Vorwurf der Vergewaltigung Schuldig auf Verdacht
Seit März sitzt Jörg Kachelmann wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung in Untersuchungshaft. Obwohl der Strafjustiz die Beweise abhandenkommen, hält sie an ihrer Anklage fest – und zerstört die Existenz des Fernsehmeteorologen
Zu Jörg Kachelmann dürfte nach einer wahren Flut der Berichterstattung inzwischen jeder eine Meinung haben – und nicht mehr übermäßig viele Menschen eine gute. Da ist ein Mann, der eine Frau vergewaltigt haben soll, der beträchtliche Liebschaften pflegte – und dessen harmloses Fernsehgesicht anscheinend nicht sein wahres Ich zeigt. Allerdings ist alles andere als sicher, dass der 51 Jahre alte Wettermann aus dem Ersten Programm jene Radiomoderatorin aus Schwetzingen, die in den Medien mal als Simone, mal als Sabine, Sandra, Tatjana oder Silvia firmiert, wirklich vergewaltigt hat. Die Beweise zerrinnen den Staatsanwälten geradezu unter den Händen. Aber der Schaden, den Kachelmanns Ansehen erlitten hat, ist total.
Selbst wenn das Landgericht Mannheim die Eröffnung des Hauptverfahrens gegen Kachelmann ablehnen und ihn demnächst aus der Untersuchungshaft entlassen sollte – wer soll noch über seine ulkigen Wetteransagen in der ARD lachen? Wer könnte dabei vergessen, dass der Mann vor der Wetterkarte mit dem Vorwurf einer Vergewaltigung kontaminiert ist? Oder dass er durch Gefühlskälte und Gewissenlosigkeit eine Frau in die äußerste Verzweiflung getrieben hat?
Die Bezichtigungen der 37-jährigen Radiojournalistin – nennen wir sie fortan auch Simone – haben nämlich inzwischen stark an Glaubhaftigkeit verloren. Als die Frau am Morgen des 9. Februar 2010 den Fernsehmeteorologen Kachelmann anzeigte, behauptete sie, in der vorangegangenen Nacht – nach einem Beziehungsstreit – von ihm mit einem Küchenmesser bedroht und, so eingeschüchtert, zum Geschlechtsverkehr gezwungen worden zu sein. Ursache für den Streit war ein anonymer Brief, den Simone am Nachmittag in ihrer Post gefunden haben wollte. Darin steckte die Kopie zweier auf Kachelmann und eine andere Frau ausgestellter Flugtickets nach Kanada nebst dem Hinweis, die beiden hätten ein Verhältnis. Mit dem Briefinhalt konfrontiert, soll Kachelmann in jener Nacht zunächst eine Beziehung zu jener Fremden geleugnet, diese dann aber doch eingeräumt haben und schließlich – als Simone ihn aus der Wohnung wies – hasserfüllt über sie hergefallen sein. So weit die Aussage der Frau. Die Polizei vermerkte damals, sie mache einen glaubwürdigen Eindruck.
Kachelmann selbst hat nach seiner Festnahme am 24. März vor dem Ermittlungrichter zwar eingeräumt, Simone zu kennen und an jenem Abend mit ihr intim gewesen zu sein, die Tat selbst aber hat er entschieden bestritten. Zwar soll es die Eifersuchtsszene gegeben haben, auch habe die Zeugin danach die Beziehung zu ihm beendet, aber er habe das akzeptiert und sei in ein Hotel gefahren, um dort zu übernachten. Anderntags flog Kachelmann ins Ausland. Der Rezeptionistin jenes Hotels erschien der Überraschungsgast beim Einchecken gegen 3.30 Uhr morgens weder aufgewühlt noch besorgt. Sie schildert ihn als eher entspannt. Lächelnd habe er sich nach einem Zimmer erkundigt und noch ein Weilchen mit ihr geplaudert.
Einige Wochen nach ihrer Anzeige hat Simone nach weiteren Ermittlungen der Polizei zugeben müssen, mindestens in Teilen ihrer Aussage gelogen zu haben: Den anonymen Brief, der die Tat ausgelöst haben soll, hatte sie sich selbst geschrieben. Und die Beziehung Kachelmanns zu jener Mitreisenden hatte sie auch schon Wochen zuvor gründlich ausspioniert. Unter falschem Namen hatte sie sich im Internet via Facebook als vermeintliche alte Bekannte an die Konkurrentin herangepirscht, hatte sich deren Bild schicken lassen und die Bestätigung erschlichen, dass diese ebenfalls mit Kachelmann zusammen sei.
Was ihre eigene Beziehung zu dem Wettermann angeht, so behauptete Simone, seit elf Jahren dessen »Lebensgefährtin« zu sein, konnte der Polizei allerdings weder die Anschrift von Kachelmanns Schweizer Firma nennen noch die Frage beantworten, ob er einen Wohnsitz in Deutschland habe. In der Gesamtschau aller Aussagen und Tatsachen stellt sich das Verhältnis der beiden weniger als ein reales und beständiges Miteinander dar denn als ein aus bürgerlichen Illusionen, utopischen Theorien und erotischen Fantasien zusammengefügtes Gedankengebäude. Ein Luftschloss, in dem niemand haust.
Keinen einzigen Tag hat die Moderatorin mit Jörg Kachelmann eine gemeinsame Adresse gehabt. Die Polizei fand in ihrer Wohnung keine seiner Utensilien: keine Zahnbürste, keine Socke, keine Unterhose. Es gab keine gemeinsamen Skiurlaube, keine Weihnachtsfeiern, keine Silvesterpartys. Nicht einmal zu seinem fünfzigsten Geburtstag war sie eingeladen. Das bisschen Wirklichkeit, das es gab, waren vor allem kurze Nächte, meist auf der Durchfahrt, alle paar Wochen. Sie freute sich mächtig auf ihn. Er kam spät und ging früh. Stürmte durch die Republik von Messstation zu Messstation, von Medienevent zu Medienevent – angeblich immer im Stress. Dass dieser Zeitdruck auch daher rührte, dass Kachelmann eine Art ambulanter Liebhaber war und Schwetzingen bei Weitem nicht seine einzige Anlaufstelle, weiß Simone inzwischen. Und mit ihr weiß es die ganze Nation. Irgendwann müssen Wolken, Luft und Winde ganz von Kachelmann Besitz ergriffen haben: Er wurde selber wie das Wetter. Er zog vorbei.
- Datum 28.06.2010 - 10:14 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 24.06.2010 Nr. 26
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Das Rechtssystem in Deutschland ist für den "gesunden Menschenverstand" mitunter recht bizarr. Da wird Jörg Kachelmann auf bloßen Verdacht sofort und über Monate in Untersuchungshaft gesteckt und ohne feste Beweise "öffentlich hingerichtet". Bei Gewalttätern, die auf der Straße Menschen halbtot schlagen, heißt ein Zeitungsmeldungen, dass sie "erkennungsdienstlich behandelt und anschließend wieder auf freien Fuß gesetzt wurden". Wieso erfolgt in solchen Fällen nicht ein sofortige Untersuchungshaft, obwohl die Täterschaft oft eindeutig feststeht? Unklar ist für mich auch, warum Gewalttaten sehr häufig lächerliche Strafen nach sich ziehen, wogegen kapitale Verbrechen häufig hart geahndet werden. Irgendwie scheint die Feinjustierung in der Rechtsprechung und den Strafverfahren nicht mehr richtig zu stimmen.
... da kann ich nur lachen. Kurzes Beispiel: Im vergangenen Jahr erstattete ich Anzeige gegen eine Person wegen eines Eigentumsdeliktes.
Die Gegenpartei gab in Anwesenheit ihres und meines Anwalts zu, das Delikt begangen zu haben. Der ermittelten Polizeibehörde wurde dies so mitgeteilt.
Die Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren ein, weil die polizeilichen Ermittlungen die Unschuld der Gegenpartei fest gestellt haben.
Bananenrepublik Deutschland!
Zu Kachelmann:
... und wenn einfach nur die Konkurrenz dahinter steckt???
Gewagte Spekulation, ich weiß.
Die Beschreibung Ihrer Erfahrungen deckt sich mit meinen eigenen, die ich mit der deutschen Justiz machen musst. Ich vermute mittlerweile, dass ein ausschließliches Konzentrieren auf objektive Ratio, wie es von Richtern und Staatsanwälten verlangt wird, auf Dauer ebenso zu einer gewissen Dummheit führt, als wenn sich jemand im Gegenzug ausschließlich affektiv verhält. Der gesunde Menschenverstand beinhaltet das interpretieren menschlicher Emotionen ebenso wie die blank logische Ratio. Niemand kann aus seiner Haut.
Die Beschreibung Ihrer Erfahrungen deckt sich mit meinen eigenen, die ich mit der deutschen Justiz machen musst. Ich vermute mittlerweile, dass ein ausschließliches Konzentrieren auf objektive Ratio, wie es von Richtern und Staatsanwälten verlangt wird, auf Dauer ebenso zu einer gewissen Dummheit führt, als wenn sich jemand im Gegenzug ausschließlich affektiv verhält. Der gesunde Menschenverstand beinhaltet das interpretieren menschlicher Emotionen ebenso wie die blank logische Ratio. Niemand kann aus seiner Haut.
Das ist eine sehr gute Zusammenfassung des Fall Kachelmanns.
Ich finde es vor allem wichtig, daß endlich mal jemand die Frage nach der (milde ausgedrückt) lauen Verteidigung stellt.
M.E. hat die Verteidigung bei weitem nicht die Mittel ausgeschöpft, die dieser kuriose Fall ihr ja quasi auf dem Tablett bietet.
Stellt sich nur die Frage, warum?
Es ist doch nicht anzunehmen, daß der Verteidiger sich nicht irgendwie mit seinem Mandanten verständigt. Und ich traue Herrn Kachelmann zu, daß er auch über seine Verteidigung das letzte Wort hat.
Folglich können wir doch nur annehmen, daß dieses milde Vorgehen gegen seine Exfreunding (kein Outing, kein medialer Verriss) in seinem Sinne ist.
Vielleicht möchte er sich gern ritterlich vorkommen, so ungefähr - ich begebe mich nicht auf das Niveau des Boulevards - , aber wenn er da nicht mal danebenliegt.
Jemand mit Skrupeln wird immer jemandem ohne Skrupel unterliegen, und als letztere schätze ich diese Freundin ein.
Gerade in Zeiten der "investigativ" arbeitenden Boulevardpresse, die, wie die Bunte, "Kachelmanns wahres Ich" aufdecken will,ist eine differenzierte Betrachtung des Falls notwendig.
Was ich durch diesen Artikel erfahren habe hat mich schockiert.Wieso ist es möglich,dass ein Verdächtiger auf einer so wackeligen Anklagebasis in U-Haft festgehalten werden kann? Hier würde doch ein wenig amerikanische Vorsicht gut tun. Ist Kachelmann "verdächtig beyond reasonable doubt"? Ich glaube nicht.Wenn das vermeintliche Opfer seine Aussagen selbst dekonstruiert und die vom Gericht angeforderte Psychologin ein so vernichtendes Urteil fällt,sollte man als Staatsanwaltschaft vielleicht einsehen,dass man sich falsch verhalten hat und dem Mann ein letztes bisschen Ehre gönnen.
Eins ist klar: Kachelmann bleibt moralisch höchst zweifelhaft. Sein jahrelanges Bäumchen wechsel dich mit zahllosen Frauen, das zumindest als erwiesener als der Vergewaltigungsvorwurf betrachtet werden kann, hat seinem Saubermann-Image ebenso geschadet und dieses Verhalten ist nicht zu entschuldigen. Aber ihn als gewalttätigen (und akrobatischen, wenn man die unmöglichen Aktionen sieht, die er angeblich mit einem Messer in der Hand so durchführen kann) Triebtäter auf einem medialen Scheiterhaufen anzuzünden, geht dann doch zu weit.
Man kann nur hoffen, dass der Prozess zügig und fair über die Bühne gebracht wird und die Staatsanwaltschaft ihre Fehltritte einsieht.Kachelmann wurde vom Wetterfrosch zur Wetterkröte gemacht.
welchen Lebensstil Kachelmann im Privatleben vorzieht?
Bei der ganzen Geschichte die hier die Zeit wiederholt frage ich mich, was das mit dem Fall zu tun hat? Fremdgehen ist soweit ich weiß kein Straftatsbestand (anderenfalls bitte §'en angeben). Zwar moralisch Verwerflich aber *schulterzucken*.
Ist das denn wirklich nötig? Hat Kachelmann denn irgendetwas strafwürdiges mit seinen anderen Beziehungen getätigt wie ein Peter Hartz?
"Eins ist klar: Kachelmann bleibt moralisch höchst zweifelhaft. Sein jahrelanges Bäumchen wechsel dich mit zahllosen Frauen, das zumindest als erwiesener als der Vergewaltigungsvorwurf betrachtet werden kann, hat seinem Saubermann-Image ebenso geschadet und dieses Verhalten ist nicht zu entschuldigen."
Das sollte man etwas differenzierter sehen. Nicht, dass ich dieses Verhalten gutheiße, aber es ist seine Entscheidung so zu leben und die Entscheidung der betroffenen Frauen, dieses Spielchen mitzuspielen. Es gibt Frauen, die spielen so ein Spiel für eine gewisse Zeit mit und wenn sie merken, das wird nichts, trennen sie sich. Und es gibt eben Frauen (und sicher auch Männer), mit denen kann man das über Jahre machen. Nicht umsonst gibt es Frauen , die über Jahre die Geliebte abgeben in der Hoffnung, er trennt sich von seiner Ehefrau, was er wohl nie tun wird. Und offensichtlich fällt es so mancher Frau schwerer, sich von einem Promi zu trennen, der dieses Spiel mit ihr spielt. Wie im Artikel gut beschrieben, sind da ja ganze Lebensplanungen über Jahre im Sande verlaufen. Da mag Rache für den ein oder anderen die natürliche Reaktion sein.
"Kachelmann bleibt moralisch höchst zweifelhaft."
Nicht doch!
Der Artikel schliesst mit einer (Halb-)Wahrheit ab: "Sie (Die Akte Kachelmann) zeigt, dass 50 Jahre Feminismus zwar bewirkt haben, dass Männer sich heute bei Delikten gegen die weibliche Selbstbestimmung als wütende Strafverfolger betätigen (also der wütende Statsanwalt der gegen Kachelmann auf Teufel komm raus nur seine Sicht der Dinge vertreten will), dass aber die Idee vom aufrechten Gang ganze Teile der Frauenwelt nicht erreicht hat."
Es ist doch die große Errungenschaft des Feminismus, dass heute die Frauen ihre "sexuelle Selbstbestimmung" ausleben können, wie sie wollen, ohne gesteinigt zu werden.
Dieser "sexuellen Selbstbestimmung" ging die Gehörnte 11 Jahre lang nach. Das hat weniger mit "aufrechtem Gang" zu tun, als mit der Freude an der "sexuellen Selbstbestimmung".
Es ist doch in den Zeiten des www(wieso, weshalb, warum, wer nicht fragt bleibt dumm) doch nicht mehr vermittelbar, dass sich eine Frau einem Mann über 11 Jahre zur Verfügung stellt, ohne auch nur einmal gemeinsam Urlaub zu verbringen?
Wenn also eine Frau, 11 Jahre lang mit einem Mann sexuelle Kontakte hat, ohne weitere Gemeinsamkeiten zu haben, dann scheint sie die folgende Studie zu bestätigen: http://tinyurl.com/7ydofc. Ist das moralisch unzweifelhaft?
DAS scheint doch die ganze Wahrheit zu sein!
Daher sollte sich ihre Wut nicht gegen Kachelmann, sondern gegen Alice Schwarzer richten, die Emanzipation nicht zu Ende erklärt hat.
welchen Lebensstil Kachelmann im Privatleben vorzieht?
Bei der ganzen Geschichte die hier die Zeit wiederholt frage ich mich, was das mit dem Fall zu tun hat? Fremdgehen ist soweit ich weiß kein Straftatsbestand (anderenfalls bitte §'en angeben). Zwar moralisch Verwerflich aber *schulterzucken*.
Ist das denn wirklich nötig? Hat Kachelmann denn irgendetwas strafwürdiges mit seinen anderen Beziehungen getätigt wie ein Peter Hartz?
"Eins ist klar: Kachelmann bleibt moralisch höchst zweifelhaft. Sein jahrelanges Bäumchen wechsel dich mit zahllosen Frauen, das zumindest als erwiesener als der Vergewaltigungsvorwurf betrachtet werden kann, hat seinem Saubermann-Image ebenso geschadet und dieses Verhalten ist nicht zu entschuldigen."
Das sollte man etwas differenzierter sehen. Nicht, dass ich dieses Verhalten gutheiße, aber es ist seine Entscheidung so zu leben und die Entscheidung der betroffenen Frauen, dieses Spielchen mitzuspielen. Es gibt Frauen, die spielen so ein Spiel für eine gewisse Zeit mit und wenn sie merken, das wird nichts, trennen sie sich. Und es gibt eben Frauen (und sicher auch Männer), mit denen kann man das über Jahre machen. Nicht umsonst gibt es Frauen , die über Jahre die Geliebte abgeben in der Hoffnung, er trennt sich von seiner Ehefrau, was er wohl nie tun wird. Und offensichtlich fällt es so mancher Frau schwerer, sich von einem Promi zu trennen, der dieses Spiel mit ihr spielt. Wie im Artikel gut beschrieben, sind da ja ganze Lebensplanungen über Jahre im Sande verlaufen. Da mag Rache für den ein oder anderen die natürliche Reaktion sein.
"Kachelmann bleibt moralisch höchst zweifelhaft."
Nicht doch!
Der Artikel schliesst mit einer (Halb-)Wahrheit ab: "Sie (Die Akte Kachelmann) zeigt, dass 50 Jahre Feminismus zwar bewirkt haben, dass Männer sich heute bei Delikten gegen die weibliche Selbstbestimmung als wütende Strafverfolger betätigen (also der wütende Statsanwalt der gegen Kachelmann auf Teufel komm raus nur seine Sicht der Dinge vertreten will), dass aber die Idee vom aufrechten Gang ganze Teile der Frauenwelt nicht erreicht hat."
Es ist doch die große Errungenschaft des Feminismus, dass heute die Frauen ihre "sexuelle Selbstbestimmung" ausleben können, wie sie wollen, ohne gesteinigt zu werden.
Dieser "sexuellen Selbstbestimmung" ging die Gehörnte 11 Jahre lang nach. Das hat weniger mit "aufrechtem Gang" zu tun, als mit der Freude an der "sexuellen Selbstbestimmung".
Es ist doch in den Zeiten des www(wieso, weshalb, warum, wer nicht fragt bleibt dumm) doch nicht mehr vermittelbar, dass sich eine Frau einem Mann über 11 Jahre zur Verfügung stellt, ohne auch nur einmal gemeinsam Urlaub zu verbringen?
Wenn also eine Frau, 11 Jahre lang mit einem Mann sexuelle Kontakte hat, ohne weitere Gemeinsamkeiten zu haben, dann scheint sie die folgende Studie zu bestätigen: http://tinyurl.com/7ydofc. Ist das moralisch unzweifelhaft?
DAS scheint doch die ganze Wahrheit zu sein!
Daher sollte sich ihre Wut nicht gegen Kachelmann, sondern gegen Alice Schwarzer richten, die Emanzipation nicht zu Ende erklärt hat.
Ob das Herr Kachelmann ist oder Herr Müller erscheint mir unwichtig, allerdings fokussiert sich das Medieninteresse natürlich auf den prominenten Wetterfrosch, der es erstaunerlichweise durch seinen kalauernden Sprachstil bis zum Showmoderator gebracht hat. Wenn es stimmt, dass die Beweise sehr dürftig sind und dass sich die Hauptbelastungszeugin als unglaubwürdig entlarvt hat, dann hat das Gericht einen zwingenden Grund, Herrn Kachelmann aus der Haft zu entlassen und einen möglichen Prozess auf sicherere Füße zu stellen. Auch das beauftragte Gutachten läßt den Schluss zu, dass die Unschuldsbehauptung stimmen könnte und Kachelmann bis zum Erbringen eins zwingenden Beweises unter der Formel "in dubio pro reo" zu behandeln ist. Warum das Gericht sich weigert und warum Kachelmann sich in der Haft nicht vehementer gegen diese Maßnahmen wehrt, bleibt weiterhin im Dunkeln. Es waren die Boulevard-Medien, die erneut ein Opfer für ihre tägliche Schlachtbank brauchten, um die Sensationsgier einer als "unbelehrbar" geltenden Leserschaft zu befriedigen. Dadurch erleidet Kachelmann einen enormen Schaden für sein bislang integres Berufsleben, was wahrscheinlich auf lange Sicht irreparabel sein wird. Die Rechtssache Kachelmann ist durch ein zauderndes Gericht und ethisch verkommene Journalisten, wenn man sie überhaupt so nennen kann, zu einer Farce geworden. Man munkelt schon, dass das bislang eher schlechtere Wetter damit zusammenhängt, weil Herr Kachelmann als Deuter fehlt.
W. Neisser
Die Beschreibung Ihrer Erfahrungen deckt sich mit meinen eigenen, die ich mit der deutschen Justiz machen musst. Ich vermute mittlerweile, dass ein ausschließliches Konzentrieren auf objektive Ratio, wie es von Richtern und Staatsanwälten verlangt wird, auf Dauer ebenso zu einer gewissen Dummheit führt, als wenn sich jemand im Gegenzug ausschließlich affektiv verhält. Der gesunde Menschenverstand beinhaltet das interpretieren menschlicher Emotionen ebenso wie die blank logische Ratio. Niemand kann aus seiner Haut.
Die hier beschriebene Arbeitsweise der Staatsanwaltschaft ist nicht untypisch, zB:
"Er (Fritz-Aurel Goergen) kam 1958 als Retter des Weltunternehmens Henschel und führte es aus der Krise. Eine ungeheure Leistung, doch am 26. April 1964 wurde er von einem Bankett in Hannover von der Seite des damaligen Bundeskanzlers Erhard verhaftet.
Dr. Fritz-Aurel Goergen verkaufte verbittert seine Henschel-Anteile. Ein gegen ihn wegen Betruges eingeleitetes Verfahren wurde 1974 eingestellt."
11 Jahre!!! zB: http://www.zeit.de/1971/0...
Die Staatsanwaltschaft hat zuviel Macht!
Auf eine offensichtlich nicht gerichtsfesten Beweislage hin, wird Kachelmann über Monate hinweg seiner Freiheit beraubt.
Vielfach vorbestrafte Intensivtäter, die Menschen auf offener Straße zusammenschlagen, werden noch am selben Tag wieder auf die Allgemeinheit los gelassen.
Vielleicht hat Kachelmann als Schweizer nur den falschen Migrationshintegrund.
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