Weltbankchef Zoellick "Das Hilfspaket war sehr wichtig und gut"

Weltbankchef Robert B. Zoellick hat ein Rezept für die Wiederbelebung der europäischen Wirtschaft – und glaubt doch, dass die Zukunft den Schwellenländern gehört

ZEIT: Herr Präsident, überall in Europa versuchen die Regierungen, ihre Budgets in den Griff zu bekommen. Ist das die richtige Strategie, um aus der Krise zu kommen?

Robert Zoellick: Da wird viel geredet, gehandelt wird bislang noch wenig. Selbstverständlich müssen die Ausgaben gedrosselt werden.

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ZEIT: Was aber, wenn alle zugleich sparen: Riskieren wie da nicht die Erholung der ganzen Region?

Zoellick: Wichtig ist, die richtige Richtung einzuschlagen . Ist das geschafft, hat man meist auch 80 Prozent des Weges hinter sich. Zu viel Beschäftigung mit den Terminkalendern, zu viel Konzentration auf das fine tuning – das würde nur alte Fehler wiederholen, die den Keynesianismus in den vergangenen Jahrzehnten in Verruf gebracht hatten. Vor allem die südeuropäischen Länder sollten ein großes Interesse daran haben, ihre Schulden in den Griff zu bekommen.

ZEIT: Reicht Sparen denn schon?

Zoellick: Nein. Neben diesen kurzfristigen Maßnahmen braucht man eine Mischung von Maßnahmen, die den Märkten signalisiert: Wir kümmern uns auch um die langfristigen Probleme. Einerseits um das Wachstum und andererseits um so etwas wie die Finanzierung der Renten. Dass Nicolas Sarkozy nun das Rentenalter hochsetzen will , ist ein wichtiges Signal für die Märkte.

ZEIT: Sie sprechen von Signalen an die Märkte, aber die sind in ihrem Urteil sehr flatterhaft. Das ehrgeizige Programm, mit dem die Spanier ihre Neuverschuldung reduzieren wollen , gefiel den Märkten überhaupt nicht. Kaum hatte das Parlament zugestimmt, senkte eine Rating-Agentur die Kreditwürdigkeit . Sie argumentierte, dass Sparen das Wachstum abwürgt.

Zoellick: Ich mag mich nach der Erfahrung der vergangenen Jahre nicht mehr komplett auf das Urteil solcher Agenturen verlassen. Es ist ein wichtiges Signal, dass Spanien und Portugal ihre Haushalte konsolidieren wollen. Die Märkte bewerten allerdings auch, ob die Länder das glaubhaft schaffen können. Deswegen braucht Spanien, braucht ganz Europa eine Wachstumsstrategie .

ZEIT: Und die wäre?

Zoellick: Ich würde mich auf Reformen konzentrieren, die nicht zwingend viel Geld kosten. Regierungen müssen Bürokratie abbauen, Märkte öffnen und Unternehmern neue Chancen bieten. Wenn Sie wie ich viel durch die Welt reisen, erleben Sie äußerst unterschiedliche Reaktionen auf die Krise. Europas Regierungen habe ich in der Euro-Depression erlebt: Sie reden über die schlechten Wirtschaftszahlen, über Regulierung und Aufsicht. Darüber, wie man die Märkte kontrollieren kann. Asien reagierte anders. Dort sagt man: Wir wissen, dass schwierige Zeiten auf uns zukommen. Wir wollen unseren Dienstleistungssektor liberalisieren, damit Jobs entstehen.

ZEIT: Ist das nicht altmodisch? Müssten wir heute nicht tatsächlich über die Krise des Marktes und über Reregulierung reden? Den Lehren der Neoliberalen wird hier wenig geglaubt.

Zoellick: Meine Rolle ist es nicht, der aktuellen politischen Korrektheit nachzulaufen! Ich gebe weiter, was ich rund um die Welt lerne und welche Lehren sich daraus ziehen lassen. Natürlich müssen wir neu über Regeln für die Finanzmärkte reden. Aber wir brauchen keine Regulierungsbewegung, die gleich noch andere Sektoren mit erwürgt. Lassen Sie mich das an einem politischen Beispiel erklären: Die Staaten in Europa werden sparen müssen. Wäre es da nicht gut, wenn sie gleichzeitig bürokratische Hürden für die Wirtschaft abbauten, damit mehr Jobs entstehen?

Leser-Kommentare
  1. Eine der seltenen Einschätzungen denen ich nahezu ungeteilt zustimmen kann.
    es ist aber schon bedenkenswert, dass in den Emerging Markets genau gegenteilig argumentiert wird wie hier in Europa.
    Entweder liegen die falsch oder sollten wir unsere Positionen und Ansprüche überdenken. Viele in der aktuellen politischen Debatte scheinen dazu nicht bereit zu sein.

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    Dass der Herr Präsident ein super Rezept hat die Wirtschaft wiederzubeleben ist doch klar.

    Und wie geht das nun Herr Zoellick?

    - Naja bloß keine ideologischen Debatten, nein da Lesen wir ma beim Vater des Wirtschaftswunders nach! Der hat gesagt am besten mobilisieren wir privates Kapital und Arbeitskraft.

    Auf deutsch gesagt "in die Hände gespuckt und abgedrückt bzw. angepackt".

    Und einige Zeit später ist die Kohle wieder weg - oder besser gesagt, es geht den gesellschaftlichen Nutznießern ein wenig, wenn auch verglichen zum betriebenen Aufwand wenig besser.

    Ja werden Sie sagen, Herr Zoellick, dann hats noch nicht gereicht, das gierige Wachstumsmonster zu beschwichtigen - weiter weiter liebe Leute angepackt und in die Hände gespuckt - Wachstum, Wachstums und noch mehr - Sie wissen schon...

    Nur wie? Vielleicht Rente mit 70? Oder viellecht ein weiteres der Zahlreichen Möglichkeiten? -Deregulierung, ja Liberalisierung da findet sich schon noch was und zur Not arbeiten wir bis wir tot umfallen um unserem Wachtstumswahn Rechnung zu tragen.

    Viel Erfolg

    • joG
    • 19.06.2010 um 12:25 Uhr

    ....hat, ist in seiner Feststellung eine "multipolare Welt" könnte irgend jemandem nutzen. Leider ist das so nicht und birgt Gefahren, deren Größe ähnlich ist aber deren Eintrittswahrscheinlichkeiten jene des Kalten Kriegs um Dimensionen übertreffen.

    Worin er auch radikal irrt, ist in der Annahme, man könne in einem Währungsgebiet nicht unterschiedliche Renten und Renteneintrittsalter haben. Das ist Unfug und von einem Politiker, Bürokraten oder sonstwem, der eine Führungsrolle in der Meinungsbildung beansprucht irgendwo zwischen grobunfugig und strafbar angesiedelt, da man damit den Wählern falsche Zusammenhänge zum Wohle der eigenen sozio-ökonomischen Gruppe unterjubelt.

    Dass der Herr Präsident ein super Rezept hat die Wirtschaft wiederzubeleben ist doch klar.

    Und wie geht das nun Herr Zoellick?

    - Naja bloß keine ideologischen Debatten, nein da Lesen wir ma beim Vater des Wirtschaftswunders nach! Der hat gesagt am besten mobilisieren wir privates Kapital und Arbeitskraft.

    Auf deutsch gesagt "in die Hände gespuckt und abgedrückt bzw. angepackt".

    Und einige Zeit später ist die Kohle wieder weg - oder besser gesagt, es geht den gesellschaftlichen Nutznießern ein wenig, wenn auch verglichen zum betriebenen Aufwand wenig besser.

    Ja werden Sie sagen, Herr Zoellick, dann hats noch nicht gereicht, das gierige Wachstumsmonster zu beschwichtigen - weiter weiter liebe Leute angepackt und in die Hände gespuckt - Wachstum, Wachstums und noch mehr - Sie wissen schon...

    Nur wie? Vielleicht Rente mit 70? Oder viellecht ein weiteres der Zahlreichen Möglichkeiten? -Deregulierung, ja Liberalisierung da findet sich schon noch was und zur Not arbeiten wir bis wir tot umfallen um unserem Wachtstumswahn Rechnung zu tragen.

    Viel Erfolg

    • joG
    • 19.06.2010 um 12:25 Uhr

    ....hat, ist in seiner Feststellung eine "multipolare Welt" könnte irgend jemandem nutzen. Leider ist das so nicht und birgt Gefahren, deren Größe ähnlich ist aber deren Eintrittswahrscheinlichkeiten jene des Kalten Kriegs um Dimensionen übertreffen.

    Worin er auch radikal irrt, ist in der Annahme, man könne in einem Währungsgebiet nicht unterschiedliche Renten und Renteneintrittsalter haben. Das ist Unfug und von einem Politiker, Bürokraten oder sonstwem, der eine Führungsrolle in der Meinungsbildung beansprucht irgendwo zwischen grobunfugig und strafbar angesiedelt, da man damit den Wählern falsche Zusammenhänge zum Wohle der eigenen sozio-ökonomischen Gruppe unterjubelt.

  2. das ein Vertretter der Großschmarotzer für "Deregulierung" und Abbau von "störende Vorschriften" für Unternehmen und vor allem Banken ist wundert nicht.....

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    • keox
    • 19.06.2010 um 14:20 Uhr

    "..."Deregulierung" und Abbau von "störende Vorschriften" für Unternehmen und vor allem Banken ..."

    Man sieht, das MIA (deutsch: MAI) ist nicht aufgegeben:

    "Das Multilaterale Abkommen über Investitionen (MAI) ist ein internationales Vertragswerk zwischen transnationalen Konzernen, den OECD-Staaten und der Europäischen Union. Es hätte in den Unterzeichnerstaaten direkte Auslandsinvestitionen fördern sollen. Dazu hätten die Rechte internationaler Investoren umfassend gestärkt werden sollen." Wiki

    Siehe auf selber Seite unter Weblinks auch:

    Das "MAI", ein Ermächtigungsgesetz für die Multis,
    von Claudia von Werlhof.

    Momentan ist dieses Projekt auf Eis gelegt, das sollte aber niemanden trösten. Es zeigt, wohin die Reise gehen soll

    • keox
    • 19.06.2010 um 14:20 Uhr

    "..."Deregulierung" und Abbau von "störende Vorschriften" für Unternehmen und vor allem Banken ..."

    Man sieht, das MIA (deutsch: MAI) ist nicht aufgegeben:

    "Das Multilaterale Abkommen über Investitionen (MAI) ist ein internationales Vertragswerk zwischen transnationalen Konzernen, den OECD-Staaten und der Europäischen Union. Es hätte in den Unterzeichnerstaaten direkte Auslandsinvestitionen fördern sollen. Dazu hätten die Rechte internationaler Investoren umfassend gestärkt werden sollen." Wiki

    Siehe auf selber Seite unter Weblinks auch:

    Das "MAI", ein Ermächtigungsgesetz für die Multis,
    von Claudia von Werlhof.

    Momentan ist dieses Projekt auf Eis gelegt, das sollte aber niemanden trösten. Es zeigt, wohin die Reise gehen soll

  3. Dass der Herr Präsident ein super Rezept hat die Wirtschaft wiederzubeleben ist doch klar.

    Und wie geht das nun Herr Zoellick?

    - Naja bloß keine ideologischen Debatten, nein da Lesen wir ma beim Vater des Wirtschaftswunders nach! Der hat gesagt am besten mobilisieren wir privates Kapital und Arbeitskraft.

    Auf deutsch gesagt "in die Hände gespuckt und abgedrückt bzw. angepackt".

    Und einige Zeit später ist die Kohle wieder weg - oder besser gesagt, es geht den gesellschaftlichen Nutznießern ein wenig, wenn auch verglichen zum betriebenen Aufwand wenig besser.

    Ja werden Sie sagen, Herr Zoellick, dann hats noch nicht gereicht, das gierige Wachstumsmonster zu beschwichtigen - weiter weiter liebe Leute angepackt und in die Hände gespuckt - Wachstum, Wachstums und noch mehr - Sie wissen schon...

    Nur wie? Vielleicht Rente mit 70? Oder viellecht ein weiteres der Zahlreichen Möglichkeiten? -Deregulierung, ja Liberalisierung da findet sich schon noch was und zur Not arbeiten wir bis wir tot umfallen um unserem Wachtstumswahn Rechnung zu tragen.

    Viel Erfolg

    Antwort auf "Volle Zustimmung"
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    • joG
    • 19.06.2010 um 12:33 Uhr

    ....hat, ist in seiner Bewertung der hiesigen Diskussion. Sie ist fast gänzlich Ideologisch, Selektiv und weitest gehend Fakten leer. Zudem sind die beteiligten Ideologien so nahe beieinander, dass man als Ausländer den Unterschied der Standpunkte zwar mit Mühe erkennt, aber deren Relevanz in den Köpfen der Menschen kaum verstehen mag. Man kann eigentlich kaum von einem Ideologienstreit sprechen. Dazu sind die Denkweisen zu nahe bei einander; so als streite man sich darum, ob der Eisberg 60 Meter oder 63 Meter hoch wäre, während man im Meer versinkt.

    • joG
    • 19.06.2010 um 12:33 Uhr

    ....hat, ist in seiner Bewertung der hiesigen Diskussion. Sie ist fast gänzlich Ideologisch, Selektiv und weitest gehend Fakten leer. Zudem sind die beteiligten Ideologien so nahe beieinander, dass man als Ausländer den Unterschied der Standpunkte zwar mit Mühe erkennt, aber deren Relevanz in den Köpfen der Menschen kaum verstehen mag. Man kann eigentlich kaum von einem Ideologienstreit sprechen. Dazu sind die Denkweisen zu nahe bei einander; so als streite man sich darum, ob der Eisberg 60 Meter oder 63 Meter hoch wäre, während man im Meer versinkt.

    • joG
    • 19.06.2010 um 12:25 Uhr

    ....hat, ist in seiner Feststellung eine "multipolare Welt" könnte irgend jemandem nutzen. Leider ist das so nicht und birgt Gefahren, deren Größe ähnlich ist aber deren Eintrittswahrscheinlichkeiten jene des Kalten Kriegs um Dimensionen übertreffen.

    Worin er auch radikal irrt, ist in der Annahme, man könne in einem Währungsgebiet nicht unterschiedliche Renten und Renteneintrittsalter haben. Das ist Unfug und von einem Politiker, Bürokraten oder sonstwem, der eine Führungsrolle in der Meinungsbildung beansprucht irgendwo zwischen grobunfugig und strafbar angesiedelt, da man damit den Wählern falsche Zusammenhänge zum Wohle der eigenen sozio-ökonomischen Gruppe unterjubelt.

    Antwort auf "Volle Zustimmung"
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    Natürlich hat eine multipolare Welt Vorteile, gerade für Länder, die sich früher zwischen den Polen bewegt haben und sich nun frei etfalten können.
    Auf welche gefahren sie verweisen ist mir auch unklar. Es ist genau zu untersuchen, ob die jeweilige Gefahr wirklich auf Multipolarität zurückzuführen ist.

    In der Rentenfrage hat er auch nicht Unrecht.
    Wo sagt er denn, dass es überall gleiche Renten braucht? Er fordert nur, dass die Finanzierung gesichert werden sollte. Und dies ist angesichts der riesigen Defizite in der umlagefinanzierten RV richtig und wichtig. Ich muss ihnen wohl nichts über das deutsche Defizit da sagen.
    Unglaubwürdig und "grobunfugig" wäre es eher, wenn man behauptet, es könne alles so weitergehen wie bisher und nichts müsse geändert werden. Da und nicht be ihm wird zum Wohle der eigenensozioökonomischen Gruppe argumentiert.

    Natürlich hat eine multipolare Welt Vorteile, gerade für Länder, die sich früher zwischen den Polen bewegt haben und sich nun frei etfalten können.
    Auf welche gefahren sie verweisen ist mir auch unklar. Es ist genau zu untersuchen, ob die jeweilige Gefahr wirklich auf Multipolarität zurückzuführen ist.

    In der Rentenfrage hat er auch nicht Unrecht.
    Wo sagt er denn, dass es überall gleiche Renten braucht? Er fordert nur, dass die Finanzierung gesichert werden sollte. Und dies ist angesichts der riesigen Defizite in der umlagefinanzierten RV richtig und wichtig. Ich muss ihnen wohl nichts über das deutsche Defizit da sagen.
    Unglaubwürdig und "grobunfugig" wäre es eher, wenn man behauptet, es könne alles so weitergehen wie bisher und nichts müsse geändert werden. Da und nicht be ihm wird zum Wohle der eigenensozioökonomischen Gruppe argumentiert.

    • joG
    • 19.06.2010 um 12:33 Uhr

    ....hat, ist in seiner Bewertung der hiesigen Diskussion. Sie ist fast gänzlich Ideologisch, Selektiv und weitest gehend Fakten leer. Zudem sind die beteiligten Ideologien so nahe beieinander, dass man als Ausländer den Unterschied der Standpunkte zwar mit Mühe erkennt, aber deren Relevanz in den Köpfen der Menschen kaum verstehen mag. Man kann eigentlich kaum von einem Ideologienstreit sprechen. Dazu sind die Denkweisen zu nahe bei einander; so als streite man sich darum, ob der Eisberg 60 Meter oder 63 Meter hoch wäre, während man im Meer versinkt.

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  4. Natürlich hat eine multipolare Welt Vorteile, gerade für Länder, die sich früher zwischen den Polen bewegt haben und sich nun frei etfalten können.
    Auf welche gefahren sie verweisen ist mir auch unklar. Es ist genau zu untersuchen, ob die jeweilige Gefahr wirklich auf Multipolarität zurückzuführen ist.

    In der Rentenfrage hat er auch nicht Unrecht.
    Wo sagt er denn, dass es überall gleiche Renten braucht? Er fordert nur, dass die Finanzierung gesichert werden sollte. Und dies ist angesichts der riesigen Defizite in der umlagefinanzierten RV richtig und wichtig. Ich muss ihnen wohl nichts über das deutsche Defizit da sagen.
    Unglaubwürdig und "grobunfugig" wäre es eher, wenn man behauptet, es könne alles so weitergehen wie bisher und nichts müsse geändert werden. Da und nicht be ihm wird zum Wohle der eigenensozioökonomischen Gruppe argumentiert.

  5. Zoellick:"Meine Rolle ist es nicht, der aktuellen politischen Korrektheit nachzulaufen! Ich gebe weiter, was ich rund um die Welt lerne und welche Lehren sich daraus ziehen lassen."

    Und jetzt kommt das,was er auf seinen Reisen durch die Welt lernte:

    "Die Europäer sollten diese Krise als eine Disziplinierung durch den Markt verstehen und sie als Anstoß dafür nehmen, zu einer Wachstumspolitik zurückzufinden."

    Da bin ich platt.

    • Daaje
    • 19.06.2010 um 12:51 Uhr

    "Man kann sich in ideologischen Debatten verlieren. Oder man kann sich auf der Welt umgucken und dabei lernen, was Jobs bringt.", sagt Herr Zoellick und gibt sich dabei ganz unideologisch. Dabei ist der Gedanke, dass Job bzw. deren Mangel die Lösung resp. das Problem sind, bereits ideologisch durchtränkt. Vielleicht geht es um anderes: Vielleicht um sichere Renten, um Nachhaltigkeit, um Regulierung der Märkte, um Bildungsniveau, um Infrastruktur, vielleicht um Umweltschutz. Dann sollten Länder, in denen das praktiziert wird unser Vorbild sein. Ob dem so ist muss (in der Tat!) in einer ideologischen Debatte geklärt werden. "Gerecht ist, was Arbeit schafft" ist eine zutiefst ideologische Behauptung!

    Die Ideologiefreiheit der eigenen Position zu behaupten ist zu billig und meist falsch. Wenn wir uns entschließen, weiter zu deregulieren und zu privatisieren, sollte zunächst geklärt werden, was eigentlich unsere Ziele und Problem sind. Ein simples "Das schafft aber Arbeit" ist ungenügend.

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