Vorwurf der Vergewaltigung Schuldig auf VerdachtSeite 5/5
Viele Frauen machten es Kachelmann leicht, Spielchen mit ihnen zu spielen
Der unverhohlene Sinneswandel dieser Ex-Freundin ist umso problematischer, als sie in einem möglichen Strafprozess für Kachelmann als zentrale Entlastungszeugin infrage kommt: Sie war es, an die sich Simone aus Schwetzingen unter einem Decknamen per Facebook herangemacht und versucht hatte, Nachrichten aus dem Kachelmannschen Intimleben zu erhaschen. Doch anstatt sich bis zum Abschluss des Verfahrens zurückzuhalten, hat die Ex-Freundin nun ihrerseits versucht, weitere Kachelmann-Geliebte aufzustöbern, und ist dabei in Kontakt mit Simone geraten. Die jedenfalls hat in der aussagepsychologischen Untersuchung erzählt, sie tausche sich mit der in der Bunten aufgetretenen Ex-Freundin aus und man plane, sich in einer Art Selbsthilfegruppe auch mit anderen Langzeitgeliebten des Beschuldigten zu treffen. Immerhin sei man ja eine Schicksalsgemeinschaft der seelisch Missbrauchten.
Schon das Alte Testament erzählt im 1. Buch Mose von der Vergeltungssucht der zurückgewiesenen Frau: In der 4000 Jahre alten Josephsgeschichte wird der Rachefeldzug der Gemahlin des Ägypters Potiphar geschildert, die vergeblich versucht hatte, den schönen Israeliten Joseph zu verführen. Weil dieser ihre Offerten schroff zurückweist, zerreißt sie sich die Kleider und behauptet, von ihm vergewaltigt worden zu sein. Die Obrigkeit schenkt ihr Glauben und Joseph wird in den Kerker geworfen. Gott selbst muss eingreifen und den Unschuldigen aus dem Gefängnis retten. So weit die Bibel.
Jetzt verfolgen enttäuschte Frauen den weniger schönen Kachelmann. Auf ihren Chor darf man, sollte es zur Hauptverhandlung kommen, gespannt sein. Die Staatsanwaltschaft hat ebenfalls fleißig nach aktuellen und verflossenen Bettgenossinnen Kachelmanns suchen lassen und deren Auskünfte gesammelt. Diese zeigen, wie leicht viele Frauen es dem Wetterpropheten machten, mit ihnen seine Spielchen zu spielen, und wie widerspruchslos sie sich seinen Wünschen fügten. Von großer Liebe reden sie. Wer soll das glauben? Hätten all die schönen Damen den Mann mit dem zerknautschten Gesicht, dem fusseligen Bart und dem vermüllten Auto auch so bezaubernd gefunden, wenn er Steuerberater gewesen wäre oder Landwirt?
Wer heute eine Zeit lang im Fernsehen zu sehen ist, gilt bereits als Prominenter. Dafür reicht es schon, vor einer Deutschlandkarte zu stehen und die Tiefdruckwirbel zu deuten. Derartige Medienkreaturen seien Einkommensmillionäre in der neuen Währung Aufmerksamkeit, schreibt der Ökonom Georg Franck: »Sie verbreiten anonym gestreute Information und empfangen dafür persönlich gewidmete Zuwendung.«
Wartete Aschenputtel früher auf den Märchenprinzen, so verzehrt es sich heute nach dem Mann vor der Kamera. So manche Kachelmann-Freundin, die sich jetzt als sein Opfer fühlt, wird mindestens ebenso Opfer ihrer eigenen Sucht geworden sein, von seinem Glanz zu profitieren. Wer schönen Schein wollte, hat ihn von Kachelmann bekommen. Viel mehr gab es nicht.
Die Akte Kachelmann ist deshalb auch ein Dokument weiblicher Selbsterniedrigung, in ihr stellen sich junge, attraktive Frauen unserer Zeit selbst dar wie die Mätressen eines Fürsten. Sie zeigt, dass 50 Jahre Feminismus zwar bewirkt haben, dass Männer sich heute bei Delikten gegen die weibliche Selbstbestimmung als wütende Strafverfolger betätigen, dass aber die Idee vom aufrechten Gang ganze Teile der Frauenwelt nicht erreicht hat.
- Datum 28.06.2010 - 10:14 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 24.06.2010 Nr. 26
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Das Rechtssystem in Deutschland ist für den "gesunden Menschenverstand" mitunter recht bizarr. Da wird Jörg Kachelmann auf bloßen Verdacht sofort und über Monate in Untersuchungshaft gesteckt und ohne feste Beweise "öffentlich hingerichtet". Bei Gewalttätern, die auf der Straße Menschen halbtot schlagen, heißt ein Zeitungsmeldungen, dass sie "erkennungsdienstlich behandelt und anschließend wieder auf freien Fuß gesetzt wurden". Wieso erfolgt in solchen Fällen nicht ein sofortige Untersuchungshaft, obwohl die Täterschaft oft eindeutig feststeht? Unklar ist für mich auch, warum Gewalttaten sehr häufig lächerliche Strafen nach sich ziehen, wogegen kapitale Verbrechen häufig hart geahndet werden. Irgendwie scheint die Feinjustierung in der Rechtsprechung und den Strafverfahren nicht mehr richtig zu stimmen.
... da kann ich nur lachen. Kurzes Beispiel: Im vergangenen Jahr erstattete ich Anzeige gegen eine Person wegen eines Eigentumsdeliktes.
Die Gegenpartei gab in Anwesenheit ihres und meines Anwalts zu, das Delikt begangen zu haben. Der ermittelten Polizeibehörde wurde dies so mitgeteilt.
Die Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren ein, weil die polizeilichen Ermittlungen die Unschuld der Gegenpartei fest gestellt haben.
Bananenrepublik Deutschland!
Zu Kachelmann:
... und wenn einfach nur die Konkurrenz dahinter steckt???
Gewagte Spekulation, ich weiß.
Die Beschreibung Ihrer Erfahrungen deckt sich mit meinen eigenen, die ich mit der deutschen Justiz machen musst. Ich vermute mittlerweile, dass ein ausschließliches Konzentrieren auf objektive Ratio, wie es von Richtern und Staatsanwälten verlangt wird, auf Dauer ebenso zu einer gewissen Dummheit führt, als wenn sich jemand im Gegenzug ausschließlich affektiv verhält. Der gesunde Menschenverstand beinhaltet das interpretieren menschlicher Emotionen ebenso wie die blank logische Ratio. Niemand kann aus seiner Haut.
Die Beschreibung Ihrer Erfahrungen deckt sich mit meinen eigenen, die ich mit der deutschen Justiz machen musst. Ich vermute mittlerweile, dass ein ausschließliches Konzentrieren auf objektive Ratio, wie es von Richtern und Staatsanwälten verlangt wird, auf Dauer ebenso zu einer gewissen Dummheit führt, als wenn sich jemand im Gegenzug ausschließlich affektiv verhält. Der gesunde Menschenverstand beinhaltet das interpretieren menschlicher Emotionen ebenso wie die blank logische Ratio. Niemand kann aus seiner Haut.
Das ist eine sehr gute Zusammenfassung des Fall Kachelmanns.
Ich finde es vor allem wichtig, daß endlich mal jemand die Frage nach der (milde ausgedrückt) lauen Verteidigung stellt.
M.E. hat die Verteidigung bei weitem nicht die Mittel ausgeschöpft, die dieser kuriose Fall ihr ja quasi auf dem Tablett bietet.
Stellt sich nur die Frage, warum?
Es ist doch nicht anzunehmen, daß der Verteidiger sich nicht irgendwie mit seinem Mandanten verständigt. Und ich traue Herrn Kachelmann zu, daß er auch über seine Verteidigung das letzte Wort hat.
Folglich können wir doch nur annehmen, daß dieses milde Vorgehen gegen seine Exfreunding (kein Outing, kein medialer Verriss) in seinem Sinne ist.
Vielleicht möchte er sich gern ritterlich vorkommen, so ungefähr - ich begebe mich nicht auf das Niveau des Boulevards - , aber wenn er da nicht mal danebenliegt.
Jemand mit Skrupeln wird immer jemandem ohne Skrupel unterliegen, und als letztere schätze ich diese Freundin ein.
Gerade in Zeiten der "investigativ" arbeitenden Boulevardpresse, die, wie die Bunte, "Kachelmanns wahres Ich" aufdecken will,ist eine differenzierte Betrachtung des Falls notwendig.
Was ich durch diesen Artikel erfahren habe hat mich schockiert.Wieso ist es möglich,dass ein Verdächtiger auf einer so wackeligen Anklagebasis in U-Haft festgehalten werden kann? Hier würde doch ein wenig amerikanische Vorsicht gut tun. Ist Kachelmann "verdächtig beyond reasonable doubt"? Ich glaube nicht.Wenn das vermeintliche Opfer seine Aussagen selbst dekonstruiert und die vom Gericht angeforderte Psychologin ein so vernichtendes Urteil fällt,sollte man als Staatsanwaltschaft vielleicht einsehen,dass man sich falsch verhalten hat und dem Mann ein letztes bisschen Ehre gönnen.
Eins ist klar: Kachelmann bleibt moralisch höchst zweifelhaft. Sein jahrelanges Bäumchen wechsel dich mit zahllosen Frauen, das zumindest als erwiesener als der Vergewaltigungsvorwurf betrachtet werden kann, hat seinem Saubermann-Image ebenso geschadet und dieses Verhalten ist nicht zu entschuldigen. Aber ihn als gewalttätigen (und akrobatischen, wenn man die unmöglichen Aktionen sieht, die er angeblich mit einem Messer in der Hand so durchführen kann) Triebtäter auf einem medialen Scheiterhaufen anzuzünden, geht dann doch zu weit.
Man kann nur hoffen, dass der Prozess zügig und fair über die Bühne gebracht wird und die Staatsanwaltschaft ihre Fehltritte einsieht.Kachelmann wurde vom Wetterfrosch zur Wetterkröte gemacht.
welchen Lebensstil Kachelmann im Privatleben vorzieht?
Bei der ganzen Geschichte die hier die Zeit wiederholt frage ich mich, was das mit dem Fall zu tun hat? Fremdgehen ist soweit ich weiß kein Straftatsbestand (anderenfalls bitte §'en angeben). Zwar moralisch Verwerflich aber *schulterzucken*.
Ist das denn wirklich nötig? Hat Kachelmann denn irgendetwas strafwürdiges mit seinen anderen Beziehungen getätigt wie ein Peter Hartz?
"Eins ist klar: Kachelmann bleibt moralisch höchst zweifelhaft. Sein jahrelanges Bäumchen wechsel dich mit zahllosen Frauen, das zumindest als erwiesener als der Vergewaltigungsvorwurf betrachtet werden kann, hat seinem Saubermann-Image ebenso geschadet und dieses Verhalten ist nicht zu entschuldigen."
Das sollte man etwas differenzierter sehen. Nicht, dass ich dieses Verhalten gutheiße, aber es ist seine Entscheidung so zu leben und die Entscheidung der betroffenen Frauen, dieses Spielchen mitzuspielen. Es gibt Frauen, die spielen so ein Spiel für eine gewisse Zeit mit und wenn sie merken, das wird nichts, trennen sie sich. Und es gibt eben Frauen (und sicher auch Männer), mit denen kann man das über Jahre machen. Nicht umsonst gibt es Frauen , die über Jahre die Geliebte abgeben in der Hoffnung, er trennt sich von seiner Ehefrau, was er wohl nie tun wird. Und offensichtlich fällt es so mancher Frau schwerer, sich von einem Promi zu trennen, der dieses Spiel mit ihr spielt. Wie im Artikel gut beschrieben, sind da ja ganze Lebensplanungen über Jahre im Sande verlaufen. Da mag Rache für den ein oder anderen die natürliche Reaktion sein.
"Kachelmann bleibt moralisch höchst zweifelhaft."
Nicht doch!
Der Artikel schliesst mit einer (Halb-)Wahrheit ab: "Sie (Die Akte Kachelmann) zeigt, dass 50 Jahre Feminismus zwar bewirkt haben, dass Männer sich heute bei Delikten gegen die weibliche Selbstbestimmung als wütende Strafverfolger betätigen (also der wütende Statsanwalt der gegen Kachelmann auf Teufel komm raus nur seine Sicht der Dinge vertreten will), dass aber die Idee vom aufrechten Gang ganze Teile der Frauenwelt nicht erreicht hat."
Es ist doch die große Errungenschaft des Feminismus, dass heute die Frauen ihre "sexuelle Selbstbestimmung" ausleben können, wie sie wollen, ohne gesteinigt zu werden.
Dieser "sexuellen Selbstbestimmung" ging die Gehörnte 11 Jahre lang nach. Das hat weniger mit "aufrechtem Gang" zu tun, als mit der Freude an der "sexuellen Selbstbestimmung".
Es ist doch in den Zeiten des www(wieso, weshalb, warum, wer nicht fragt bleibt dumm) doch nicht mehr vermittelbar, dass sich eine Frau einem Mann über 11 Jahre zur Verfügung stellt, ohne auch nur einmal gemeinsam Urlaub zu verbringen?
Wenn also eine Frau, 11 Jahre lang mit einem Mann sexuelle Kontakte hat, ohne weitere Gemeinsamkeiten zu haben, dann scheint sie die folgende Studie zu bestätigen: http://tinyurl.com/7ydofc. Ist das moralisch unzweifelhaft?
DAS scheint doch die ganze Wahrheit zu sein!
Daher sollte sich ihre Wut nicht gegen Kachelmann, sondern gegen Alice Schwarzer richten, die Emanzipation nicht zu Ende erklärt hat.
welchen Lebensstil Kachelmann im Privatleben vorzieht?
Bei der ganzen Geschichte die hier die Zeit wiederholt frage ich mich, was das mit dem Fall zu tun hat? Fremdgehen ist soweit ich weiß kein Straftatsbestand (anderenfalls bitte §'en angeben). Zwar moralisch Verwerflich aber *schulterzucken*.
Ist das denn wirklich nötig? Hat Kachelmann denn irgendetwas strafwürdiges mit seinen anderen Beziehungen getätigt wie ein Peter Hartz?
"Eins ist klar: Kachelmann bleibt moralisch höchst zweifelhaft. Sein jahrelanges Bäumchen wechsel dich mit zahllosen Frauen, das zumindest als erwiesener als der Vergewaltigungsvorwurf betrachtet werden kann, hat seinem Saubermann-Image ebenso geschadet und dieses Verhalten ist nicht zu entschuldigen."
Das sollte man etwas differenzierter sehen. Nicht, dass ich dieses Verhalten gutheiße, aber es ist seine Entscheidung so zu leben und die Entscheidung der betroffenen Frauen, dieses Spielchen mitzuspielen. Es gibt Frauen, die spielen so ein Spiel für eine gewisse Zeit mit und wenn sie merken, das wird nichts, trennen sie sich. Und es gibt eben Frauen (und sicher auch Männer), mit denen kann man das über Jahre machen. Nicht umsonst gibt es Frauen , die über Jahre die Geliebte abgeben in der Hoffnung, er trennt sich von seiner Ehefrau, was er wohl nie tun wird. Und offensichtlich fällt es so mancher Frau schwerer, sich von einem Promi zu trennen, der dieses Spiel mit ihr spielt. Wie im Artikel gut beschrieben, sind da ja ganze Lebensplanungen über Jahre im Sande verlaufen. Da mag Rache für den ein oder anderen die natürliche Reaktion sein.
"Kachelmann bleibt moralisch höchst zweifelhaft."
Nicht doch!
Der Artikel schliesst mit einer (Halb-)Wahrheit ab: "Sie (Die Akte Kachelmann) zeigt, dass 50 Jahre Feminismus zwar bewirkt haben, dass Männer sich heute bei Delikten gegen die weibliche Selbstbestimmung als wütende Strafverfolger betätigen (also der wütende Statsanwalt der gegen Kachelmann auf Teufel komm raus nur seine Sicht der Dinge vertreten will), dass aber die Idee vom aufrechten Gang ganze Teile der Frauenwelt nicht erreicht hat."
Es ist doch die große Errungenschaft des Feminismus, dass heute die Frauen ihre "sexuelle Selbstbestimmung" ausleben können, wie sie wollen, ohne gesteinigt zu werden.
Dieser "sexuellen Selbstbestimmung" ging die Gehörnte 11 Jahre lang nach. Das hat weniger mit "aufrechtem Gang" zu tun, als mit der Freude an der "sexuellen Selbstbestimmung".
Es ist doch in den Zeiten des www(wieso, weshalb, warum, wer nicht fragt bleibt dumm) doch nicht mehr vermittelbar, dass sich eine Frau einem Mann über 11 Jahre zur Verfügung stellt, ohne auch nur einmal gemeinsam Urlaub zu verbringen?
Wenn also eine Frau, 11 Jahre lang mit einem Mann sexuelle Kontakte hat, ohne weitere Gemeinsamkeiten zu haben, dann scheint sie die folgende Studie zu bestätigen: http://tinyurl.com/7ydofc. Ist das moralisch unzweifelhaft?
DAS scheint doch die ganze Wahrheit zu sein!
Daher sollte sich ihre Wut nicht gegen Kachelmann, sondern gegen Alice Schwarzer richten, die Emanzipation nicht zu Ende erklärt hat.
Ob das Herr Kachelmann ist oder Herr Müller erscheint mir unwichtig, allerdings fokussiert sich das Medieninteresse natürlich auf den prominenten Wetterfrosch, der es erstaunerlichweise durch seinen kalauernden Sprachstil bis zum Showmoderator gebracht hat. Wenn es stimmt, dass die Beweise sehr dürftig sind und dass sich die Hauptbelastungszeugin als unglaubwürdig entlarvt hat, dann hat das Gericht einen zwingenden Grund, Herrn Kachelmann aus der Haft zu entlassen und einen möglichen Prozess auf sicherere Füße zu stellen. Auch das beauftragte Gutachten läßt den Schluss zu, dass die Unschuldsbehauptung stimmen könnte und Kachelmann bis zum Erbringen eins zwingenden Beweises unter der Formel "in dubio pro reo" zu behandeln ist. Warum das Gericht sich weigert und warum Kachelmann sich in der Haft nicht vehementer gegen diese Maßnahmen wehrt, bleibt weiterhin im Dunkeln. Es waren die Boulevard-Medien, die erneut ein Opfer für ihre tägliche Schlachtbank brauchten, um die Sensationsgier einer als "unbelehrbar" geltenden Leserschaft zu befriedigen. Dadurch erleidet Kachelmann einen enormen Schaden für sein bislang integres Berufsleben, was wahrscheinlich auf lange Sicht irreparabel sein wird. Die Rechtssache Kachelmann ist durch ein zauderndes Gericht und ethisch verkommene Journalisten, wenn man sie überhaupt so nennen kann, zu einer Farce geworden. Man munkelt schon, dass das bislang eher schlechtere Wetter damit zusammenhängt, weil Herr Kachelmann als Deuter fehlt.
W. Neisser
Die Beschreibung Ihrer Erfahrungen deckt sich mit meinen eigenen, die ich mit der deutschen Justiz machen musst. Ich vermute mittlerweile, dass ein ausschließliches Konzentrieren auf objektive Ratio, wie es von Richtern und Staatsanwälten verlangt wird, auf Dauer ebenso zu einer gewissen Dummheit führt, als wenn sich jemand im Gegenzug ausschließlich affektiv verhält. Der gesunde Menschenverstand beinhaltet das interpretieren menschlicher Emotionen ebenso wie die blank logische Ratio. Niemand kann aus seiner Haut.
Die hier beschriebene Arbeitsweise der Staatsanwaltschaft ist nicht untypisch, zB:
"Er (Fritz-Aurel Goergen) kam 1958 als Retter des Weltunternehmens Henschel und führte es aus der Krise. Eine ungeheure Leistung, doch am 26. April 1964 wurde er von einem Bankett in Hannover von der Seite des damaligen Bundeskanzlers Erhard verhaftet.
Dr. Fritz-Aurel Goergen verkaufte verbittert seine Henschel-Anteile. Ein gegen ihn wegen Betruges eingeleitetes Verfahren wurde 1974 eingestellt."
11 Jahre!!! zB: http://www.zeit.de/1971/0...
Die Staatsanwaltschaft hat zuviel Macht!
Auf eine offensichtlich nicht gerichtsfesten Beweislage hin, wird Kachelmann über Monate hinweg seiner Freiheit beraubt.
Vielfach vorbestrafte Intensivtäter, die Menschen auf offener Straße zusammenschlagen, werden noch am selben Tag wieder auf die Allgemeinheit los gelassen.
Vielleicht hat Kachelmann als Schweizer nur den falschen Migrationshintegrund.
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