Seit dem Urknall gibt es mehr zwischen Himmel und Erde als bloß Materie und Antimaterie, glauben Physiker. Diese Aufnahme des Krebsnebels machte das Weltraumteleskop im Jahr 2005 © Nasa/Getty Images

Stefan Söldner-Rembold hat einen neuen Spitznamen: "Mr. Goosebump" nennen ihn seine Kollegen auf den Fluren des Fermilab, des Teilchenbeschleunigers in der Nähe von Chicago . Söldner-Rembold, Physiker von der Universität Manchester, ist einer der beiden Sprecher des sogenannten DZero-Experiments.

In der vergangenen Woche durfte er verkünden, dass die neuesten Messergebnisse bei vielen der 500 beteiligten Forscher eine Gänsehaut (Englisch goosebumps ) hervorgerufen hätten – angesichts von etwas, das "über das hinausgeht, was die bisherigen Theorien erklären können".

Physiker sind vorlaut. Sie stellen ihre Ergebnisse meist schon ins Netz, bevor sie den ordentlichen Weg einer wissenschaftlichen Veröffentlichung gegangen sind. In diesem Fall hat sicherlich auch die Konkurrenz zwischen dem amerikanischen Fermilab und dem europäischen Cern zur Eile beigetragen. Etwa nach der Devise: Während alle Welt auf das Cern und dessen neuen Superbeschleuniger LHC schaut, holen die Konkurrenten aus dem 27 Jahre alten Tevatron Collider noch Resultate heraus, die das physikalische Weltbild erschüttern.