Gender-Pädagogik Cowboy mit pinkfarbenem Turnschuh

Mädchen spielen mit Bauklötzen, Jungs mit Puppen – so will es die Gender-Pädagogik. Alte Rollenbilder aufzubrechen ist ihr Ziel. Ob das klappt, schon im Kindergarten?

Früher hat sie Zettel an Bäume genagelt. Darauf standen die Namen von Ärzten, die sich weigerten, Frauen die Pille zu verschreiben. Das war vor über 30 Jahren. Damals kämpfte Melitta Walter für Frauen.

Heute geht es ihr um Mädchen – und Jungen. Mit einer PowerPoint-Präsentation und vielen Argumenten zieht sie durch die Kindergärten und bildet Erzieher fort. Sie will ihnen beibringen, ihre Schützlinge »geschlechtergerecht« zu behandeln. Gender-Pädagogik nennt sich das. Kinder sollen sich so entwickeln, wie sie wollen. Nicht wie die Gesellschaft es oft will: mädchenhaft und jungenhaft. Rosa und hellblau. Gender-Pädagogen verneinen nicht, dass viele Jungen lieber toben und Mädchen sich schon früh mit Büchern beschäftigen. »Wir wollen Mädchen und Jungen nicht gleich machen«, sagt Melitta Walter. »Sie sollen nur so viel ausprobieren dürfen, wie sie möchten.«

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Zwanzig Frauen sitzen an diesem Freitagmorgen im Stuhlkreis um Melitta Walter. Die Bauklötze bleiben in den Kisten, die Kinder zu Hause. Der Beamer wirft eine Anzeige an die Leinwand. Pinkfarbene Turnschuhe, mit Perlen und Pailletten, mit Glitzer, Blümchen und mit Schmetterlingen. »Für Mädchen gedacht. Für ein gutes Fußklima gemacht«, steht darüber. Ein paar Erzieherinnen schmunzeln, andere verdrehen die Augen. »Meine Tochter ist zweieinhalb Jahre alt«, sagt eine, »sie will eigentlich eher die Jungsschuhe in Blau, aber ich kaufe ihr trotzdem die glitzernden.« Warum? »Weil sie mir gefallen.«

Melitta Walter will, dass die Erzieherinnen ihre eigenen Rollenklischees hinterfragen. Wer wisse, welches Bild er von Frauen und Männern habe, der gehe auch bewusster mit den Kindern um. Später wird Walter in den Bilderbüchern und der Verkleidungskiste nachsehen, ob sich dort Rollenbilder verstecken.

Erwachsene haben ein Bild im Kopf, wie kleine Jungen und Mädchen sein sollten, und zwängen sie, bewusst oder unbewusst, in diese Rollen: Dabei häufen sich Kleinigkeiten, wie die pinkfarbenen Schuhe, darauf macht Melitta Walter aufmerksam. Mehr als 1000 Erzieherinnen und Erzieher hat sie bundesweit schon fortgebildet. Inzwischen ist sie 61 Jahre alt. Sie ist ausgebildete Krankenschwester, Erzieherin und ehemalige Pro-Familia-Bundesvorsitzende. Sie hat Bücher geschrieben und in München die Fachberatung »Geschlechtergerechte Pädagogik und Gewaltprävention« aufgebaut. Die ist bundesweit einzigartig.

Alle Bundesländer haben das Ziel der geschlechtergerechten Erziehung in ihre Bildungspläne geschrieben, mal mehr, mal weniger deutlich. Übersetzt ins Deutsche, bedeutet das englische Wort gender gesellschaftliche, soziale und kulturelle Geschlechterrollen, die von früh auf erlernt sind und das Verhalten prägen, ob im Kita-Alltag oder später in der Schule.

Tim Rohrmann forscht seit 15 Jahren zum Thema geschlechtsbewusste Pädagogik, er gilt als Experte auf diesem Gebiet. »Man kann sicherlich nicht sagen, dass der Kindergarten schuld ist, wenn Jungen seltener Abitur machen«, sagt der Diplom-Psychologe. »Wir sehen bei Jungen und Mädchen aber deutliche Entwicklungsunterschiede – beim Bildungserfolg, beim Leseinteresse, in den Naturwissenschaften. Nur, wie entstehen diese Unterschiede?«

Leser-Kommentare
  1. »Ich habe gelernt, die Kinder darin zu unterstützen, so zu bleiben, wie sie sind«, - dass aus der gender-Ecke auch mal so etwas wie Verständnis auch für Jungs kommt... Respekt!

    Das Problem fürchte ich, reicht gerade hier aber viel tiefer: es gibt so eine Art von populär oberflächlicher gender-Mode, die alten weiblichen Vorurteilen gegen alles Männliche entgegenkommen. Im Ergebnis gilt alles als gut, was Mädchen ALLES machen, Jungen aber sollen bitte einsehen, das alles "männliche" schlecht und problematisch ist. Ergebnis: »Mädchen dürfen doch eigentlich total viel, die Jungs sind viel eingeschränkter.«

    Die Jungs aus diesem Korsett zu befreien ist notwendig! Sie werden z.Z. von klein auf eingeschränkt und verunsichert. Es gibt pädagogische Konzepte, die das sogar explizit fordern...

    Deshalb: »Ich habe gelernt, die Kinder darin zu unterstützen, so zu bleiben, wie sie sind«. (Nebenbemerkung in Klammern: Ist das aber noch gender-theorie-kompatibel, dass Kinder schon von sich aus irgendwie "sind"? Mir ist diese Theorie egal, aber sie ist Teil des Geschehens und wohl mehr Teil des Problems als der Lösung.)

  2. Jungs allein unter sich agieren oft viel entspannter und weniger krampfig als in Gegenwart von Mädchen.

    Keine platte Behauptung, sondern zufälliges Thema eines Elternbeiratstreffens mit deutlicher Zustimmung sowohl der Lehrer/innen als auch der Eltern.

    Vieleicht also einfach mehr separieren, reine Jungs/Mädchenklassen einrichten, Männerquote für Kindergärten und Schulen.

    Einen Versuch wäre es wert.

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    Man sollte die Trennung sogar noch weiter aufheben, damit schon Kinder damit aufwachsen, auch den anderen zu verstehn, der eben hier und da etwas anders aussieht. Es ist absurd genug zu glauben, man hätte mit jemanden alles mögliche gemein, nur weil der das gleiche zwischen den Beinen hat, ist doch absurd genug.

    Warum denn die Trennung überhaupt dermaßen? Doch auch wieder wegen dem Klischee, dass es sonst zwangsläufig zu Sex kommt, was anderes wäre gar nicht möglich - auf der Basis ist dann aber wirklich alles sinnlos und der Mensch ist kein Menschen, sondern einfach nur ein dauerbrünftiges Tier. Da braucht man dann aber auch gar keine Erziehung mehr.

    • th
    • 03.06.2010 um 18:39 Uhr

    "Jungs allein unter sich agieren oft viel entspannter und weniger krampfig als in Gegenwart von Mädchen."

    Und was die kreisch-pinkige Krankheit angeht (neulich in einem Spielzeugladen ein Geschenk gesucht - der reine Wahnsinn, alles rosa: grauenhaft) - hoffentlich geht das vorbei wie die Masern.

    Hat im übrigen wenig mit Geschlechterrollen zu tun, und viel mit dem Wahnsinn der Marketing-Leute. Auch ein buntes Kleid würde ja völlig dem klassischen Mädchenbild entsprechen (daran kann ich mich noch gut erinnern).

    Man sollte die Trennung sogar noch weiter aufheben, damit schon Kinder damit aufwachsen, auch den anderen zu verstehn, der eben hier und da etwas anders aussieht. Es ist absurd genug zu glauben, man hätte mit jemanden alles mögliche gemein, nur weil der das gleiche zwischen den Beinen hat, ist doch absurd genug.

    Warum denn die Trennung überhaupt dermaßen? Doch auch wieder wegen dem Klischee, dass es sonst zwangsläufig zu Sex kommt, was anderes wäre gar nicht möglich - auf der Basis ist dann aber wirklich alles sinnlos und der Mensch ist kein Menschen, sondern einfach nur ein dauerbrünftiges Tier. Da braucht man dann aber auch gar keine Erziehung mehr.

    • th
    • 03.06.2010 um 18:39 Uhr

    "Jungs allein unter sich agieren oft viel entspannter und weniger krampfig als in Gegenwart von Mädchen."

    Und was die kreisch-pinkige Krankheit angeht (neulich in einem Spielzeugladen ein Geschenk gesucht - der reine Wahnsinn, alles rosa: grauenhaft) - hoffentlich geht das vorbei wie die Masern.

    Hat im übrigen wenig mit Geschlechterrollen zu tun, und viel mit dem Wahnsinn der Marketing-Leute. Auch ein buntes Kleid würde ja völlig dem klassischen Mädchenbild entsprechen (daran kann ich mich noch gut erinnern).

  3. "Gender-Pädagogen verneinen nicht, dass viele Jungen lieber toben und Mädchen sich schon früh mit Büchern beschäftigen. »Wir wollen Mädchen und Jungen nicht gleich machen«, sagt Melitta Walter. »Sie sollen nur so viel ausprobieren dürfen, wie sie möchten.«"

    Ein verzweifelter Versuch der klinisch toten Feministenbewegung, ihren alten ideologischen Thesen, Frauen seien Männer und Männer seien Frauen, und es sei ja nur die repressive Gesellschaft, welche diesen im Grunde geschlechtsneutralen Wesen die Rollenbilder vermittle, doch noch zu retten. Wer aber gesichertes Wissen der Menschheit derart ignoriert, muß sich mit solchen Programmen von der Realität abschotten. Die Nazis haben es versucht, die Kommunisten wollten den Mensch neuen Typus erziehen, und nun, wo man denkt, daß solche Sachen ad acta gelegt seien, kommtn die besonders fortschrittlichen geistigen Erben der 68er und versuchen es mit politischer Rückendeckung wieder vo neuem. Kann man die Menschen nicht einfach mal in Ruhe lassen?

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    "Kann die Menschen nicht einfach mal in Ruhe lassen" Schlicht und einfach: nein.

    Menschenkinder werden er-zogen und ge-bildet, ihnen wird eine bestimmte Sprache, mit bestimmten Vokabeln, damit immer auch mit Konzepten und implizite Normen beigebracht, sie müssen gewisse Verhaltensnormen erlernen, die ein gemeinschaftliches Miteinander ohne Selbst- und Fremdgefährdung ermöglichen und sie bekommen auch jene Skills vermittelt, die wir von ihnen als später Erwachsene erwarten.

    Das Menschenkinder nicht einfach in Ruhe gelassen werden (können) ist eine gesellschaftlich notwendige Tatsache.

    Daher ist es notwendig, sich mit dem Wie, mit dem Warum und mit den Zielen und Konsequenzen dieser Beeinflussung auseinanderzusetzen und diese den Ergebnissen entsprechend anzupassen.

    Das Wort "gender" und noch mehr das Wort "Gendertheorie" scheint bei vielen Menschen sofort irgendeine Art von Abwehrhaltung hervorzurufen. Mir scheint, das hat etwas mit der Auffassung zu tun, dass gendertheoretisch begründete Praxis eine Ungerechtigkeit durch eine andere ersetzt. Dieser Artikel zeigt jedoch, als was Gendertheorie im Kern immer schon angelegt war: es geht um die Gleichberechtigung von Menschen, die (vorher) aufgrund ihres Geschlechtes ungleich behandelt worden sind. DER Junge und DAS Mädchen sollen sich aufgrund ihrer menschlichen Anlagen, nicht auf der Basis ihrer Geschlechtsteile entwickeln. Gendertheorie und auf ihr basierender Praxis hat genuin nichts mit Feminismus zu tun.

    • Kueste
    • 03.06.2010 um 15:21 Uhr

    Die Assoziation "Gendertheorie->Feminismus->68iger->Mag ich nicht" die populär-naturwissenschaftliche Prämisse anthropologischer Konstanten = Verkennung der Aufgabe und der Herausforderung des Politischen

    "Kann die Menschen nicht einfach mal in Ruhe lassen" Schlicht und einfach: nein.

    Menschenkinder werden er-zogen und ge-bildet, ihnen wird eine bestimmte Sprache, mit bestimmten Vokabeln, damit immer auch mit Konzepten und implizite Normen beigebracht, sie müssen gewisse Verhaltensnormen erlernen, die ein gemeinschaftliches Miteinander ohne Selbst- und Fremdgefährdung ermöglichen und sie bekommen auch jene Skills vermittelt, die wir von ihnen als später Erwachsene erwarten.

    Das Menschenkinder nicht einfach in Ruhe gelassen werden (können) ist eine gesellschaftlich notwendige Tatsache.

    Daher ist es notwendig, sich mit dem Wie, mit dem Warum und mit den Zielen und Konsequenzen dieser Beeinflussung auseinanderzusetzen und diese den Ergebnissen entsprechend anzupassen.

    Das Wort "gender" und noch mehr das Wort "Gendertheorie" scheint bei vielen Menschen sofort irgendeine Art von Abwehrhaltung hervorzurufen. Mir scheint, das hat etwas mit der Auffassung zu tun, dass gendertheoretisch begründete Praxis eine Ungerechtigkeit durch eine andere ersetzt. Dieser Artikel zeigt jedoch, als was Gendertheorie im Kern immer schon angelegt war: es geht um die Gleichberechtigung von Menschen, die (vorher) aufgrund ihres Geschlechtes ungleich behandelt worden sind. DER Junge und DAS Mädchen sollen sich aufgrund ihrer menschlichen Anlagen, nicht auf der Basis ihrer Geschlechtsteile entwickeln. Gendertheorie und auf ihr basierender Praxis hat genuin nichts mit Feminismus zu tun.

    • Kueste
    • 03.06.2010 um 15:21 Uhr

    Die Assoziation "Gendertheorie->Feminismus->68iger->Mag ich nicht" die populär-naturwissenschaftliche Prämisse anthropologischer Konstanten = Verkennung der Aufgabe und der Herausforderung des Politischen

  4. "Kann die Menschen nicht einfach mal in Ruhe lassen" Schlicht und einfach: nein.

    Menschenkinder werden er-zogen und ge-bildet, ihnen wird eine bestimmte Sprache, mit bestimmten Vokabeln, damit immer auch mit Konzepten und implizite Normen beigebracht, sie müssen gewisse Verhaltensnormen erlernen, die ein gemeinschaftliches Miteinander ohne Selbst- und Fremdgefährdung ermöglichen und sie bekommen auch jene Skills vermittelt, die wir von ihnen als später Erwachsene erwarten.

    Das Menschenkinder nicht einfach in Ruhe gelassen werden (können) ist eine gesellschaftlich notwendige Tatsache.

    Daher ist es notwendig, sich mit dem Wie, mit dem Warum und mit den Zielen und Konsequenzen dieser Beeinflussung auseinanderzusetzen und diese den Ergebnissen entsprechend anzupassen.

    Das Wort "gender" und noch mehr das Wort "Gendertheorie" scheint bei vielen Menschen sofort irgendeine Art von Abwehrhaltung hervorzurufen. Mir scheint, das hat etwas mit der Auffassung zu tun, dass gendertheoretisch begründete Praxis eine Ungerechtigkeit durch eine andere ersetzt. Dieser Artikel zeigt jedoch, als was Gendertheorie im Kern immer schon angelegt war: es geht um die Gleichberechtigung von Menschen, die (vorher) aufgrund ihres Geschlechtes ungleich behandelt worden sind. DER Junge und DAS Mädchen sollen sich aufgrund ihrer menschlichen Anlagen, nicht auf der Basis ihrer Geschlechtsteile entwickeln. Gendertheorie und auf ihr basierender Praxis hat genuin nichts mit Feminismus zu tun.

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    "Menschenkinder werden er-zogen und ge-bildet, ihnen wird eine bestimmte Sprache, mit bestimmten Vokabeln, damit immer auch mit Konzepten und implizite Normen beigebracht, sie müssen gewisse Verhaltensnormen erlernen, die ein gemeinschaftliches Miteinander ohne Selbst- und Fremdgefährdung ermöglichen"

    Nicht zu fassen.

    "Das Menschenkinder nicht einfach in Ruhe gelassen werden (können) ist eine gesellschaftlich notwendige Tatsache."

    Ich rede auch von Menschen, die man die Kinder so erziehen lassen soll, wie es Eltern seit Jahr und Tag mit kleinen Mädchen und kleinen Jungen tun. Nämlich verschieden. Einfach aus der Tatsache heraus, weil Mädchen keine Jungen und Jungen keine Mädchen sind.

    "Das Wort "gender" und noch mehr das Wort "Gendertheorie" scheint bei vielen Menschen sofort irgendeine Art von Abwehrhaltung hervorzurufen."

    Jede Theorie, die glaubt, den Eltern vorschreiben zu können, wie sie ihre Kinder zu erziehen haben, ruft bei mir Abwehr hervor.

    "es geht um die Gleichberechtigung von Menschen, die (vorher) aufgrund ihres Geschlechtes ungleich behandelt worden sind. DER Junge und DAS Mädchen sollen sich aufgrund ihrer menschlichen Anlagen, nicht auf der Basis ihrer Geschlechtsteile entwickeln."

    Daß die Menschheit sich aber seit Anbeginn aus dem männlichen und dem weiblichen Geschlecht zusammensetzt, ist Ihnen bekannt?

    "Gendertheorie und auf ihr basierender Praxis hat genuin nichts mit Feminismus zu tun."

    Natürlich nicht.

    • th
    • 03.06.2010 um 18:45 Uhr

    dass die Geschlechtsteile zu den wichtigsten menschlichen Anlagen gehören? :-)

    Schon wegen der Fortpflanzung. Aber das hört man heute, wo die Sexualität streng vom Kinderkriegen getrennt wird, auch nicht gerne. Ebenso, dass unterschiedliche Anlagen und Verhaltensmuster vielleicht etwas mit unterschiedlichen Rollen bei der menschlichen Fortpflanzung und Aufzucht der Nachkommenschaft zu tun haben ...

    (ducks and runs for cover)

    Zitat:
    "DER Junge und DAS Mädchen sollen sich aufgrund ihrer menschlichen Anlagen, nicht auf der Basis ihrer Geschlechtsteile entwickeln."

    "Menschenkinder werden er-zogen und ge-bildet, ihnen wird eine bestimmte Sprache, mit bestimmten Vokabeln, damit immer auch mit Konzepten und implizite Normen beigebracht, sie müssen gewisse Verhaltensnormen erlernen, die ein gemeinschaftliches Miteinander ohne Selbst- und Fremdgefährdung ermöglichen"

    Nicht zu fassen.

    "Das Menschenkinder nicht einfach in Ruhe gelassen werden (können) ist eine gesellschaftlich notwendige Tatsache."

    Ich rede auch von Menschen, die man die Kinder so erziehen lassen soll, wie es Eltern seit Jahr und Tag mit kleinen Mädchen und kleinen Jungen tun. Nämlich verschieden. Einfach aus der Tatsache heraus, weil Mädchen keine Jungen und Jungen keine Mädchen sind.

    "Das Wort "gender" und noch mehr das Wort "Gendertheorie" scheint bei vielen Menschen sofort irgendeine Art von Abwehrhaltung hervorzurufen."

    Jede Theorie, die glaubt, den Eltern vorschreiben zu können, wie sie ihre Kinder zu erziehen haben, ruft bei mir Abwehr hervor.

    "es geht um die Gleichberechtigung von Menschen, die (vorher) aufgrund ihres Geschlechtes ungleich behandelt worden sind. DER Junge und DAS Mädchen sollen sich aufgrund ihrer menschlichen Anlagen, nicht auf der Basis ihrer Geschlechtsteile entwickeln."

    Daß die Menschheit sich aber seit Anbeginn aus dem männlichen und dem weiblichen Geschlecht zusammensetzt, ist Ihnen bekannt?

    "Gendertheorie und auf ihr basierender Praxis hat genuin nichts mit Feminismus zu tun."

    Natürlich nicht.

    • th
    • 03.06.2010 um 18:45 Uhr

    dass die Geschlechtsteile zu den wichtigsten menschlichen Anlagen gehören? :-)

    Schon wegen der Fortpflanzung. Aber das hört man heute, wo die Sexualität streng vom Kinderkriegen getrennt wird, auch nicht gerne. Ebenso, dass unterschiedliche Anlagen und Verhaltensmuster vielleicht etwas mit unterschiedlichen Rollen bei der menschlichen Fortpflanzung und Aufzucht der Nachkommenschaft zu tun haben ...

    (ducks and runs for cover)

    Zitat:
    "DER Junge und DAS Mädchen sollen sich aufgrund ihrer menschlichen Anlagen, nicht auf der Basis ihrer Geschlechtsteile entwickeln."

    • Kueste
    • 03.06.2010 um 15:21 Uhr

    Die Assoziation "Gendertheorie->Feminismus->68iger->Mag ich nicht" die populär-naturwissenschaftliche Prämisse anthropologischer Konstanten = Verkennung der Aufgabe und der Herausforderung des Politischen

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    "Die Assoziation "Gendertheorie->Feminismus->68iger->Mag ich nicht" die populär-naturwissenschaftliche Prämisse anthropologischer Konstanten = Verkennung der Aufgabe und der Herausforderung des Politischen"

    Des politischen, d.h., des entsprechenden pol. Aktivismus, Sie sagen es.

    Die Namen kommen und gehen, der Sachverhalt als solcher bleibt. Immer dann, wenn eine Bürokratie sich einer bestimmte ideologisch motivierten Sache annimmt und daraus Posten, Pöstchen, Karrieren, berufliche Existenzen, Fördergelder und Prestige erwachsen, wird die Sache einer offenen Diskussion nicht mehr zugänglich. Es ist auch schwer, Einsicht bei jemandem zu erzeugen, dessen berufliche Existenz davon abhängt, genau diese Einsicht nicht zuzulassen.

    "Die Assoziation "Gendertheorie->Feminismus->68iger->Mag ich nicht" die populär-naturwissenschaftliche Prämisse anthropologischer Konstanten = Verkennung der Aufgabe und der Herausforderung des Politischen"

    Des politischen, d.h., des entsprechenden pol. Aktivismus, Sie sagen es.

    Die Namen kommen und gehen, der Sachverhalt als solcher bleibt. Immer dann, wenn eine Bürokratie sich einer bestimmte ideologisch motivierten Sache annimmt und daraus Posten, Pöstchen, Karrieren, berufliche Existenzen, Fördergelder und Prestige erwachsen, wird die Sache einer offenen Diskussion nicht mehr zugänglich. Es ist auch schwer, Einsicht bei jemandem zu erzeugen, dessen berufliche Existenz davon abhängt, genau diese Einsicht nicht zuzulassen.

  5. Wie die Kinder aussehen und sich aufführen ist nur Oberfläche.
    Eltern und auch Erzieher reden zu wenig! Das Vorlesen und Besprechen der Geschichten ist prima, aber ersetzt nicht das freie Geschichten erzählen.

    Kein Junge hat ein Problem mit Puppen zu spielen, solange nur daraus ein lustiges Kasperle Spiel wird. Frei, improvisiert und gerne der reine Unsinn. Aber wo ist hier die Kompetenz der Erwachsenen? Das Puppenspiel verkommt zu einem Laufsteg wenn das nicht vorgelebt wird.

    Kommunikation und Kommunikationskompetenz hat einen Namen: das Rollenspiel.
    Rosa ist gut, Ritter sind gut, solange denn Kindern nur etwas dazu einfällt und sie daran Spass haben -im Rollenspiel. Die Erwachsenen können sich dabei nicht heraushalten, sie tun es aber. Feiglinge!

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    • th
    • 03.06.2010 um 18:49 Uhr

    aber ich finde ein bisschen Rosa ganz nett, aber allzuviel Rosa gar nicht schön - und es hat auch gar nichts mit der weiblichen Rolle zu tun - das wird nur von den Marketing-Abteilungen suggeriert.

    Meine Güte, die Welt ist bunt, und es gibt viele männliche und weibliche Rollen auch ein paar ziemlich neutrale, und das ist ganz in Ordnung. Man soll es nicht immer auf Klisches reduzieren.

    • th
    • 03.06.2010 um 18:49 Uhr

    aber ich finde ein bisschen Rosa ganz nett, aber allzuviel Rosa gar nicht schön - und es hat auch gar nichts mit der weiblichen Rolle zu tun - das wird nur von den Marketing-Abteilungen suggeriert.

    Meine Güte, die Welt ist bunt, und es gibt viele männliche und weibliche Rollen auch ein paar ziemlich neutrale, und das ist ganz in Ordnung. Man soll es nicht immer auf Klisches reduzieren.

    • multix
    • 03.06.2010 um 15:46 Uhr

    »Meine Tochter ist zweieinhalb Jahre alt«, sagt eine, »sie will eigentlich eher die Jungsschuhe in Blau, aber ich kaufe ihr trotzdem die glitzernden.« Warum? »Weil sie mir gefallen.«
    Der heimliche Lehrplan - wie vor 30 Jahren, als ich (männl) noch i.d. KiTa tätig war. Die Genderpersp. ist offenbar an vielen Frauen in sog. Frauenberufen vorbei gegangen, schön dass das mal gesehen wird. Dazu gehört: der männl. Erzieher als nützlicher Idiot für alle Fälle, unverändert gefangen in weibl. Tricksereien die ihm die typ. Ventil-Funktionen für Jungs vorgeben - wie bei Muttern der Papi-Kumpeltyp.
    Diese Erziehung beruht auf Selbstadressierung von best. Selbstzuschreibungen und Adressierungen von Zuständigkeiten:
    wieso bolzt eine Erzieherin nicht mit? Keine Lust oder ist sie im Vergleich mit 5-jährigen Jungs darin evtl. nicht ernstzunehmen, weil sie`s zuwenig versucht hat?
    Da werden auch Unzulänglichkeiten im weibl. Fähigkeitsspektrum hübsch überspielt - mit glitzernden Schühchen oder hohen Absätzen bolzt sich eben nicht so gut, außerdem ist das
    u.U. schweißtreibend, da verläuft die Schminke und dann ist
    das erst recht nicht mehr vorbildfähig. Jungs wie Mädchen sind da in DamenHaft, armselige Veranstaltung das hinsichtlich Genderpädagogik - ein Sandkastenspiel, bei dem die Aufseherinnen nicht merken, dass sie Mitgefangene ihrer Deutungsmuster inkl. Besitz - und Führungsansprüche sind. Und Männer/Väter? Die wissen schon an der Tür was zu tun / zu lassen sei. Nichts Neues aber uptodate.

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    Ein/e genauso puppen- we fußballspielende/r Kindergärtner/in wäre wirklich ein tolles Vorbild für jedes Kind. Direkt zu zeigen: ihr könnt und dürft das alles machen.

    formuliert.

    Ein/e genauso puppen- we fußballspielende/r Kindergärtner/in wäre wirklich ein tolles Vorbild für jedes Kind. Direkt zu zeigen: ihr könnt und dürft das alles machen.

    formuliert.

  6. So allmählich dämmert mir, warum die Politik sich plötzlich für mehr Kindergärten und Kitas einsetzt. Man will die Politik dort hinbringen, Genderpolitik natürlich.
    Es war maßgeblich der Feminismus, der die über Jahrtausende gewachsene Familienstruktur zerstört hat und damit das Familienbild von heute generierte, ein Familienbild, in welchem das Einstehen füreinander keine Rolle mehr spielt, in dem Alte lieber in Altersheime abgeschoben werden als innerhalb der Familie einen Platz zu finden.
    Jetzt geht man an die Kinder und spricht von Geschlechtergerechtigkeit. Und natürlich wissen die Erwachsenen, was Kinder wollen und was sie brauchen. Dabei sind die Erwachsenen heutzutage kaum noch für ihre Kinder da, weil Frauen ja klar gemacht wird, dass sie Karrieren machen müssen und die Hausfrau und Mutter von ihren feministischen Geschlechtsgenossinnen wie eine Aussätzige behandelt wird.
    Gleichberechtigung hat nichts mit Gleichstellung zu tun und Emanzipation und Feminismus sind unterschiedlich wie Feuer und Wasser. Man sollte sich einmal Gedanken darüber machen, warum die Natur die Frau anders konstruiert hat als den Mann und weshalb Gleichstellung alles andere als wünschenswert ist. Gender wird eine Generation von verstörten und psychisch instabilen Menschen hervorbringen und ist aus meiner Sicht eine Degenerationserscheinung der westlichen Kultur.
    Geschlechtergerechtigkeit ist, wenn der erwachsene Mensch darauf verzichtet, in die kindliche Selbstfindung einzugreifen.

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    wie wäre es wenn sie sich die grundbegriffe feminismus, emanzipation, gender etc. nochmal anschauen? mit dem ziel die tatsächlichen inhalte der begriffe kennenzulernen und ihre vermuteten zu korrigieren...

    und warum bitte sollte ein zusammenhang zwischen einer gesellschaft die ihre alten ins heim abschiebt und dem feminismus kausal sein? versuchen sie mal diese these schlüssig zu erklären.....

    wie wäre es wenn sie sich die grundbegriffe feminismus, emanzipation, gender etc. nochmal anschauen? mit dem ziel die tatsächlichen inhalte der begriffe kennenzulernen und ihre vermuteten zu korrigieren...

    und warum bitte sollte ein zusammenhang zwischen einer gesellschaft die ihre alten ins heim abschiebt und dem feminismus kausal sein? versuchen sie mal diese these schlüssig zu erklären.....

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