Europäische Union Ungarn überall
Menschen, Pässe, Grenzen: Ungarn und die Slowakei streiten erbittert um ihre Staatsbürger. Denn Budapest möchte ganz rücksichtslos seinen Einfluss erweitern
© ATTILA KISBENEDEK/AFP/Getty Images

Nationalismus auf Kosten der Nachbarländer: Ungarns neuer Premier Viktor Orban
Was braucht es, damit ein Pass zum Politikum wird, damit ein Stück Papier zwei Länder gegeneinander aufbringt?
Mitte Mai trat das neu gewählte ungarische Parlament zum ersten Mal zusammen – mit Mehrheitsverhältnissen, die Ungarn seit 1989 noch nicht erlebt hat: Eine Zweidrittelmehrheit hat die konservative Partei des designierten Ministerpräsidenten Viktor Orbán errungen. Und erstmals war die rechtsradikale Partei Jobbik ins Parlament eingezogen – 17 Prozent der Wähler hatten für sie gestimmt. Das Erste, was dieses Parlament tat, war, ein hoch umstrittenes Gesetz zu beraten. Es sieht vor, dass die ungarischen Minderheiten im Ausland künftig die ungarische Staatsangehörigkeit erhalten können, obwohl sie keinen Wohnsitz in Ungarn haben. Sie würden damit zu doppelten Staatsbürgern werden. Vergangene Woche schließlich hat das Parlament in Budapest
zuvor mit großer Mehrheit für das Gesetz gestimmt, das die Vergabe der ungarischen Staatsbürgerschaft an rund 2,5 Millionen ethnische Ungarn in den Nachbarländern ermöglicht.
Reicht das für einen politischen Zwist?
Dazu brauchte es mehr: die ungarische Geschichte, die jüngsten Äußerungen von Viktor Orbán – vor allem aber hat Ungarn darauf verzichtet, sich mit dem Nachbarn Slowakei zu beraten. Ein Abkommen zwischen beiden Ländern sieht vor, dies zu tun, wann immer es um gegenseitige Belange geht.
© ZEIT-Grafik
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Bis zum Ende des Ersten Weltkrieges war Ungarn eine Monarchie, deren Grenzen von Österreich bis zum Balkan reichten. Aber das Königreich stand auf der Seite der Verlierer. Am 4. Juni 1920 mussten Vertreter der Ungarn nach Versailles reisen. Im Schloss Grand Trianon erlebten sie eine nationale Katastrophe: Sie mussten als Kriegsverlierer die Pariser Verträge unterschreiben, Ungarn verlor zwei Drittel seines Territoriums, mehr als drei Millionen Ungarn fanden sich außerhalb der Staatsgrenzen wieder. Die Zahl ist seitdem deutlich kleiner geworden, viele verstehen sich nicht mehr als Ungarn – aber sie ist immer noch beachtlich.
Zehn Prozent der Bevölkerung in der Slowakei gehören zur ungarischen Minderheit, fast anderthalb Millionen sind in Rumänien zu Hause. Mehrere Zehntausend leben in Österreich, viele in Slowenien, 300.000 wohnen in Serbien. Die rumänische Regierung nahm den Vorschlag unaufgeregt zur Kenntnis, aber Spannungen zwischen Ungarn und der Slowakei haben Tradition: So schlug der nationalistische slowakische Politiker Jan Slota einmal vor, mit den Panzern in Budapest einzurücken – seine Partei ist immerhin in der Regierungskoalition vertreten.
Und doch unterscheide sich der gegenwärtige Konflikt von allen früheren Auseinandersetzungen zwischen Bratislava und Budapest, sagt der Botschafter der Slowakei in Brüssel, Ivan Korčok. Ungesehen sei die »resolute Weigerung« der ungarischen Regierung, mit der Slowakei zu reden. »Was gerade passiert, ist keine Folklore. Es geht darum, dass zwischen zwei Staaten einseitig rechtliche Tatsachen geschaffen werden sollen. Wenn der ungarische Ministerpräsident sagt, Ungarn grenze nur an sich selbst, ist das einfach skandalös.« Ganz so, als gebe es die Slowakei nicht. Die Slowakei hat soeben ihren Botschafter aus Budapest abgezogen.
Keine Beratung, keine Abstimmung, keine Gesprächsbereitschaft. Vier Mal, klagt das slowakische Außenministerium, sei man auf die Ungarn zugegangen. Zuerst bat der slowakische Außenminister um ein Gespräch, irgendwann ersuchte sogar der slowakische Ministerpräsident Robert Fico den Ungarn Orbán um ein Treffen. Vergeblich.
- Datum 28.05.2010 - 15:15 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 27.05.2010 Nr. 22
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"Das Selbstbestimmungsrecht der Völker muss unerschütterlicher Grundsatz in der Ordnung der nationalen Verhältnisse sein." (Lenin)
Das Verhältnis der Ungarn zu ihren Nachbarn liess sich am einfachsten dadurch entspannen, daß Volksabstimmungen zur Zugehörigkeit der Gebiete zu Ungarn oder seinen Nachbarstaaten durchgeführt würden. Bei der Volksabstimmung in Nordschleswig 1920 stimmten 75% für Dänemark, ein Ergebnis, an dem selbst Hitler trotz der deutschen Besatzung Dänemarks nicht rüttelte.
Länderabtretungen und Verschienungen der Grenzen in allen betroffenen Regionen der einzelnen Länder?
Irgendwie riecht das förmlich nach neuen Kriegen auf dem Balkan. Die Zündschnüre werden schon verlegt.
Schon die Zerschlagung Jugoslawiens in die Kleinstaaterei war ein großer Fehler von USA (Clinton) und Deutschland/Italien, der den Balkankrieg erst auslöste.
Die Motivationen dahinter sind ähnlich wie das bewusste Interview mit Herrn Köhler.
Als Block war Jugoslawien einigen zu mächtig, man wollte kleinere nationale Einheiten, die man besser wirtschaftlich nutzen und gegeneinander ausspielen konnte (und auch vom noch bestehenden Verbund mit Russland lösen wollte).
Damit hat man aber gleichzeitig dort und anderswo die Fackeln des überbordenden Nationalismus hineingetragen, das es an allen Ecken und Kanten kriselt.
Man darf gespannt sein, wann es irgendwo ein neues "Sarajevo" gibt.
Länderabtretungen und Verschienungen der Grenzen in allen betroffenen Regionen der einzelnen Länder?
Irgendwie riecht das förmlich nach neuen Kriegen auf dem Balkan. Die Zündschnüre werden schon verlegt.
Schon die Zerschlagung Jugoslawiens in die Kleinstaaterei war ein großer Fehler von USA (Clinton) und Deutschland/Italien, der den Balkankrieg erst auslöste.
Die Motivationen dahinter sind ähnlich wie das bewusste Interview mit Herrn Köhler.
Als Block war Jugoslawien einigen zu mächtig, man wollte kleinere nationale Einheiten, die man besser wirtschaftlich nutzen und gegeneinander ausspielen konnte (und auch vom noch bestehenden Verbund mit Russland lösen wollte).
Damit hat man aber gleichzeitig dort und anderswo die Fackeln des überbordenden Nationalismus hineingetragen, das es an allen Ecken und Kanten kriselt.
Man darf gespannt sein, wann es irgendwo ein neues "Sarajevo" gibt.
Länderabtretungen und Verschienungen der Grenzen in allen betroffenen Regionen der einzelnen Länder?
Irgendwie riecht das förmlich nach neuen Kriegen auf dem Balkan. Die Zündschnüre werden schon verlegt.
Schon die Zerschlagung Jugoslawiens in die Kleinstaaterei war ein großer Fehler von USA (Clinton) und Deutschland/Italien, der den Balkankrieg erst auslöste.
Die Motivationen dahinter sind ähnlich wie das bewusste Interview mit Herrn Köhler.
Als Block war Jugoslawien einigen zu mächtig, man wollte kleinere nationale Einheiten, die man besser wirtschaftlich nutzen und gegeneinander ausspielen konnte (und auch vom noch bestehenden Verbund mit Russland lösen wollte).
Damit hat man aber gleichzeitig dort und anderswo die Fackeln des überbordenden Nationalismus hineingetragen, das es an allen Ecken und Kanten kriselt.
Man darf gespannt sein, wann es irgendwo ein neues "Sarajevo" gibt.
Tut mir leid, aber Ihr Beitrag ist nicht nur irrelevant sondern auch falsch.
Wo in dem Artikel geht es bitte um den Jugoslawienkrieg? Ungarn und die Slowakei liegen NICHT auf dem Balkan.
Nationalistische Tendenzen im Vielvölkerstaat Jugoslawien als ein Resultat der militärischen Intervention von Deutschland und den USA zu verklären ist schlichtweg unzutreffend, was Ihnen klar werden wird, sobald Sie sich mehr als oberflächlich mit dem Thema auseinandersetzen.
Genauso irreführend ist Ihre Annahme, der ungarisch-slowakische Konkflikt stünde in irgendeinem direkten Kausalzusammenhang mit den ethnischen Konflikten auf dem Balkan.
Tut mir leid, aber Ihr Beitrag ist nicht nur irrelevant sondern auch falsch.
Wo in dem Artikel geht es bitte um den Jugoslawienkrieg? Ungarn und die Slowakei liegen NICHT auf dem Balkan.
Nationalistische Tendenzen im Vielvölkerstaat Jugoslawien als ein Resultat der militärischen Intervention von Deutschland und den USA zu verklären ist schlichtweg unzutreffend, was Ihnen klar werden wird, sobald Sie sich mehr als oberflächlich mit dem Thema auseinandersetzen.
Genauso irreführend ist Ihre Annahme, der ungarisch-slowakische Konkflikt stünde in irgendeinem direkten Kausalzusammenhang mit den ethnischen Konflikten auf dem Balkan.
Ich finde der status quo sollte bestehen bleiben, allerdings sollten slowakische Gesetze, die zb vorschreiben, dass in einer zu 90%ig ungarischen Stadt nur slowakisch geredet werden soll, abgeschafft werden.
Das der ungarische Staat seine Bürger schützt ist sein gutes Recht.
Bei meinen Reisen nach Ungarn ist mir aufgefallen, wie allgegewärtig Trianon ist. Man findet in jedem Souvenirshop Postkarten,T-Shirts etc. von Trianon.
Verständlich, wenn 3/4 des Landes ohne Rücksicht auf Bevölkerung an die Nachbarn verteilt werden.
Ich hoffe den Staaten, die an der Aufstückelung schuld haben, namentlich die USA und GB das gleiche Schicksal erleiden.
"slowakische Gesetze, die zb vorschreiben, dass in einer zu 90%ig ungarischen Stadt nur slowakisch geredet werden soll" Reaktion: Das ist eine Fehlinformation. Derartige Gesetze gibt is nicht, in Wirklicheit muss Ungarisch in Gemeinden mit über 20% Ungarn als Amtssprache verwendet werden.
"Das der ungarische Staat seine Bürger schützt ist sein gutes Recht." Reaktion: Sie begreifen wohl nicht, um was es hier geht. Es ist normal wenn Länder Doppelstaatsbürgerschaften haben, die an Geburt oder Wohnsitz gebunden sind. Dies ist aber was ganz anderes. Ihnen erscheint es wohl normal, dass ein Staat über Nacht ohne nennenswerte Auflagen (d.h. insb. ohne Wohnsitz) Millionen von Menschen in seinen Nachbarländern usw. für seine Bürger erklärt? Wie würde es Ihnen gefallen, wenn ab morgen die Türkei oder Frankreich 10% der Deutschen zu ihren Staatsbürgern erklären würde? Und 3 Jahre später dann - als Beispiel - aufgrund dieser "Selbsterklärung" behaupten würde, Deutschland unterdrücke "ihre" Bürge auf einem mehrheitlich von "ihren" Bürgern bewohnten Gebiet und daher gehöre das Gebiet eigentlich ihr. Von steuerlichen usw. Problem mal ganz abgesehen...
"3/4 des Landes...verteilt werden". Ungarn hatte Ende des 18. Jh. nur 30% Magyaren, selbst 1900 war der Anteil (nach intensiven Magyarisierungmassnahmen und diversen statistischen Tricks) nur 50 %. Den Ungarn wurden nur mehrheitlich von Nich-Ungarn bewohnte Gebiete genommen (Zustände vor 1918: Magyarisierung, fast keine Vertretung im Parlament, Anzahl von Schulen gleich 0 (Anfang des 19. Jh. hingegen noch tausende von Schulen) usw. usf.). Auf dem Gebiet nach-Trianon-Ungarns lebten immer noch rund 500000 Slowaken (heute 20000!), 850000 Deutsche (heute praktisch gar nichts! - selbst wenn man die Vertreibung von 170000 Deutschen aus Ungarn nach dem 2. WK abzieht ist das "schlimm"),Rumänen,Serben,Kroaten. Das Gebiet wurde fair eingeteilt, nur sind die Minderheiten in Ungarn assimiliert worden. Hauptgrund: In Ungarn wurden kurz nach dem 1. WK und dann wieder 1960 alle Minderheitenschulen geschlossen wurden (=Verletzung von Bestimmung im Vertrag von Trianon) und was heute in Ungarn als Minderheitenschulen bezeichnet wird sind fast rein ungarischspr. Schulen. Im G. dazu haben Ungarn in der SK, RUM und SR Schulen vom Kindergarten bis zur Uni (in der SK haben sie sogar eine rein ungarischsprachige kostenlose Uni), vom Staat bezahlte Theater, Vereine, Fernsehsendungen, eine ihrem Anteil entsprechende Parlamenstvertretung und selbstverständlich ist in Gemeinden mit mehr als 20% Ungarn die Amtssprache Ungarisch. In Ungarn hat es sowas nie gegeben.
"slowakische Gesetze, die zb vorschreiben, dass in einer zu 90%ig ungarischen Stadt nur slowakisch geredet werden soll" Reaktion: Das ist eine Fehlinformation. Derartige Gesetze gibt is nicht, in Wirklicheit muss Ungarisch in Gemeinden mit über 20% Ungarn als Amtssprache verwendet werden.
"Das der ungarische Staat seine Bürger schützt ist sein gutes Recht." Reaktion: Sie begreifen wohl nicht, um was es hier geht. Es ist normal wenn Länder Doppelstaatsbürgerschaften haben, die an Geburt oder Wohnsitz gebunden sind. Dies ist aber was ganz anderes. Ihnen erscheint es wohl normal, dass ein Staat über Nacht ohne nennenswerte Auflagen (d.h. insb. ohne Wohnsitz) Millionen von Menschen in seinen Nachbarländern usw. für seine Bürger erklärt? Wie würde es Ihnen gefallen, wenn ab morgen die Türkei oder Frankreich 10% der Deutschen zu ihren Staatsbürgern erklären würde? Und 3 Jahre später dann - als Beispiel - aufgrund dieser "Selbsterklärung" behaupten würde, Deutschland unterdrücke "ihre" Bürge auf einem mehrheitlich von "ihren" Bürgern bewohnten Gebiet und daher gehöre das Gebiet eigentlich ihr. Von steuerlichen usw. Problem mal ganz abgesehen...
"3/4 des Landes...verteilt werden". Ungarn hatte Ende des 18. Jh. nur 30% Magyaren, selbst 1900 war der Anteil (nach intensiven Magyarisierungmassnahmen und diversen statistischen Tricks) nur 50 %. Den Ungarn wurden nur mehrheitlich von Nich-Ungarn bewohnte Gebiete genommen (Zustände vor 1918: Magyarisierung, fast keine Vertretung im Parlament, Anzahl von Schulen gleich 0 (Anfang des 19. Jh. hingegen noch tausende von Schulen) usw. usf.). Auf dem Gebiet nach-Trianon-Ungarns lebten immer noch rund 500000 Slowaken (heute 20000!), 850000 Deutsche (heute praktisch gar nichts! - selbst wenn man die Vertreibung von 170000 Deutschen aus Ungarn nach dem 2. WK abzieht ist das "schlimm"),Rumänen,Serben,Kroaten. Das Gebiet wurde fair eingeteilt, nur sind die Minderheiten in Ungarn assimiliert worden. Hauptgrund: In Ungarn wurden kurz nach dem 1. WK und dann wieder 1960 alle Minderheitenschulen geschlossen wurden (=Verletzung von Bestimmung im Vertrag von Trianon) und was heute in Ungarn als Minderheitenschulen bezeichnet wird sind fast rein ungarischspr. Schulen. Im G. dazu haben Ungarn in der SK, RUM und SR Schulen vom Kindergarten bis zur Uni (in der SK haben sie sogar eine rein ungarischsprachige kostenlose Uni), vom Staat bezahlte Theater, Vereine, Fernsehsendungen, eine ihrem Anteil entsprechende Parlamenstvertretung und selbstverständlich ist in Gemeinden mit mehr als 20% Ungarn die Amtssprache Ungarisch. In Ungarn hat es sowas nie gegeben.
Ich verstehe die Haltung Budapests nicht, warum versucht man weiter Unruhe in das Land zu bringen? Sind die jetzigen Aufgaben für die neue Regierung nicht genug? Das Land ist nur knapp durch Brüssels Hilfe dem Staatsbankrott entkommen und was macht man nun? Man schürt Provokationen gegen Nachbarländer. So gern ich auch in Ungarn eine Zeit gelebt habe, das Land sollte sich jetzt massiv darauf konzentrieren seine Wirtschaft wieder in Gang zu bringen und die Lebensverhältnisse im eigenen Land zu verbessern, um auch die Stabilitätskriterien für den Zugang des Euro zu ermöglich. Denn eins darf man nicht vergessen Bratislava bezahlt schon mit den Euro und für Budapest ist dies noch in weite Ferne...!
Um zu begreifen worum es geht, sollte man die jüngste Geschichte der 100% ungarische Stadt Nagyszelmenc lesen.
Eine Mauer trennt die Einwohner die eine hälfte gehört zu Ukraine, die andere Hälfte zu Slowakei. Die Einwohner durften 60 Jahre kein Kontakt halten zueinander, deshalb tauschten sie Informationen singend über die Mauer aus. Das sollen die Ungarn als normal akzeptieren? http://en.wikipedia.org/wiki/Veľké_Slemence
... sondern stattdessen durchlässiger gemacht werden und an Bedeutung verlieren. Jede Grenzveränderung birgt Zündstoff für die nächsten 150 Jahre.
Und für diejenigen, die Verständnis für den ungarischen Nationalismus äußern, weil Ungarn zwischen/nach den Weltkriegen "drei Viertel seines Territoriums verloren hat" (get over it!): In den betreffenden Territorien lebten und leben eine Menge anderer Völker (Mehrheiten), die seinerzeit unter ungarischer Herrschaft aggressiver Magyarisierung ausgesetzt waren.
...gar nicht das Problem. Es geht vielmehr darum, dass in den ehemals ungarischen Gebieten Minderheitenrechte im 21. Jahrhundert mit den Füßen getreten werden. 1995 wurden die Gemeindegrenzen in der Slowakei so verlegt, dass Gemeinden mit ungarischer Mehrheit aufhörten zu existieren und dann eine ungarische "Minderheit" vorlag. Und in der gleichen neuen Gemeinde darf unter Androhung von bis zu 5000 Euro Strafe ungarisch seit Anfang des Jahres im offiziellen Behördenverkehr nicht mehr verwendet werden, da ja der Anteil der Ungarn unter 20% liegt. Ungarische Dörfer in Rumänien werden absichtlich von den Behörden von Verkehrsanbindungen abgeschnitten, indem die Zufahrtsstraßen nicht renoviert werden, ungarische Dörfer werden durch Kolonisierung romanisiert, indem en masse Baugenehmigungen für rumänische Zuzügler erlassen werden. Gewalttätigkeiten gegen die ungarische Minderheit sind in allen Ländern an der Tagesordnung. Man könnte fast über die Anekdote lachen, als ein orthodoxer rumänischer Bischof ungarisch zur Sprache des Teufels erklärte...
Es handelt sich um einen aktiv geführten Kulturkampf, der in einem Ende der ungarischen Kultur in diesen Ländern kulminieren soll und bisher wirklich niemanden in Europa interessiert hat.
Wenn durch die an die Auslandsungarn verliehene ungarische Staatsbürgerschaft (bzw. die Aussicht darauf) internationales Interesse für die stetigen Menschenrechtsverletzungen erzeugt wird, war die Aktion schon ein Erfolg.
...gar nicht das Problem. Es geht vielmehr darum, dass in den ehemals ungarischen Gebieten Minderheitenrechte im 21. Jahrhundert mit den Füßen getreten werden. 1995 wurden die Gemeindegrenzen in der Slowakei so verlegt, dass Gemeinden mit ungarischer Mehrheit aufhörten zu existieren und dann eine ungarische "Minderheit" vorlag. Und in der gleichen neuen Gemeinde darf unter Androhung von bis zu 5000 Euro Strafe ungarisch seit Anfang des Jahres im offiziellen Behördenverkehr nicht mehr verwendet werden, da ja der Anteil der Ungarn unter 20% liegt. Ungarische Dörfer in Rumänien werden absichtlich von den Behörden von Verkehrsanbindungen abgeschnitten, indem die Zufahrtsstraßen nicht renoviert werden, ungarische Dörfer werden durch Kolonisierung romanisiert, indem en masse Baugenehmigungen für rumänische Zuzügler erlassen werden. Gewalttätigkeiten gegen die ungarische Minderheit sind in allen Ländern an der Tagesordnung. Man könnte fast über die Anekdote lachen, als ein orthodoxer rumänischer Bischof ungarisch zur Sprache des Teufels erklärte...
Es handelt sich um einen aktiv geführten Kulturkampf, der in einem Ende der ungarischen Kultur in diesen Ländern kulminieren soll und bisher wirklich niemanden in Europa interessiert hat.
Wenn durch die an die Auslandsungarn verliehene ungarische Staatsbürgerschaft (bzw. die Aussicht darauf) internationales Interesse für die stetigen Menschenrechtsverletzungen erzeugt wird, war die Aktion schon ein Erfolg.
Die slowakische Reaktion auf die Änderung des ungarischen Staatsbürgerschaftsrechts ist vor allem der slowakischen Innenpolitik wie auch schwieriger Regierungskoaltionen gedankt. Hierzu eine Analayse der Konrad-Adenauer-Stiftung:
http://www.kas.de/wf/de/3...
Des weiteren haben solche Verleihungen von Staatsbürgerschaften in der Region Tradition. Gerade die Slowakei sollte sich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen - hat sie doch in Rumänien genau das gemacht, was sie mit Ungarn so vehement bekämpft: Man hat rund 10.000 rumänischen "Auslandsslowaken" mit der slowakischen Staatsbürgerschaft beglückt. Übrigens, auch Kroatien stattete 7000 Rumänen mit kroatischen Pässen aus:
http://www.prokarelia.net...
Die slowakische Aufregung ist völlig unverständlich.
Unvergessen auch die deutsche Position, welche osteuropäische Staatsbürger von Ungarn über Rumänien, Russland bis Kasachstan mit irgendwelchen "deutschen Wurzeln" zur Abwanderung ins "Heimatland" animiert. Sehr selektiv allerdings, denn für Menschen mit deutschen Wurzeln sonstwo auf der Welt gilt diese Regelung aus unbekannten Gründen nicht. Kurzum, niemand sollte in dieser Angelegenheit mit Steinen werfen, weder die Deutschen und schon gar nicht die Slowaken.
Das mit den 10000 rumänischen Auslandsslowaken ist ganz einfach falsch. Ihre Quelle verwecheselt das entweder damit, dass die slowakische Staatsbürgerschaft zwar erteilt wird, aber nur diejenigen die dann auch in der Slowakei wohnen wollen oder einfach mit Vorrechten, die die Slowaken in Rumänien erhalten. Ad "Verständlich": Ein Gesetz dass genau wie das ungarische ist, gibt es nur zwischen Rumänien und Moldawien und zT im ehemaligen Jugoslawien (das sind aber Beides Spezialfälle). Zweitens wird seitens Ungarns immer wieder (wenn auch nicht durch den Aussenminister) wiederholt, man möchte Grossungarn wiederherstellen und die Jobbik (17% der Wählerstimmen) hat dies ausdrücklich gesagt und hat im Wahlprogramm stehen, dass sie zu diesem Zwecke die Rüstungsausgaben verdoppeln will. Stellen Sie sich vor, die Deutschen würden dies heute bzgl. Polen oder Frankreich tun - können Sie sich das vorstellen? Die Österreicher sind übrigens in einer ähnlichen Lage wie die Ungarn, ich sehe aber keinen Österreicher mit Grossösterreichpickerln herumfahren (wie dies die Ungarn ständig tun) usw. Die Jobbik hat(te) Abgeordnete in Naziuniformen im Europarlament und "Garden" in Naziunformen in der Slowakei und in Rumänien marschieren lassen. Immer noch "unverständlich"? Bei der ersten Parlamentssitzung des ung. Parlaments wurde der faschistische Münchner Vertrag von 1938 für "wunderbar" erklärt. Immer noch "unverständlich"? Sie haben ja keine Ahnung was im Land so heute los ist.
Das mit den 10000 rumänischen Auslandsslowaken ist ganz einfach falsch. Ihre Quelle verwecheselt das entweder damit, dass die slowakische Staatsbürgerschaft zwar erteilt wird, aber nur diejenigen die dann auch in der Slowakei wohnen wollen oder einfach mit Vorrechten, die die Slowaken in Rumänien erhalten. Ad "Verständlich": Ein Gesetz dass genau wie das ungarische ist, gibt es nur zwischen Rumänien und Moldawien und zT im ehemaligen Jugoslawien (das sind aber Beides Spezialfälle). Zweitens wird seitens Ungarns immer wieder (wenn auch nicht durch den Aussenminister) wiederholt, man möchte Grossungarn wiederherstellen und die Jobbik (17% der Wählerstimmen) hat dies ausdrücklich gesagt und hat im Wahlprogramm stehen, dass sie zu diesem Zwecke die Rüstungsausgaben verdoppeln will. Stellen Sie sich vor, die Deutschen würden dies heute bzgl. Polen oder Frankreich tun - können Sie sich das vorstellen? Die Österreicher sind übrigens in einer ähnlichen Lage wie die Ungarn, ich sehe aber keinen Österreicher mit Grossösterreichpickerln herumfahren (wie dies die Ungarn ständig tun) usw. Die Jobbik hat(te) Abgeordnete in Naziuniformen im Europarlament und "Garden" in Naziunformen in der Slowakei und in Rumänien marschieren lassen. Immer noch "unverständlich"? Bei der ersten Parlamentssitzung des ung. Parlaments wurde der faschistische Münchner Vertrag von 1938 für "wunderbar" erklärt. Immer noch "unverständlich"? Sie haben ja keine Ahnung was im Land so heute los ist.
...gar nicht das Problem. Es geht vielmehr darum, dass in den ehemals ungarischen Gebieten Minderheitenrechte im 21. Jahrhundert mit den Füßen getreten werden. 1995 wurden die Gemeindegrenzen in der Slowakei so verlegt, dass Gemeinden mit ungarischer Mehrheit aufhörten zu existieren und dann eine ungarische "Minderheit" vorlag. Und in der gleichen neuen Gemeinde darf unter Androhung von bis zu 5000 Euro Strafe ungarisch seit Anfang des Jahres im offiziellen Behördenverkehr nicht mehr verwendet werden, da ja der Anteil der Ungarn unter 20% liegt. Ungarische Dörfer in Rumänien werden absichtlich von den Behörden von Verkehrsanbindungen abgeschnitten, indem die Zufahrtsstraßen nicht renoviert werden, ungarische Dörfer werden durch Kolonisierung romanisiert, indem en masse Baugenehmigungen für rumänische Zuzügler erlassen werden. Gewalttätigkeiten gegen die ungarische Minderheit sind in allen Ländern an der Tagesordnung. Man könnte fast über die Anekdote lachen, als ein orthodoxer rumänischer Bischof ungarisch zur Sprache des Teufels erklärte...
Es handelt sich um einen aktiv geführten Kulturkampf, der in einem Ende der ungarischen Kultur in diesen Ländern kulminieren soll und bisher wirklich niemanden in Europa interessiert hat.
Wenn durch die an die Auslandsungarn verliehene ungarische Staatsbürgerschaft (bzw. die Aussicht darauf) internationales Interesse für die stetigen Menschenrechtsverletzungen erzeugt wird, war die Aktion schon ein Erfolg.
"in den ehemals ungarischen Gebieten Minderheitenrechte im 21. Jahrhundert mit den Füßen getreten werden" Das ist schlicht falsch und das Gegenteil ist wahr. Die Minderheitenrechte in den Ländern Slowakei, Rumänien und Serbien sind europaweit vorbildlich, ich kann nur wiederholen was ich oben gesagt habe: vom Staat finanzierte Schulen (in der Slowakei alleine haben die rund 500000 Ungarn 800 meistens rein ungarischsprachige Kindergärten, Grundschulen, Mittelschulen und zwei Unis, ein davon rein ungarischsprachig), Theater, Vereine, Amtssprache wenn sie mehr als 20% der Bewohner stellen, Parlamentsvertretung usw. Die Türken in Deutschland können zum Beispiel von rein türkischsprachigen Schulen oder einer türkischen Uni nur träumen. Ausserdem ist die Anzahl der Ungarn in der Slowakei und in Rumänien sogar nach dem 2. WK gestiegen, während die Bevölkerung im Lande Ungarn selbst gesunken ist. Ihre Aussage ist aber umso komischer, als in Wirklichkeit die Minderheiten im Land Ungarn unterdrückt werden (keine Schulen, keine Theater, einfach gar nichts) und auch sichtbar zahlenmäßig schwinden.
Ad Gemeindegrenzen: Falsch. Es wurden keine Gemeindegrenzen 1995 geändert, es wurden nur neue Verwaltungeinheiten - die Kreise eingeführt. Die Verwendung von Minderheitensprachen ist jedoch darauf gebunden, ob in einer Gemeinde (nicht in einem Kreis) mindestens 20% Ungarn wohnen...Der Rest ("kolonisiert" und "Gewalttätigkeiten ... an der Tagesordnung") ist - mit Verlaub - gelogen.
"in den ehemals ungarischen Gebieten Minderheitenrechte im 21. Jahrhundert mit den Füßen getreten werden" Das ist schlicht falsch und das Gegenteil ist wahr. Die Minderheitenrechte in den Ländern Slowakei, Rumänien und Serbien sind europaweit vorbildlich, ich kann nur wiederholen was ich oben gesagt habe: vom Staat finanzierte Schulen (in der Slowakei alleine haben die rund 500000 Ungarn 800 meistens rein ungarischsprachige Kindergärten, Grundschulen, Mittelschulen und zwei Unis, ein davon rein ungarischsprachig), Theater, Vereine, Amtssprache wenn sie mehr als 20% der Bewohner stellen, Parlamentsvertretung usw. Die Türken in Deutschland können zum Beispiel von rein türkischsprachigen Schulen oder einer türkischen Uni nur träumen. Ausserdem ist die Anzahl der Ungarn in der Slowakei und in Rumänien sogar nach dem 2. WK gestiegen, während die Bevölkerung im Lande Ungarn selbst gesunken ist. Ihre Aussage ist aber umso komischer, als in Wirklichkeit die Minderheiten im Land Ungarn unterdrückt werden (keine Schulen, keine Theater, einfach gar nichts) und auch sichtbar zahlenmäßig schwinden.
Ad Gemeindegrenzen: Falsch. Es wurden keine Gemeindegrenzen 1995 geändert, es wurden nur neue Verwaltungeinheiten - die Kreise eingeführt. Die Verwendung von Minderheitensprachen ist jedoch darauf gebunden, ob in einer Gemeinde (nicht in einem Kreis) mindestens 20% Ungarn wohnen...Der Rest ("kolonisiert" und "Gewalttätigkeiten ... an der Tagesordnung") ist - mit Verlaub - gelogen.
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