Ich muss Ihnen ein Geständnis machen. Die Ranglisten der besten internationalen Universitäten, die meine Zeitschrift in den vergangenen sechs Jahren veröffentlicht hat, sind ihrem Zweck nicht gerecht geworden. Anders formuliert: Sie weisen schwerwiegende Mängel auf.

Natürlich war uns immer bewusst, dass Rankings die Arbeit von Universitäten nie vollständig abbilden können. Dennoch sind wir überzeugt, dass Vergleiche ihren Nutzen haben. Sie helfen Studierenden bei der Fächerwahl, den Lehrenden bei ihren Karriereentscheidungen, und sie unterstützen die Universitätsleitungen bei der Festlegung strategischer Prioritäten. Auch staatliche Investitionen in Hochschulen erfolgen mehr und mehr auf der Grundlage internationaler Ranglisten. Insofern sind wir uns unserer Verpflichtung bewusst, Rankings so streng, ausgewogen und transparent wie möglich zu gestalten. Zu dieser Verpflichtung gehört auch, Fehler einzugestehen.

Unsere jährlichen Hochschulrankings wurden 2004 zum ersten Mal publiziert, als das Magazin Times Higher Education (THE) nicht nur einen anderen Herausgeber hatte, sondern auch einen anderen Namen (THES) und Besitzer. Vergangenes Jahr ergriffen wir die erste Gelegenheit, die Rankings in Gänze auf den Prüfstand zu stellen. Was wir dabei feststellten, gefiel uns ganz und gar nicht.

Das größte Problem war der sogenannte Peer Review, auf dem etwa 40 Prozent der Gesamtpunktzahl einer Universität basierte – eigentlich eine simple Meinungsumfrage unter Hochschulmitarbeitern, welche Unis sie am höchsten bewerten. Doch die Gesellschaft, die uns bis 2009 die Daten lieferte, erreichte nur eine kleine Anzahl von Befragten. So gaben vergangenes Jahr etwa 3500 Personen ihr Urteil ab – ein Bruchteil von Millionen Wissenschaftlern in aller Welt. Die Werte für die einzelnen Länder sind erschreckend. 2008 arbeitete man mit 563 Rückmeldungen aus Großbritannien, und – ich schäme mich fast, es zuzugeben – lächerliche 182 Antworten kamen als Rücklauf aus Deutschland. Ist es da verwunderlich, dass von Jahr zu Jahr dramatische Sprünge zu verzeichnen waren? Beispiel Freie Universität Berlin: Sie preschte 2009 um 43 Ränge von 137 auf 94 vor. Die Hochschule ist hervorragend, aber konnte sie sich in zwölf Monaten wirklich so stark verbessern? Die RWTH Aachen wiederum übersprang von Rang 216 auf 182 ganze 34 Plätze.