Fondsanbieter Den Dax kopieren reicht nichtSeite 2/2

Wie teuer ist eigentlich die Arbeit der Vermögensverwalter?

Wer sein Geld einem Fondsmanager anvertraut, will sich zurücklehnen und sein Geld beziehungsweise den Manager für sich arbeiten lassen. Der kümmert sich um die Auswahl der besten Aktien, Anleihen oder Immobilien und bekommt dafür eine Vergütung, weil er besser abschneidet als der Vergleichsindex. Nur mangelt es nicht an Studien, die belegen, dass die allermeisten Verwalter nicht besser sind. Vor allem langfristig nicht: Über einen Zeitraum von 25 Jahren schneidet nur einer von 200 Fonds besser ab, hat der US-Vermögensverwalter John Bogle ausgerechnet. Was die Branche nicht daran hindert, die Kosten für den Anleger zu erhöhen: So sind die Managementgebühren deutscher Aktienfonds seit 1998 um rund 30 Prozent auf durchschnittlich 1,47 Prozent gestiegen, bei Rentenfonds um ein Drittel auf 0,88 Prozent.

Weil inzwischen die Hälfte davon in den Vertrieb fließt, genehmigen sich die Fonds immer häufiger Erfolgsgebühren. Inzwischen würde jeder zweite Aktienfonds solche Gebühren verlangen, teilte die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) bei der Vorstellung ihres Schwarzbuchs 2009 mit. Vor acht Jahren noch hätten das nur drei Prozent gewagt. Insgesamt seien die Fixkosten laut einer Analyse des Research-Hauses Lipper Fitzrovia für Aktienfonds mit 1,89 Prozent und für Rentenfonds mit 1,18 Prozent doppelt so hoch wie in den USA. »Intransparente Kostenstrukturen und das Abkassieren beim Privatanleger scheinen immer mehr in Mode zu kommen«, kritisiert die SdK.

Sind börsengehandelte Indexfonds für Anleger eine Alternative?

»Transparent«, »günstig« und »leicht handelbar« – das sind die Argumente der ETF-Anbieter. ETF steht für Exchange Traded Funds, börsengehandelte Indexfonds, die die Wertentwicklung eines Index´ abbilden, ohne dass ein Manager aktiv Aktien oder Anleihen auswählt. Anleger verdienen mit ETFs zwar nicht mehr als der Markt, aber auch nicht weniger, sieht man mal von den niedrigen Gebühren ab, die laut SdK-Angaben im Schnitt bei 0,5 Prozent pro Jahr liegen. In den vergangenen sechs Jahren hat sich das ETF-Volumen in Deutschland fast verzehnfacht. Und trotzdem stecken nicht mal drei Prozent der Kundengelder in diesen Produkten. Europaweit sind es 140 Milliarden Euro. In zwei bis drei Jahren sollen es Feri zufolge allerdings schon 500 Milliarden sein. In den USA ist der Markt drei Mal so groß, fast die Hälfte des Geldes kommt von Privatanlegern, in Deutschland nicht einmal ein Fünftel. Dass sich die ETF-Industrie in den letzten Jahren zu einem Wettbewerber der klassischen Fondsanlage gemausert hat, das habe auch mit den Problemen der aktiven Fondsverwalter zu tun, heißt es in der Feri-Studie. Die 550 Mitarbeiter der DWS zum Beispiel verloren 2008 18,7 Milliarden Euro, ihre 20 ETF-Kollegen sammelten hingegen 13,5 Milliarden ein.

Muss ein Fonds überhaupt eine höhere Rendite erwirtschaften als der Markt?

Für institutionelle Anleger sind Indexfonds längst fester Bestandteil des Depots. Ihnen geht es nicht mehr darum, mühsam den richtigen Fonds auszuwählen, sondern darum, ihr Kapital über die einzelnen Anlageklassen zu streuen. So hat Martin Weber, Professor für Bankbetriebslehre an der Uni Mannheim, in einer Studie ermittelt, dass das Rendite-Risiko-Profil eines Depots besonders günstig ist, wenn man es zu 60 Prozent mit Aktien, zu 25 Prozent mit Renten und zu 15 mit Rohstoffen bestückt. Dafür genügten sechs ETFs, sagt Weber. Diese hat er unter dem Label Arero in einen Fonds gepackt, den Anleger für eine Gebühr von 0,45 Prozent pro Jahr erwerben können. Generell gilt: Je liquider der Markt, wie beispielsweise im Dax oder im S&P 500, desto schwieriger ist es für Fondsmanager, sich einen Informationsvorsprung zu verschaffen. Die Rating-Agentur Fitch prognostiziert denn auch, dass es neben vielen Indexfonds künftig nur noch einige Spezialisten geben werde. Je exotischer ein Markt, desto eher lohnt sich ein aktiv verwalteter Fonds, zum Beispiel für Wandelanleihen, für Rohstoffe oder für exotische Schwellenländer.

 
Leser-Kommentare
  1. "20 Prozent Rendite haben Hedgefonds im vergangenen Jahr im Schnitt erwirtschaftet. Und so vermischen sich auch ein wenig Neid und Faszination mit der Angst und der Wut, zumindest wenn sich Privatanleger über Hedgefonds aufregen."

    Warum sollte ich als Privatanleger auf diese Rendite neidisch oder von ihr gar fasziniert sein?

    Der Lyxor MSCI World - ein Indexfonds, welcher grob gesagt die größten Unternehmen der "entwickelten Märkte" abdeckt - hat in den letzten 12 Monaten eine Rendite von 25% abgeworfen... (Im Jahr 2009 war die Rendite sogar noch höher, so dass er nach jedem Verständnis von "im letzten Jahr" besser als der Durchschnitt der Hedgefonds abschnitt.)

    Da überlasse ich die mit hohen Gebühren ausgestatteten Hedgefonds gerne anderen Anlegern.

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