Deutschlandkarte Alte Mühlen
Sie sind sinnlos, aber schön: Wahrscheinlich ist deswegen jede hundertste Mühle in Deutschland erhalten geblieben. Wo die meisten von ihnen stehen, zeigt unsere Karte
Wer sich nicht wenigstens ein bisschen freut, wenn er eine alte Mühle am Horizont entdeckt, dem ist wahrscheinlich auch sonst nicht mehr zu helfen. Mühlen sind neben Leuchttürmen die beliebtesten Zweckgebäude – nur viel häufiger als die Leuchttürme. ( Um die Karte zu vergrößern, klicken Sie bitte hier ).
Bis zur Industrialisierung gab es überall Mühlen, wo Menschen wohnten – im Norden Wind-, im Süden Wassermühlen –, um Müllern, Schmieden und Zimmermännern das Leben leichter zu machen. Ungefähr jede hundertste Mühle ist erhalten geblieben. Sie überlebten vor allem in industrialisierten Gegenden, weil sich dort schon im 19. Jahrhundert, als es plötzlich dampfte und rauchte, Menschen fanden, die ein Bedürfnis verspürten, die sinnlos herumstehenden Mühlen zu retten.
Besonders viele frühe Denkmalschützer gab es zwischen Rhein und Ruhr – und in Sachsen. Später mochte auch die DDR die Mühlen (mehr als alles andere Alte), von wegen Arbeiter-und-Bauern-Staat. In Bayern gab es wohl zu viele Schlösser, die man stattdessen schützen konnte. Wobei heute der Müller aus Bayern ja wieder ziemlich populär ist.
Quelle: Leibniz-Institut für Länderkunde, Nationalatlas Aktuell; DGM E.V.
- Datum 23.06.2010 - 10:35 Uhr
- Serie Deutschlandkarte
- Quelle ZEITmagazin, 24.06.2010 Nr. 26
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