Kriegsopfer Im toten WinkelSeite 2/2

In dekonstruktiver Routine vermag Butler zwar allerlei unheilvolle Normierungen und Denkverbote, die sich auf der Rückseite des westlichen Demokratiediskurses herausgebildet haben, raffiniert auseinanderzulegen, mögliche Auswege aus den Sackgassen müssen indes schon deshalb undeutlich bleiben, da Butler den eigenen toten Winkel ihrer Argumentation sorgsam verbirgt. Michel Foucault folgend, begreift sie Macht als äußerst diffuse Kategorie. Macht sei weder darstellbar noch intentional begreifbar, lediglich der Inszenierungsapparat von Macht zeige sich uns: »die Anweisungen der Armee, die Positionierung der Kameras, die Strafen bei Verstößen gegen die Berichtsvorschriften«.

Macht werde nicht von einer gesellschaftlichen Instanz, nicht von Individuen besessen oder ausgeübt, sondern sei nur als hochkomplexes Kräfteverhältnis beschreibbar. Damit aber haben wir es in dieser Aufsatzsammlung mit dem recht seltsamen Phänomen einer wuchtigen Anklage ohne Adressaten zu tun. Moralisch-politischer Anspruch und diskursanalytische Mittel klaffen pointiert auseinander.

 
Leser-Kommentare
    • Timo K
    • 01.06.2010 um 16:06 Uhr

    Entfernt. Verzichten Sie auf geschmacklose Bemerkungen. Die Redaktion/sh

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    • manheu
    • 01.06.2010 um 16:25 Uhr

    Irre ich mich oder haben islamische Gefangene (ja, nicht einmal Gefallene)nicht schon genug durchlitten, das eine solche Diskussion nötig erscheinen lässt? Wenn Ereignisse wie Abu-Ghuraib oder andere Verbrechen einfach ausgeblendet werden können, dann beweist dies nur die Notwendigkeit dieses Buches und jeder weiteren Betrachtung, die das oben exemplarisch widergegeben, westliche Überlegenheitsgefühl gegenüber einer anderen Kultur erklärbar macht.

    • manheu
    • 01.06.2010 um 16:25 Uhr

    Irre ich mich oder haben islamische Gefangene (ja, nicht einmal Gefallene)nicht schon genug durchlitten, das eine solche Diskussion nötig erscheinen lässt? Wenn Ereignisse wie Abu-Ghuraib oder andere Verbrechen einfach ausgeblendet werden können, dann beweist dies nur die Notwendigkeit dieses Buches und jeder weiteren Betrachtung, die das oben exemplarisch widergegeben, westliche Überlegenheitsgefühl gegenüber einer anderen Kultur erklärbar macht.

    • manheu
    • 01.06.2010 um 16:25 Uhr

    Irre ich mich oder haben islamische Gefangene (ja, nicht einmal Gefallene)nicht schon genug durchlitten, das eine solche Diskussion nötig erscheinen lässt? Wenn Ereignisse wie Abu-Ghuraib oder andere Verbrechen einfach ausgeblendet werden können, dann beweist dies nur die Notwendigkeit dieses Buches und jeder weiteren Betrachtung, die das oben exemplarisch widergegeben, westliche Überlegenheitsgefühl gegenüber einer anderen Kultur erklärbar macht.

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    "die das oben exemplarisch widergegeben, westliche Überlegenheitsgefühl gegenüber einer anderen Kultur erklärbar macht."

    Der Versuch dem Westen eine Art Herrenmenschentum zu unterstellen einfach aus der Tatsache heraus das wir Erfolgsrezepte unserer Breitengrade, wie Demokratie als per se höherwertig einschätzen als Stammestraditionen, die nicht selten an pure Barbarei grenzen, ist besonders perfide aber immer wieder gerne gebracht.

    Was wäre ihnen lieber ? Nicht Einmischung, wenn die Leute in Afgahnistan ihr eigenes Terrorregime aufbauen ?
    Nein, das ist dann auch wieder nicht recht.

    "die das oben exemplarisch widergegeben, westliche Überlegenheitsgefühl gegenüber einer anderen Kultur erklärbar macht."

    Der Versuch dem Westen eine Art Herrenmenschentum zu unterstellen einfach aus der Tatsache heraus das wir Erfolgsrezepte unserer Breitengrade, wie Demokratie als per se höherwertig einschätzen als Stammestraditionen, die nicht selten an pure Barbarei grenzen, ist besonders perfide aber immer wieder gerne gebracht.

    Was wäre ihnen lieber ? Nicht Einmischung, wenn die Leute in Afgahnistan ihr eigenes Terrorregime aufbauen ?
    Nein, das ist dann auch wieder nicht recht.

  1. dass die Aufgliederung der Menschen in UNS und DIE ANDEREN seit der Steinzeit als Mittel der Gruppensolidarisierung funktioniert.

    Ich frage mich, wie lange es dauert, bis die Autorin das selber zu spüren bekommt, indem sie in die Ecke der "Rechten", der Homophoben, der Islamismussympathisanten bla bla abgeschoben wird. Man muss solche Meinungen nicht äußern, um abgestempelt zu werden - weil's bequem ist.

  2. Hallo
    Gender ist weder eine Theorie, geschweige denn eine Wissenschaft, sondern eine Glaubensrichtung mit totalitärem Anspruch.
    Interessanter Weise versucht hier eine "Gender" Prophetin Mitleid für genau die Anhänger einer Religion zu wecken, die für Sie und ihre GlaubensgenossInnen nicht die geringste Verwendung haben.
    Gruss
    Rene

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    Besser kann man die Irrationalität von Frauen, die für isalmistische Gotteskrieger eintreten, nicht in Worte fassen.

    • monz
    • 02.06.2010 um 11:43 Uhr

    Man muss also politisch und religiös übereinstimmen um mit anderen Mitleid zu haben, oder auf bigotte Verhaltensweisen gegenüber dieser "Gruppe" hinzuweisen? So ein Unsinn!

    Besser kann man die Irrationalität von Frauen, die für isalmistische Gotteskrieger eintreten, nicht in Worte fassen.

    • monz
    • 02.06.2010 um 11:43 Uhr

    Man muss also politisch und religiös übereinstimmen um mit anderen Mitleid zu haben, oder auf bigotte Verhaltensweisen gegenüber dieser "Gruppe" hinzuweisen? So ein Unsinn!

    • TDU
    • 01.06.2010 um 17:14 Uhr

    Aus der behaupteten Annahme, dass wir alle selektiv trauern würden, folgert sie die Notwendigkeit der Akzeptanz anderer Vorstellungen und die Hinterfragung der eigenen.

    Dabei sind die Gegner bewaffneter Auseinandersetzung denknotwendigerweise auch um das Wohl der anderen besorgt. Und die Toten der Terroranschläge werden von den eigenen Leuten in Kauf genommen.

    Und der eigene Standpunkt, die eigene Wertentscheidung wird als apriori gegen die andere gerichtet angesehen und ist daher möglichst auf zu geben. Dieses strukturelle Denken eröffnet doch der Willkür die Möglichkeiten. Man ersetzt eben die vorher behauptete Macht durch eine gewollte andere.

    Um das friedlich hinzu kriegen, empfiehlt man die indifferente Anpassung und Harmonisierung und stellt damit gerade die Machtfrage in den Vordergrund. Das fördert nicht den friedlichen Diskurs und das gegenseitige Zugeständnis. Man überlässt die Herrschaft dem sich "zufällig" Herausbildenden.

    Dabei fragt sie nicht mal nach dem Inhalt. Wen interessiert, was jemand über Homosexualität denkt, wenn dieser keine Macht hat, die Gesetze in irgendeiner Weise zu beeinflussen oder er gegen Homosexuelle gewalttätig wird.

    Die Gesinnung ist unwichtig. Interessant und wichtig wird es doch da, wo Anschauungen verbindliche Setzung werden. Und da darf gestritten werden, und es ist erst mal rein gar nichts auf zu geben, was sich an Werten gebildet hat.

    Das deutsche Grundgesetz ist nicht gemacht, um andere auszugrenzen.

  3. Unfassbar. Wer tötet Menschen, die im Krankenhaus liegen - also Hilflose im wahrsten Sinne des Wortes ...
    "At least four gunmen attacked a hospital in Pakistan's eastern city of Lahore on Tuesday morning, killing up to a dozen people and holding several hostage before escaping, a senior doctor told Reuters.
    http://www.reuters.com/ar...

    Frau Butler prangert diese Morde an Unschuldigen, so wie die regelmäßigen Anschlägen auf Moscheen und Märkte nicht an - vermutlich, weil die Täter auch Muslime waren und keine Westler [...] Bitte bleiben Sie sachlich. Die Redaktion /ft

  4. Also ich soll die Toten der Gegenseite bedauern ?
    Die Toten die von unseren Soldaten erschossen wurden weil sie versuchten sie zu töten ?
    Nein danke, nicht mit mir.

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    • monz
    • 02.06.2010 um 11:45 Uhr

    funktioniert Krieg und seine perfide Propaganda. Das sag nochmal einer die Deutschen seien geläutert.

    • monz
    • 02.06.2010 um 11:45 Uhr

    funktioniert Krieg und seine perfide Propaganda. Das sag nochmal einer die Deutschen seien geläutert.

  5. "die das oben exemplarisch widergegeben, westliche Überlegenheitsgefühl gegenüber einer anderen Kultur erklärbar macht."

    Der Versuch dem Westen eine Art Herrenmenschentum zu unterstellen einfach aus der Tatsache heraus das wir Erfolgsrezepte unserer Breitengrade, wie Demokratie als per se höherwertig einschätzen als Stammestraditionen, die nicht selten an pure Barbarei grenzen, ist besonders perfide aber immer wieder gerne gebracht.

    Was wäre ihnen lieber ? Nicht Einmischung, wenn die Leute in Afgahnistan ihr eigenes Terrorregime aufbauen ?
    Nein, das ist dann auch wieder nicht recht.

    Antwort auf "Manch anderen auch..."
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    • manheu
    • 01.06.2010 um 20:51 Uhr

    Die von Ihnen aus meinem Kommentar zitierte Textstelle bezog sich auf den inzwischen gelöschten ersten "Beitrag", nicht auf den gesamten ZEIT-Artikel.
    Ich habe daher auch nicht von "dem Westen" gesprochen, denn diese Bezsichnung ist so unscharf, dass sie kaum die Bandbreite (die wir ja bereits an unseren gegenteiligen Meinungen sehen können)der Standpunkte umfassen kann.

    Und ja, eine Nichteinmischung wäre mir in der Tat lieber, da diese ohnehin nur einseitig begründbar ist. Denn ob nun Stammessysteme "nicht selten an pure Barberei grenzen", ist eine Aussage, die Sie völlig subjektiv treffen. Die Argumente auf der Gegenseite dürften den ihren interessanterweise ähneln.
    Den Ansatz des besprochenen Buches, wie kulturelle Eigenheiten (im "westlichen" Fall die sittlichen Freiheiten, im "östlichen" die sittliche Strenge) als Argumente gegen die jeweils andere Kulturen umgemünzt werden, finde ich daher absolut interessant und überlegenswert.

    • manheu
    • 01.06.2010 um 20:51 Uhr

    Die von Ihnen aus meinem Kommentar zitierte Textstelle bezog sich auf den inzwischen gelöschten ersten "Beitrag", nicht auf den gesamten ZEIT-Artikel.
    Ich habe daher auch nicht von "dem Westen" gesprochen, denn diese Bezsichnung ist so unscharf, dass sie kaum die Bandbreite (die wir ja bereits an unseren gegenteiligen Meinungen sehen können)der Standpunkte umfassen kann.

    Und ja, eine Nichteinmischung wäre mir in der Tat lieber, da diese ohnehin nur einseitig begründbar ist. Denn ob nun Stammessysteme "nicht selten an pure Barberei grenzen", ist eine Aussage, die Sie völlig subjektiv treffen. Die Argumente auf der Gegenseite dürften den ihren interessanterweise ähneln.
    Den Ansatz des besprochenen Buches, wie kulturelle Eigenheiten (im "westlichen" Fall die sittlichen Freiheiten, im "östlichen" die sittliche Strenge) als Argumente gegen die jeweils andere Kulturen umgemünzt werden, finde ich daher absolut interessant und überlegenswert.

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