haushalt zählen nicht zur Hausarbeit.

    6) Er unterstützt die emotionale, sexuelle und materielle Emanzipation seiner Frau. Notfalls fährt er sie zu ihrem Liebhaber und wartet (VIER solche Fälle kenne ich - die armen Burschen haben Angst vor ihrer rechtlich abgesicherten Vernichtung durch Scheidung).

    7) Er weiß, dass seine Pflichten gegenüber seiner Frau und ihren Kindern durch Scheidung nicht enden. Er weiß, dass ihm gegenüber keine Pflichten bestehen.

    8) Er weiß, was "erhöhte Erwerbsobliegenheit" bedeutet.

    9) Er weiß, dass er keinen Anspruch darauf hat, über die Kinder, für die er unter erhöhter Erwerbsobliegenheit schuftet, auch nur etwas zu erfahren. Er weiß, das über ihn geschimpft werden darf, bis er den Kindern besser nicht zugemutet wird.

    10) Er kennt seine rechtliche Wehrlosigkeit. Er weiß, dass Frauen dies wissen. Er weiß, dass Frauenbeauftragte darüber informieren, wie andeutungsweiser Gebrauch des Schlagworts "Gewalt" vor Behörden taktisch genutzt werden kann.

    11) Er erfährt die Bedeutung der Formulierung "Frauen werden bevorzugt eingestellt" mehrfach im Leben.

    12) Er hat bereits in der Schule den Unwert des Wesens Mann erlernt.

    13) Nein, Vater wird er nicht.

    Eine Leser-Empfehlung
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    Übertreiben Sie da nicht ein wenig? So einen Katalog man nun auch schnell für die Frau erstellen...

    ...oder kennen Sie das alles nur vom Hörensagen?

    • Windex
    • 15.06.2010 um 11:19 Uhr

    und treffend formuliert!Aus eigenen Erfahrungen und meinen Beobachtungen in der Gesellschaft und im Bekanntenkreis, kann ich wirklich JEDEN Punkt genau so bestätigen.

    Wenn Männer sich gegen Familie und Kinder entscheiden, sind sie verantwortungsscheue Muttersöhnchen( v.d.Leyen!).

    Wenn sie das Risiko Familie dann eingehen,sind sie die Drückeberger, die sich morgens um sechs egoistisch und Karrieregei zur Arbeit verpissen und die doppelt- bis vierfachbelastete FamilienmanagerIn mit all ihrer aufopfernden, unterbezahlten Arbeit allein lassen, anstatt im Anschluß an eine 60 Std. Woche die von der FamilienoberhäuptIn vorbereitete Liste aller Arbeiten, auf die sie selbst kein Bock hat, abzuarbeiten.
    Tägliche Blumen und Komplimente als Zeichen der Anerkennung Ihrer übermenschlichen Leistung nicht vergessen.

    Der von ihm allein erwirtschaftete Wohlstand wird im Gegenzug, als eine Art Selbstverständlichkeit, gern in Anspruch genommen.

    Nach der Scheidung dann, wenn seine Kinder zum neuen, "sozialen Vater", Papa sagen,lernt er dann Begriffe wie "erhöhte Erwerbsobliegenheit" oder "fiktives Einkommen" kennen.

    Von Letzterem werden ihm dann 3/7(43%!)an Betreuungsunterhalt plus ab ca.350€ aufwärts für jedes "seiner" Kinder abgezogen.

    Bei Steuerklasse 1 natürlich.

    Und dann noch die vielen öffentlichen Diskussionen und Zeitungsartikel, in denen die Qualität eines Vaters entweder an der Höhe seiner Unterhaltszahlungen oder am Grad der Zufriedenheit der Mutter mit ihm, gemessen wird.

    Übertreiben Sie da nicht ein wenig? So einen Katalog man nun auch schnell für die Frau erstellen...

    ...oder kennen Sie das alles nur vom Hörensagen?

    • Windex
    • 15.06.2010 um 11:19 Uhr

    und treffend formuliert!Aus eigenen Erfahrungen und meinen Beobachtungen in der Gesellschaft und im Bekanntenkreis, kann ich wirklich JEDEN Punkt genau so bestätigen.

    Wenn Männer sich gegen Familie und Kinder entscheiden, sind sie verantwortungsscheue Muttersöhnchen( v.d.Leyen!).

    Wenn sie das Risiko Familie dann eingehen,sind sie die Drückeberger, die sich morgens um sechs egoistisch und Karrieregei zur Arbeit verpissen und die doppelt- bis vierfachbelastete FamilienmanagerIn mit all ihrer aufopfernden, unterbezahlten Arbeit allein lassen, anstatt im Anschluß an eine 60 Std. Woche die von der FamilienoberhäuptIn vorbereitete Liste aller Arbeiten, auf die sie selbst kein Bock hat, abzuarbeiten.
    Tägliche Blumen und Komplimente als Zeichen der Anerkennung Ihrer übermenschlichen Leistung nicht vergessen.

    Der von ihm allein erwirtschaftete Wohlstand wird im Gegenzug, als eine Art Selbstverständlichkeit, gern in Anspruch genommen.

    Nach der Scheidung dann, wenn seine Kinder zum neuen, "sozialen Vater", Papa sagen,lernt er dann Begriffe wie "erhöhte Erwerbsobliegenheit" oder "fiktives Einkommen" kennen.

    Von Letzterem werden ihm dann 3/7(43%!)an Betreuungsunterhalt plus ab ca.350€ aufwärts für jedes "seiner" Kinder abgezogen.

    Bei Steuerklasse 1 natürlich.

    Und dann noch die vielen öffentlichen Diskussionen und Zeitungsartikel, in denen die Qualität eines Vaters entweder an der Höhe seiner Unterhaltszahlungen oder am Grad der Zufriedenheit der Mutter mit ihm, gemessen wird.

  2. 2. Sicher

    "Mann wird davon überzeugt sein, es besser zu machen als die Väter vor ihm, und er kann sicher sein, dass die Nachwelt über ihn und seine Bemühungen bestenfalls mild lächeln wird."

    Ja, das ist sicher.

    Alle Väter vor uns haben keinen einzigen tödlichen Fehler gemacht. Sonst wären wir nicht hier.

    Sie zu kritisieren, weil sie uns wehgetan haben oder uns allein gelassen haben, ist OK. Zu glauben, daß mann es heute besser kann, ist arrogant gegenüber den Problemen, die die Väter überwunden haben.

    Ob die Kinder ihren Vater für seine Güte noch lieben oder auch nur achten werden, wenn sie merken, daß er sie nur auf Probleme vorereitet hat, die seine Rolle als Frau-konformer Vater nicht in Frage stellen?

    Ich wette, daß Kinder, die noch einen echten Vater und eine echte Mutter anstelle von zwei Müttern haben, anpassungsfähiger an soziale und natürliche Umfelder sind, weil sie verschiedenere Verhaltensweisen und Lösungsstrategien erleben können.

  3. ...der beste den es gibt. Sagen meine Kinder. Denen glaub ich das auch. Schriftsteller und Wissenschaftler braucht dazu niemand.

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    unglaublich was manche von sich geben, und meinen auch noch ein supertoller Hecht zu sein

    unglaublich was manche von sich geben, und meinen auch noch ein supertoller Hecht zu sein

  4. Übertreiben Sie da nicht ein wenig? So einen Katalog man nun auch schnell für die Frau erstellen...

    Antwort auf "Der ideale Vater heute"
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    Meindemokratischesich übertreibt nicht, sondern hat nur aus verschiedenen Frauensendungen, -zeitschriften und der Rechtssituation in Deutschland herausdestilliert, welche Erlebniswelt viele Väter heutzutage zu erwarten haben. Wäre hier mehr Raum, würde man all seine Behauptungen mit entsprechenden Links oder Literaturverweisen unterfüttern können.

    Letztendlich beschreibt er aber auch den Erfahrungshorizont, der sich vielen Jungen als Söhnen deutlich zeigt. Diese Jungen werden nur mit äußerster Vorsicht selbst mal Vater werden; wissen sie aus eigener Anschauung darum, dass die Pflichten und Folgen einer Beziehung an ihnen hängenbleiben werden. Sowohl finanziell als auch emotional. Falls Sie selbst im pädagogischen Bereich arbeiten oder jemand aus ihrem Bekanntenkreis, fragen Sie einfach mal nach, was Kinder heutzutage über das Vaterbild wissen und welche Vermeidungsstrategien, weit neben dem früheren "Mädchen sind doof" oder "Ich heirate nie" jetzt schon für ihre Zukunft einplanen. Sie werden erstaunt sein, welche Wirkmächtigkeit das häufige Alleinerziehendenmodell, entweder aus deren eigener Anschauung oder im Miterleben bei Freunden, auf die Jungen hat.

    Die Frage der Jungen wird in Zukunft immer häufiger lauten, was, 'wenn ich mich als guter Vater mitbringe, bringt eigentlich die Mutter mit, außer einen überbordenden Anspruch vor, während und nach der Ehe?' Und wenn Kinder im aus der Beziehung stammen, 'warum zahle ich da nur drauf?!'

    Die Anzeichen sind unübersehbar.

    Die Cookies der ZEIT sind auslesbar. Das sollte im Zuge des Datenschutzes endlich abgestellt werden.

    Meindemokratischesich übertreibt nicht, sondern hat nur aus verschiedenen Frauensendungen, -zeitschriften und der Rechtssituation in Deutschland herausdestilliert, welche Erlebniswelt viele Väter heutzutage zu erwarten haben. Wäre hier mehr Raum, würde man all seine Behauptungen mit entsprechenden Links oder Literaturverweisen unterfüttern können.

    Letztendlich beschreibt er aber auch den Erfahrungshorizont, der sich vielen Jungen als Söhnen deutlich zeigt. Diese Jungen werden nur mit äußerster Vorsicht selbst mal Vater werden; wissen sie aus eigener Anschauung darum, dass die Pflichten und Folgen einer Beziehung an ihnen hängenbleiben werden. Sowohl finanziell als auch emotional. Falls Sie selbst im pädagogischen Bereich arbeiten oder jemand aus ihrem Bekanntenkreis, fragen Sie einfach mal nach, was Kinder heutzutage über das Vaterbild wissen und welche Vermeidungsstrategien, weit neben dem früheren "Mädchen sind doof" oder "Ich heirate nie" jetzt schon für ihre Zukunft einplanen. Sie werden erstaunt sein, welche Wirkmächtigkeit das häufige Alleinerziehendenmodell, entweder aus deren eigener Anschauung oder im Miterleben bei Freunden, auf die Jungen hat.

    Die Frage der Jungen wird in Zukunft immer häufiger lauten, was, 'wenn ich mich als guter Vater mitbringe, bringt eigentlich die Mutter mit, außer einen überbordenden Anspruch vor, während und nach der Ehe?' Und wenn Kinder im aus der Beziehung stammen, 'warum zahle ich da nur drauf?!'

    Die Anzeichen sind unübersehbar.

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  5. ...oder kennen Sie das alles nur vom Hörensagen?

    Antwort auf "Der ideale Vater heute"
  6. Zum Jodok nochmal!

  7. "Klar ist es technisch heute so simpel wie vor Tausenden Jahren, ein Kind zu zeugen."

    technisch?? biologisch sollte es wohl heißen, denn wenn man Technik dazu benötigt, die es mittlerweile in der Medizin gibt, dann ist es mit der Zeugung vor 50 Jahren eben nicht vergleichbar und mitnichten simpel

    "Ebenso wünschen sich heute nur wenige Mütter für ihre Kinder einen Vater, der sich von den Kindern siezen lässt, der sich nach den Mahlzeiten in seine Gemächer zurückzieht und bereit ist, gelegentlich mit den Kindern ein Gespräch zu führen, wenn sie denn alt und reif genug sind, mit dem Herrn Vater ein solches Gespräch führen zu können. Bestimmt gibt es irgendwo noch ein paar Männer, die gern so Vater wären, aber es gibt keine Frauen mehr, die sie zu Vätern machen."

    ach das ist mir neu, wer bekommt denn heute Kinder im Überfluss?? Familien mit muslimischem Hintergrund, da spielt keiner mit den Kindern, und Hartz 4 Empfänger, auch da kümmern sich die Väter und auch die Mütter recht wenig um den Nachwuchs, haben ja genug eigene Probleme

    gerade Frauen sind es, die den Kontakt von Vater und Kind unterbinden, nicht alles was politisch korrekt sein will hat auch was mit der Realität zu tun

    und wenn Mann genug Geld hat, dann ist er schneller Vater als er schauen kann und braucht sich um gar nichts kümmern nur genügend Geld überweisen

    also so viele Fehler in so wenigen Zeilen liest man selten

    Eine Leser-Empfehlung
  8. unglaublich was manche von sich geben, und meinen auch noch ein supertoller Hecht zu sein

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    ...was offensichtlich völlig Ahnungslose von sich geben: Meine Kinder sind beide erwachsen und selbständig. Und ja: Ich bin ein toller Hecht. Sagen meine Kinder!

    ...was offensichtlich völlig Ahnungslose von sich geben: Meine Kinder sind beide erwachsen und selbständig. Und ja: Ich bin ein toller Hecht. Sagen meine Kinder!

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