Bildungsreformen Welche Schule ist die beste?
Die Verteilung der Kinder auf Gymnasien, Haupt- und Realschulen habe sich bewährt, sagen die einen. Andere glauben, länger gemeinsam zu lernen schaffe mehr Chancengerechtigkeit. Wer hat recht im Schulstreit? Der Versuch einer Antwort in zehn Lektionen
1. Eine gute Schule führt ihre Schüler zu hohen Leistungen
Welche Schulform, welches Schulsystem ist am besten? Dazu müssen wir zunächst klären, was denn eine gute Schule ausmacht. Der Streit darum könnte eine ganze Ausgabe der
ZEIT
füllen – und wäre doch nicht entschieden.
Behelfen wir uns deshalb mit jenen Kriterien, mit denen die berühmte Pisa-Studie die Schulsysteme weltweit vergleicht: Wie gut können 15-jährige Schüler lesen und rechnen, und wie viel Ahnung haben sie von den Naturwissenschaften? Diese Kenntnisse sind nicht alles, aber ohne sie fällt der Start ins Leben schwer. Eine gute Schule also führt den Nachwuchs mindestens zu guten Leistungen im Lesen, in der Mathematik und in den Naturwissenschaften.
2. Ein gutes Schulsystem muss sozial gerecht sein
Ein weiteres Merkmal einer guten Schule, auch darüber dürfte Einigkeit herrschen, ist, dass es in ihr gerecht zugeht. Bildungsforscher können messen, wie gerecht ein Schulsystem ist. Sie prüfen dabei, wie stark die Leistung der Schüler von deren sozialer Herkunft abhängt. Nun sind auf der ganzen Welt zum Beispiel Akademikerkinder im Durchschnitt besser in der Schule als Arbeiterkinder. Aber in manchen Ländern sind die Unterschiede größer (in Deutschland etwa), in anderen kleiner. Und kleiner ist gerechter.
Gerechtigkeit ist ein Gebot der Moral, aber auch eines der Ökonomie. Wenn die Kinder besonders aus den unteren Sozialschichten zu Bildungsverlierern werden, dann fehlen sie der Wirtschaft als Fachkräfte. In Deutschland ist die Lage durchaus dramatisch: Jeder fünfte 15-Jährige kann nicht richtig lesen und rechnen und wird von den Forschern zur »Risikogruppe« gezählt, weil er weder eine Bewerbung schreiben noch eine Zeitung lesen kann.
Eine zweite Spielart der Gerechtigkeit kommt im Schulstreit zum Tragen, die sogenannte Abschlussgerechtigkeit. Denn nicht allein das Können, sondern auch Zertifikate zählen im Leben. Auch hier muss man wohl akzeptieren, dass mehr Akademikerkinder das Abitur machen – den begehrtesten Abschluss – als Arbeiterkinder, denn wer wollte und könnte den Einfluss der Familien auf die Bildung der Kinder verbieten?
Nachdenklich stimmen muss aber die Ungerechtigkeit beim Übergang von der Grundschule auf das Gymnasium, der den Weg zum Abitur ebnet: Dort hat ein Akademikerkind – bei gleicher Schulleistung! – eine dreimal größere Chance als ein Arbeiterkind, auf das Gymnasium statt auf die Realschule zu wechseln.
3. Das dreigliedrige Schulsystem stößt an seine Grenzen
Die Anhänger des dreigliedrigen Schulsystems (von den Sonderschulen sei hier einmal abgesehen) nennen es »begabungsgerecht« und »bewährt«. Zu Recht? Gibt es den Begabungstyp Hauptschüler, den Begabungstyp Realschüler und den Begabungstyp Gymnasiast? Bildungspsychologen nennen diese Vorstellung vernichtend »Folklore«. Die Aufteilung der Schüler auf diese Schularten ist uns (in Westdeutschland) zwar vertraut, aber ihr fehlt jede wissenschaftliche Grundlage.
Und bewährt? Das ist nicht ganz abwegig, wenn man auf Bayern und Baden-Württemberg mit ihren dreigliedrigen Schulsystemen blickt; sie warten in der Pisa-Studie mit hervorragenden Ergebnissen auf. Problematisch wird es dann, wenn die Hauptschule zur »Restschule« wird. Zu erleben ist das in vielen Großstädten, vor allem dort, wo zusätzlich Gesamtschulen um Schüler buhlen. An den »Restschulen«, die vielerorts weniger als zehn Prozent der Schüler versammeln, ballen sich die sozialen, sprachlichen und ethnischen Probleme derart, dass sie kaum mehr zu beherrschen sind. Die Bildungsforscher sind sich einig, dass dieses Problem ohne eine Vereinfachung der Schulstruktur nicht zu lösen ist.
Nicht so akut ist das Problem etwa in Bayern, wo gebietsweise noch ein Drittel der Schüler die Hauptschule besucht – mit guten Berufsaussichten. Spätestens jedoch der massive Rückgang der Schülerzahlen in den kommenden Jahren (Stichwort: demografischer Wandel) wird auch die dortigen Bildungspolitiker zu flexibleren Schulstrukturen zwingen.
4. Die Gesamtschule als Modell ist gescheitert
Sicher, es gibt Perlen unter den Gesamtschulen, denen auch Bildungsbürger gern ihre Kinder anvertrauen. Aber als Großprojekt, das das Land pädagogisch prägen sollte, ist sie gescheitert. Am Misstrauen des Bürgertums, aber auch durch eigenes Verschulden. Zu wenig wurde an den meisten Bildungseinrichtungen auf Leistung gebaut. Wenn Eltern die Wahl hatten, ob ihr Kind das Gymnasium oder die Gesamtschule besuchen sollte, zogen die meisten das Gymnasium vor. Den Gesamtschulen fehlten deshalb die starken Schüler, was ihrem Ruf zusätzlich schadete. Auch das Versprechen, schwache Schüler besonders gut zu fördern, haben die Gesamtschulen nicht gehalten. Eine aufwendige Untersuchung der Hamburger Schulen zeigt sogar, dass schwache Schüler, die aufs Gymnasium gelangten, dort bessere Leistungen erbrachten als vergleichbare Schüler an der Gesamtschule.
5. Die Gymnasien sind die Sieger der Schulgeschichte
Keine Frage, auch die Gymnasien könnten besser sein. Man sollte erwarten, dass Deutschland im internationalen Vergleich über eine leistungsstarke und große Spitzengruppe von Schülern verfügt, weil das Gymnasium die besten Schüler versammelt – davon kann aber keine Rede sein. In der Eliteförderung also versagt das Gymnasium, aber das ist nicht unser Hauptproblem. Den größten Leistungszuwachs können wir in Deutschland erzielen, wenn wir dem unteren Fünftel der Schüler aus dem Bildungskeller helfen. Insofern sollte eine kluge Bildungspolitik die Gymnasien in Ruhe lassen und ihre Kraft auf die Stärkung der Schwachen verwenden.
Das Gymnasium kann einen beeindruckenden Siegeszug vorweisen. Besuchte in den sechziger Jahren nur jeder siebte 14-Jährige diese Schulart, ist es heute schon jeder dritte. Wer sich dabei um das Leistungsniveau sorgt, der versuche sich einmal an einer aktuellen Abituraufgabe.
Die Verkürzung der Gymnasialzeit in Westdeutschland von neun auf acht Jahre und die wiederholte Reform der Oberstufe haben schon genug Unruhe in die Gymnasien getragen. An einer bei den Eltern beliebten Schulform, die ganz passabel funktioniert, sollte die Schulpolitik am besten eine Weile nicht herumdoktern.
6. Der Nutzen der Hamburger Primarschule ist ungewiss, der Schaden groß
Die Einführung der Primarschule in Hamburg ist gut gemeint, doch leider schlecht gemacht. Ob die Verlängerung der Grundschulzeit von vier auf sechs Jahre die Chancengleichheit erhöht, das steht in den Sternen. Dass sie maximale Unruhe in die Schulen trägt, die der Leistung abträglich ist, ist irdische Realität. Gleich alle Schulen werden durchgeschüttelt: die Grundschulen, denen die fünften und sechsten Klassen zugeschlagen werden, und die weiterführenden Schulen, denen sie weggenommen werden.
Gerade engagierten weiterführenden Schulen wie den altsprachlichen und musischen Gymnasien kommen zwei Jahre zur Entfaltung ihres anspruchsvollen Programms abhanden. Zudem führt die Reform zum Revival des unseligen Schulkriegs der siebziger Jahre zwischen Anhängern und Gegnern der Gesamtschule.
Außer dem ehrenwerten Wunsch nach mehr Gerechtigkeit haben die Reformbefürworter wenig vorzuweisen: eine Studie etwa, die wenig überraschend zeigt, dass nach sechs Jahren eine bessere Übergangsempfehlung möglich ist. Oder statistische Berechnungen, die darauf hindeuten, dass längeres gemeinsames Lernen gerechter ist. Aber es gibt handfeste Gegenbeispiele: Länder wie Belgien und die Niederlande etwa, das belegt die Pisa-Studie, sind trotz Primarschule nicht gerechter als Deutschland mit der vierjährigen Grundschule. Es gibt keinen automatischen Zusammenhang zwischen längerem gemeinsamem Lernen und mehr Gerechtigkeit – leider, möchte man sagen, denn sonst wäre Schulpolitik viel simpler.
7. Ein intelligenter Kompromiss ist das »Zwei-Säulen-Modell«
Wer das beliebte und erfolgreiche Gymnasium erhalten will und gleichzeitig die Probleme bekämpfen will, welche eine Gliederung des Schulsystems mit sich bringt, der muss Fantasie aufbringen. In Baden-Württemberg etwa wird schon jetzt jedes dritte Abitur abseits des traditionellen Gymnasiums über den Weg Realschule plus Berufsgymnasium abgelegt. Der Ballung von Problemen an Hauptschulen begegnen inzwischen mehrere Bundesländer (die neuen Länder schon länger) durch ein zweigliedriges Schulsystem aus Gymnasien und einer zweiten Schulform, die mal Regelschule, mal Sekundarschule, mal Mittelschule genannt wird (Seite 68).
Einen besonders erfolgversprechenden Weg wählt dabei Hamburg mit der sogenannten Stadtteilschule, die in der Hansestadt im Gegensatz zur Primarschule nicht umstritten ist. Denn an dieser Schulform können Schüler mit sehr guten Leistungen ebenfalls das Abitur ablegen – nach dreizehn Schuljahren statt nach zwölf am Gymnasium. Wenn die Politik viel Kraft und Ideen in den Erfolg der Stadtteilschule investiert, dann kann sie sich sogar zu einer attraktiven Alternative zum Gymnasium entwickeln. Wenn die Kraft jedoch von anderen Reformen absorbiert wird, dann droht ihr das Schicksal der Gesamtschule.
8. Auf die Schulstruktur zu starren macht blind
Die Schulstruktur ist nur eine – und nicht die wichtigste – Stellschraube, um Schulen leistungsfähiger und gerechter zu machen.
Die Wissenschaft ist sich inzwischen einig darin, dass die entscheidenden Voraussetzungen für den Schulerfolg schon in der frühen Kindheit liegen. Familien aus den sogenannten bildungsfernen Schichten dabei zu helfen, ihren Nachwuchs von der Geburt an zu fördern – das ist die zentrale Aufgabe einer klugen Bildungs- und Sozialpolitik. Jeder hier investierte Euro bringt der Gesellschaft Renditen, von der viele Banker nur träumen können.
Auch in der Schulpolitik müssen die Kräfte auf die gezielte Förderung der potenziellen Bildungsverlierer konzentriert werden. Nicht durch Gerechtigkeitsrhetorik, sondern durch konkrete Angebote: Ganztagsschulen, die Lernen, Nachhilfe und eine sinnvolle Freizeitgestaltung kombinieren. Groß angelegte Förderprogramme (während der Schulzeit, nachmittags, am Wochenende, in den Ferien), die das Hauptproblem der Einwandererkinder, aber auch vieler deutschstämmiger Kinder bekämpfen: die mangelnde Kenntnis der deutschen Sprache. Es ist geradezu skandalös, dass das Englischlernen an der Grundschule zur Mode wird, während der Anteil des Leseunterrichts zurückgeht!
Auch einem anderen aufwendigen Vorhaben, mit dem sich kurzfristig keine Lorbeeren ernten lassen, muss sich die Politik widmen: der Lehrerbildung. Studien zeigen, dass Gymnasiallehrer einen besseren Unterricht geben, weil sie über mehr Fachwissen verfügen als ihre Kollegen. Wenn Haupt- und Realschullehrer nicht besser ausgebildet werden, dann bleiben ihre Schüler – Schulform hin oder her – benachteiligt.
9. Ein breiter Konsens ist die erste Reformerpflicht
Schulen können nur dann erfolgreich sein, wenn sie vom Vertrauen der Eltern und der Gesellschaft getragen werden. Deshalb ist ein breiter Konsens über die Grundzüge der Schulpolitik ein Wert an sich. Gerade wer die sozial Schwachen fördern will, der muss die Starken mit ins Boot holen. Das Bürgertum kann viel dazu beitragen (mit Geld und Einfluss, als Mentor, als ehrenamtlicher Helfer), dass es weniger Bildungsverlierer gibt. Es muss aber umworben werden.
Wer den Gymnasien, wie in Hamburg, zwei Schuljahre amputiert, ohne ihnen etwas zu bieten, handelt unüberlegt. Eine kluge Schulpolitik baut auch dagegen vor, dass weniger verantwortliche Teile des Bürgertums jede Schulreform scheitern lassen können, etwa durch politische Störmanöver, durch Abschottung und durch den Rückzug in Privatschulen.
10. Schulen können die Gesellschaft nicht gerechter machen
Wer glaubt, Schulen könnten die Gesellschaft gerechter machen, der irrt. Das belegt eine Studie aus Hessen: Während der Schulzeit verteilen die dort untersuchten Gesamtschulen die Bildungschancen tatsächlich gerechter als die Schulen des gegliederten Systems. Dann aber ändert sich das Bild: Welche Bildungsabschlüsse die Jugendlichen letztlich erlangen, welche Ausbildung und welche Berufslaufbahn sie einschlagen – dabei schlägt die soziale Herkunft gleichermaßen durch, unabhängig davon, welche Schule die Jugendlichen vorher besucht hatten.
Was im Schonraum der Schule also gelingt, verliert seine Kraft, wenn es hinaus ins Leben geht.
Man kann froh sein – und muss es fördern! –, wenn die Schule die soziale Ungleichheit nicht verschärft. Wer mehr verlangt, überfordert die Schule und kann nur enttäuscht werden.
- Datum 16.06.2010 - 12:14 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 17.06.2010 Nr. 25
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Werden die Redakteure der ZEIT eigentlich dafür bezahlt, das 3-gliedrige Schulsystem wegzuschreiben?
Für das Herstellen von Gerechtigkeit in Schulen brauchen wir minderjährige Fahnder, Polizisten und Staatsanwälte. Was Minderjährige sich mittlerweile gegenseitig in Schulen jegweder Form antun, würde jeden Erwachsenen auf kürzestem Weg in Gefängnis bringen. Gerechtgkeit wird von Menschen gemacht, nicht von Systemen, auch nicht von Schulsystemen.
Das Problem der 'Restschule' ist ein unlösbares. Selbstverständlich können wir alle Schulen zu 'Restschulen' machen. Das ist aber nicht gerechter, weil es ungerecht ist für diejenigen, die mehr können. Diejenigen, die für die Abschaffung der 'Restschulen' sind, haben sicher kein Problem damit, wenn wir auch die Gefängnisse abschaffen mit der Begründung, daß längeres gemeinsames Lernen (mit Kriminellen) auch für uns Erwachsene gut weil gerechter ist.
Einerseits soll das Schulsystem wichtig sein für Bildungserfolg. Wenn dann ein Schulsystem wie Gesamtschule scheitert, liegt es aber nicht am System, sondern am fehlen 'starker' Schüler? Ja was denn nun? Sind Schüler von sich aus 'stark' oder 'schwach' oder kann ein Schulsystem aus 'schwachen' Schülern 'starke' machen? Wenn Schüler von sich aus 'stark' oder 'schwach' sind, und Schulsystem das nicht ändern können, können wir uns die Debatte um Schulsysteme sparen.
In Ba-Wü erreicht 1/3 der Schüler die Fachhochschulreife, die auf der Real-oder Hauptschule angefangen haben.
Dass das System nicht durchlässig wäre, ist eine Lüge.
Das Gesamtschulsystem versagt auf ganzer Linie.
Nur Ideologen wollen das nicht eingestehen.
Das nächste im Ländervergleich gut dastehende Bundesland das Bildungsideologen ruinieren werden.
Frankreich, Spanien und England haben de facto ein System des längeren gemeinsamen Lernens.
In Frankreich nach der Grundschule 4 Jahre Collège, in England das Secondary und in Spanien die Educacion Secundaria(12-16J.)
Danach fällt die Entscheidung Richtung Abitur.
Aus persönlichem Erleben heraus sehe ich diese staatlich verordnete vermeintliche Chancengleichheit als eine sich immer weiter verfestigende Chancenungleichheit. Weil ein Sitzenbleiben fast nicht mehr stattfindet, eine jahrgangsinterne Dürchlässigkeit nicht praktiziert wird
(starke oder schwächere Schüler werden nicht nach Niveau in eigenen Klassen zusammengefaßt und gefördert, schicken alle Eltern, die das Geld haben,ihre Kinder auf eine Privatschule.
Diese erzielen dann, Beispiel Frankreich, in den Abschlußprüfungen des Collèges (Einheitsprüfungen auf Regionalebene)wieder bessere Noten, die ihnen die Aufnahme in besseren Lycées ermöglichen. Dort wiederum werden bessere Abischnitte erreicht, die Zugang zu Eliteuniversitäten ermöglichen.Was nebenbei auch daran liegt, dass die besten Lehrkräfte auf den Privatschulen zu finden sind. So entscheidet in viel stärkerem Maße als bei uns der Geldbeutel der Eltern über den Schulabschluß.
Genau dieses System schaffen wir uns derzeit in Deutschland, verbunden mit einer weiteren Absenkung des Niveaus an den staatlichen Schulen.
Deshalb sind kein längeres gemeinsames Lernen sondern noch mehr Durchlässigkeit,verbunden mit Fordern und Fördern nach Leistungsfähigkeit notwendig!
Das nächste im Ländervergleich gut dastehende Bundesland das Bildungsideologen ruinieren werden.
Frankreich, Spanien und England haben de facto ein System des längeren gemeinsamen Lernens.
In Frankreich nach der Grundschule 4 Jahre Collège, in England das Secondary und in Spanien die Educacion Secundaria(12-16J.)
Danach fällt die Entscheidung Richtung Abitur.
Aus persönlichem Erleben heraus sehe ich diese staatlich verordnete vermeintliche Chancengleichheit als eine sich immer weiter verfestigende Chancenungleichheit. Weil ein Sitzenbleiben fast nicht mehr stattfindet, eine jahrgangsinterne Dürchlässigkeit nicht praktiziert wird
(starke oder schwächere Schüler werden nicht nach Niveau in eigenen Klassen zusammengefaßt und gefördert, schicken alle Eltern, die das Geld haben,ihre Kinder auf eine Privatschule.
Diese erzielen dann, Beispiel Frankreich, in den Abschlußprüfungen des Collèges (Einheitsprüfungen auf Regionalebene)wieder bessere Noten, die ihnen die Aufnahme in besseren Lycées ermöglichen. Dort wiederum werden bessere Abischnitte erreicht, die Zugang zu Eliteuniversitäten ermöglichen.Was nebenbei auch daran liegt, dass die besten Lehrkräfte auf den Privatschulen zu finden sind. So entscheidet in viel stärkerem Maße als bei uns der Geldbeutel der Eltern über den Schulabschluß.
Genau dieses System schaffen wir uns derzeit in Deutschland, verbunden mit einer weiteren Absenkung des Niveaus an den staatlichen Schulen.
Deshalb sind kein längeres gemeinsames Lernen sondern noch mehr Durchlässigkeit,verbunden mit Fordern und Fördern nach Leistungsfähigkeit notwendig!
Da kann ich nur sagen: so isses! Die Eltern schauen auf Schulabschlüsse (auf "Scheine", die eben nur Schein sind)Die Diskussion bewegt sich auf dem Niveau "Wir brauchen mehr Abiturienten, Akademiker, blablabla, das Heil wird in der Organisation gesucht, und dass Schüler, Lehrer und Eltern "Schule machen" taucht nur am Rande auf. Wenn alle zumindest einen "mittleren" Bildungsabschluss per Ordre de Mufti machen, dann führt das zu einer Entwertung der Realschule, zu einer Flucht aufs Gymn. (weil man da die "besseren Chancen" hat?) Ich denke, die besseren, wacheren, enagierteren Schüler, die haben besser Chancen. Ich habe zu viele Abiturienten-Luschen kennengelernt, die von manchem Hauptschüler, was Pragmatismus, Überblick locker übertroffen werden.
Als Gymnasiast in NRW möchte ich sagen, dass dieser Artikel eines der Intelligentesten Sachen ist, die mir zur Schulreform bisher untergekommen ist
Ich hatte das Pech in einem sozialen Brennpunkt die Grundschule besuchen zu müssen und dort war Gewalt unter Kindern, Lehrer die selbst bei 3. und 4. Klässlern schon völlig überfordert waren und ein gefühltes Bildungsniveau wie in der Vorschule Alltag! Woran es lag? Die Kinder aus den "bildungsfernen Schichten", oder um auszusprechen was sich offensichtlich keiner traut, den Asozialen, war Schule egal. Woher sollte Bildungswille denn auch kommen wenn die Eltern nachmittags mit einem Bier in der Hand Zuhause sitzen, meistens kaum Deutsch sprechen und den Kindern den Schlüssel um den Hals hängen und sagen: "komm heut Abend wieder!". Wir hatten unzählige solcher Fälle.
Ich war erleichtert diesem Schrecken entfliehen zu können und auf eine Schule zu kommen in der Klassenbester sein nicht heißt verprügelt zu werden!
Jetzt wird gesagt: Wir können alle Probleme lösen, wenn wir länger zusammen lernen. Eine billige und falsche Lösung! Wirklich etwas verändern können wir nur wenn wir die "bildungsfernen Schichten" loswerden und zwar durch Investition in Frühkindliche Bildung und Bildung allgemein, ausreichende Nachmittagsbetreuung damit Kinder nicht schon mit 9 oder 10 Jahren auf der Strasse hängen müssen, Familien- und Sozialämter mit mehr Möglichkeiten zu fördern und auch einzugreifen und durch soziales Engagement.
Schön, dass jemand, der ganz offensichtlich weiß, wovon er schreibt, auch einmal das Wort "Bildungswille" benutzt. Ohne den geht nämlich auch beim intelligentesten Kind nichts!
Schön, dass jemand, der ganz offensichtlich weiß, wovon er schreibt, auch einmal das Wort "Bildungswille" benutzt. Ohne den geht nämlich auch beim intelligentesten Kind nichts!
Das nächste im Ländervergleich gut dastehende Bundesland das Bildungsideologen ruinieren werden.
Frankreich, Spanien und England haben de facto ein System des längeren gemeinsamen Lernens.
In Frankreich nach der Grundschule 4 Jahre Collège, in England das Secondary und in Spanien die Educacion Secundaria(12-16J.)
Danach fällt die Entscheidung Richtung Abitur.
Aus persönlichem Erleben heraus sehe ich diese staatlich verordnete vermeintliche Chancengleichheit als eine sich immer weiter verfestigende Chancenungleichheit. Weil ein Sitzenbleiben fast nicht mehr stattfindet, eine jahrgangsinterne Dürchlässigkeit nicht praktiziert wird
(starke oder schwächere Schüler werden nicht nach Niveau in eigenen Klassen zusammengefaßt und gefördert, schicken alle Eltern, die das Geld haben,ihre Kinder auf eine Privatschule.
Diese erzielen dann, Beispiel Frankreich, in den Abschlußprüfungen des Collèges (Einheitsprüfungen auf Regionalebene)wieder bessere Noten, die ihnen die Aufnahme in besseren Lycées ermöglichen. Dort wiederum werden bessere Abischnitte erreicht, die Zugang zu Eliteuniversitäten ermöglichen.Was nebenbei auch daran liegt, dass die besten Lehrkräfte auf den Privatschulen zu finden sind. So entscheidet in viel stärkerem Maße als bei uns der Geldbeutel der Eltern über den Schulabschluß.
Genau dieses System schaffen wir uns derzeit in Deutschland, verbunden mit einer weiteren Absenkung des Niveaus an den staatlichen Schulen.
Deshalb sind kein längeres gemeinsames Lernen sondern noch mehr Durchlässigkeit,verbunden mit Fordern und Fördern nach Leistungsfähigkeit notwendig!
Ich finde es schade, dass der Autor dieses Artikels nicht auf andere Schulsystem zurückgreift, die für mich ganz klar die einzige Lösung sind. Das Bildungssystem brauch eine starke Veränderung in dieser Hinsicht und mit leichter Veränderung des "3 Klassen Systems" wird auch nichts behoben.
Ich wunder mich, dass hier keine "Alternativ Schulen" aufgelistet werden, somal sie vorkurzem in den Nachrichten standen. Deutscher Schulpreis ist das Stichwort, diese Schulen weichen alle vom Normalen System ab und weisen alle eine bessere Leistung, soziales Verständniss und und und... auf, dafür wurden sie auch ausgezeichnet. Es war für mich ein klares Zeichen, dass diese Art der Schule, die dort präsentiert, und Tag für Tag ausgeführt wird, neue Ansätze schaffen wird um unser System zu verbessern.
Diese Schulen bringen deutliche Leistung wie das "Oberstufen Kolleg" Bielefeld, dass einmalig in Deutschland ist und den besten Abitur Schnitt liefert. Diese Schule wird von Reformen und Änderungen nur so,von der Regierung, zerbombt. Bis nichts Besonderes mehr übrig bleibt und sie zur Regelschule gezwungen wird, ohne das sie sich weren kann. Soziales Denken ist dort wichtig, alle Schüler egal von welcher Schule oder aus welchen Land fühlen sich wohl und lernen miteinander.
Ich finde es echt Schade, dass diese Schulen nicht so beachtet werden wie sie sollten. Es wäre ein Ansatz für ein neues Schulsystem, ein besseres wo alle gleich gute Chancen haben.
Schule bildet nie, sondern erst ihre Überwindung.
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