Bundespräsidentenwahl … und keiner wacht aufSeite 3/3
Die schwarz-gelbe Koalition hat eine gute Gelegenheit verpasst. Aber es ist noch nicht völlig zu spät. Auch in ihr gibt es Bedenken, Einsichten und Skepsis. Und es gibt das berechtigte Vertrauen in einen überparteilichen Kandidaten – in Joachim Gauck.
Zeitigt dieser Denkprozess keine Folgen, so bleibt ein fatales Signal zurück: die Machtdemonstration einer kleinen Führungselite, die zeigt, dass sie sich dem deutschen Volk nicht verpflichtet fühlt. Eine Demonstration ohne jegliche Not zudem, einem eiligen Reflex folgend und keiner Reflexion. Warum hat Angela Merkel schon am Tag von Köhlers Rücktritt darauf beharrt, dass der Nachfolger einer der Ihren sein müsse?
Die Folgen dieses schädlichen Diktums sind unübersehbar. Legitimität in einer Demokratie ist kein Gottesgnadentum, sondern ein Geschenk des Volkes – seine Rücknahme ist möglich.
Wie lange noch lassen sich die Menschen in diesem Land gefallen, dass man sie nicht mehr ernst nimmt?
Der Autor ist Philosoph und Schriftsteller. Er lebt in Köln. Zuletzt erschien von ihm »Liebe – ein unordentliches Gefühl« (Goldmann)
- Datum 22.06.2010 - 18:48 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 10.06.2010 Nr. 24
- Kommentare 119
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es wird sich erst wieder etwas verbessern wenn Köpfe rollen. Real, nicht im übertragenen Sinn. Traurig, wenn man bedenkt, dass die Demokratie eine Verbesserung gegenüber Monarchien oder Diktaturen sein sollte.
Aber wie sagte schon Einstein? Zwei Dinge sind unendlich. Das Universum und die menschliche Dummheit. Wobei, beim Universum bin ich mir nicht sicher...
...Köpfe sollten rotieren: Die der Bürger und Wähler und zwar auf Hochtouren. Um wieder besere Politiker zu wählen. Durch Wahlverweigerung ist das nicht zu erreichen.
Jaja so eine wäre wohl leider vonnöten um in vielen Köpfen eine Änderung beizuwirken.
Nur sind die Deutschen ja schon zu faul/uninteressiert auf die Straße zu gehen, so wie in Frankreich und mal Proteste zu starten.
...Köpfe sollten rotieren: Die der Bürger und Wähler und zwar auf Hochtouren. Um wieder besere Politiker zu wählen. Durch Wahlverweigerung ist das nicht zu erreichen.
Jaja so eine wäre wohl leider vonnöten um in vielen Köpfen eine Änderung beizuwirken.
Nur sind die Deutschen ja schon zu faul/uninteressiert auf die Straße zu gehen, so wie in Frankreich und mal Proteste zu starten.
der das, was ich denke in höflicheren Worten wiedergibt.
In Berlin geht es ja wieder zu wie beim ZK der SED 1989!
Frau Merkel nähert sich zusehends Frau und Herrn Honnecker an.
Sie geht zur Damentoilette und zieht den Wulff anschließend aufs Podiumals Kandidat für den Posten des Bundespräsidenten.
Das ist keine Kandidat Deutschlands, sondern ein Kandidat einer Parteien-Bundesversammlung mit Fraktionszwang!
Pfui!!
Wie weit ist dieser Staat in den letzten 20 Jahren gesunken!!
Alles faul !!
Ihr Artikel von Richard David Precht ist großartig geschrieben. Vielen Dank Herr Precht, spiegelt doch der Inhalt alles, was die Menschen momentan bewegt.
Horst Köhler hatte recht mit seinem Hinweis auf den fehlenden Respekt vor dem Amt des Bundespräsidenten. Die Art, wie Frau Merkel und die Parteien schon vor der Konstituierung der Bundesversammlung den Bundespräsidenten etablieren wollen, bestätigt es. Die Wahl des Bundespräsidenten steht ausschliesslich dem besonderen Verfassungsorgan Bundesversammlung zu. Das hat jeder zu respektieren. Die Realität sieht anders aus.
Wir Bürger sind aber auch nicht besser. Wir kritisieren schnell und gerne. Aber selbst Initiative ergreifen? Vor der Wiederwahl von Horst Köhler hatte ich auf einem Bürgerforum eine Umfrage angeregt, wen die Bürger unabhängig von den Parteien vorschlagen. Die Reaktion war sehr mässig. Wir sind es einfach nicht gewohnt, konkret Stellung zu beziehen.
Auch bei der jetzigen Wahl des Bundespräsidenten habe ich nirgends Vorschläge zu Wunschkandidaten als Bundespräsident gesehen.
Die Medien sind nicht ausgenommen. Es wird fast nur berichtet, was bereits in den Medien präsent ist, dann aber auch mit kritischen Tönen. Sie werden es nicht erleben, dass auch nur über einen unbekannten Aspiranten als Quereinsteiger berichtet wird. So wie bei geeigneten Persönlichkeiten eine Hemmschwelle besteht, sich selbst anzubieten, besteht eine Hemmschwelle der Medien, über diese als Erste zu berichten. Man könnte ja verrissen werden.
Helmut Rohe
www.hrohe.de
möglichst unstammtischhaft aber ich tues.
Tatsächlich wäre es nun Zeit für die erste demokratisch erneuernde Umwälzung von Gesamtdeutschland.
Gerade die Nicht-Stammtischler und Nicht-Verschwörungstheorethiker sollten jetzt dafür sorgen, dass Veränderung nicht von Rechts oder von Links sondern aus der Mitte kommt.
Es werden von dieser Regierung und dem verbandelten, oligarischen deutschen Geld, Institutions und Beziehungsadel neben dem unteren Rand vor allem die Pfeiler der Gesellschaft vernachlässigt und nicht ernst genommen, ja sogar ausgebeutet.
Man muss zunächst sich selbst wieder ernst nehmen, dann das Gemeinwesen und dann die Freiheit, die nicht umsonst zu bekommen und nicht ohne Anstrengung des Einzelnen zu behalten ist.
Das bedeutet für viele auch wahrzunehmen, das man selber viel weiter unten steht, als man sich vielleicht eingestehen möchte.
Man hat aber das Recht und die Pflicht einzutreten, für einen Platz, Durchlässigkeit und das Gefühl ehrlich vertreten zu werden.
In Zeiten von Lobbyismus und geschwürhaft wuchernder PR-Beratung kommt "Change" nicht von oben sondern unbequemerweise von unten...
...dann das Gemeinwesen und dann die Freiheit, die nicht umsonst zu bekommen und nicht ohne Anstrengung des Einzelnen zu halten ist." Ein toller Kommentar für den ich danke. Er sollte in jedem Büro, in jeder Wohnung hängen.
...dann das Gemeinwesen und dann die Freiheit, die nicht umsonst zu bekommen und nicht ohne Anstrengung des Einzelnen zu halten ist." Ein toller Kommentar für den ich danke. Er sollte in jedem Büro, in jeder Wohnung hängen.
wird ihr Fett abkriegen.
Für Herrn Wulff tut es mir leid, dass er sich so hat instrumentalisieren lassen.
Was wir brauchen ist nicht nur ein politischer Wandel. Der muss auch statt finden, doch auch in den Köpfen der Menschen muss es "klick" machen. Die Masse muss endlich begreifen, dass es nicht mehr so weiter geht. Unsere Politik schläft was das reale politische Geschehen angeht und sie beschäftigt sich wirklich nur noch mit sich selbst. Dieser Artikel ist gut, ich kann mich dem anschließen. Weiter so, ich hoffe es wird endlich ein Raunen durch die Massen gehen, und zwar nicht weil wir kein Weltmeister werden, sondern weil wir uns ändern müssen und weil wir der Elite die uns vertreten soll und offensichtlich kein Interesse an uns mehr hat zur eigentlichen Gesinnung zurückführen müssen. Immerhin sind sie diejenigen, die ein Überleben in der Gemeinschaft sichern müssen, sowohl nach innen als auch mit den anderen Gemeinschaften (Nationen) dieser Welt. Wenn sie weiter so machen, bürgert sich der Gedanke ein, dass wir auch ohne die Elite auskomen, denn die bringt uns sowieso nicht weiter. Und das ist der Weg den viele gerade einschlagen. Zu sagen "die können nichts" - und sie haben nicht einmal Unrecht. Denn sie können nicht über ihren eigenen Schatten springen und sich von partei-interessen oder Lobbyisten lossagen um dem Volk zu helfen. Wir brauchen starke Politiker, die gleichzeitig Verständnis für das Volk haben und endlich wieder soetwas wie Persönlichkeit spüren lassen. Pures Phrasendreschen hilft niemandem. Nur um des Redens willen zu reden ist keine Politik.
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