Film "My Name is Khan" Shah Rukh Khan!

Der Bollywood-König Shah Rukh Khan spielt in dem fantastischen Film "My Name is Khan" eine prächtige Mischung aus Forrest Gump und Rain Man

Indiens Bollywood-Superstar Shah Rukh Khan erfindet sich neu als Charakterdarsteller in "My Name ist Khan"

Indiens Bollywood-Superstar Shah Rukh Khan erfindet sich neu als Charakterdarsteller in "My Name ist Khan"

Irgendwann kriegt er sie alle weich. Mit seinem neuen Film hat der indische Kinogott Shah Rukh Khan sogar einige Kritiker im Westen geknackt. Bisher lächelten sie nur milde, wenn sie seinen Namen hörten. So wie Jungs, wenn ihre Schwestern zum Reiten gehen: Ach ja, Mädchen… Tatsächlich schwärmen hierzulande meist ganz junge Frauen oder Sehnsüchtige über 50 von »SRKs« Macho-Appeal, der durch das leicht Tölpelhafte seiner Bewegungen gebrochen ist; von seinem Luxuskörper, den Grübchen, der Romantik, vor allem: seinem unzerstörbaren Familiensinn! Doch die Herablassung der Kritiker galt eigentlich dem Bollywood-Kino und Shah Rukh Khan, weil er wie kein anderer für die Herz-Schmerz-Spektakel aus Mumbai steht. Alles bloß schreiend bunter Eskapismus?

Genau, Eskapismus!, lächelt Khan dann stets entwaffnend. Wer wie die meisten Inder jeden Tag dafür kämpfe, dass die Familie satt werde, solle der Realität wenigstens im Kino entfliehen können. Der Kölner Verleih, der die Epen hierzulande herausbringt, nennt sich Rapid Eye Movies, ähnlich jener Schlafphase der intensivsten Träume, die uns den Alltag bewältigen lassen. My Name is Khan wird nun vom US-Verleih 20th Century Fox vertrieben, mit dem Gütesiegel: »Dies ist kein klassischer Bollywood-Film.« Auf einem globalisierten Markt wirkt das wie eine Antwort auf den Oscar-Sieger Slumdog Millionär : Der Engländer Danny Boyle hatte mit seiner westlichen Variante des »Massalafilms« die indischen Massen erobert. Nun zielt der Regisseur Karan Johar auf Hollywood, mit einer atemberaubenden Gewürzmischung, bei der sich Shah Rukh Khan als Charakterdarsteller neu erfindet.

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Er spielt den indischen Muslim Rizwan Khan, der nach San Francisco ausgewandert ist. Ein sogenannter Asperger-Autist, klug, feinsinnig, aufrecht; nur weil er anders wahrnimmt, wirkt er wunderlich. Unsterblich verliebt er sich in die schöne Hinduistin Mandira. Dann rasen Flugzeuge in die Twin Towers, und in den USA werden Muslime zu Feinden. Mandiras Sohn stirbt, Rizwan fühlt sich schuldig, wie ein Pilger zieht er quer durch die USA, auf seinen Lippen das Mantra: »Mein Name ist Khan, und ich bin kein Terrorist.« Armut, der Hurrikan Katrina, der Irakkrieg: kein amerikakritischer Plot, in den Rizwan nicht verwickelt würde. Auch bei den Genres wird nichts ausgelassen. Lovestory, Komödie, Sozialdrama, Agitprop wechseln wie Lachen und Weinen.

Mit nach innen gekehrtem Blick, federnden Schritten, einem monotonen Sprachstakkato entwickelt Khan seine warmherzige Synthese aus Rain Man und Forrest Gump. Das Potpourri mündet in einer pathetischen, humanistischen Eloge auf die Gleichheit und die Liebe, die alle Grenzen sprengt.

Ganz stimmt die Image-Botschaft vom Neo-Bollywood also nicht. My Name is Khan kommt zwar ohne Tanznummern aus, auch ohne zärtliches Turteln unter dem Wasserfall. Aber die entscheidenden Zutaten bleiben: das Märchenhafte, die vollkommen unmöglichen Wendungen, der Sieg des Guten! Und die unerbittliche Musik, die dafür sorgt, dass auch jeder weiß, was er zu fühlen hat. »Das geht alles überhaupt nicht!«, sagten die Kritiker in Berlin. Aber: »Es ist wunderbar.« Und wischten sich die Tränen der Rührung ab.

 
Leser-Kommentare
  1. Bevor ihr diesem Mann eure Zeit gebt, muss ich euch daran erinnern, dass dieser man, derselbe Mann ist, der rassistische Produkte unverschämt unterstützt, etwa "Fair and Handsome" weissende Creme.

    Hier sind einige Links.
    http://www.youtube.com/wa...
    http://www.youtube.com/wa...

    • arjun
    • 11.06.2010 um 0:55 Uhr
    2. zu 1.

    ist ein solarium auch ein rassistisches produkt? :-)

  2. Zwar stimmt es schon, dass er für das ein oder andere fragwürdige Produkt wirbt (Zigaretten z.B.), aber ihm Unterstützung rassistischer Tendenzen zu unterstellen, ist ziemlich weit hergeholt. Im Gegenteil; soweit ich weiß engagiert er sich sehr für Hilfsprojekte in seinem Land und riskierte sogar durch das Anstreben von mehr Offenheit gegenüber Pakistan in seinem Cricketteam den offenen Konflikt mit sehr national eingestellten Landsleuten.

  3. Eine interessante These stellen Sie da auf, Ich benutze regelmäßig Selbstbräuner!
    Das heißt dann wohl - ich bin ein Rassist?

    Besonders im asiatischen Raum gehört das Benutzen solcher Whitening-Cremes zum normale Beauty-Ritual, genauso wie hier tausende Frauen und Männer regelmäßig zu Selbstbräuner greifen oder eben in´s Solarium gehen.

    Also bitte vorher erkundigen, bevor man eine solch empörende Behauptung aufstellt!

  4. aus den NWFP im Nordwesten von Pakistan, da, wo sich angeblich auch Bin Laden versteckt hält.
    Da wohnen die Paschtunen, er ist auch Paschtune.
    Er ist ein Shah, Schachspieler wissen, dass das König heißt, heutzutage eher ein Prinz.
    In Pakistan ist es durchaus noch üblich, solchen Männern die Füße zu küssen.

    schwarze Krähe

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