Checkliste Schulwahl Die gute SchuleWoran man sie erkennt – eine Checkliste für Eltern

Woran man sie erkennt. Eine Checkliste für Eltern

- Der erste Eindruck vom Gebäude ist durchaus von Bedeutung, denn die wenigsten Schulen entstammen dem Reißbrett eines genialen Architekten. Entscheidend ist, was die Schule aus den Bausünden vergangener Jahrzehnte gemacht hat. Wie einladend ist ihr Eingangsbereich? Wie individuell sind die Klassenräume gestaltet? Spiegelt sich in Bildern und Kunstwerken in Fluren und Vitrinen das schulische Leben wider? Gibt es ausreichend Pausenzonen für die Schüler, außen wie innen? Und wie sehen die Toiletten aus?

- Um die Atmosphäre an einer Schule mitzubekommen, lohnt es sich, an einem gewöhnlichen Schultag eine Hofpause zu besuchen und die Schüler zu beobachten: Wie gehen sie miteinander um, welcher Ton herrscht hier vor? Tragen alle die gleichen Markenklamotten, oder ist die Schülerschaft bunt gemischt? Auch die Gesichter von Schülern und Lehrern, die nach Schulschluss das Gelände verlassen, können einen Eindruck von der Stimmung an der Schule vermitteln. Um hinter die Fassade zu blicken, ist ein Gespräch mit aktuellen Schülern und deren Eltern sinnvoll. Sie können auch über die Macken einzelner Lehrer Auskunft geben, was ein Schulleiter bestimmt nicht tun wird.

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- Es ist ein gutes Zeichen, wenn der Schulleiter einen Tag der offenen Tür nicht allein bestreitet, sondern neben Lehrern vor allem Eltern in die Veranstaltung eingebunden sind. PowerPoint-Präsentationen über das »Unternehmen Schule« sind mit Vorsicht zu genießen. Der schöne Schein sagt wenig über den Alltag an einer Schule aus. Auch das Schulprogramm sollte hinterfragt werden: Welche neuen Methoden beherrschen den Unterricht? Wie geht man mit leistungsschwächeren Schülern um, und welche Förderung bekommen besonders Begabte? An guten Schulen wird Vielfalt als Bereicherung empfunden, nicht als etwas, was es abzuschleifen gilt. Lehrer sollten die Heterogenität ihrer Schüler thematisieren und erklären können, wie sie im Idealfall durch einen stark individualisierten Unterricht den unterschiedlichen Anforderungen ihrer Schüler gerecht werden.

- Nachhilfe sollte nicht an die Eltern delegiert werden. Im Idealfall reagieren Lehrer sofort, wenn ein Schüler zusätzliche Unterstützung braucht. Die Frage nach Tutorenprogrammen kann unsicheren Eltern helfen: Versucht die Schule, besonders leistungsstarke Schüler zu motivieren, schwächeren Mitschülern regelmäßig zu helfen und externe Nachhilfe damit im besten Falle überflüssig zu machen?

- Eltern sollten sich über den Leistungsbegriff einer Schule informieren. Gibt es klare Zielvereinbarungen zwischen Schülern und Lehrern? Werden bei der Frage, wie diese erreicht werden sollen, auch die Eltern einbezogen? Entwicklungsgespräche über den Lernerfolg eines Kindes sind oft die einzige Möglichkeit, sich verbindlich mit Lehrern auszutauschen. Gute Schulen bieten zwei dieser Gespräche pro Schuljahr an, der Durchschnitt liegt derzeit noch bei einem.

- Transparenz ist ein Gradmesser für die Qualität einer Schule. Eine gute Schule legt die Ergebnisse von Leistungsvergleichen offen, aber auch die Menge ausgefallener Unterrichtsstunden, die Anzahl der Sitzenbleiber und Schulabbrecher. Aufschlussreich ist die Art und Weise, wie Schulen mit den Ergebnissen von Schulinspektionen umgehen. Sind diese nicht auf den Internetseiten zu finden sein, sollten Eltern nach einem Zugang fragen. Interessant könnte auch die Frage sein, was aus ehemaligen Schülern der Schule geworden ist, ob die Schule überhaupt Kontakt zu ihnen hält und solche Entwicklungen verfolgt.

- Eine gute Schule steht und fällt mir ihrer Leitung. Auch wenn Schulleiter in der deutschen Schulbürokratie oft keine offiziellen Dienstvorgesetzten sind, haben sie doch enormen Einfluss auf die Motivation und die Reformbereitschaft ihres Kollegiums. Gute Schulleiter schöpfen ihre Möglichkeiten oft weit über den vorgegebenen Rahmen hinaus aus und sind an einer steten Weiterentwicklung ihrer Schule interessiert. Was ein Schulleiter wirklich verändert und vorangebracht hat, können vor allem Schüler und Eltern älterer Jahrgänge berichten.

- Die Unterstützung durch Eltern ist einer guten Schule wichtig und wird nicht als Belästigung empfunden. Mütter und Väter haben bei bedeutenden Entscheidungen ein Mitspracherecht und gestalten die Schule über einen Förderverein mit, der sich nicht nur für die Organisation von Festen zuständig fühlt.

- Je weiter sich eine gute Schule nach außen öffnet und außerschulische Partner einbezieht, umso durchschaubarer wird ihr Innenleben. Gerade bei Ganztagsschulen ist es wichtig, dass Schulen mit Sportvereinen oder Musikschulen zusammenarbeiten. Externe Partner sind auch eine hilfreiche Informationsquelle. Firmen, die Schülern Praktika vermitteln oder gar Ausbildungsplätze anbieten, können die Fähigkeiten von Schülern einer bestimmten Schule oft besonders gut einschätzen.

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Leser-Kommentare
  1. Aus unserer Sicht sollten Eltern auch fragen:

    1) Wie hoch ist die Lehrerfluktuation der letzten Jahre?

    2) Wie lange ist der Schuldirektor in seinem Amt? Gab es in den letzten Jahren häufige Wechsel in der Schulleitung?

    3) Nach welchem pädagogischen Konzept arbeitet die Schule?

    4) Wie viele Schüler erhalten (an Grundschulen) im Durchschnitt die Bildungsempfehlung für das Gymnasium?

    5) Beteiligt sich die Schule regelmäßig an Leistungswettbewerben und Projekten?

  2. Alles Unsinn! Es gibt keine guten oder schlechten Schulen, es gibt nur gute und schlechte Lehrer! Leider ist es aber auch Realität, dass gute Lehrer, die wirklich den Schülern etwas beibringen können und nicht jeden neuen Blödsinn neuer wiss. pädagogischer "Erkentnis" wie individualisierten Unterricht und überzogene Projekte mitmachen, oft gegangen werden, weil sie sich nicht ins "Lehrerkollektiv" einfügen!

    • PH
    • 25.10.2011 um 18:52 Uhr

    An Seminarschulen - das sind Schulen, an denen künftige Lehrer ausgebildet werden - ist die Fluktuation besonders hoch.

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