Liebeskolumne Darf sie ihn durch Diskussionen quälen?
Jede Woche beantwortet der Paartherapeut Wolfgang Schmidbauer eine große Frage der Liebe. Diesmal: Wie lernt man, einander zu verstehen?
Die Frage: Petra und Alexander sind seit drei Jahren zusammen. Sie kommt aus einer intellektuellen Familie, er nicht. Er hat feste Vorstellungen von sich und einer Beziehung, an denen sich Petra oft reibt. Alexander fühlt sich durch die vielen Diskussionen angegriffen und in seiner Männlichkeit verletzt. Er wird unsicher und zieht sich auch erotisch von Petra zurück, was diese zu neuen Beziehungsdebatten reizt.
Alexander klagt, er werde nur noch unter Druck gesetzt, und verweigert sich total. Petra bemüht sich, ihm entgegenzukommen. Das gelingt ihr aber immer nur für kurze Zeit; dann kann sie sich nicht mehr beherrschen und hofft, dass sie sich ihm diesmal endlich verständlich machen kann. Das endet jedes Mal wieder in einem Streit. Allmählich spürt Petra, dass ihr die Kraft ausgeht. Was kann sie tun, um die Beziehung zu retten?
Lesen Sie hier alle bisherigen Ratschläge von unserem Paartherapeuten Wolfgang Schmidbauer
Wolfgang Schmidbauer antwortet: Liebe kann auch sehr unterschiedliche Menschen verbinden. Wenn sich aber ihr Zusammenleben erträglich gestalten soll, brauchen sie entweder gemeinsame Werte oder Empathie. Da Petra und Alexander, was Beziehungsdebatten und Streitkultur angeht, ganz unterschiedliche Vorstellungen haben, müssten sie dies durch Einfühlung ausgleichen.
Petra sollte aufhören, überall dort, wo sie Alexander nicht versteht, ihm klarzumachen, wie sich ein richtiger Mann verhalten muss. Erst wenn sie akzeptiert hat, wie viel Sicherheit und Anerkennung er benötigt, hat sie eine Chance, sich ihm wirklich zu erklären. Alexander hingegen sollte sich nicht vor Petras intellektuellen Wolkenbrüchen verkriechen, sondern um sein Recht auf debattenfreie Zonen in einer Liebesbeziehung kämpfen.
Wolfgang Schmidbauer ist einer der bekanntesten deutschen Paartherapeuten. Was er in seiner täglichen Praxis erfährt, lesen Sie im Interview mit ZEIT ONLINE.
Haben Sie auch eine "große Frage der Liebe"? Schicken Sie eine Mail an liebeskolumne@zeit.de
- Datum 17.06.2010 - 17:36 Uhr
- Serie Liebeskolumne
- Quelle ZEITmagazin, 17.06.2010 Nr. 25
- Kommentare 9
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Darauf könnte man hinweisen, auch wenn es nicht selbst erfunden hat. Das ist begrenzt, hat klare Regeln und schafft Möglichkeiten zur Verbindung, weil jeder nur von sich selbst spricht.
Gar nicht reden, geht nicht, immer reden, ebenso wenig. Deswegen Zwiegespräch nach Moeller.
Man nutzt sie, aber man redet nicht ständig darüber.
Dies mag nicht ganz im Sinne von Schmidbauer sein, da ein so gelebter Standpunkt für ihn 'marktschädigend' ist.
Dennoch: Wenn der Autofahrer sein Vehikel nur noch in die Werkstatt bringt, wenn ein Geologe nur noch sein Geologenhämmerchen untersucht, wenn man eine Partnerschaft nur noch diskutiert und nicht mehr lebt - dann sollte es das gewesen sein.
Konkret: Wenn unsere Petra hier partout Alexander von ihren Ansichten überzeugen will, Alexander aber weiß was er will, dann ist Alexander der reifere von beiden, auch wenn Petra die "intellektualisiertere" ist. (Das Verhalten von Alexander ist deshalb auch keine Frage des Suchens nach "Sicherheit und Anerkennung". Da ist Schmidbauer einfach etwas 'betriebsblind'.)
Herzlichst Crest
... nur dass sie sich von Alexander wuenscht, dass er ihre Gruende entweder nachvollzieht oder die seinen dagegensetzt. Wenn er das nicht will oder kann - dann passen (!) die beiden schlicht nicht zusammen. Mit jemandem, dem das Reden schwer faellt, zusammenzuleben kann man nur dann, wenn man sich auch ohne viele Worte gut versteht (also zumindest in den wesentlichen Punkten der Beziehungsfuehrung uebereinstimmt). Ist das nicht der Fall, dann passt man genausowenig zusammen wie ein Partner mit Kinderwunsch und ein Partner mit entschiedenem Wunsch keine Kinder zu haben. Liebe hin oder her - da sollte man sich im Guten trennen bevor man einander voellig aufgerieben hat.
... nur dass sie sich von Alexander wuenscht, dass er ihre Gruende entweder nachvollzieht oder die seinen dagegensetzt. Wenn er das nicht will oder kann - dann passen (!) die beiden schlicht nicht zusammen. Mit jemandem, dem das Reden schwer faellt, zusammenzuleben kann man nur dann, wenn man sich auch ohne viele Worte gut versteht (also zumindest in den wesentlichen Punkten der Beziehungsfuehrung uebereinstimmt). Ist das nicht der Fall, dann passt man genausowenig zusammen wie ein Partner mit Kinderwunsch und ein Partner mit entschiedenem Wunsch keine Kinder zu haben. Liebe hin oder her - da sollte man sich im Guten trennen bevor man einander voellig aufgerieben hat.
mit einen Wort Beziehungsgequassel bei dem alles zerlegt und zur Sprache kommen muss, kann auf Dauer nervtötend sein und führt in den seltensten Fällen zum gewünschten Ziel
"zieh dich aus ,leg dich hin wir müssen reden"
ist da oft die bessere Lösung
soweit nicht selbst dazu ein Plan vorhanden ist
...das alte Credo "in guten wie in schlechten Zeiten". Es gibt aber heutzutage das kitschige Idealbild einer stets romantischen und harmonischen Beziehung und weil das Leben nicht so ist sind Millionen von Paaren andauernd frustriert bzw. Millionen von Menschen Single - unter einem "Mr. Big" oder einer "Pretty Lady" geht nichts mehr. Immer alles melodramatisch und aufreibend und was weiss ich nicht alles. Aber letztlich doch nur ein "Hobby" a lá sog. "Lebensabschnittsgefährte".
Die Leute sind schon selbst schuld an ihrem Beziehungsunglück.
...das alte Credo "in guten wie in schlechten Zeiten". Es gibt aber heutzutage das kitschige Idealbild einer stets romantischen und harmonischen Beziehung und weil das Leben nicht so ist sind Millionen von Paaren andauernd frustriert bzw. Millionen von Menschen Single - unter einem "Mr. Big" oder einer "Pretty Lady" geht nichts mehr. Immer alles melodramatisch und aufreibend und was weiss ich nicht alles. Aber letztlich doch nur ein "Hobby" a lá sog. "Lebensabschnittsgefährte".
Die Leute sind schon selbst schuld an ihrem Beziehungsunglück.
...das alte Credo "in guten wie in schlechten Zeiten". Es gibt aber heutzutage das kitschige Idealbild einer stets romantischen und harmonischen Beziehung und weil das Leben nicht so ist sind Millionen von Paaren andauernd frustriert bzw. Millionen von Menschen Single - unter einem "Mr. Big" oder einer "Pretty Lady" geht nichts mehr. Immer alles melodramatisch und aufreibend und was weiss ich nicht alles. Aber letztlich doch nur ein "Hobby" a lá sog. "Lebensabschnittsgefährte".
Die Leute sind schon selbst schuld an ihrem Beziehungsunglück.
Aber was genau sollen die beiden jetzt tun?
Sie fühlt sich unwohl mit seinen Vorstellungen über die Beziehung und fordert Gespräche, die für ihn zuviel sind. Haben zwei, die so unterschiedliche Vorstellungen und Konfliktlösungsmechanismen haben, überhaupt eine tragfähige Zukunft miteinander?
Unser bewusster Verstand ist beschränkt, eitel, weithin fehlinformiert. Was soll anders werden, wenn immer nur ein eitler bewusster Verstand dem anderen mit Erklärungen DRUCK macht? Druck, das lernt man in der neuen Ich-kann-Schule, komprimiert die Probleme; das ist das Gegenteil von Lösung. Das SOG-Prinzip ist daher in der Ich-kann-Schule das Lösungsprinzip: Ich lasse mir was einfallen, was ZIEHT. Dabei entwickle ich erst einmal MICH. Und wenn ich endlich mit MEINEN Kräften und Talenten KANN, dann werde ich auch für die Talente im andern interessant. ATTRAKTIV = anZIEHend werden, das hilft eher weiter als den andern wohlmeinend zu erdrücken.
Ich grüße freundlich.
Franz Josef Neffe
die Worte "ich-kann-Schule" lesen muss, renne ich schreiend raus *augenroll*
Franz Josef Neffe ist mal wieder schlauer als Wolfgang Schmidbauer zum 356...
die Worte "ich-kann-Schule" lesen muss, renne ich schreiend raus *augenroll*
Franz Josef Neffe ist mal wieder schlauer als Wolfgang Schmidbauer zum 356...
... nur dass sie sich von Alexander wuenscht, dass er ihre Gruende entweder nachvollzieht oder die seinen dagegensetzt. Wenn er das nicht will oder kann - dann passen (!) die beiden schlicht nicht zusammen. Mit jemandem, dem das Reden schwer faellt, zusammenzuleben kann man nur dann, wenn man sich auch ohne viele Worte gut versteht (also zumindest in den wesentlichen Punkten der Beziehungsfuehrung uebereinstimmt). Ist das nicht der Fall, dann passt man genausowenig zusammen wie ein Partner mit Kinderwunsch und ein Partner mit entschiedenem Wunsch keine Kinder zu haben. Liebe hin oder her - da sollte man sich im Guten trennen bevor man einander voellig aufgerieben hat.
die Worte "ich-kann-Schule" lesen muss, renne ich schreiend raus *augenroll*
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