Josef Hader "Ich habe mich von der katholischen Erziehung gelöst"Seite 2/2
ZEITmagazin: Gab es Phasen in den letzten Jahren, in denen Sie verzweifelt waren und das Bedürfnis hatten, zu glauben?
Hader: Es gab durchaus Phasen, in denen ich verzweifelt war, aber ich hatte niemals das Bedürfnis, zu glauben.
ZEITmagazin: Was hat Ihnen geholfen?
Hader: Zunächst mal nichts und dann wahrscheinlich ein gewisses Vertrauen in das Leben, dass es naturgemäß aus Aufs und Abs besteht. Mein Leben ist wie eine Achterbahnfahrt. Es ist abwechslungsreich, aber es hat auch Brüche und neue Anfänge.
ZEITmagazin: Macht Ihnen dieses Achterbahnfahren nicht Angst?
ZEITmagazin: Wie bitte? Sie sind hin und haben gesagt, ich bin Bankkaufmann, ich bin 24, ich bin noch nie aufgetreten...
- Louis Lewitan
gehört neben der Fotografin Herlinde Koelbl und dem ZEIT-Redakteur Ijoma Mangold zu den Interviewern unserer neuen Gesprächsreihe »Das war meine Rettung«. Lewitan ist Coach und einer der renommiertesten Stressexperten Deutschlands. Gerade erschien sein Buch »Die Kunst, gelassen zu bleiben«
Hader: Doch, aber ich gehe trotzdem Risiken ein. Ich habe mir gedacht, ein interessantes Leben ist ohne Abstürze gar nicht denkbar. Wahrscheinlich, weil die besten Bücher immer von unglücklichen Menschen kommen. Glückliche Menschen schreiben meistens Dinge, die mich überhaupt nicht interessieren. Also dachte ich, wenn ich ein guter Künstler werden will, muss ich unglücklich werden, und habe es teilweise geschafft. Das Blöde ist nur, dass ich, wenn ich unglücklich bin, überhaupt nichts Gescheites zusammenbringe. Ich muss immer warten, bis ich wieder glücklich bin.
ZEITmagazin: Darf ich fragen, in welcher Lebensphase Sie sich jetzt befinden?
Hader: Ich bin gerade sehr glücklich. Deshalb gehe ich im Moment auch ungern auf die Bühne. Wenn man unglücklich ist, geht man sehr gerne auf die Bühne, weil man dem eigenen Leben zwei Stunden davonlaufen kann. Momentan muss ich mich immer überwinden.
ZEITmagazin: Dann ist das Spielen auch eine Rettung?
Hader: Ja, das Spielen ist eine Art Netz im Leben.
Das Gespräch führte Louis Lewitan
- Datum 29.05.2010 - 17:22 Uhr
- Seite 1 | 2 | Auf einer Seite lesen
- Serie Das war meine Rettung
- Quelle ZEITmagazin, 27.05.2010 Nr. 22
- Kommentare 8
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:




Das ist wohl eine Antwort verloren gegangen (nach Achterbahnfahrt) - Hader war neulich auch bei "Willkommen Österreich" zu Gast. Wer will, sieht das hier:
http://www.willkommen-tv....
Mit dem GLAUBEN ist das so eine Sache: Es fängt ja schon damit an, dass man das GLAUBT, was man sagt. Wenn man GLAUBEN auf das reduziert, was einem unangenehm ist am GLAUBEN, ist schon klar, dass es immer noch unangenehmer wird - auch wenn man versucht, sich ganz davon zu trennen. Das geht schlicht nicht. Die Fähigkeit des Menschen, ZU GLAUBEN, wirkt vom ersten bis zum letzten Atemzug. Der Mensch GLAUBT immer was, ob er mag oder nicht, ob es ihm bewusst ist oder nicht. Wir haben keine Wahl, OB wir GLAUBEN, wir haben nur die Wahl, in welcher QUALITÄT wir es tun. Der sinnvolle Weg wäre, mit seinen GLAUBENSkräften SOUVERÄN zu werden. É.Coué hat ganz praktisch (und mit weltweitem Erfolg) vorgemacht, wie das geht. Die in der Kirche mögen sich für DEN GLAUBEN für zuständig halten; für DAS GLAUBEN sind sie es nicht, da brauchen sie selber Hilfe. DER GLAUBE mag das Schloss sein, DAS GLAUBEN ist der Lebens-Schlüssel, der es öffnen kann.
Ich grüße freundlich.
Franz Josef Neffe
Gut gesprochen. Meine Ergänzung: "Der Glaube aber ... ist ein Überzeugtsein von Dingen, die man nicht sieht.", sagt der Hebräerbrief in Kapitel 11,1. Die beste Definition, die ich je über Glauben gelesen habe. Die verbreitetste Definition sagt, Glaube sei "Nichtwissen". Aber da ziehe ich die neutestamentliche Definition vor. Schon ein Architekt, der einen einfachen Steg über einen harmlosen Bach bauen will, "glaubt", denn er zeichnet, plant und arbeitet an etwas herum, das er noch nicht sieht. Aber er ist überzeugt, dass das Ding eines Tages stehen wird und arbeitet weiter, daraus folgt, => er glaubt. Der Zweifler dagegen wird die Fußbrücke kaum zustande bringen, weil er die kleine Brücke nicht vor seinem inneren Auge stehen sieht, sondern er schaut auf die Unmöglichkeiten, warum der Bau niemals gelingen würde, sei es dass die Finanzen noch nicht stehen, sei es dass der Untergrund zu weich ist und tausend Gründe mehr ... Der Glaubende hat zwar ebenfalls mit diesen Schwierigkeitn zu kämpfen, aber er überwindet sie, weil er die Brücke STEHEN SIEHT! Echter Glaube hat mit "Kirche" nichts zu tun, sondern mit dem täglichen Leben. Gott ist nicht in den Kirchengebäuden, sondern gerade hier und zwar jetzt!
Als Ich-kann-Schule-Lehrer schaue ich zuerst ins Herkunftswörterbuch: Got. "galaubjan" = "für lieb halten", lat. "cre-do" heißt "ich gebe das Herz". Wenn "weiser Mann" nicht "mit gespaltener Zunge spricht" und die Worte des Verstandes eben das sagen, was das Herz ausstrahlt, dann ist DAS Glauben so, dass man sagen mag: Der hat EINEN Glauben. Ich grüße freundlich.
Franz Josef Neffe
Als Ich-kann-Schule-Lehrer schaue ich zuerst ins Herkunftswörterbuch: Got. "galaubjan" = "für lieb halten", lat. "cre-do" heißt "ich gebe das Herz". Wenn "weiser Mann" nicht "mit gespaltener Zunge spricht" und die Worte des Verstandes eben das sagen, was das Herz ausstrahlt, dann ist DAS Glauben so, dass man sagen mag: Der hat EINEN Glauben. Ich grüße freundlich.
Franz Josef Neffe
Mit den restaurativen Päpsten, mit dem Zölibat, mit diesen süß-schwülen, männlichen Gerontokratien, damit kann man keinen vernünftigen Glauben leben. Wer dieses System durch Mitgliedschaft stützt, macht sich schuldig, nicht nur an sich selbst, auch gerade an den Priestern, Bischöfen und am Papst. Wie können diese armen Menschen nur selbst diesem Macht- und Wahnsystem entkommen? Man denke an Mixa, der treibt doch chancenlos in dieser degoutatnten Sauce herum.
Jener Papst Johannes XXIII (Roncalli), dem die katholische Kirche das Zweite Vatikanische Konzil und die Öffnung der 1970er-Jahre zu verdanken hat, wurde von dem umstrittenen Papst Pius XII (Pacelli) zum Kardinal ernannt. Und viele andere der Kardinäle, die ihn 1953 zum Papst wählten, hatten ihren Purpur von dessen erzkonservativen Vorgänger Pius XI (Ratti) erhalten. Dennoch hat Johannes XXIII es geschafft, die Fenster des Vatikans zu öffnen und einen frischen Geist hineinzulassen. Warum sollte das beim nächsten Papst nicht auch möglich sein?
Wer Kurt Waldheim und Jörg Haider überlebt hat, ohne aus Österreich zu flüchten, sollte gelassen in die Zukunft schauen. Gerade die österreichischen Katholiken haben ja gezeigt, dass man "von oben" begangene Fehlentscheidungen von unten korrigieren kann. Nur Mut, Herr Hader!
... aus dem Interview mit Django Asül (24jähriger Bankkaufmann, noch nie aufgetreten) hier bei Hader? Gleiche Vorlage benutzt?
Hier wurde wieder einmal das Kind mit dem Bade ausgeschüttet, d.h. der Glaube an unseren christlichen Gott mit der irdischen und somit zwangsläufig fehlerhaften Institution "Kirche". Schade! Aus persönlicher Erfahrung kann ich nur dazu raten, sich ganz auf Gott einzulassen! Wissenschaftliche Gründe dagegen gibt es jedenfalls NICHT (das sagte schon Einstein), wohl aber historische Fakten und Überlieferungen...
Als Ich-kann-Schule-Lehrer schaue ich zuerst ins Herkunftswörterbuch: Got. "galaubjan" = "für lieb halten", lat. "cre-do" heißt "ich gebe das Herz". Wenn "weiser Mann" nicht "mit gespaltener Zunge spricht" und die Worte des Verstandes eben das sagen, was das Herz ausstrahlt, dann ist DAS Glauben so, dass man sagen mag: Der hat EINEN Glauben. Ich grüße freundlich.
Franz Josef Neffe
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren