Arzneimittelpreise Pillenkrieger
Schlucken die Deutschen nun zu wenige Tabletten – oder etwa zu viele? Lobbyisten von beiden Seiten streiten sich erbittert
Der Autor macht es sich nicht leicht: Seit 25 Jahren schreibt er über Arzneipreise. Nicht gerade bestsellerverdächtig in einem Land, in dem Kassen weitgehend für die Gesundheit aufkommen. Ulrich Schwabe schreibt darüber, wie die Kassen bei den Medikamenten Geld sparen können. Das erzeugt dann doch Emotionen: allen voran bei der Pharmaindustrie. Vor 13 Jahren hat er das zum ersten Mal erfahren. Da klagten etliche Firmen gegen das Schwabe-Buch, in dem stand, dass die heilende Wirkung von Gingko-Pillen, Rosskastanien-Salbe und verschiedener anderer Präparate nicht nachgewiesen sei.
Die Hersteller standen Kopf, und am Ende musste Schwabe die entsprechenden Passagen schwärzen. Auf die Popularität des Buches wirkte sich das aber eher positiv aus. »In dem Jahr wurden plötzlich 10.000 Exemplare verkauft« sagt Schwabe und lacht.
Bis heute zieht das Buch des Pharmakritikers, wenn die neueste Ausgabe jeweils im September in der Bundespressekonferenz vorgestellt wird, mehr Journalisten an als mancher Regierungstermin. Auch in diesem Herbst dürfte Schwabe es wohl in die Abendnachrichten schaffen, wenn er wieder vorrechnet, wie viele wirkungslose Pillen, überteuerte Generika und Scheininnovationen zuletzt verschrieben wurden. 2010 ist ein Gesundheitsreformjahr, mehrere Kassen stehen kurz vor der Pleite, und gerade hat Minister Philipp Rösler angekündigt, dass er allein bei Arzneien bis zu zwei Milliarden Euro sparen will.
Vorher allerdings – am kommenden Mittwoch um 10.30 Uhr, ebenfalls im Haus der Bundespressekonferenz – wird ein ganz anderes Buch vorgestellt. Eins von der Gegenseite. So wie Schwabe seine Studien im Auftrag der AOK begann, lässt umgekehrt auch der Verband der forschenden Arzneimittelhersteller das Thema wissenschaftlich durchleuchten. Jeden Sommer rechnet Bertram Häussler vom Berliner IGES-Institut öffentlich vor, dass hohe Gesundheitskosten bei einer alternden Gesellschaft unvermeidlich sind. Dass viele Patienten in Deutschland noch nicht einmal die Pillen bekommen, die sie brauchen.
Ein Buch beschreibt das Zuviel, das andere das Zuwenig. Es ist ein alter Streit, bei dem selten praktische Ergebnisse herauskommen. Das ritualisierte Pro und Contra ist ein Grund dafür, dass im Arzneimittelbereich bislang so fruchtlos um Reformen gerungen wurde. Egal, was die Politik testete – Festbetrag, Jumbogruppen, Spezial- oder Generalrabatte –, die deutschen Arzneikosten wuchsen schneller als die anderen Gesundheitskosten. Laut OECD gibt Deutschland rund ein Fünftel mehr für Medikamente aus als der Durchschnitt der Industrieländer – bei der Lebenserwartung liegen wir indes im Mittelfeld.
Die Wahrheit ist: Es gibt beides in Deutschland, Mangel und Verschwendung. Fachlich wären wohl beide Experten geeignet, Lösungen aus diesem Dilemma zu weisen: Häussler, der Mediziner und Soziologe, lehrt an der Berliner TU Gesundheitsökonomie; Schwabe, der Pharmakologieprofessor aus Heidelberg, hat in den vergangenen 30 Jahren schon mehrere Gesundheitsminister beraten. Doch statt gemeinsam das große Ganze anzugehen, herrscht bei Industrie- und Kassenlobbyisten Lagerdenken. Sie verzetteln sich im Methodenstreit und schreiben in ihren Reports gegeneinander an.
Fragt man den Autor des industriefinanzierten »Arzneimittel-Atlas« nach dem Konkurrenzprodukt, dem kassennahen Arzneiverordnungs-Report so hat Bertram Häussler nur Häme übrig: Der Report sei bei seiner Erfindung eine tolle Sache gewesen, aber wenn einer seine Methode ein Vierteljahrhundert lang nicht überarbeite, müsse man sich über Fehler nicht wundern. Dann schaltet er seinen Laptop ein.
- Datum 25.06.2010 - 16:11 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 24.06.2010 Nr. 26
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Nämlich die Preisgestaltung.
Wieso kostet z.B. Aspirin in Griechenland nur etwa ein Drittel?
Wieso kosten z.B. Bayer-Produkte in den USA nur etwa 60% des deutschen Preises?
Wieso vertreiben deutsche Pharma-Unternehmen einige Produkte im Ausland unter anderem Namen zu Dumping-Preisen?
Medikamente sollten auf das Notwendige reduziert werden.
Wenn eine Krankheit mit 2 Tabletten pro Tag nach 7 Tage ausgeheilt sein sollte, dann sollte der Arzt auch nur 14 Tabletten verschreiben. Der Apotheker kann ja die 14 Tabletten herausgeben. Dann wird sein Job endlich einmal mit Sinn erfüllt und er tut was für sein Geld.
Aktuell werden 50er Packungen verschrieben und der Rest landet im Müll oder es findet Medikamentenmißbrauch statt. Schlimmer noch, wenn Medikamentenreste in die Entwicklungsländer "entsorgt" werden.
Von den Kosten ganz zu schweigen.
Übrigens: Im Krankenhaus werden Tabletten auch nur einzeln von der Krankenhausapotheke herausgegeben.
der pharmaindustrie ist das geschäft mit den deutschen hypochondern nicht zu verübeln. überversorgung wo man nur hinschaut und dann wundert man sich, dass das solidaritätsprinzip ausgenutzt durch die pharma-, ärzte- und apothekerlobby ad absurdum geführt wird. mehr eigenbeteiligung e.g. flat-rate-kultur bei der patientenversorgung und entflechtung des überwucherten systems e.g. 10 apotheken entlang einer einkaufstraße müssen her, um die horrenden kosten nachhaltig zu senken. es ist viel komplexer als geschildert doch irgendwo muss man ja anfangen!
Mein Zahnarzt empfiehlt mir schon seit Jahren, mir die Weisheitszähne rausoperieren zu lassen, und das, obwohl sie mir bislang überhaupt keine Beschwerden bereiten. Wenn ich dann zum Doc sage, dass ich das ja immer noch machen lassen könne, wenn ich wirklich mal Beschwerden kriegen sollte, dann heißt es "Ja, aber besser jetzt vorsorglich. Nun sind Sie noch jung und dann geht das einfacher. Wenn Sie erst mal 50 sind, wird das schmerzhafter".
Ja meine Fresse, ich lass mich doch nicht operieren, wenn ich gar keine Beschwerden habe! Aber die meisten meiner Altersgenossen haben ihre Weisheitszähne schon längst draußen.
Meines Wissens nach gehen Deutsche so häufg zum Arzt wie kein anderes Volk- und sind dabei noch nicht mal das gesündeste! Das hängt zum einen sicher an den Ärzten, zum anderen glaube ich aber auch, dass es an den Leuten hängt. Deutschen kann man so leicht Angst machen. Ein Beipiel:
Ein 29jähriger hatte mal dunkles Sputum nachdem er einige Wochen zuvor mit Rauchen aufgehört hatte. Ich sagte: "Das ist einfach der Teer, der abgehustet wird, wenn sich die Flimmerhärchen regenerieren, hatte ich auch, als ich mit Rauchen aufhörte". Aber nein, er musste natürlich eine Lungenspiegelung vornehmen lassen, war total panisch, er könne Lungenkrebs mit 29 haben (was sollte das mit Teer im Sputum zu tun haben?)! Natürlich fanden die Ärzte nichts.... Und solcher Quatsch passiert jeden Tag in Deutschl. Wen wundert da noch was?
Mein Zahnarzt empfiehlt mir schon seit Jahren, mir die Weisheitszähne rausoperieren zu lassen, und das, obwohl sie mir bislang überhaupt keine Beschwerden bereiten. Wenn ich dann zum Doc sage, dass ich das ja immer noch machen lassen könne, wenn ich wirklich mal Beschwerden kriegen sollte, dann heißt es "Ja, aber besser jetzt vorsorglich. Nun sind Sie noch jung und dann geht das einfacher. Wenn Sie erst mal 50 sind, wird das schmerzhafter".
Ja meine Fresse, ich lass mich doch nicht operieren, wenn ich gar keine Beschwerden habe! Aber die meisten meiner Altersgenossen haben ihre Weisheitszähne schon längst draußen.
Meines Wissens nach gehen Deutsche so häufg zum Arzt wie kein anderes Volk- und sind dabei noch nicht mal das gesündeste! Das hängt zum einen sicher an den Ärzten, zum anderen glaube ich aber auch, dass es an den Leuten hängt. Deutschen kann man so leicht Angst machen. Ein Beipiel:
Ein 29jähriger hatte mal dunkles Sputum nachdem er einige Wochen zuvor mit Rauchen aufgehört hatte. Ich sagte: "Das ist einfach der Teer, der abgehustet wird, wenn sich die Flimmerhärchen regenerieren, hatte ich auch, als ich mit Rauchen aufhörte". Aber nein, er musste natürlich eine Lungenspiegelung vornehmen lassen, war total panisch, er könne Lungenkrebs mit 29 haben (was sollte das mit Teer im Sputum zu tun haben?)! Natürlich fanden die Ärzte nichts.... Und solcher Quatsch passiert jeden Tag in Deutschl. Wen wundert da noch was?
Abgesehen von ernsthaft chronischen Erkrankungen, so scheint es, dass in Deutschland Pillen und anderweitige Arzneien verkonsumiert und geschluckt werden, wie der Bedarf von drei Mahlzeiten.
Von den Preiskriegen der Pharmas ganz zu schweigen. Diesbezüglich zeigt sich unverkennbar nur ein Interesse - der finanzielle "Horror"-Gewinn, dem ein Riegel vorgeschoben gehört.
1. Wie ist es zu rechtfertigen, dass es in D ca. 150.000 Medikamente gibt, in skandinavischen Ländern ein paar über 5000? Wobei die Skandinavier deswegen keineswegs kränker sind als die Deutschen.
2. Womit ist es zu rechtferigen, dass Pharmabetriebe im Schnitt (!) etwa 30% ihres Umsatzes für Werbung ausgeben, aber NUR 10% für Forschung?
3. Welchen Sinn soll Werbung für Medikamente in der Öffentlichkeit haben? (Außer den Gewinn zu erhöhen) Entweder jemand ist krank oder er ist nicht krank! Basta! Und wenn er krank ist, dann geht er zum Arzt.
4. Ist es moralisch vertretbar, dass jährlich allenfalls 1% der als "neu" und teuer verkauften Medikamente tatsächlich neu sind?
5. Ist es moralisch vertretbar, dass Pharmafirmen Ärzte mit oftmals unvollständigen oder gar falschen "Informationen" über ihre Produkte zuschütten - also sie belügen?
6. Wie können es beispielsweise "Gemahlinnen" von Pharmaunternehmern mit ihrem Gewissen (?) vereinbaren, wenn sie an einem Nachmittag in London mehrere hunderttausend Pfund für Schuhe ausgeben, während Patienten schon heute nicht mehr ausreichend mit Medikamenten versorgt werden können?
Mein Zahnarzt empfiehlt mir schon seit Jahren, mir die Weisheitszähne rausoperieren zu lassen, und das, obwohl sie mir bislang überhaupt keine Beschwerden bereiten. Wenn ich dann zum Doc sage, dass ich das ja immer noch machen lassen könne, wenn ich wirklich mal Beschwerden kriegen sollte, dann heißt es "Ja, aber besser jetzt vorsorglich. Nun sind Sie noch jung und dann geht das einfacher. Wenn Sie erst mal 50 sind, wird das schmerzhafter".
Ja meine Fresse, ich lass mich doch nicht operieren, wenn ich gar keine Beschwerden habe! Aber die meisten meiner Altersgenossen haben ihre Weisheitszähne schon längst draußen.
Meines Wissens nach gehen Deutsche so häufg zum Arzt wie kein anderes Volk- und sind dabei noch nicht mal das gesündeste! Das hängt zum einen sicher an den Ärzten, zum anderen glaube ich aber auch, dass es an den Leuten hängt. Deutschen kann man so leicht Angst machen. Ein Beipiel:
Ein 29jähriger hatte mal dunkles Sputum nachdem er einige Wochen zuvor mit Rauchen aufgehört hatte. Ich sagte: "Das ist einfach der Teer, der abgehustet wird, wenn sich die Flimmerhärchen regenerieren, hatte ich auch, als ich mit Rauchen aufhörte". Aber nein, er musste natürlich eine Lungenspiegelung vornehmen lassen, war total panisch, er könne Lungenkrebs mit 29 haben (was sollte das mit Teer im Sputum zu tun haben?)! Natürlich fanden die Ärzte nichts.... Und solcher Quatsch passiert jeden Tag in Deutschl. Wen wundert da noch was?
für die Unbezahlbarkeit des Gesundheitswesens ist doch,daß unsere Linksparteien das "Soziale" und die Volksgesundheit zur Religion erhoben haben - mit der sie eine Dauerkoalition eingegangen sind - zwecks Machterhalt.
Ein enormes Erpressungspotential steckt da drin in unserer "Demokratie".
So kommt es,daß eine von allen Seiten gepäppelte und gestopfte Klientel kein Jota vom Erreichten abweichen will, weil sie es eben nicht muß , - ein Knoten, der nur durch den totalen Bankrott aufgelöst werden wird.
MfG. dispo-jack
Es gibt markante Unterschiede in der Zahl verschriebener Arzneien zwischen den Bundesländern. Also würde eine Analyse der jeweiligen Ursachen vielleicht mehr zur Klärung beitragen als den bundesweiten Median zu betrachten dessen konkrete Aussagekraft, wie immer, gegen Null geht.
Jetzt packen Sie sicher wieder Ihr heiliges Bayern aus, in welchem natürlich wieder mal alles besser und gesünder ist als in Nord- und Ostdeutschland.
Bitte verschonen Sie uns!
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