Moritz von Uslar berichtet (3) Freitagnacht in der Odenwaldschule
Unser Reporter Moritz von Uslar beginnt das Wochenende an den aufregendsten Orten der Welt
© Alex Grimm/Getty Images

Blick auf die Odenwaldschule in Südhessen
Das Wetter über dem Schulgelände führt an diesem Nachmittag tolle Kämpfe auf: Es ist gleichzeitig Frühsommer und mieser November. Die Sonne sticht. Es dampft unter den Apfelbäumen. Am Himmel balgt sich das große Grau mit dem Blau.
Eine Gemeinheit des Missbrauchsskandals , der seit Monaten Deutschlands bekanntestes Internat beschäftigt, liegt darin, dass er ein Klischee bestätigt, nach dem das Grauen sich stets die friedlichen, die idyllischen Orte aussucht.
Und tatsächlich, diese Schule sieht unheimlich schön aus: wie sich das Ensemble der Schulhäuser in das Auf und Ab der Wiesen, Waldzungen und Wege legt. Da steht das lustige, weil eine grobe Unwahrheit behauptende Warnschild: »Die Odenwaldschule ist rauchfrei«. Eine gelbe Telefonzelle. Den Beachvolleyballplatz, oberhalb vom Speisesaal gelegen, hat der Bad Homburger Verlagskaufmann und Kunstsammler Adrian Koerfer gespendet. Er ist in den siebziger Jahren auf die Schule gegangen und jahrelang missbraucht worden – und hat doch eine Tochter auf der Schule. Sie macht gerade Abitur.
Es sind, hier oben auf dem Schulgelände im südhessischen Oberhambach, dramatische Wochen: Am Wochenende tagt der Trägerverein. Bei der Vorstandswahl werden sich, zum Glück für die Schule, jene Kräfte durchsetzen, die für Aufklärung, Öffnung, Erneuerung einstehen. Die Direktorin hat in den letzten Monaten so oft das Wort »Aufklärung« beschworen, dass sie allein davon ganz erschöpft sein muss. Immer wieder belagern die Übertragungswagen des Fernsehens die Einfahrt. Und noch ist nicht raus, ob die Schule, die im Juli ihren 100. Geburtstag feiert, die Missbrauchsskandale, die zwanzig bis vierzig Jahre zurückliegen, überleben wird. In einer großen Tageszeitung war zu lesen, dass der Kampf verloren sei, weil das Misstrauen gesiegt habe.
Wenig scheint in diesen Wochen so schwierig, so heikel, wie mit den Schülern der Odenwaldschule, jener »traumatisierten Institution« (Direktorin Margarita Kaufmann), ins Gespräch zu kommen. Und dann ist es, natürlich, doch ganz einfach: Man stellt sich neben das Blockhaus genannte Clubhaus, oben im Schulgebiet gelegen. Das Blockhaus, die schuleigene Kneipe und Diskothek, hat am Samstagabend bis Mitternacht geöffnet. Der Raucherplatz hat immer auf, weil er vor dem Blockhaus liegt. Hier kommen jene Schüler hin, die den Tabak von Javaanse Jongens rauchen, und die, die nicht rauchen, kommen auch, weil der Raucherplatz das soziale Zentrum der Schule darstellt.
Wie ist die Stimmung an der Basis? Gibt es an dieser Schule überhaupt noch eine Normalität, einen Alltag? Welches Mittagessen ist der größte Horror? Sind alles so Fragen. Des Reporters Hoffnung ist es, dass das Miterleben von fünf Minuten Alltag, die oben am Raucherplatz am Blockhaus stattfinden, mehr über Gegenwart und Zukunft der Odenwaldschule erzählt als die Beschwörung all der hehren Ideale des Schulgründers Paul Geheeb. Die Schüler der Odenwaldschule machen in diesen Tagen ihr mündliches Abitur.
Ein »Brazil«-T-Shirt, ein Polohemd, eine BMW-Motorsport-Jacke. Es gibt den Timberland-Schüler und den Vans-Turnschuhe-Schüler. Das Langhaarige, Fusselbärtige, gekonnt Ungewaschene des modernen Schülers. Die sehen hier auch nicht anders aus als an anderen deutschen Schulen. Der Reporter glaubt eine gewisse Markenskepsis auszumachen (was nichts anderes als das am höchsten entwickelte Markenbewusstsein ist, klar). Ein Schüler erklärt: Als Kind reicher Eltern habe man es auf dieser Schule auch nicht leichter als ein Kind aus durchschnittlich wohlhabendem Elternhaus. Eher: im Gegenteil. Unter den Haarsträhnen erkennt der Reporter die Zivilisiertheit, Kultiviertheit und Arriviertheit großbürgerlicher Elternhäuser.
Und? Wie schaut’s aus? Seid ihr gerade alle so richtig schön misstrauisch untereinander, deprimiert und desillusioniert?
Spöttisches Lächeln. Skepsis angesichts des Übermuts des Reporters. Die auffällig höfliche, bescheidene, klug abwartende Art des Odenwaldschülers. Einer erklärt: »Wir wollen nichts verharmlosen. Aber, Entschuldigung, so richtig deprimiert sind wir gerade nicht.«
Unter den Schülern herrscht Einvernehmen darüber, dass der Missbrauchsskandal den Zusammenhalt eher gestärkt denn geschwächt habe. Anders sehe es bei den Lehrern aus: Die Lehrer, so die Schüler, könnten einem manchmal leidtun. Überhaupt seien die Nerven der Lehrkräfte stärker strapaziert als die der Schüler. Die Lehrer und Oberhäupter in den Häusern, so der mitfühlende Kommentar, müssten in diesen Wochen einen Spagat vollbringen – sie müssten gleichzeitig den Betrieb am Laufen halten und Aufklärung betreiben, keine leichte Aufgabe.
Vor- und zurücktreten. Neue Zigarette kurbeln. Nichts sagen. Grinsen. Ausspucken. Einen Rauchring blasen. Da liegen vor dem Blockhaus die Pizzakartons und Bierflaschen der letzten Nächte. Die viele Zeit, die es in der Abgeschiedenheit der Schule totzuschlagen gilt, hat aus einigen Internatsschülern wahre Kommunikationsgroßmeister gemacht: das unendliche Debattier- und Argumentiertalent, das der Schüler beim Rumstehen und Durch-die-Gegend-Labern entwickelt. Eine Kunst hier oben am Blockhaus besteht darin, ganz viel zu sprechen und dabei absolut nichts zu sagen.
Ein paar Krücken wandern von Schüler zu Schüler: Schau an, mit Krücken kann man auch Spaß haben. Ein Handy spielt einen monotonen Melodieloop: »Die Vögel«, Techno aus Berlin. Der Odenwaldschüler, der etwas erleben möchte, geht stundenlang im Wald spazieren. Oder er fährt mit dem Sammeltaxi nach Heppenheim: Süßigkeiten kaufen bei Netto. Ein Zeit-Kill-Spiel ist der Hacky-Sack, ein weiteres weitgehend sinnfreies Spiel das Ins-Loch-Gucken: Der Schüler bildet mit Daumen und Zeigefinger einen Kreis. Wer da hineinguckt, kriegt eins auf die Schulter gehauen.
Vielleicht ist das ja – vor dem Hintergrund anders lautender Berichte – eine Nachricht wert: Auf der Odenwaldschule machen Schüler ziemlich gute Witze. Andere Schüler, die ebenfalls nicht sonderlich deprimiert wirken, lachen darüber. Diese Schule besteht auf einen Alltag.
Abendessen im Speisesaal: Es gibt Schupfnudeln. Der Schock, dass die Direktorin hier wirklich Margarita genannt wird. Lehrer und Schüler duzen sich auf der Odenwaldschule. Während des Essens wird die Magie des »Alkoholanmeldens« erörtert: Der Schüler über 16 darf bei seinem Familienoberhaupt eine geringe Menge Alkohol, also ein, zwei Flaschen Bier, die er auf dem Zimmer trinkt, anmelden: eine rührende Regel, eine zauberhafte Weltabgewandtheit, wie sie es nur im Internat geben kann (kurz wünscht sich der Reporter, er könnte in seinem Leben auch Alkohol anmelden). Nach dem dritten Gong macht der Schüler mit dem »Brazil«-T-Shirt eine Ansage vor versammelter Schülerschaft: Diejenigen, die das Graffito »VL« – es handele sich um ein Kürzel des Gangnamens »Vatos Locos« aus dem Film Blood In, Blood Out – auf die Steine vor dem Blockhaus geschmiert haben, mögen das bitte wegmachen. Sei die Schmiererei bis morgen Vormittag nicht beseitigt, bleibe das Blockhaus geschlossen. Tosender Applaus bei den Schülern.
Schulführung. Die Häuser, die in den zehner und zwanziger Jahren gebaut wurden, sehen innen nach siebziger Jahren aus: enge Gänge, niedrige Türen, Linoleum, Teppich über den Stufen, Raufaser, süßlicher Geruch. Auf einem unheimlich gemütlich aussehenden Treppenhausklo steht eine Tube Drei-Wetter-Taft-Haargel, die mit 33 Prozent mehr Inhalt. Der Reporter belauscht ein Gespräch zweier Jungs, die sich von Dusche zu Dusche unterhalten. Internatszauber.
Rhododendronbüsche, die mit den rosa Blüten. Hinter einem Fenster sitzen zwei Mädchen, Handtücher um die Köpfe gewickelt, Teeschalen in den Händen. In der Idylle und allgegenwärtigen Friedlichkeit der Szenerie fällt dem Reporter die Vollkatastrophe der Missbräuche wieder ein – der Gau für eine Schule. Der Abendhimmel über dem Herder-Haus bricht auf: das Haus der Tat. Dort, wo vor dreißig Jahren der Schulleiter Gerold Becker seine Opfer bedrängte, wohnt heute ein voll okayer, allseits beliebter Mathe- und Chemielehrer. Der Lehrer ist Hardcore-Fan vom FC St. Pauli, aus einem Fenster unter dem Dach hängt eine Totenkopf-Fahne.
Zwei Jungs mit kurzen Sporthosen sitzen da unter der Linde vor dem Goethe-Haus: Hintern auf dem Tisch, Schuhe auf die Bank gestellt. Warten, gucken.
Und, Jungs? Was geht ab?
»Wir philosophieren.«
Echt?
»Nö.«
Grinsen. Grüßen. Weiterlaufen. Freitagnacht auf der Odenwaldschule.
Der Reporter hüpft nun mit einigen Dreizehnklässlern und einem Bierkasten durch die Büsche im Schulgebiet: ziemlich lächerliche, lustige Sache. Oben vom Blockhaus ruft ein Lehrer mit schwäbischem Dialekt: »Jetzt isch aber Schluss!«
Bei Bier Nummer drei gestehen die Schüler, während sie in den Büschen hocken, auf eine herzergreifende Art, wie sehr sie ihre Schule lieben: Das Korrektiv der Gemeinschaft habe sie zu Menschen gemacht. Immer wieder fällt der Satz: »Diese Schule hat mich gerettet.«
Der Reporter überlegt kurz, ob er da dem Werbetext einer gefährdeten, einer von der Schließung bedrohten Schule aufsitzt. Nicht doch. Das sind kluge, ernste, angenehm angeheiterte Menschen.
- Datum 11.06.2010 - 19:54 Uhr
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- Quelle ZEITmagazin, 10.06.2010 Nr. 24
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Meine Güte, weniger Inhalt in mehr Text verpackt habe ich schon lange nicht mehr gelesen. Offenbar war der Besuch in der Schule weitestgehend ergebnislos, denn wider Erwarten war keiner der Schüler bereit über den eigenen Missbrauch zu berichten... So bleibt nur die repetitive Kernaussage "Es ist alles ganz normal", verpackt in einen angenehm naiven Schrieb. Tja, so kann es gehen mit dem investigativen Journalismus; wenn es nichts zu holen gibt und die Schüler einen auflaufen lassen, dann kann man eben nichts machen -- dachte ich. Doch, man kann! Einen Artikel wie diesen schreiben...
Ich hätte gerne meine Lesezeit zurück.
Wobei ich mich immerhin super amüsiert habe. Als alter Sack mit 67 musste ich manchmal nachlesen. Habe den Artikel mit meinen Enkeln (15 und 18) diskutiert, die, zwar ohne Internatserfahrung aber aus regionalen "Eliteschulen" kommen mir einige Dimensionen bewusst gemacht haben.
Wenn die Schüler der Odenwaldschule zusammenstehen - eine eigene Identität haben oder auch weiterentwickeln dann ist das sehr OK.
Oder löst sich die Kirche jetzt auf wegen ein paar Pädosexuellen?
Man muss das Konzept der Odenwaldschule richtig verstehen!
Täte einigen Leuten in der Politik gut, mal bei Erhard nachzulesen z. B. - Was war gemeint?
Und was war gemeint im Odenwald?
Und was war gemeint in Salem ursprünglich wo der ehemalige Odenwald-Lehrer Bueb kürzlich als Lügner bezeichnet wurde?
....die eine Odenwaldschule oder was auch immer für seltsame Institutionen benötigt, ist ganz sicher nicht der erstrebenswerteste einer. Kommt mir vor wie die leider auch nicht aussterbenden Studentenverbindungen. Und da sieht man ja, wer hingeht. Eher schwache Persönlichkeiten.
Und Eltern, die solche Schulen ernsthaft zum Kinderformen brauchen, sollten überlegen, ob sie überhaupt Kinder in die Welt setzen. Aber hier müssten wir dann über das Elitedenken und die Versuche, Eliten am Leben zu erhalten und abzuschotten und noch elitärer und reicher zu machen, reden.
Keine Bange, pibo, das "Konzept" von Schulen wie die O. wird von immer mehr Leuten ganz richtig verstanden. Oja.
und die Auflösungserscheinungen der Kirche haben viele Gründe.
....die eine Odenwaldschule oder was auch immer für seltsame Institutionen benötigt, ist ganz sicher nicht der erstrebenswerteste einer. Kommt mir vor wie die leider auch nicht aussterbenden Studentenverbindungen. Und da sieht man ja, wer hingeht. Eher schwache Persönlichkeiten.
Und Eltern, die solche Schulen ernsthaft zum Kinderformen brauchen, sollten überlegen, ob sie überhaupt Kinder in die Welt setzen. Aber hier müssten wir dann über das Elitedenken und die Versuche, Eliten am Leben zu erhalten und abzuschotten und noch elitärer und reicher zu machen, reden.
Keine Bange, pibo, das "Konzept" von Schulen wie die O. wird von immer mehr Leuten ganz richtig verstanden. Oja.
und die Auflösungserscheinungen der Kirche haben viele Gründe.
Nun hatte ich schon immer ein distanziertes Verhältnis zu diesen alternativen und Eliteinternaten. Was vielleicht auch daran liegen mag, dass ich sowohl vom Intellekt als auch von den monetären Möglichkeiten meiner Eltern für eine derartige Einrichtung nie in Frage kam. Es aber auch nicht gewollt hätte.
All die sonderbaren Erkenntnisse der letzten Zeit lassen mich allerdings verstärkt am Sinn dieser Einrichtungen zweifeln.
Menschen wurden dort missbraucht, beklagen dies jetzt auch, sehen teils aber scheinbar keine Veranlassung, nun wiederum Ihre Kinder nicht dorthin zu schicken. Seltsame Persönlichkeiten scheinen dort geformt worden zu sein.
Was ist der Antrieb solchen Handelns? Will man sein 'Elitesein', seine Wohlhabenheit vor der Öffentlichkeit zeigen? Will man angemessen unter seinesgleichen.bleiben, schon 'mal die richtigen Seilschaften bilden?
Oder ist man mit zuviel eigener Karriere, Alltag, Dasein beschäftigt? Kinder in vermeintlich der besten Rüstwerkstatt für die Zukunft abgegeben, das Beste getan? Und dies auch gewichtig kundtun?
Klingt vielleicht alles etwas gehässig. Aber ich halte unser regulären Schulen nicht für so schlecht, dass man dort nicht das nötige Rüstzeug erwerben könnte. Außerdem wäre es unsere Aufgabe, sie anderenfalls besser zu machen. Und wenn man sich nicht nur unter seinesgleichen in solchen Internaten um sich selbst dreht, kann es für unser soziales Gemeingefüge nach meinem Dafürhalten nur von Vorteil sein.
Exakt!
Exakt!
... kann das Gute dieser Schule bestehen bleiben! Was bleibt nach dem grossen Ausmisten ist ein Konzept, das heute so modern erscheint, wie es gestern schon war. Es wäre enorm schade, wenn es die Pädophilen geschafft hätten, diesen "Lichtblick" von Schule zu zerstören.
...egal ob als Schüler oder Lehrer, wird schon dort hin passen. Gleich zu gleich gesellt sich gerne. So wie Eso-Einrichtungen auch immer nur bestimmte Leute mit bestimmten Defiziten anziehen.
Ich kenne einen Lehrer, der dort mal reingeschnuppert hat, aber alleine schon bei den ihnen seltsam anmutunden Personalgesprächen ein ungutes Gefühl bekam und schnell wieder ging.
Mir tun nur die Kinder leid, die von den Eltern hingeschickt werden, ohne sich vielleicht wehren zu können.
Und was hat ein missbrauchter Mensch, der sein eigenes Kind dann auch wieder in die Hölle schickt? Wiederholungszwang, aber diesmal in der Herrscherrolle? Unglaublich.
...und dass man aus Dampf unter Apfelbäumen Texte machen kann, die auch noch veröffentlicht werden, hätte ich vorher auch nicht gedacht.
Exakt!
....die eine Odenwaldschule oder was auch immer für seltsame Institutionen benötigt, ist ganz sicher nicht der erstrebenswerteste einer. Kommt mir vor wie die leider auch nicht aussterbenden Studentenverbindungen. Und da sieht man ja, wer hingeht. Eher schwache Persönlichkeiten.
Und Eltern, die solche Schulen ernsthaft zum Kinderformen brauchen, sollten überlegen, ob sie überhaupt Kinder in die Welt setzen. Aber hier müssten wir dann über das Elitedenken und die Versuche, Eliten am Leben zu erhalten und abzuschotten und noch elitärer und reicher zu machen, reden.
Keine Bange, pibo, das "Konzept" von Schulen wie die O. wird von immer mehr Leuten ganz richtig verstanden. Oja.
und die Auflösungserscheinungen der Kirche haben viele Gründe.
Ist das hier ein Artikel an die Gewöhnung des Horrors beziehungsweise wie man sich an den Horror gewöhnt und dieser alltäglich wird?
Ich bin fassungslos, wie sich derartig kranke Einstellungen in die Köpfe von Generationen pflanzen, die dies dann als normal ansehen.
Da werden die Verbrecher-Missbraucher im Alter sogar noch gepflegt. Die eigenen Kinder werden von missbrauchten Eltern (dies nicht nur an der Odenwaldschule, sondern auch am Canisius Kolleg, wie im Spreeblick-Blog nachzulesen ist, http://www.spreeblick.com...) wieder in dieses Kinder-Bordell geschickt.
Manche Eltern sehen den Missbrauch sogar als "endgültige Annahme des Kindes" an (siehe den Artikel von Johannes von Dohnanyi in der Zeit, http://www.zeit.de/2010/1...) Was ist das: eine Art Stockholm-Syndrom?
Das geht ja weiter und weiter und hört nicht auf und man setzt dieser Gehirnwäsche mit staatsanwaltlichen Konsequenzen einfach kein Ende.
Man fragt sich mittlerweile, ob man schlafend in der Hölle schmort...
Mich schüttelt der Ekel und ich würde gern aufwachen!
nämlich in Form der kaum thematisierten sexualisierten Gewalt gegen Kinder vor allem am Haupttatort Familie, neben anderen Orten des kindlichen Vertrauens: jedes 3.-4. Mädchen und jeder 5.-7. Junge macht mindestens eine Erfahrung sexualisierter Gewalt vor dem 16. Lebensjahr.
Da es aber die von Patrik Schwarz zum 'Weltgewissen' hochgejubelten 'Weltpresse' Die Zeit (u.a.) vorzieht, auch weiterhin nur an weit entfernte Orte wie die RKK und Eliteinternate (oder Amstetten) zu glotzen, unterbleibt die gesamtgesellschaftliche Diskussion darüber zugunsten solcher, vollständig überflüssiger Artikel wie diesem hier.
Einem 'Weltgewissen' stünde nach meiner Ansicht die Initiierung der notwendigen gesamtgesellschaftlichen Diskussion weit besser zu Gesicht als die offenbar vor allem nach dem Pulitzerpreis strebenden Investigationen zu ausschließlich möglichst hoch in Hierarchien angesiedelten Tätern. Ob sich in den Redaktionen eigentlich niemand Gedanken darüber macht, wie sich wohl all diejenigen fühlen mögen, die nicht das Privileg hatten, in ihrer Kindheit in Eliteinternaten oder der RKK vergewaltigt zu werden?
Immerhin ist wohl nun in den Köpfen angekommen, daß es sich bei sexualisierter Gewalt nicht um ein reines Unterschichtenproblem handelt. Immerhin.
nämlich in Form der kaum thematisierten sexualisierten Gewalt gegen Kinder vor allem am Haupttatort Familie, neben anderen Orten des kindlichen Vertrauens: jedes 3.-4. Mädchen und jeder 5.-7. Junge macht mindestens eine Erfahrung sexualisierter Gewalt vor dem 16. Lebensjahr.
Da es aber die von Patrik Schwarz zum 'Weltgewissen' hochgejubelten 'Weltpresse' Die Zeit (u.a.) vorzieht, auch weiterhin nur an weit entfernte Orte wie die RKK und Eliteinternate (oder Amstetten) zu glotzen, unterbleibt die gesamtgesellschaftliche Diskussion darüber zugunsten solcher, vollständig überflüssiger Artikel wie diesem hier.
Einem 'Weltgewissen' stünde nach meiner Ansicht die Initiierung der notwendigen gesamtgesellschaftlichen Diskussion weit besser zu Gesicht als die offenbar vor allem nach dem Pulitzerpreis strebenden Investigationen zu ausschließlich möglichst hoch in Hierarchien angesiedelten Tätern. Ob sich in den Redaktionen eigentlich niemand Gedanken darüber macht, wie sich wohl all diejenigen fühlen mögen, die nicht das Privileg hatten, in ihrer Kindheit in Eliteinternaten oder der RKK vergewaltigt zu werden?
Immerhin ist wohl nun in den Köpfen angekommen, daß es sich bei sexualisierter Gewalt nicht um ein reines Unterschichtenproblem handelt. Immerhin.
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