Nahost-Konflikt Schiffe im Tunnel
Israel riegelt seit drei Jahren den Gaza-Streifen ab. Die Blockade sollte Hamas schwächen, bewirkt hat sie das Gegenteil
© Mehdi Lebouachera/AFP/Getty Images

Ein Palästinenser quetscht sich bei Rafah in einen Tunnel Richtung Ägypten: Gaza lebt von Schmuggelwaren
Gaza, keine zehn Kilometer tief, vierzig Kilometer breit. Von Islamisten regiert, von Israel blockiert. Viele Regierungen haben den lästigen Landstreifen aus dem Blick verdrängt. Doch Gaza ist immer noch da. Die Hilfsschiffe internationaler Aktivisten haben das Palästinensergebiet zurück auf die Weltbühne gerückt. Plötzlich hört man große Worte. Als »unhaltbar und inakzeptabel« bezeichnete US-Außenministerin Hillary Clinton die Situation in Gaza. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon fordert, dass Israel die Blockade sofort aufheben müsse. Verhängt wurde sie vor knapp drei Jahren nach dem Putsch von Hamas gegen die bis dahin mitregierende Fatah. Jetzt steht die Blockade zur Diskussion. Die Welt, auch Israel fragt sich, was sie gebracht hat, ob sie nicht schnellstens beendet werden muss.
Welche Folgen hat die Blockade für die Bevölkerung von Gaza?
Man lebt nach der Liste, welche das israelische Verteidigungsministerium den Menschen in Gaza verordnet hat. Die Einfuhr von Zimt ist erlaubt, aber nicht von Koriander. Plastikkanister – bitte schön, aber auf keinen Fall Topfpflanzen. Angeln und Kinderbücher gehen gar nicht. Warum, hat niemand je nachvollziehbar begründet. So ist das eben. Es sei höchste Zeit, sagt Aluf Benn, renommierter Kommentator von Ha’aretz, »wichtigere Tätigkeiten für unsere Offiziere zu finden, als solche Listen zu aktualisieren«.
Wer in Gaza lebt, muss mehrere Stunden am Tag ohne Strom auskommen, erzählt Bassam Nasser, der in dem Landstreifen für die Catholic Relief Services arbeitet. »Israel kontrolliert die für die Stromerzeugung nötige Treibstoffzufuhr.« Streit zwischen Palästinensern erschwert die Lieferungen noch. Außerdem lasse Israel keine zusätzlichen Turbinen herein, mit denen das einzige Elektrizitätswerk hochgefahren werden könnte. »Israel bestimmt alles in unserem Leben: was wir essen, wann wir Licht haben, wann es Wasser gibt.« Eine »Kollektivstrafe« nennt das Amnesty International. Das Regime von Hamas sollte unter Druck gesetzt werden. Doch unter den Maßnahmen leidet vor allem die Zivilbevölkerung.
Die israelische Regierung – konfrontiert mit Vorwürfen – behauptet, dass sie täglich genug Waren und Medikamente durchlasse, um größere Krisen abzuwenden. So viel ist richtig: Es gibt keine Hungersnot unter den 1,5 Millionen Menschen im Gaza-Streifen. Aber es herrscht Mangel an vielen Lebensmitteln. Internationale Hilfsorganisationen schätzen, dass bereits zehn Prozent der Bevölkerung unterernährt sind. Mehr noch seien schlecht untergebracht. Nach dem Bombardement vom Januar 2009 blieben 600.000 Tonnen Schutt zurück, Häuser, Fabriken, Schulen lagen in Trümmern. Baumaterialien wie Zement und Stahl, die dringend für den Wiederaufbau nach dem Gaza-Krieg vonnöten wären, werden nur in sehr begrenzten Mengen hereingelassen. So will Israel verhindern, dass Waffen gebaut werden. Die Folge: In Gaza mussten neunzig Prozent der Fabriken schließen, oder sie können nur zehn Prozent ihrer Kapazität ausschöpfen. Die Arbeitslosigkeit wuchert, mit ihr nimmt die Radikalisierung zu.
Hat die Blockade Hamas geschwächt?
Anfang Juni war Zahltag. In diesem Monat haben die Beamten in Gaza zum ersten Mal seit längerer Zeit ihre Gehälter pünktlich und in voller Höhe ausgezahlt bekommen. Die Ironie an der Blockade: Während es der Bevölkerung schlecht geht, läuft es für Hamas ziemlich gut – und entsprechend für alle, die auf ihrer Gehaltsliste stehen. Weil es sonst im isolierten Gaza nicht viele Arbeitsplätze gibt, macht Hamas den Staat zur Jobmaschine und erkauft sich Solidarität.
Das Geld dafür verdient Hamas indirekt mit der Blockade. Die nämlich hat den Schmuggel durch die Tunnel in Richtung Ägypten aufblühen lassen. Hamas hält die Hand auf. Zahlen müssen Tunnelbetreiber, Benzinhändler, Zigarettenverkäufer. Auf den Packungen klebt neuerdings eine Hamas-Steuermarke. Fast wie in einem »ordentlichen« Staat. Zusätzlich lebt die Hamas-Regierung von Finanzhilfen aus arabischen Golfstaaten und Iran. Vor allem seit dem Gaza-Krieg Anfang 2009 spenden Araber und Iraner um die Wette, jeder will die Herzen der Palästinenser erobern. Über sechzig Prozent der Bevölkerung hängen von ausländischer Hilfe ab. Hamas darf verteilen.
Dabei werden die dunklen Seiten der Hamas-Herrschaft überdeckt. Denn nicht wenige Palästinenser in Gaza stören sich an der autoritären Herrschaft, an islamistischen Kleidungsvorschriften, an der Gängelei von NGOs und Andersdenkenden. Wie viele, kann man schwer messen. Doch mit dem Geld aus der Tunnelökonomie kann die Regierung punkten. Gegenüber der ZEIT sagt das Hamas-Politbüro-Mitglied Osama Hamdan: »Die Leute wissen, wir tun alles Menschenmögliche, um ihr Leiden zu lindern.« Die Menschen machten stattdessen Israel, Fatah im Westjordanland und die internationale Gemeinschaft für die Misere verantwortlich. Die Wahl 2006 hat Hamas gewonnen. »Die Blockade verstärkt die Unterstützung für uns«, behauptet Hamdan.
Hat die Blockade Israel sicherer gemacht?
Ohne die Seeblockade, sagt Israels Premier Benjamin Netanjahu, wäre Gaza längst »ein iranischer Hafen«. Womit er recht haben könnte. Vor acht Jahren wurde das Schiff Karine A – voll bepackt mit iranischen Waffen – kurz vor Gaza gestoppt. Hamas ließ in den vergangenen Jahren rund 10.000 Raketen auf israelisches Gebiet abfeuern. Der Gaza-Krieg hat die militärische Schlagkraft geschwächt. Nur durch die Tunnel an der ägyptischen Grenze kann noch militärisches Gerät geliefert werden. Aber dies könnte bald ein Ende finden. Denn die Ägypter bauen dort gerade eine Sperranlage, die tief in die Erde reicht. Doch Sicherheit ist nicht nur eine militärische Frage. Sicherheit bedeutet auch, als Israeli ohne Sorge vor Anschlägen oder Entführungen ins Ausland reisen zu können. Sicherheit bedeutet, Freunde in der Welt zu haben. Israel ringt mit Hamas in einem asymmetrischen Krieg, ohne einen Schuss abzufeuern. Es geht um die Bilder in der Welt.
Welche Folgen hat die Blockade für Israels Ansehen?
Der Gaza-Streifen, abgeschnitten und doch unter israelischer Kontrolle, ist so etwas wie die offene Flanke Israels. Die Schiffe der Friedensaktivisten fuhren geradewegs in diese weiche Stelle hinein. Die Blockade sollte durchbrochen, Israel vorgeführt werden. Gelassene Stärke wäre die richtige Antwort gewesen. Stattdessen schickte die israelische Regierung schlecht vorbereitete Soldaten in eine vermeidbare Schlacht, die blutig endete. Neun Tote und negative Schlagzeilen in aller Welt waren das Ergebnis. Den Kampf der Bilder gegen Hamas droht Israel zu verlieren. Es wollte Hamas isolieren und muss feststellen, wie isoliert es selbst ist.
Kaum eine Regierung stellt sich bei Gaza noch hinter Israel, einstige Freunde wenden sich ab. Der größte Verlust ist die Türkei, das einzige muslimische Land im Nahen Osten, das über lange Zeit gute Beziehungen zu Israel unterhielt: gemeinsame Militärübungen, Handel, Tourismus. Doch ist die Türkei wie Israel eine Demokratie. Die populistisch geschürte Aufregung in der Türkei über das gewaltsame Entern des Hilfsschiffs hat den türkischen Premier Erdoğan zuerst getrieben, dann setzte er sich an die Spitze der Kritiker.
Noch heikler für Israel ist die zunehmende Missbilligung in den USA – nicht nur bei linken Studenten, auch in den Streitkräften. Der langjährige CIA-Mitarbeiter und Bestsellerautor Robert Baer sagt, dass viele US-Soldaten in Afghanistan und im Irak »immer weniger bereit sind, sich der Wut der Menschen darüber auszusetzen, was die Israelis mit den Palästinensern machen«. General David Petraeus, der Kommandeur des U.S. Central Command, bezeichnete schon im März die Konflikte Israels mit seinen Nachbarn als Belastung für amerikanische Interessen. Die Regierung in Washington will Israel nun bewegen, die Blockade zu lockern.
Was sind die Folgen für den Friedensprozess?
Bereits im Mai hat Washington einen neuen Anlauf unternommen, um Palästinenser und Israelis zu einem Ausgleich zu bringen. Mit Fatah und Palästinenserpräsident Machmud Abbas, ohne Hamas. Die Trennung folgt einem erprobten Muster: Der kompromissbereite Abbas wird belohnt, Hamas bestraft. Modellstädte des Aufschwungs im Westjordanland wie Dschenin sollen zeigen, wie gut es Palästinensern gehen kann. Die Blockade soll demonstrieren, wie schlecht es unter Hamas läuft. Doch so lesen die meisten Palästinenser die Entwicklung nicht. Sie zeihen Machmud Abbas des Verrats, wenn er sich nicht um die Bevölkerung von Gaza kümmert.
Frieden mit Abbas, nicht mit Hamas – das birgt noch ein anderes Problem. Das abgeriegelte Gaza entwickelt sich zu einem Brutkasten der Radikalität. Junge Hamas-Aktivisten sind durch Besetzung und Blockade geprägt. Wer sich politisch interessiert, hat in Gaza die Wahl zwischen Hamas und radikaleren dschihadistischen Gruppen. Sollte es je ein Friedensabkommen geben, braucht es aber die Zustimmung aller Palästinenser. Hamas als verhandlungsfähiger Partner? Die Blockade erschwert diesen Weg.
Gibt es Alternativen zur Blockade?
So sieht das Wunschdenken der Israelis aus: Wenn die Hamas der Gewalt abschwören, Israel anerkennen und den seit 2006 von ihr festgehaltenen Soldaten Gilad Schalit freilassen würde, würde die Blockade beendet. Oder – noch besser – wenn Hamas einfach verschwinden würde. Das ist keine Politik, kontert der ehemalige israelische Außenminister Schlomo Ben-Ami. »Was in Gaza bisher nicht mit Gewalt gelungen ist, wird auch in den nächsten fünfzig Jahren nicht mit Gewalt funktionieren.« Die Blockade habe von Anfang an unter dem Irrtum gelitten, dass es möglich sei, Hamas zu beseitigen.
Bleiben also nur zwei Optionen. Israel könnte sich vollends von Gaza lösen, die Grenze dicht machen und jede Verantwortung für die Bevölkerung ablehnen. Nur hat die Sache einen Haken: Ägypten würde nicht mitmachen. Der arabische Nachbar will die Verantwortung für Gaza nicht übernehmen – und hält seine Grenze zu Gaza meist selbst geschlossen. Die andere Option ist realistischer und allgemeinverträglicher: das Ende der Landblockade, erhebliche Erleichterungen im Warenverkehr. Hier kann die internationale Gemeinschaft eine wichtige Rolle spielen. Sie könnte dafür sorgen, dass die Güter nicht in die falschen Hände geraten. Eine solche Lösung gewinnt in Israel Anhänger. Doch die Zeit läuft davon.
Noch mehr Schiffe für Gaza im Visier der israelischen Streitkräfte – das könnte zum unangenehmen Regelfall werden. Mit jedem neuen Hilfsfrachter wächst die Gefahr der Eskalation. Nun will der iranische Rote Halbmond Hilfsschiffe schicken. Ein Sprecher des geistlichen Führers Irans, Ajatollah Chamenei, sagt, dass die iranische Revolutionsgarde Schiffe nach Gaza eskortieren wolle. Gegen diese Leute sind türkische Aktivisten Waisenknaben.
- Datum 11.06.2010 - 17:57 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 10.06.2010 Nr. 24
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Die Blockade hat sich als unwirksam erwiesen. Ergo muß sie verschärft werden.
"Die Blockade hat sich als unwirksam erwiesen. Ergo muß sie verschärft werden."
Was Sie hier von sich geben ist unmenschlich. Die Menschen sterben ja schon, weil sie keine adequate medizinische Hilfe bekommen! Was denn noch? Sollen sie auch noch verhungern?
"Die Blockade hat sich als unwirksam erwiesen. Ergo muß sie verschärft werden."
Weil eine Strategie nicht nur unmenschlich und verbrecherisch, sondern zudem auch noch wirkungslos, muss diese Strategie nicht nur fortgesetzt, sondern sogar noch verschärft werden. Soso ... eigentlich erübrigt sich das jedes Kommentar - verbunden mit den barbarischen Forderungen anderer Beiträge zeigt sich da eine menschenverachtendes Sichtweise, die leider gerade mit Hinblivk auf unsere eigene Geschichte keineswegs beispiellos, aber trotzdem immer wieder erschreckend ist.
Neulich gab es das mehr als beachtliche Interview mit Daniel Barenboim, das Ihnen sehr ans Herz gelegt sei, auch wenn ich am Ergebnis zweifel. Jemand mit Ihrer Auffassung sortiert Barenboim vermutlich irgendwo zwischen Antisemit (die Ironie werden Sie ohnehin nicht erkennen), Verräter und Terrorist ein ... und in Israel planen Siedler und Hardliner vermutlich schon seinen Tod.
Verzichten Sie bitte auf potenzielle Angriffe gegenüber anderen Usern. Danke, die Redaktion/vv
»Israel verhängte die [Gaza-]Blockade, nachdem 2007 Hamas die Macht in Gaza ergriffen hatte, mit der Vorstellung, dass eine Einschränkung des Warenflusses in und aus der Region Hamas schwächen, Raketenangriffe auf israelisches Territorium stoppen, das Schmuggeln von Waffen in den Gazastreifen verhindern und die Freilassung des gefangenen israelischen Soldaten Gilad Shalit erzwingen würde.
Keines dieser Ziele wurde erreicht. ..[E]ine konkretes Kriterium der Macht von Hamas ist die Fähigkeit, Einnahmequellen aus Steuern und Gebühren zu erzeugen.
Vor der Belagerung, floss palästinensische Waren durch organisierte Grenzübergänge zwischen Israel und Gaza, wo die erhobenen Zölle an die palästinensischen Autonomiebehörde von Mahmoud Abbas gingen. Seit 2007 wurde der Großteil des Gaza-Handels durch ein Netz von unterirdischen illegal zwischen Gaza und Ägypten gegrabenen Tunnels kanalisiert.
… Hamas erhebt eine Lizenzgebühr für jeden gegrabenen Tunnel sowie Abgaben und Steuern auf viele der Einfuhren. Diese zusätzlichen Einnahmen haben es Hamas ermöglicht, mehr Menschen in Gaza auf die Gehaltsliste zu setzen und ihre Basis der Unterstützung durch die Bevölkerung auf Kosten der gemäßigteren Fatah-Gruppe zu erweitern.
…
Was hat Israel von der Belagerung gewonnen? Vorwiegen ist Public-Relations-Kopfschmerzen. Die Vereinten Nationen haben die Blockade als kollektive Strafe verurteilt, und Menschenrechtsgruppen sagen, Israel habe Gaza an den Rand der Hungersnot gebracht.«
oder ironie, sarkasmus, etc.
doch bei der lektüre ihrer anderen kommentare zu diesem thema kann ich nicht mehr davon ausgehen.
ihnen ist aber doch schon bewusst, in welches licht sie sich -und ihre weiteren kommentare- damit stellen?
leider wird die frage um die gazablockade immer falsch gestellt. die blockade dient in erster linie dazu, waffenschmuggel in grossen mengen zu verhindern. natuerlich kann hamas immer noch kleinere waffen oder groessere waffen in kleinen mengen durch die tunnel bekommen, aber es sind eben keine lieferungen, wie sie die hisbollah von iran bekommt.
es ist nicht von der hand zu weisen, dass seit der blockade und vor allem seit dem gazakrieg, bei dem israel es schaffte die meisten raketen zu zerstoeren, kaum raketen richtung israel fliegen.
wegen fehlenden beton und metalllieferungen ist hamas auch nicht in der lage ihre bunker (wie bei der hisbollah) auszubauen und zerstoerte zu reparieren.
deswegen ist die blockade aus israels sicht ein erfolg.
"Die Blockade hat sich als unwirksam erwiesen. Ergo muß sie verschärft werden."
Was Sie hier von sich geben ist unmenschlich. Die Menschen sterben ja schon, weil sie keine adequate medizinische Hilfe bekommen! Was denn noch? Sollen sie auch noch verhungern?
"Die Blockade hat sich als unwirksam erwiesen. Ergo muß sie verschärft werden."
Weil eine Strategie nicht nur unmenschlich und verbrecherisch, sondern zudem auch noch wirkungslos, muss diese Strategie nicht nur fortgesetzt, sondern sogar noch verschärft werden. Soso ... eigentlich erübrigt sich das jedes Kommentar - verbunden mit den barbarischen Forderungen anderer Beiträge zeigt sich da eine menschenverachtendes Sichtweise, die leider gerade mit Hinblivk auf unsere eigene Geschichte keineswegs beispiellos, aber trotzdem immer wieder erschreckend ist.
Neulich gab es das mehr als beachtliche Interview mit Daniel Barenboim, das Ihnen sehr ans Herz gelegt sei, auch wenn ich am Ergebnis zweifel. Jemand mit Ihrer Auffassung sortiert Barenboim vermutlich irgendwo zwischen Antisemit (die Ironie werden Sie ohnehin nicht erkennen), Verräter und Terrorist ein ... und in Israel planen Siedler und Hardliner vermutlich schon seinen Tod.
Verzichten Sie bitte auf potenzielle Angriffe gegenüber anderen Usern. Danke, die Redaktion/vv
»Israel verhängte die [Gaza-]Blockade, nachdem 2007 Hamas die Macht in Gaza ergriffen hatte, mit der Vorstellung, dass eine Einschränkung des Warenflusses in und aus der Region Hamas schwächen, Raketenangriffe auf israelisches Territorium stoppen, das Schmuggeln von Waffen in den Gazastreifen verhindern und die Freilassung des gefangenen israelischen Soldaten Gilad Shalit erzwingen würde.
Keines dieser Ziele wurde erreicht. ..[E]ine konkretes Kriterium der Macht von Hamas ist die Fähigkeit, Einnahmequellen aus Steuern und Gebühren zu erzeugen.
Vor der Belagerung, floss palästinensische Waren durch organisierte Grenzübergänge zwischen Israel und Gaza, wo die erhobenen Zölle an die palästinensischen Autonomiebehörde von Mahmoud Abbas gingen. Seit 2007 wurde der Großteil des Gaza-Handels durch ein Netz von unterirdischen illegal zwischen Gaza und Ägypten gegrabenen Tunnels kanalisiert.
… Hamas erhebt eine Lizenzgebühr für jeden gegrabenen Tunnel sowie Abgaben und Steuern auf viele der Einfuhren. Diese zusätzlichen Einnahmen haben es Hamas ermöglicht, mehr Menschen in Gaza auf die Gehaltsliste zu setzen und ihre Basis der Unterstützung durch die Bevölkerung auf Kosten der gemäßigteren Fatah-Gruppe zu erweitern.
…
Was hat Israel von der Belagerung gewonnen? Vorwiegen ist Public-Relations-Kopfschmerzen. Die Vereinten Nationen haben die Blockade als kollektive Strafe verurteilt, und Menschenrechtsgruppen sagen, Israel habe Gaza an den Rand der Hungersnot gebracht.«
oder ironie, sarkasmus, etc.
doch bei der lektüre ihrer anderen kommentare zu diesem thema kann ich nicht mehr davon ausgehen.
ihnen ist aber doch schon bewusst, in welches licht sie sich -und ihre weiteren kommentare- damit stellen?
leider wird die frage um die gazablockade immer falsch gestellt. die blockade dient in erster linie dazu, waffenschmuggel in grossen mengen zu verhindern. natuerlich kann hamas immer noch kleinere waffen oder groessere waffen in kleinen mengen durch die tunnel bekommen, aber es sind eben keine lieferungen, wie sie die hisbollah von iran bekommt.
es ist nicht von der hand zu weisen, dass seit der blockade und vor allem seit dem gazakrieg, bei dem israel es schaffte die meisten raketen zu zerstoeren, kaum raketen richtung israel fliegen.
wegen fehlenden beton und metalllieferungen ist hamas auch nicht in der lage ihre bunker (wie bei der hisbollah) auszubauen und zerstoerte zu reparieren.
deswegen ist die blockade aus israels sicht ein erfolg.
Deutschland sollte seine bedingungslose Rückendeckung für Israel überarbeiten. Gerade aus historischen Gründen. Es reicht nicht aus nur gegen das Vergessen zu appellieren. Wer es wirklich ernst meint, würde sich beispielsweise gegen Ghettoisierung, Mord, Rassismus und Landes-Diebstahl einsetzen. Egal wer diese Schandtaten ausübt. Leider fehlt Deutschland hierfür Mut und Rückgrat.
Israel versucht mit allen Mitteln, gegen Menschen- und völkerrecht, die Lebensgrundlagen der Palästinenser so sehr zu zerstören, daß sie ihr Land vor Verzweiflung verlassen. Allein die bürokratischen Details zeigen die Perfidie der Staatsmacht. Dazu kommt noch das Abholzen der Bäume, von denen die palästinensischen Bauern leben, das Abreißen palästinensischer Häuser, der Diebstahl von Wasser, die Demütigungen, Schikanen, die vom Militär ausgeübt werden und die bewußte Brutalität bei militärischen Aktionen.
Die UNO sollte Israel in die USA verlagern, dann wäre beiden Seiten geholfen, kein einziger Toter mehr.
".......Israel in die USA verlagern,........"
Ihr Vorschlag kann ja kaum realpolitisch gemeint sein, aber man kann davon interessante Fragen ableiten:
Auch die USA sind durch Kolonisation entstanden, und Ihrem Vorschlag sollte schon eine "höfliche Anfrage" bei den Indianern vorangestellt werden, ob sie einer Ansiedlung der "fremden Menschen" auf "ihrem Land" zustimmen würden. Oder?
Und wenn schon eine erneute Migration der Juden ins Auge gefaßt würde, warum nicht dahin wo sie vor "kurzer Zeit" hergekommen sind? Also nach Böhmen, Galizien, Polen, die Bukowina, Litauen, Äthiopien ....... Der große Peiniger Hitler ist ja wohl im Orkus der Geschichte angekommen. Oder war da nochwas?
".......Israel in die USA verlagern,........"
Ihr Vorschlag kann ja kaum realpolitisch gemeint sein, aber man kann davon interessante Fragen ableiten:
Auch die USA sind durch Kolonisation entstanden, und Ihrem Vorschlag sollte schon eine "höfliche Anfrage" bei den Indianern vorangestellt werden, ob sie einer Ansiedlung der "fremden Menschen" auf "ihrem Land" zustimmen würden. Oder?
Und wenn schon eine erneute Migration der Juden ins Auge gefaßt würde, warum nicht dahin wo sie vor "kurzer Zeit" hergekommen sind? Also nach Böhmen, Galizien, Polen, die Bukowina, Litauen, Äthiopien ....... Der große Peiniger Hitler ist ja wohl im Orkus der Geschichte angekommen. Oder war da nochwas?
Sowohl Israel als auch Hamas werden freiwillig nie etwas tun, um den Frieden in der Region herzustellen. Denn beide profitieren davon. Noch leidet 'lediglich' die palaestinensische Zivilbevölkerung. Doch es ist eine Frage der Zeit, dass İsrael überrollt wird, weil es sich mit seiner immer grösseren Dreistigkeit einfach holt, was es will.
Die Hamas ist als Terrororganisation deklariert, genauso verhaelt sie sich.
İsrael sagt von sich, es sei eine Demokratie ein Rechtsstaat, genauso verhaelt sich İsrael aber nicht.
Offensichtlich vertraut es seinen Nuklearwaffen.
Was ist schon eine Atombombe gegen Milliarden von Muslimen!
Das ist doch das Problem schlechthin.
Hier verhandeln auf beiden Seiten die '€liten', was zum Teufel soll denn da für die Bevölkerungen herauskommen?
aber Fatah auch. Das lustige an der Sache ist, dass die radikalislamische Djihad und Taliban-eske Organisationen Zulauf haben. Also zunehmenst selbst die Hamas zu liberal für die Wähler wird.
Na das kann ja lustig werden, wenn der wütende Tiger im Käfig immer wütender wird und eines Tages mal freikommt.
Als man die PLO und Arafat so lange verteufelte,bis sich radikale Splitterparteien bildeten und als man dann mit Arafat redete war es zu spät.Es ist frustrierend dass Israel aus seinen Fehlern einfach nicht lernt.
Als man die PLO und Arafat so lange verteufelte,bis sich radikale Splitterparteien bildeten und als man dann mit Arafat redete war es zu spät.Es ist frustrierend dass Israel aus seinen Fehlern einfach nicht lernt.
Strenger than Fiction / Israel's bunker mentality
Israel is stuck in the belief that it is right, and everybody else is wrong and hence incapable of admitting that its policy vis-à-vis the Palestinians has been disastrous.
Haaretz
Wenn diese Israel als Staat akeptierten, würde die Blockade entfallen? Dann würde ich doch schleunigst der Hamas raten:
1. Israel anzuerkennen
2. die Aufhebung der Blockade zu fordern
3. den Soldaten Schalit freizulassen
Genau in der Reihenfolge.
Was wünschen sich die Israelis denn für eine Regierung in Gaza?
Die Israelis definieren sich nur durch Ablehnung.
Und ein Stützpunkt Irans in Gaza untermauert das irrationale Denken der Israelis.
Denn: wenn Israel sich ständig darüber beklagt, nicht als
fairer Partner und Staat seitens der Palästinenser anerkannt zu werden, dann liegt das eben daran, daß z.B. in Gaza die Menschen völlig der Wilkür der Israelis ausgeliefert sind. Dies verträgt sich nun garnicht mit Menschenwürde. Und darauf reagiert eben Iran - weil man Iran ebenfalls versucht zu unterdrücken.
Der Deutsche Bundestag hat doch kürzlich über die Aufhebung der Blockade gesprochen: durch Vermittlung könne man sicherlich eine Lösung des Konflikts erreichen. Nur: man müßte endlich aufhören, die Hamas als Feindbild zu stilisieren (Islamisten) - auf der anderen Seite stehen die u.a. orthodoxe Juden. Was natürlich immer das größte Interesse erfährt, sind die extremen Darstellungen. Und sicherlich fühlen sich die Plästinenser herausgefordert, wenn die Israelis Jerusalem für sich beanspruchen - denn da steht immerhin die Al-Aksa-Moschee. Ob es nun tatsächlich oder symbolisch gemeint ist, daß diese durch einen Tempel ersetzt werden soll: das ist egal.
...sowie die komplette arabischische Liga und der Iran hätten Israel schon längst anerkannt, wenn sie sich in die 1967er Grenzen zurückziehen würden. Seit 2002 wird dieses Friedensankommen jährlich wieder unterbreitet.
die hamas ist -genau wie die rechten in israel- nichts was anerkennung verdient.
die gründe setze ich als bekannt voraus.
israel möchte anerkannt werden? möchte ungestört existieren dürfen?
dann sollte es zuvor die rechte der palästinenser anerkennen.
das setzt natürlich grösse voraus. und friedenswille.
iran will sich in der arabischen welt profilieren. hierzu bedient es sich der hamas im gaza und der hisbollah im libanon. die menschen sind hierbei nebensächlich. wie im eigenen land, will es offensichtlich keinen frieden in der region.
...sowie die komplette arabischische Liga und der Iran hätten Israel schon längst anerkannt, wenn sie sich in die 1967er Grenzen zurückziehen würden. Seit 2002 wird dieses Friedensankommen jährlich wieder unterbreitet.
die hamas ist -genau wie die rechten in israel- nichts was anerkennung verdient.
die gründe setze ich als bekannt voraus.
israel möchte anerkannt werden? möchte ungestört existieren dürfen?
dann sollte es zuvor die rechte der palästinenser anerkennen.
das setzt natürlich grösse voraus. und friedenswille.
iran will sich in der arabischen welt profilieren. hierzu bedient es sich der hamas im gaza und der hisbollah im libanon. die menschen sind hierbei nebensächlich. wie im eigenen land, will es offensichtlich keinen frieden in der region.
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