Ölpest Wir Öl-JunkiesSeite 2/2

Die Katastrophe der Deepwater Horizon beweist: Je tiefer man bohrt, desto gefährlicher wird es. Inzwischen denkt man weltweit über ein Verbot von Tiefwasserbohrungen nach. Dadurch aber würde Öl noch knapper. Der Wirtschaft käme einer der beiden wichtigsten Rohstoffe abhanden. Sie wäre vom Stillstand bedroht.

Ohne Wachstum aber können die Unternehmen den Banken die Kredite nicht zurückzahlen. Schon jetzt ist das die eigentliche Ursache der Finanzkrise: Die Unternehmen mussten in den vergangenen Jahren immer mehr Kapital aufwenden, um noch Gewinne zu erzielen. Die Banken versuchten durch die Erfindung neuer Wertpapiere, die Renditen oben zu halten. Sobald jedoch klar wurde, dass die Autokonzerne oder Chemieunternehmen solche Profite nicht mehr erwirtschaften können, kam es zum Crash. Um den Zusammenbruch zu verhindern, blieb den Staaten nichts anderes übrig, als Banken und Unternehmen zu retten. Die Kredite der Privatwirtschaft verwandelten sich in Verbindlichkeiten des Staates. Die Schuldenuhr lief immer schneller.

Darin ähneln sich die beiden Bilder: Das Öl im Wasser belastet das ökologische System des Meeres. Die Schulden des Staates belasten das ökonomische und soziale System eines Landes.

Natürlich kann der Staat seine Schulden zurückzahlen. Aber dafür muss die Wirtschaft wachsen, es müssen Arbeitsplätze, Einkommen und Steuern entstehen. Es muss weiterhin Öl gefördert und verbrannt werden. Um den Preis, die Natur zu zerstören und die Erde aufzuheizen.

Verzichtet die Welt dagegen auf Wachstum, wird sich die Erde erholen, dafür werden Unternehmen und Staaten unter den Schulden zusammenbrechen. Das ist das Dilemma des modernen Kapitalismus.

Man kann dem entgegnen, dass es in der Wirtschaft nicht nur um Öl geht. Es gibt Waren, die nicht aus Plastik sind, es gibt andere Energieträger. Das ist richtig und falsch zugleich. Ja, es gibt andere Produkte, aber letztlich entstehen sie nur aus zwei Dingen, aus menschlicher Arbeit und aus Rohstoffen. Irgendwann gehen die Rohstoffe zur Neige.

Wenn die Marktwirtschaft überleben soll, braucht sie ein Wachstumsmodell, das ohne Öl auskommt, ohne Kohle, ohne Gas. Sonst kann sich so etwas wie die Katastrophe im Golf von Mexiko jederzeit wiederholen.

 
Leser-Kommentare
    • Hickey
    • 06.06.2010 um 14:08 Uhr

    Nicht der Kapitalismus ist daran Schuld, sondern der Ölförderer, der es sich aussuchen kann wo er bohrt.

    Ist es zu gefährlich, weil man mit den Auswirkungen nicht umgehen kann(Tiefe), dann sollte man erst gar nicht bohren.

    Tut man es doch, ist die Firma/Person schuld, die den Bohrauftrag, trotz großer Risiken, in Kauf genommen hat.

    Ich hoffe stark das BP wirklich bluten wird, wie es Obama versprochen hat. Allerdings glaube ich das für Obama viel Blut schon ein paar Milliarden Dollar sind, was für diesen Schaden viel zu wenig ist.

    Am besten wäre es BP zahlt jährlich 50% vom Gewinn, bis die Ölpest durch die Natur gezähmt wurde. Und wenn es 1000 Jahre dauert.

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    Sie schreiben:
    > Nicht der Kapitalismus ist daran Schuld, sondern [..]

    Wem nützt es, wer "Schuld an irgend etwas ist", wenn die Beseitigung Konsequenzen bzw. die Wiederherstellung einer nicht-lebensfeindlichen Umwelt vielleicht unbezahlbar/unerreichbar ist?!

    > Ist es zu gefährlich, [..] dann sollte man erst gar
    > nicht bohren.

    Leicht geschwallt! Wenn die politische Mode aber gerade ein Herz für den Öl-Lobbyismus hat (z.B. G.W. Bush ..), dann werden die Unternehmen nach Lust und Laune aus ihrer Verantwortung "befreit".

    > [..]
    > Ich hoffe stark das BP wirklich bluten wird [..]

    Wen interessiert, was Sie hoffen? Es geht um Verträge und vor Gericht durchsetzbare Haftungsobergrenzen - ihre und Jedermanns Hoffnung ist komplett unbedeutend. Wenn sich BP auf die Haftungsobergrenze berufen kann, weil das unter Bush geschaffenes geltendes Recht ist, dann werden die Verantwortlichen ihre gesellschaftlichen Verpflichtungen aus der Portokasse zahlen.

    > [..] wie es Obama versprochen hat.

    Dreist! Damit machen Sie Obama für die Korruption unter G.W. Bush verantwortlich. Obama ist kein Gott!

    > Am besten wäre es BP zahlt jährlich [blah]

    Ja ich wünsche mir auch, dass die korrupten Finanz-Heinis bluten müssen - aber wie immer zahlen die Opfer bzw. die im Staat Gefangenen die Zeche.

    Im übrigen wäre es die Aufgabe der *Marktwirtschaft*, eine Balance von privatem Risiko und privatem Gewinn, Verlust und möglichem Regress zu schaffen. Der Kapitalismus ist diesbezüglich blind und taub.

    Y.S.

    Der Artikel beschreibt exzellent die Ursache des Problems. Sie haben ihn (den Artikel) schlicht und ergreifend nicht verstanden.

    Sie schreiben:
    > Nicht der Kapitalismus ist daran Schuld, sondern [..]

    Wem nützt es, wer "Schuld an irgend etwas ist", wenn die Beseitigung Konsequenzen bzw. die Wiederherstellung einer nicht-lebensfeindlichen Umwelt vielleicht unbezahlbar/unerreichbar ist?!

    > Ist es zu gefährlich, [..] dann sollte man erst gar
    > nicht bohren.

    Leicht geschwallt! Wenn die politische Mode aber gerade ein Herz für den Öl-Lobbyismus hat (z.B. G.W. Bush ..), dann werden die Unternehmen nach Lust und Laune aus ihrer Verantwortung "befreit".

    > [..]
    > Ich hoffe stark das BP wirklich bluten wird [..]

    Wen interessiert, was Sie hoffen? Es geht um Verträge und vor Gericht durchsetzbare Haftungsobergrenzen - ihre und Jedermanns Hoffnung ist komplett unbedeutend. Wenn sich BP auf die Haftungsobergrenze berufen kann, weil das unter Bush geschaffenes geltendes Recht ist, dann werden die Verantwortlichen ihre gesellschaftlichen Verpflichtungen aus der Portokasse zahlen.

    > [..] wie es Obama versprochen hat.

    Dreist! Damit machen Sie Obama für die Korruption unter G.W. Bush verantwortlich. Obama ist kein Gott!

    > Am besten wäre es BP zahlt jährlich [blah]

    Ja ich wünsche mir auch, dass die korrupten Finanz-Heinis bluten müssen - aber wie immer zahlen die Opfer bzw. die im Staat Gefangenen die Zeche.

    Im übrigen wäre es die Aufgabe der *Marktwirtschaft*, eine Balance von privatem Risiko und privatem Gewinn, Verlust und möglichem Regress zu schaffen. Der Kapitalismus ist diesbezüglich blind und taub.

    Y.S.

    Der Artikel beschreibt exzellent die Ursache des Problems. Sie haben ihn (den Artikel) schlicht und ergreifend nicht verstanden.

  1. "The world keeping dependence on oil so long is possible,is important"

    Fadhil Chalabi

    Former Secretary-General OPEC
    Former Iraqi Oil Minister

    in der Dokumentation

    A Crude Awakening "The Oil Crash"

    http://video.google.com/v...

  2. Ein billiger Versuch die Verantwortung von Wirtschaftsunternehmen auf die Gesellschaft abzuwälzen und derart zu relativieren. Als wenn BP nicht um der Profite willen, sondern unter ominösen Sachzwängen keine andere Wahl hatte, als ein Risiko einzugehen, dass nun eine Katastrophe ausgelöst hat.

    Alleine der Titel ist schon der perfide Versuch ein paar Knöpfe im ökologischen Gewissen zu drücken, um Leser ins Boot der Schuldzuweisungen holen. Das ganze schön lanciert in einem Moment, wo die Öffentlichkeit leicht vom Meldungseinerlei der Katastrophe eingelullt ist …

    Das am Ende eine schön beliebige – nicht weiter ausgeführte – Utopie – als Entlastung für die Akteure dienen soll zeigt, dass hier wieder eine scheinheilige journalistische Schmierenkomödie abgeliefert wurde, der kein Zynismus zu schade ist.

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    “Verzichtet die Welt dagegen auf Wachstum, wird sich die Erde erholen, dafür werden Unternehmen und Staaten unter den Schulden zusammenbrechen. Das ist das Dilemma des modernen Kapitalismus.”

    Das genau ist der monströse Sonderweg, den der Kapitalismus mit Entdeckung des Erdöls eingeschlagen hat. Wir alle müssen begreifen — wir alle! —, daß es an Wahnsinn grenzt, einen endlichen Rohstoff, von dem wir alle — wir alle! — abhängig sind, zu solch’ verzerrten, subventionierten, viel zu billigen Preisen abzugeben. Allein auf billigem Öl fußt das beispiellose Wachstum der letzten Jahrzehnte. Auf billigem Öl — und auf viel zu billigem Geld. Würde man beides teurer machen, könnten spätere Generationen auf dieser Welt auch noch erträglich leben, ohne den Preis für unsere jetzige Gier und Faulheit zahlen zu müssen.

    Endlich mal ein Artikel in der Mainstream-Presse, der diese Zusammenhänge darstellt.

    “Verzichtet die Welt dagegen auf Wachstum, wird sich die Erde erholen, dafür werden Unternehmen und Staaten unter den Schulden zusammenbrechen. Das ist das Dilemma des modernen Kapitalismus.”

    Das genau ist der monströse Sonderweg, den der Kapitalismus mit Entdeckung des Erdöls eingeschlagen hat. Wir alle müssen begreifen — wir alle! —, daß es an Wahnsinn grenzt, einen endlichen Rohstoff, von dem wir alle — wir alle! — abhängig sind, zu solch’ verzerrten, subventionierten, viel zu billigen Preisen abzugeben. Allein auf billigem Öl fußt das beispiellose Wachstum der letzten Jahrzehnte. Auf billigem Öl — und auf viel zu billigem Geld. Würde man beides teurer machen, könnten spätere Generationen auf dieser Welt auch noch erträglich leben, ohne den Preis für unsere jetzige Gier und Faulheit zahlen zu müssen.

    Endlich mal ein Artikel in der Mainstream-Presse, der diese Zusammenhänge darstellt.

  3. “Verzichtet die Welt dagegen auf Wachstum, wird sich die Erde erholen, dafür werden Unternehmen und Staaten unter den Schulden zusammenbrechen. Das ist das Dilemma des modernen Kapitalismus.”

    Das genau ist der monströse Sonderweg, den der Kapitalismus mit Entdeckung des Erdöls eingeschlagen hat. Wir alle müssen begreifen — wir alle! —, daß es an Wahnsinn grenzt, einen endlichen Rohstoff, von dem wir alle — wir alle! — abhängig sind, zu solch’ verzerrten, subventionierten, viel zu billigen Preisen abzugeben. Allein auf billigem Öl fußt das beispiellose Wachstum der letzten Jahrzehnte. Auf billigem Öl — und auf viel zu billigem Geld. Würde man beides teurer machen, könnten spätere Generationen auf dieser Welt auch noch erträglich leben, ohne den Preis für unsere jetzige Gier und Faulheit zahlen zu müssen.

    Endlich mal ein Artikel in der Mainstream-Presse, der diese Zusammenhänge darstellt.

    Antwort auf "Typischer PR-Artikel"
  4. Dass an der Ölkatastrophe technische Fehler schuld sind, eine Fehlkonstruktion oder zu wenig Wartung. Dass es daran liegt, dass Öl und nicht etwas anderes gefördert wird, hätte ich mir nicht träumen lassen.

    Einreden lass ich mir das auch nicht. Das ist Unsinn!

  5. Immer die gleiche Leier mit wechselnden Weltuntergangsszenarien! Schuld ist immer der böse, böse Mensch, weil er schon mit seiner bloßen Anwesenheit diese wunderschöne Natur stört und zerstört. Gebe es keine Menschen auf der Welt wäre alles so idyllisch! Vögel tirilieren, Löwe und Gnu spielen Ringelrein, der Sturm brauchte nicht mehr zu brausen und die Erde auch nicht mehr zu beben. Denn das tun diese Naturgewalten ja auch nur weil der Mensch so böse zur Natur ist oder?

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    ...Natur kam Jahrmilliarden ohne Menschen aus und würde auch künftig dazu in der Lage sein. Der Mensch ohne Natur nicht einen Tag.

    Ohne Natur - keine Pflanzen - ohne Pflanzen - keine Photosynthese - ohne Photosynthese - keinen Sauerstoff

    und jetzt kommts

    ohne Sauerstoff - Mensch tot!

    ...Natur kam Jahrmilliarden ohne Menschen aus und würde auch künftig dazu in der Lage sein. Der Mensch ohne Natur nicht einen Tag.

    Ohne Natur - keine Pflanzen - ohne Pflanzen - keine Photosynthese - ohne Photosynthese - keinen Sauerstoff

    und jetzt kommts

    ohne Sauerstoff - Mensch tot!

  6. Vor 150 Jahren begann die industrielle Nutzung des Erdöls. Seit dieser Zeit haben wir auf allen Gebieten der Technologie gewaltige Fortschritte zu verzeichnen - in der Medizin (die Menschen starben damals wie die Fliegen an Tuberkulose und Kindbettfieber), im Haushalt (Wasch- und Geschirrspülmaschine, Mikrowelle etc.), in den Speichermedien für Bild und Ton (wer kennt heute noch die alten Schellackplatten von 1900?) u.s.w. Nur in den Bereichen, wo Erdöl und seine Derivate eingesetzt werden, scheint die Uhr stehengeblieben zu sein. Wir bewegen uns immer noch mittels Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor von A nach B - einer Techologie aus dem Dinausaurierzeitalter der Technik.

    Fazit: Krisen haben immer etwas Positives, da sie zum Umdenken zwingen. Nur, wenn es nicht mehr weitergehen kann wie bisher, entsteht Fortschritt.

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