Paid Content »Ihr seid so mutig, so tapfer, viel Glück!«Seite 2/2
ZEIT: Ist es nicht dennoch mehr als eine fromme Hoffnung, wenn Ihr Kollege von der Sunday Times, John Witherow, die Konkurrenz bittet, sich Ihrem Vorgehen schnell anzuschließen?
Harding: Mit Sicherheit ist es so, dass die große Menge kostenloser Information zu einem sehr harten Wettbewerb führt. In Großbritannien gibt es am Ende nur ein paar Zeitungen, die vor der gleichen Entscheidung stehen. Wir gehen davon aus, dass es schwierig wird. Andererseits trifft es auch zu, dass niemand 21 Millionen unique users – unterschiedliche Besucher unserer Website – so einfach in täglich zahlende Kunden verwandelt. Das ist ein Hirngespinst, so als würde ich sagen: Jeder, der an einer Ausgabe der Times vorbeiläuft, kauft sie auch – das hätte ich natürlich gern, aber das wird nicht passieren. Die Frage ist: Wie viele Leute werden zahlen? Jede britische Zeitung hat zwischen einer halben und einer Million regelmäßiger Onlineleser. Wie viele davon kann man zum Bezahlen bewegen? Dabei wird es darum gehen, die Zahl der Leser ganz allmählich zu steigern. Ich meine das ernst, es ist ein langwieriger und langsamer Prozess. Aber ich habe das Gefühl: Während wir voranschreiten und allmählich diese Lesergemeinde aufbauen, werden mehr und mehr Zeitungen herausfinden, dass das Verschenk-Modell nicht funktioniert.
ZEIT: Wie fühlt es sich an, wenn einem die ganze Welt bei einem solchen Experiment zusieht?
Harding: Es ist sehr aufregend, etwas zu tun, das neu ist und das man selbst als richtig erachtet, während so viele Leute einem widersprechen. Das ist spannend und auch sehr lohnend, denn sowohl die Times als auch die Sunday Times haben sehr klare Vorstellungen davon, was sie mit ihren neuen Websites anstellen wollen. Bislang kreisten die Diskussionen nur um die Idee der Bezahlung statt um den Inhalt der neuen Digitalausgaben. Deshalb sage ich: Schaut euch die Times und die Sunday Times an, und lasst uns darüber reden, was ihr von unserem Journalismus haltet statt von unserem Geschäftsmodell.
ZEIT: Die Times gibt es seit 225 Jahren – wie lange wird sie noch auf Papier erscheinen, und wie lange überhaupt?
Harding: Die Chancen, dass es uns weitere 225 Jahre gibt, sind jetzt jedenfalls gestiegen, davon bin ich überzeugt. Was die Druckausgabe angeht: Ich habe keine Ahnung. Ich sehe das etwas anders als die meisten anderen, die sagen, dass die klassische Zeitung ganz verschwinden wird. Einige werden sich die Website ansehen und sagen: Das lese ich lieber auf Papier.
Das Gespräch führte Henning Hoff
- Datum 03.06.2010 - 10:26 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 02.06.2010 Nr. 23
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...werden Journalisten brauchen bis Leser erkennen, daß sie für Qualitätsjournalismus bezahlen müssen. Ich vergleiche das mit anderen originalen Geistesleistungen wie Musik, Literatur, Kunst: Dort ist man längst bereit für gute Qualität zu zahlen - für schlechte nicht.
....eine Frage der Konkurrenz. Wenn man acht gute Artikel lesen kann aber Euro 1,25 zahlen soll, um einen Artikel zu lesen, den man noch nicht bewerten kann....
Vor allem aber ist es zu lästig im Internet zu zahlen und offenbar mit Risiken verbunden.
Da muss ich Ihnen aber energisch wiedersprechen, es ist ja allgemein bekannt, was ein Mensch in seinem Leben so Alles muss. Regelmäßig aufs...., na Sie wissen schon. Von welchem HQ Journalismus reden wir hier? Für wen soll der sein, doch nicht für die Menschen die gebildet sind, belesen sind und genug Graue Masse besitzen um sich ein eigenes Bild aus dem was geschieht zu machen. Wer hat überhaupt diesen Begriff in die Welt gesetzt, Qualitätsjournalismus. Was ist das? mit welcher Soße isst man den? Kann er etwa schlecht sein? Entweder etwas ist richtig, oder etwas ist falsch. Eibischen richtig gibt es nicht. Ich sehe nicht den geringsten Grund für die Inhalte Geld auszugeben. Ich weiß nicht was diese Pseudojournalisten von sich halten, haben sie jetzt ein Monopol auf Informationen, und bestimmen wer sie bekommt und wer nicht. Mir schein, als befänden die sich in einem gelinde gesagt, leicht verwirrtem Zustand. Aber wie wir Alle wissen, für Alles gibt es eine Lösung.
....eine Frage der Konkurrenz. Wenn man acht gute Artikel lesen kann aber Euro 1,25 zahlen soll, um einen Artikel zu lesen, den man noch nicht bewerten kann....
Vor allem aber ist es zu lästig im Internet zu zahlen und offenbar mit Risiken verbunden.
Da muss ich Ihnen aber energisch wiedersprechen, es ist ja allgemein bekannt, was ein Mensch in seinem Leben so Alles muss. Regelmäßig aufs...., na Sie wissen schon. Von welchem HQ Journalismus reden wir hier? Für wen soll der sein, doch nicht für die Menschen die gebildet sind, belesen sind und genug Graue Masse besitzen um sich ein eigenes Bild aus dem was geschieht zu machen. Wer hat überhaupt diesen Begriff in die Welt gesetzt, Qualitätsjournalismus. Was ist das? mit welcher Soße isst man den? Kann er etwa schlecht sein? Entweder etwas ist richtig, oder etwas ist falsch. Eibischen richtig gibt es nicht. Ich sehe nicht den geringsten Grund für die Inhalte Geld auszugeben. Ich weiß nicht was diese Pseudojournalisten von sich halten, haben sie jetzt ein Monopol auf Informationen, und bestimmen wer sie bekommt und wer nicht. Mir schein, als befänden die sich in einem gelinde gesagt, leicht verwirrtem Zustand. Aber wie wir Alle wissen, für Alles gibt es eine Lösung.
vorgeschickt, dachte immer es sind Murdochs Zeitungen und der propagiert doch schon lange, das Leser für Onlinenachrichten zahlen sollen. Was natürlich schön ist, man soll für Nachrichten und Kommentare bezahlen, die vom industriellen und politischen Komplex in Auftrag gegeben wurden, um die öffentliche Meinung zu beeinflussen.
Man muss sich mal überlegen, das Konzept der NYT ist hier in Nordamerika nicht aufgegangen, wo man sonst selbst für normales Fernsehen (Kabel oder Satellit) bezahlen muss. Und er glaubt, das in Europa durchsetzen zu können, wo man ja auch schon mit seinem Bezahlfernsehen in Teilen nicht erfolgreich ist.
Man kann ihm da nur viel Glück wünschen.
Zitat: "Was natürlich schön ist, man soll für Nachrichten und Kommentare bezahlen, die vom industriellen und politischen Komplex in Auftrag gegeben wurden, um die öffentliche Meinung zu beeinflussen."
Niemand wird gezwungen, das zu lesen. Ich zahle für taz und ZEIT (beide im Abo), weil ich nach jahrzehntelangen Feldstudien zu dem Schluß gekommen bin, dass ich die am besten finde. Wenn andere Medien ihre Internet-Angebote kostenpflichtig machen, lese ich die nicht mehr. Die müssen mit ihrer Qualität und ihrer Ausrichtung dann eben andere für sich begeistern. So einfach ist das.
Ich finde den Schritt der Times gut und hoffe, dass sie Erfolg hat. In Internetforen trifft man zu viele Schreihälse, die es als Majestätsbeleidigung ansehen, für etwas zu bezahlen, das man nicht anfassen kann. Die brauchen dringend Realitätskontakt.
Zitat: "Was natürlich schön ist, man soll für Nachrichten und Kommentare bezahlen, die vom industriellen und politischen Komplex in Auftrag gegeben wurden, um die öffentliche Meinung zu beeinflussen."
Niemand wird gezwungen, das zu lesen. Ich zahle für taz und ZEIT (beide im Abo), weil ich nach jahrzehntelangen Feldstudien zu dem Schluß gekommen bin, dass ich die am besten finde. Wenn andere Medien ihre Internet-Angebote kostenpflichtig machen, lese ich die nicht mehr. Die müssen mit ihrer Qualität und ihrer Ausrichtung dann eben andere für sich begeistern. So einfach ist das.
Ich finde den Schritt der Times gut und hoffe, dass sie Erfolg hat. In Internetforen trifft man zu viele Schreihälse, die es als Majestätsbeleidigung ansehen, für etwas zu bezahlen, das man nicht anfassen kann. Die brauchen dringend Realitätskontakt.
1. Wissenschaftliche Publikationen
2. Künstlerische Literatur
3. Kommentare und Reportagen von Kolumnisten und Reportern welche ich persöhnlich für absolut glaubwürdig, unabhängig und unvoreingenommen halte.
Ich bin kein Fan von Bezahl-Inhalten, aber ich glaube, dass da ein Markt ist und der sich auch durchsetzen wird. Allerdings nicht auf Spiegel-Online-Niveau.
Ich persönlich habe immer gesagt, dass ich für ein reines Online-Abo je nach Publikation 5-15 EUR im Monat zahlen würde. Dafür erwarte ich dann aber auch:
*Erkennbare journalistische Qualität (Inhalt & Umfang, keine abgeschriebenen Agenturmeldungen, keine halbgaren Artikel, wie sie leider auch bei der ZEIT immer häufiger zu finden sind, auch weil es oft zusammengestrichene Print-Artikel sind)
*Werbefreiheit der Seite (ist sie bei mir heute schon > Adblock)
*Zugang zu Online-Artikeln und gesetzten Artikeln (also Layout wie in der Printversion) als PDF zum Download.
*Umfängliches Online-Archiv mit guten Recherchefunktionen.
wird sich nicht durchsetzen, da kostenlose Angebote im Internet beim Stöbern zu finden sind.
Eine Zeitung in den Händen zu lesen ist wie ein tiefgehender Pflug.
Internet dagegen ein Pflug der über einen verhärteten Boden oberflächlich furcht.
hat der gute Man, nehme ich an, als in seiner Ausbildung gelernt hat wem der Journalismus dienen soll. Ich glaube nicht das da was von eigener Tasche gesagt wurde. Ohne die Leser kann er sich mit seinem "HQ" Journalismus sonst wohin scheren.
Dieser Weg kann auf Dauer nicht funktionieren. Er beruht auf falschen Annahmen und einer falschen Analyse der Probleme. Nicht die „Kostenlosmentalität“, sondern die hohe Redundanz und schlichter Konkurrenzdruck zermürbt den Online-Journalismus.
In der Printwelt erreicht jedes Blatt nur eine begrenzte Leserschar, online erreicht jedes Angebot jeden: Ich muss mich nicht entscheiden, ich kann sie alle nutzen. Da die Berichterstattung zudem hochgradig redundant ist, hilft es nicht, wenn einer für sein Angebot Geld nimmt – es müssten alle mitziehen, um wieder eine Entscheidung des Lesers erzwingen zu können. Eine derartige Lösung wäre zwar optimal, ist aber nicht stabil (s. Nash-Gleichgewicht): Jeder der ausschert und kostenlos wird, hat automatisch einen Wettbewerbsvorteil und könnte sich mit Werbung refinanzieren.
Egal wie man das Blatt auch wendet, der einzige Weg zum profitablen Journalismus führt über ein Massensterben von 90 x% des derzeitigen Angebots. Einen Mangel muss man dadurch nicht erwarten, Europa hat hier sogar schon vorgesorgt – aus diesem Grund existieren die Öffentlich-Rechtlichen.
...ist nichts wert. Eine furchtbare Einstellung finde ich das. Wenn sich ein Medium vollständig von staatlicher und Konzernlicher FInanzierung/Kontrolle lossagt bin ich bereit es mitzufinanzieren. Bis dahin will ich die Profitträume , besonders von Medien-Monopolisten ala Ruppert Murdoch, nicht unterstützen. Diesen Menschen geht es nicht um Qualität im Journalismus oder einem Informationsauftrag sondern um den Ertrag. Den Spieß so umzudrehen und zu behaupten der Kunde sei Schuld am Qualitätsverlust weil er ja nicht (genug) bezahle ist unerhört! Riesige MultiMedia-Monopole sind die wahre Bedrohung für den Qualitätsjournalismus!
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