Synthetisches Bakterium Ein Schöpfungsakt
Wissenschaftler erzeugten Zellen mit synthetischem Erbgut. Kann die Biologie nun klären, was die Natur des Lebens ist?
© John D. Mchugh/AFP/Getty Images

Ein konservierter menschlicher Embryo, gezeigt in einer Londoner Ausstellung
Die Liste der Zutaten ist kurz. Viel Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff, reichlich Stickstoff, dazu Phosphor und etwas Schwefel. Schließlich Salze, eine Prise Kobalt, Zink und Mangan. Man könnte damit Felder düngen. Oder Leben erschaffen.
Die genaue Rezeptur, die aus Elementen toter Materie belebte Natur entstehen ließ, ist indes seit vier Milliarden Jahren verschollen. Damals war sie ganz offensichtlich ein Volltreffer. Schon bald nach der Entstehung der ersten, noch primitiven Lebewesen wimmelte es auf der Erde: Bakterien, Einzeller, Pilze, die Pflanzen und schließlich die Tiere entstanden – Leben erwies sich als Erfolgsrezept.
Ein Stoff aus Retorten und Maschinen erwacht erstmals zum Leben

Man nennt ihn auch "Herr der Gene". Als erster Wissenschaftler sequenzierte der 1946 geborene Biochemiker das menschliche Genom. Heute forscht er an seinem eigenen Institut an zwei Standorten in den USA. Craig Venters Arbeiten sind zum Teil ethisch umstritten – gleichzeitig gilt er als Genetik-Pionier.
Bis heute ist es nicht gelungen, die atemberaubende biologische Vielfalt auch nur annähernd zu erfassen, geschweige denn, ihre Urkraft zu entschlüsseln. Sicher ist nur: Alles Lebendige auf Erden stammt von einem unbekannten Protowesen aus der Frühzeit des Planeten ab. Wie aber ist jener Funke beschaffen, der das Feuerwerk der organischen Natur zündete – und das Leben bis heute am Laufen hält? »An welcher Stelle tritt der entscheidende Übergang von toter zu lebender Materie ein?«, grübelt der Chemiker Helmut Schwarz von der Technischen Universität Berlin , einer der Besten seiner Zunft. »Das können wir bis heute nicht sagen.«
Nun tritt ausgerechnet die jüngste Disziplin der Biowissenschaften an, eine Antwort zu geben: Die Synthetische Biologie will Lebewesen gezielt verändern, ihre inneren Prozesse steuern, gar neue Kreaturen erschaffen. Im Verein mit der Genomforschung dringt sie dabei zum Kern des Lebens vor. Wie weit sie schon gekommen ist, zeigte sich am Freitag vergangener Woche.
Im Fachblatt Science präsentierte der Forschungsvisionär Craig Venter seinen jüngsten Coup. In den Labors seines privaten J. Craig Venter Institute (JCVI) in Rockville, Maryland, erschufen Wissenschaftler einen Mikroorganismus, der vollständig von künstlich synthetisiertem Erbgut kontrolliert wird – das in Maschinen aus toten Atomen entstand. Und, diese Kreatur wächst und vermehrt sich: »Mein Gott – es lebt«, erschauerte die Frankfurter Rundschau .
Ein erster Hauch künstlichen Lebens: Craig Venter verkündet das erste künstlich hergestellte Bakterium
Schon im Jahr 1998 hatte Venter mit dem Start seines legendären Wettlaufs gegen das internationale Projekt zur Entzifferung des Humangenoms weltweit Aufsehen erregt. Die Feuilletons feierten ihn als Gen-Guru. Nicht minder groß war die Aufregung, als er versprach, Leben zu erzeugen. Künstlich programmierte Zellen, erklärte Venter, könnten die Prinzipien des Lebens deutlich machen und ganz nebenbei die Welt von Energieproblemen befreien, Arzneimittel produzieren oder verseuchte Böden reinigen.
Vier spektakuläre Experimente hat sein Team, zu dem einige der Klügsten in Sachen Technologie und Theorie zählen, seitdem durchgeführt:
Auf einer Pressekonferenz verkündet Craig Venter die Ergebnisse seiner Arbeit
Die Wissenschaftler perfektionierten das Verfahren der Genomtransplantation. Erstmals gelang die Übertragung der kompletten Erbinformation aus einer Bakterienart in eine andere.
2006 befreiten sie das Erbgut der Bazille Mycoplasma genitalum von allem verzichtbaren Ballast und definierten das genetische Minimum, ohne das eine Zelle nicht existieren kann, einen essenziellen Code aus weniger als 400 Genen.
2008 gelang die Rückverwandlung digitalisierter Erbinformation in Biomaterie. Anhand der Datenbankcodes bauten die Forscher das bakterielle Erbmolekül Stück für Stück wieder zusammen.
Jetzt hat Venters Team in einem vierten und entscheidenden Schritt synthetisches Erbgut zum Leben erweckt. Übertragen in die Zellhülle einer fremden Bakterienart, übernahm das Kunstmolekül die Steuerung der Lebensfunktionen. Unter seinem Kommando verwandelten sich die fremden Mikroben in Angehörige jener Spezies, von der die Vorlage für das synthetische DNA-Transplantat stammte.
- Urstoff
Ein Element wie das Wasser oder die Luft sei die Ausgangssubstanz des Lebens: Diese Theorie eines Urstoffs vertritt vor 2500 Jahren der griechische Philosoph Thales. Später stellt Empedokles die These auf, eine gleichmäßige Mischung der Elemente Feuer, Wasser, Luft und Erde sei Voraussetzung für die Entstehung von Leben.
- Lehre vom Leben
1774 postuliert der Mannheimer Botaniker Friedrich Casimir Medicus eine geheimnisvolle »Lebenskraf «. Im 18. Jahrhundert streiten Naturforscher intensiv darüber, ob es nicht zwei grundsätzlich voneinander getrennte Wissenschaftsbereiche geben müsse: das Gebiet des Belebten und das des Unbelebten. Als Lehre vom Leben erfindet der Bremer Arzt Gottfried Reinhold Treviranus das Fach Biologie . »Die Gegenstände unserer Nachforschungen«, schreibt er, sollen »die verschiedenen Formen und Erscheinungen des Lebens seyn, die Bedingungen und Gesetze, unter welchen dieser Zustand statt findet, und die Ursachen, wodurch derselbe bewirkt wird«.
- Forschung
Alle Lebewesen, egal, ob Pflanze oder Tier, sind aus Zellen aufgebaut , das entdeckt der Kölner Biologe Theodor Schwann im 19. Jahrhundert. »Omnis cellula e cellula« – alle Zellen entstehen aus Zellen, postuliert der Berliner Arzt Rudolf Virchow.
Der deutsche Anatom Wilhelm Roux verfolgt, wie aus einem befruchteten Ei ein komplexer Organismus wird, und begründet so die Entwicklungsbiologie .
Mit seinem Ursuppen-Experiment simuliert der 22-jährige Amerikaner Stanley Miller 1953 in einem Glaskolben die Bedingungen auf der unbelebten Erde. Aus Wasser, Ammoniak, Methan und Wasserstoff entstehen mittels elektrischer Entladungen einfache biologische Moleküle.
Der Amerikaner Francis Crick und der Brite James Watson entschlüsseln 1953 die Struktur des Erbmoleküls DNS. Für ihre Arbeit werden sie mit dem Nobelpreis ausgezeichnet.- Craig Venter
Der US-Unternehmer Craig Venter legt im Jahr 2000 gemeinsam mit seinem staatlich geförderten Konkurrenten Francis Collins und dessen weltweit vernetzten Kollegen einen Rohentwurf des menschlichen Genoms vor. Der öffentlich zugängliche Text umfasst drei Milliarden Buchstaben.
Was ist Leben? Die Tübinger Biologie-Nobelpreisträgerin Christiane Nüsslein-Volhard zählt auf: »Lebende Wesen können wachsen, sich selbst vermehren. Leben erzeugt komplexe, geordnete Strukturen. Die dabei verwendete Energie kommt aus dem Sonnenlicht.«
Der konvertierte Organismus, erklärt Venter ohne jede Bescheidenheit, sei »die erste selbstreplizierende Spezies, dessen Eltern eine Computerdatei« seien. Kein promethischer Funkenschlag wie in Mary Shelleys literarischer Vorlage war nötig, um den Frankenkeim in Maryland zu wecken, seine vitale Essenz ist Information, verschlüsselt in der Buchstabenfolge des Retortenmoleküls mit dem kryptischen Namen JCVI-syn1.0. Spätestens jetzt scheint Rudolf Virchows Überzeugung, jede Zelle entstehe aus einer Zelle (»omnis cellula e cellula«), überholt.
Ganz aus dem Nichts entstand Venters Geschöpf indes nicht. Sein Team benötigte für das Experiment nahezu intakte Zellen. Doch die künstliche Herstellung aller anderen notwendigen Komponenten wird in Labors weltweit vorangetrieben. Das Leben gehe zwar weiter, heißt es im elitären Naturwissenschaftler-Onlineforum Edge, »doch es wird nie mehr wie vorher sein«.
Ist Leben eine fundamentale Eigenschaft von Materie?
Für Venter ist es ein schöpferischer Triumph. Sein faustischer Erkenntnisdrang aber erzeugte stets auch Unbehagen bei Ethikern, Theologen oder Politikern und erst recht bei Biowissenschaftlern selbst. Für manche von ihnen ist »Darth Venter« mit der dunklen Seite der Macht im Bunde. »Celera – Speed matters«, schrieb er seinem Unternehmen auf die Fahne, als er gegen das von ihm als kleinkrämerisch und behäbig geschmähte staatliche Humangenom-Konsortium antrat. Was ihm dafür an Häme entgegenschlug, hat er nicht vergessen. Und demonstriert bei passender Gelegenheit alttestamentarische Rachsucht. Diesmal, indem er vor aller Welt in der größten Wunde der Biozunft herumstocherte.
Sein Erfolg, gab er zu Protokoll, sei nicht bloß ein technologischer Fortschritt, sondern zugleich auch ein philosophischer Durchbruch. Nach seiner Pioniertat könne die Biologie nun endlich ihr Kernproblem anpacken.
Tatsächlich sieht sich die Lebenswissenschaft mit einer unbequemen Wahrheit konfrontiert. Eine universelle Erklärung des Lebens hat das Fach Biologie – immerhin abgeleitet von griechisch bios (Leben) und logos (Lehre) – nie zustande gebracht. Stoffwechsel, Wachstum, Fortpflanzung: Die Lehrbücher kommen kaum über eine phänomenologische Definition von Leben hinaus. »Die Biologie hat keine Theorie«, sagt der Wissenschaftshistoriker Ernst-Peter Fischer. Immerhin, endgültig zu Grabe getragen erscheint nun die Idee einer vis vitalis , der immateriellen Lebenskraft, die allem Organischen innewohne – eine Vorstellung, die esoterisch gestimmte Zeitgenossen bis heute umtreibt.
Doch erklären die naturwissenschaftlichen Theorien der Lebensentstehung wirklich mehr? Zufällige chemische Reaktionen ließen, so die Lehrmeinung, in der Ursuppe der frühen Ozeane nach und nach biologische Moleküle entstehen, unter denen sich erste Lebenserscheinungen zeigten – primitive Stoffwechselprozesse, eiweißartige Verbindungen und kurze Nukleinsäuren, die Vorläufer von Erbmolekülen. Von den Molekülen der Ursuppe zu den gewaltigen Architekturen biologisch wirksamer Atomverbände, von der ersten Zelle bis zum Menschen scheint es eine Kette von Zufällen, Unfällen und Zwischenfällen zu sein, in der die Komplexität des Bestehenden wuchs, bis das Entstehende neue Eigenschaften hervorbrachte. Was wäre, wenn Leben eine fundamentale Eigenschaft der Materie ist, ein zwangsläufiges Resultat der Naturgesetze, wie der belgische Biochemiker und Nobelpreisträger Christian de Duve postulierte? Wenn dieser Lebensfunke bereits mit dem Urknall entstand, dürfte das Universum allerorten von Aliens bevölkert sein.
Gegenwärtig mühen sich die Biologen, alle Lebensvorgänge einer Zelle, ihre Wechselwirkungen mit dem Gesamtorganismus und mit der Umwelt vollständig zu erfassen. Doch ist das überhaupt möglich? Und wenn ja, kann man diese Daten auch zu einer Simulation des Lebens zusammensetzen, wie es etwa dem US-Biologen Leroy Hood vorschwebt? Man könne Leben verstehen wie ein Radio: indem man erst dessen Einzelteile untersucht und dann herausfindet, wie sie zusammenarbeiten.
Die Forscher hoffen auf eine epochale Erleuchtung
Hood ist einer der brillantesten Köpfe der Biowissenschaften, Vordenker der neuen Disziplin der Systembiologie. Die Revolution der Genomforschung habe nicht nur die biologische Arbeit selbst dramatisch verändert, erklärte er schon Ende 2008 bei einer Tagung in Heidelberg, »sie wird unser Verständnis von Biologie umstürzen«.
Ein erster Hauch künstlichen Lebens: Craig Venter verkündet das erste künstlich hergestellte Bakterium
Tatsächlich spürt man in der Forscherszene die Ahnung einer epochalen Erleuchtung; als sei ein Einstein der Biologie auf dem Weg, mit einer Relativitätstheorie des Lebens der Forschung wie der Philosophie neue Dimensionen zu eröffnen. So eine Gestalt hat es in der Geschichte der Biologie bisher nur einmal gegeben. Mit Charles Darwin begann eine gewaltige Umwälzung – seine Einsicht war der erste bedeutende Einbruch analytischen Denkens in eine bis dahin nur beschreibende Disziplin. Doch die Evolutionstheorie erklärt nur die Vielfalt des Lebens, nicht aber das Leben selbst.
Schon vor Venters Experimenten hatten Theoretiker eine radikal neue Sichtweise auf das Mysterium formuliert. »Leben«, sagt Leroy Hood, »ist Information.« Ähnlich wie Darwin auf seinen Expeditionen in die Natur suchen heutige Forscher im Erbgut nach der Lösung des Lebensrätsels. So wie Darwin Tiere und Pflanzen sammelte und verglich, suchen sie bei der Durchleuchtung der Geninformationen von Lebewesen nach zentralen Mustern. Derzeit wird das Erbgut von 1000 Menschen entziffert, bald sollen die Erbdaten von 10.000 Wirbeltierarten decodiert werden. Mit den Ergebnissen solcher und weiterer Projekte ließe sich sogar die Evolution des Lebenscodes bis weit in die Urgeschichte des Planeten rekonstruieren.
Die Decodierung liefert gewaltige Datenmengen – und die Biologie durchlebt dabei die nächste Transformation: Sie wird zu einer Informationswissenschaft. Nur noch spezielle Algorithmen auf Großrechnern können die Datenflut bewältigen und scheinen die irritierende Erkenntnis immer wieder zu bestätigen: Leben ist tatsächlich Information – und sonst gar nichts.
Auch Venters Informationstransplantationsexperiment scheint diese These zu bestätigen. Doch was bedeutet das? Welches noch unerkannte Gesetz steckt in den Datenmassen, die die Sequencer ausspucken? Mit der Antwort auf diese Frage gewänne der Mensch umfassende Schöpfungsgewalt: Das Machbare wäre, wie Venter sagt, »nur noch durch unsere Vorstellungskraft begrenzt«.
Es ist paradox. Während die Datenbanken exponentiell anwachsen, obwohl aufregende neue Werkzeuge greifbar werden, mangelt es am Wesentlichen – an der Vorstellung vom eigenen Forschungsgegenstand. Derzeit seien die Verständnislücken der Biologie beklagenswert, sagte der Genetiker Leonid Kruglyak von der Universität Princeton kürzlich im Fachblatt Nature: Man stelle sich vor, Physiker hätten den Teilchenbeschleuniger LHC in Genf gebaut, ohne die Gesetze der Quantenmechanik und die Relativitätstheorie zu kennen. »Die würden all diese Elementarteilchen in ihren Detektoren sehen, hätten aber keine Ahnung, was sie davon halten sollen. Denn die Ausschläge der Messgeräte würden durch Prozesse hervorgerufen, die man nicht im Mindesten verstünde.«
Das Gefühl, in einer Sackgasse zu stecken, treibt die Forscher zur Verzweiflung. »Wir haben uns vorgegaukelt, das Genom sei eine transparente Blaupause des Lebens«, klagt der Zellbiologe Mel Greaves vom britischen Institute of Cancer Research. »Aber das ist es nicht.« Inzwischen erscheint das Genom eher wie ein waberndes Kontinuum denn wie ein lineares Buch. In ihm stecken nicht nur die Bauanleitungen der Körpereiweiße. Der Quellcode des Lebens hat viele Kommandohierarchien, steckt voller sich ständig wandelnder Steuersätze. Ein ordnendes Prinzip ist bislang nicht erkennbar. Ungeahnt komplex erscheint auch die zelluläre Mechanik, welche die Kommandos ausführt. Proteine, Signal- und Botenstoffe – schon die Kommunikationssysteme einer Zelle scheinen wie in einem undurchdringlichen Netz miteinander verwoben.
Je weiter die Forscher in das Innere des Organischen vordringen, desto mehr Ebenen der Komplexität tun sich ihnen auf. »Es ist, als ob wir auf einen Berg steigen, der beständig wächst«, sagt die Biologin Jennifer Doudna von der University of California in Berkeley. »Je mehr wir wissen, desto mehr erkennen wir, was wir nicht verstehen.« Kann man da erwarten, alles in diesem expandierenden Universum des Lebens irgendwann zu verstehen?
Craig Venter mag Schöpfungsfantasien hegen, wahr gemacht hat er sie nicht
Unter Experten lässt sich daher trefflich darüber streiten, wie viel künstliches Leben Venters Forschertruppe tatsächlich erzeugt hat. Denn die wirkliche Neuschöpfung einer Kreatur, wie sie zuvor auf der Erde noch nie existierte, liegt noch weit jenseits der technischen Möglichkeiten der Labors. Bislang haben Venter und sein Team eher eine Kopie dessen geliefert, was die Natur erfand.
J. Craig Venter mag Schöpfungsfantasien hegen, wahr gemacht hat er sie noch lange nicht. Venter habe kein neues Leben erfunden, urteilt der Nobelpreisträger David Baltimore, »er hat es nachgemacht«. Bislang ist Homo Faber nur ein Homo Plagiator und das Leben noch ein Geheimnis.
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- Datum 27.05.2010 - 08:43 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 27.05.2010 Nr. 22
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Ein konservierter Embryo hat überhaupt nichts mit der Meldung zu tun, dass ein großes DNA Molekül synthetisiert wurde und in ein Bakterium übertragen wurde. Warum macht eine seriöse Zeitung wie die Zeit so etwas? Für solche populistischen und sinnfreien Aktionen gibt es die Bild Zeitung.
Im übrigen handelt es sich bei dem Experiment von Herrn Venter nicht um einen "Schöpfungsakt", sondern um die sehr akkurate Synthese eines für heutige Maßstäbe großen DNA Moleküls und die Übertragung in eine (bestehende, nicht künstlich erzeugte) Bakterienzelle.
Jemand, der die Festplatte in seinem Computer wechselt, kann auch nicht sagen, er hätte einen Computer gebaut.
Wieso macht eine Zeitung sowas? Vielleicht, weil der Chefredaktor als Katholik gewisse blind spots im Denken hat, bzw. sein Weltbild gegen die Realität verteidigt sehen will? Es ist heute selten, auch in der Qualitätspresse, wertungsneutrale Berichte zu solch "heiklen", religiös-ideologisch verminten Themen zu lesen. Mit "Fakten" verkaufen sich wahrscheinlich weniger Exemplare als mit "Meinungen".
Wieso macht eine Zeitung sowas? Vielleicht, weil der Chefredaktor als Katholik gewisse blind spots im Denken hat, bzw. sein Weltbild gegen die Realität verteidigt sehen will? Es ist heute selten, auch in der Qualitätspresse, wertungsneutrale Berichte zu solch "heiklen", religiös-ideologisch verminten Themen zu lesen. Mit "Fakten" verkaufen sich wahrscheinlich weniger Exemplare als mit "Meinungen".
"Spätestens jetzt scheint Rudolf Virchows Überzeugung, jede Zelle entstehe aus einer Zelle (»omnis cellula e cellula«), überholt."
Was hat er mit der geschaffenen DNA gemacht? In eine existierende Zelle eingefügt.
Meines Erachtens hat man nichts anderes als einen Virus (d.h. tote Materie) geschaffen und keine Leben.
Ein Virus koppelt sich auch nur an eine intakte Zelle an und ersetzt deren Erbgut zum größten teil mit seinem.
Das wunder des Lebens ist nicht das es Einzeller unterschiedlicher art gibt, sondern Nukleinsäuren in der Umwelt zu einem Gebilde zusammen fügen können das sich selbst reproduzieren kann. Zufällige Aneinanderkettungen sind mathematisch gesehen an sich so gut wie unmöglich und doch muss es in der Erdgeschichte an einem so frühen Zeitpunkt der Fall gewesen sein um von einem plötzlichen zusammenfügen am Punkt der vom Umfeld überhaupt erst möglichen umstände(Temperatur, Strahlungsniveau) zu sprechen.
Sehr interessanter Artikel.Ich finde es immer wieder erstaunlich,wie weit unsere Spezies durch Technologie,Forschung und Bildung mittlerweile gekommen ist.Und obwohl ich die Anstrengungen der Wissenschaftler in diesen Bereichen durchaus begrüße,wird mir von Zeit zu Zeit schon ein wenig mulmig ums Herz.Die Erwähnung von Mary Shelleys Klassiker Frankenstein und der Bezug dieses Buches zum oft als Träumerei oder Übertreibung abgefertigten Genre der Science Fiction Literatur drückt dieses Gefühl ziemlich treffend aus.Wenn solche Experimente am Ende der Entwicklung dazu führen sollten, dass der Mensch alleine entscheidet,welches Leben entsteht und was dieses Leben ausmacht,dann hoffe ich dass wir uns rechtzeitig mit Fragen der Moral und Ethik befassen.Ungern würde ich mich wie der Protagonist von Wells' Island of Dr.Moreau an einem Ort wiederfinden,an dem ich von seltsamen menschlichen Kreationen umringt bin um mich dann zu fragen:"Wieso haben wir das eigentlich nicht vorhergesehen?"
Dystopien und Utopien werden von solchen Nachrichten natürlich gleichermaßen genährt.
Die Art und Weise,wie mit dem Thema genetic engineering,Klonen und Gentechnologie zumindest hier in Deutschland umgegangen wird,lässt mich hoffen,dass die richtigen Fragen zum richtigen Zeitpunkt gestellt werden.Ich hoffe,die Politik verschläft diesen nicht.
Bis dahin werde ich wohl weiterhin gespannt als Zaungast zusehen,wie sich unsere Möglichkeiten entwickeln. Angst wäre falsch,grenzenloser Optimsmus aber auch.
das wir in Deutschland eine sehr Konservative Standpunkt auf genetic engineering hegen hat jedoch leider nichts mit dem Weltweiten Standpunkt zu tun.
Wenn man Amerikanische oder Chinesische Firmen mit ihrem trial and error denken am Tier und Pflanzen Genom unter Freilandbedingungen herum Experimentieren sieht wird einem ganz schwarz vor Augen.
Ein Atomkrieg unter Großmächten würde weltweit die Zivilisation auslöschen. Die Menschheit an sich würde jedoch wenn auch auf einer ganz anderen Basis wahrscheinlich überleben.
Bei der Gentechnik bin ich mir nicht so sicher. Sei es Algen, Bakterien die z.b. ein Zigfaches an Wasserstoff produzieren oder durch das verbessertes Genomverständnis auf Resistenz getrimmte Viren, Bakterien gibt den Menschen ganz andere Möglichkeiten ihre Destruktivität
Ausdruck zu verleihen.
Ich hoffe ich sehe das zu pessimistisch
das wir in Deutschland eine sehr Konservative Standpunkt auf genetic engineering hegen hat jedoch leider nichts mit dem Weltweiten Standpunkt zu tun.
Wenn man Amerikanische oder Chinesische Firmen mit ihrem trial and error denken am Tier und Pflanzen Genom unter Freilandbedingungen herum Experimentieren sieht wird einem ganz schwarz vor Augen.
Ein Atomkrieg unter Großmächten würde weltweit die Zivilisation auslöschen. Die Menschheit an sich würde jedoch wenn auch auf einer ganz anderen Basis wahrscheinlich überleben.
Bei der Gentechnik bin ich mir nicht so sicher. Sei es Algen, Bakterien die z.b. ein Zigfaches an Wasserstoff produzieren oder durch das verbessertes Genomverständnis auf Resistenz getrimmte Viren, Bakterien gibt den Menschen ganz andere Möglichkeiten ihre Destruktivität
Ausdruck zu verleihen.
Ich hoffe ich sehe das zu pessimistisch
Ich finde diese Entwicklung durchaus faszinierend. Man muss sich nur vorstellen, welche Möglichkeiten sich mit solchen Organismen eröffnen. Wie schon im Artikel erwähnt,
"[...]ganz nebenbei die Welt von Energieproblemen befreien, Arzneimittel produzieren oder verseuchte Böden reinigen."
Mich wundert eigentlich nur, das nach den drei Stunden, die dieser Artikel online ist, noch kein Kritiker seine Wut und seinen Hass über den Fortschritt in dieses Forum ergossen hat.
Man muss immer bedenken, das es sich hier um einzellige Organismen handelt und nicht, wie das Titelbild zu diesem Artikel (Was auch immer der Autor sich dabei gedacht hat), um höhere Lebewesen oder Säugetiere.
Ich denke man sollte die Wahl des Titelbildes noch einmal überdenken und vielleicht durch etwas Passenderes ersetzen.
Und nur ein paar Worte an "#1 zeithabender". Sie saehn mal genauso "ekelig" aus und würden sie einen Blick in ihr (physischs) Innere wagen, würden sie feststellen, das sie immer noch "ekelig" aussehen. Das ist doch eine sehr subjektive Sicht der Dinge und hat nichts mit der Wissenschaftlichkeit dieses Artikels zu tun.
Ich kann nur hoffen, dasdiese Entwicklung nicht im Keim erstickt wird, sondern das ich in meinem Studium neben der Gentechnik auch die synthetische Biologie, zumindest in einem kleinen Exkurs, erleben und erfahren darf.
das wir in Deutschland eine sehr Konservative Standpunkt auf genetic engineering hegen hat jedoch leider nichts mit dem Weltweiten Standpunkt zu tun.
Wenn man Amerikanische oder Chinesische Firmen mit ihrem trial and error denken am Tier und Pflanzen Genom unter Freilandbedingungen herum Experimentieren sieht wird einem ganz schwarz vor Augen.
Ein Atomkrieg unter Großmächten würde weltweit die Zivilisation auslöschen. Die Menschheit an sich würde jedoch wenn auch auf einer ganz anderen Basis wahrscheinlich überleben.
Bei der Gentechnik bin ich mir nicht so sicher. Sei es Algen, Bakterien die z.b. ein Zigfaches an Wasserstoff produzieren oder durch das verbessertes Genomverständnis auf Resistenz getrimmte Viren, Bakterien gibt den Menschen ganz andere Möglichkeiten ihre Destruktivität
Ausdruck zu verleihen.
Ich hoffe ich sehe das zu pessimistisch
Natürlich muss man zunächst einmal die Genmanipulierten Organismen in Laboren vor der Außenwelt abschirmen, so lange sie noch nicht vollständig untersucht sind.
Aber sobald sie "Einsatzfähig" sind kann und sollte man sie auch in die Welt entsenden.
Bestes Beispiel, genetisch Veränderte Pappeln.
Forscher haben Pappeln ein Genstück einer Alge eingebaut, so dass jetzt die Pappel in der Lage ist Schwermetalle wie Arsen, Quecksilber und Bismuth aus dem Boden aufzunehmen und zu speichern.
Die Pappel kann dann abgeholzt werden, als Sondermüll vernichtet werden und der Boden ist sauber.
Es gibt noch zig andere Beispiele für die unglaublichen Möglichkeiten der Gentechnik.
Man muss natürlich verantwortungsbewusst mit dieser Technik umgehen, aber es zu verbieten weil man es nicht versteht und deswegen Angst davor hat. Das macht keinen Sinn.
Selbst bei geneitsch Veränderten Lebensmitteln besteht im Grunde die selbe Gefahr sich zu vergiften, wie bei dem Genuss von mit Afla-Toxinen belastetem Getreide.
http://de.wikipedia.org/w...
Oder werfen sie im Herbst die Blätter ab, wenn sie einen Apfel essen?! ;-)
Natürlich muss man zunächst einmal die Genmanipulierten Organismen in Laboren vor der Außenwelt abschirmen, so lange sie noch nicht vollständig untersucht sind.
Aber sobald sie "Einsatzfähig" sind kann und sollte man sie auch in die Welt entsenden.
Bestes Beispiel, genetisch Veränderte Pappeln.
Forscher haben Pappeln ein Genstück einer Alge eingebaut, so dass jetzt die Pappel in der Lage ist Schwermetalle wie Arsen, Quecksilber und Bismuth aus dem Boden aufzunehmen und zu speichern.
Die Pappel kann dann abgeholzt werden, als Sondermüll vernichtet werden und der Boden ist sauber.
Es gibt noch zig andere Beispiele für die unglaublichen Möglichkeiten der Gentechnik.
Man muss natürlich verantwortungsbewusst mit dieser Technik umgehen, aber es zu verbieten weil man es nicht versteht und deswegen Angst davor hat. Das macht keinen Sinn.
Selbst bei geneitsch Veränderten Lebensmitteln besteht im Grunde die selbe Gefahr sich zu vergiften, wie bei dem Genuss von mit Afla-Toxinen belastetem Getreide.
http://de.wikipedia.org/w...
Oder werfen sie im Herbst die Blätter ab, wenn sie einen Apfel essen?! ;-)
Natürlich muss man zunächst einmal die Genmanipulierten Organismen in Laboren vor der Außenwelt abschirmen, so lange sie noch nicht vollständig untersucht sind.
Aber sobald sie "Einsatzfähig" sind kann und sollte man sie auch in die Welt entsenden.
Bestes Beispiel, genetisch Veränderte Pappeln.
Forscher haben Pappeln ein Genstück einer Alge eingebaut, so dass jetzt die Pappel in der Lage ist Schwermetalle wie Arsen, Quecksilber und Bismuth aus dem Boden aufzunehmen und zu speichern.
Die Pappel kann dann abgeholzt werden, als Sondermüll vernichtet werden und der Boden ist sauber.
Es gibt noch zig andere Beispiele für die unglaublichen Möglichkeiten der Gentechnik.
Man muss natürlich verantwortungsbewusst mit dieser Technik umgehen, aber es zu verbieten weil man es nicht versteht und deswegen Angst davor hat. Das macht keinen Sinn.
Selbst bei geneitsch Veränderten Lebensmitteln besteht im Grunde die selbe Gefahr sich zu vergiften, wie bei dem Genuss von mit Afla-Toxinen belastetem Getreide.
http://de.wikipedia.org/w...
Oder werfen sie im Herbst die Blätter ab, wenn sie einen Apfel essen?! ;-)
Ich meinte Hauptsorge betreffen nicht gentechnisch veränderte Lebensmittel.
Selbst wenn man hier ein unkalkulierbares Risiko eingeht, es sind eben keine Kreuzungen bei dem Tiere und Pflanzen
Die Reproduktionszeit von Nutzpflanzen ist relativ lange sollte es unabsichtlichen Nebenwirkungen beim Verzehr dieser bzw. bei natürlich vorkommenden Kreuzungen von Gen und Naturpflanze kommen gibt es immer noch genügend alternativen.
Meine Sorge betreffen Gentechnisch veränderte Bakterien insbesondere für Industriellen gebrauch. Hier lassen sich die fantastischsten Ergebnisse erzielen da sie nicht auf ein komplexes Lebewesen angepasst werden müssen um so geringer die sorgen bei der Zulassung.
Was im Labor und der Industrie noch hervorragend funktionier kann in der Natur jedoch katastrophale Auswirkungen haben.
Die Destruktivität der Menschen ist im Bezug auf Viren gemeint, können Genetische Manipulationen hier in manchen fällen auch sinnvoll sein z.b. falls eingewanderte Arten beschränken möchte um indigen Pflanzen und Tier Gleichgewichte zu erhalten.
Ist dies auf dem Mensch angewandt eine apokalyptische Vision.
Um auf den Punkt zu kommen. Das genetic engineering ist dem Kreuzen von Arten deswegen, zumindest Theoretisch, Haus hoch überlegen weil es Arten übergreifend angewandt wird.
Ein Ökosystem strebt immer in einer ausgleichenden Tendenz und kann dies durch eine Anpassung von Abwehrverhalten von Nutzpflanze seinem Konsument bewerkstelligen.
Setzten wir der Nutzpflanze eine vom Konsument in seiner Evolution nie dagesessenen Fähigkeit ein wird er eine Anpassung, anders als bei der Kreuzung, nicht schaffe.[Bestenfalls wird er die Nutzpflanze wechseln]
Was sich als erfolg verkaufen läst ist an sich keiner.
Es wird die Nutzpflanze einen (sehr) langen Zeitraum einen Vorteil einräumen das jeglichen anderen Arten, welche um den gleichen Lebensraum kämpfen, vernichten wird.
Was wir Menschen als „Krone der Schöpfung“ in unserer Egozentrischen Weltsicht vergessen ist das wir in dieses Ökosystem eingebettet sind und uns allen vorteilen dieser Bedienen.
Eine auf uns angepasste Verschiebung kann eine kurze Zeitspanne funktionieren, langfristig können eingriffe mit dem Holzhammer den Ast nicht grad biegen sondern nur Brechen.
Ich meinte Hauptsorge betreffen nicht gentechnisch veränderte Lebensmittel.
Selbst wenn man hier ein unkalkulierbares Risiko eingeht, es sind eben keine Kreuzungen bei dem Tiere und Pflanzen
Die Reproduktionszeit von Nutzpflanzen ist relativ lange sollte es unabsichtlichen Nebenwirkungen beim Verzehr dieser bzw. bei natürlich vorkommenden Kreuzungen von Gen und Naturpflanze kommen gibt es immer noch genügend alternativen.
Meine Sorge betreffen Gentechnisch veränderte Bakterien insbesondere für Industriellen gebrauch. Hier lassen sich die fantastischsten Ergebnisse erzielen da sie nicht auf ein komplexes Lebewesen angepasst werden müssen um so geringer die sorgen bei der Zulassung.
Was im Labor und der Industrie noch hervorragend funktionier kann in der Natur jedoch katastrophale Auswirkungen haben.
Die Destruktivität der Menschen ist im Bezug auf Viren gemeint, können Genetische Manipulationen hier in manchen fällen auch sinnvoll sein z.b. falls eingewanderte Arten beschränken möchte um indigen Pflanzen und Tier Gleichgewichte zu erhalten.
Ist dies auf dem Mensch angewandt eine apokalyptische Vision.
Um auf den Punkt zu kommen. Das genetic engineering ist dem Kreuzen von Arten deswegen, zumindest Theoretisch, Haus hoch überlegen weil es Arten übergreifend angewandt wird.
Ein Ökosystem strebt immer in einer ausgleichenden Tendenz und kann dies durch eine Anpassung von Abwehrverhalten von Nutzpflanze seinem Konsument bewerkstelligen.
Setzten wir der Nutzpflanze eine vom Konsument in seiner Evolution nie dagesessenen Fähigkeit ein wird er eine Anpassung, anders als bei der Kreuzung, nicht schaffe.[Bestenfalls wird er die Nutzpflanze wechseln]
Was sich als erfolg verkaufen läst ist an sich keiner.
Es wird die Nutzpflanze einen (sehr) langen Zeitraum einen Vorteil einräumen das jeglichen anderen Arten, welche um den gleichen Lebensraum kämpfen, vernichten wird.
Was wir Menschen als „Krone der Schöpfung“ in unserer Egozentrischen Weltsicht vergessen ist das wir in dieses Ökosystem eingebettet sind und uns allen vorteilen dieser Bedienen.
Eine auf uns angepasste Verschiebung kann eine kurze Zeitspanne funktionieren, langfristig können eingriffe mit dem Holzhammer den Ast nicht grad biegen sondern nur Brechen.
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