Frühchen werden als gesund entlassen – die Probleme kommen später
Frühchen werden als gesund entlassen – die Probleme kommen später
Biljana Kraus hat gerade noch rechtzeitig Hilfe gesucht. Doch wie Nicolas sich weiter entwickeln wird, kann ihr niemand sagen. »Eine Prognose für Frühchen abzugeben ist extrem schwierig«, sagt Achim-Peter Neubauer, Chefarzt der Klinik für Neonatologie im Hildesheimer St. Bernward Krankenhaus. »Schwere motorische Schäden kann man im Verlauf des ersten Lebensjahres recht gut erkennen. Wie aber die geistige Entwicklung sein wird, kann zu diesem Zeitpunkt niemand wissen.
Bestimmte kognitive Fähigkeiten können erst ab etwa vier Jahren getestet werden. Vorher kann man für eine Vorhersage genauso gut würfeln.« Die Erfolgsmeldungen einiger Kliniken, die selbst extrem früh geborene Kinder nach einigen Monaten vermeintlich gesund nach Hause entlassen, hält er deshalb für »absolut fahrlässig«. Doch die schönen Geschichten mit glücklichem Ausgang klingen offenbar auch für einige Ärzte besser als das Bekenntnis, dass heute zwar viel mehr Frühchen überleben, aber noch immer viele behindert bleiben.
Und das betrifft nicht nur die Allerkleinsten. Auch sogenannte späte Frühchen, zwischen der 31. und 37. Schwangerschaftswoche geboren, haben ein um 30 Prozent höheres Risiko als reif geborene Kinder, an Entwicklungsverzögerungen zu leiden. Sichtbar wird das oft erst gegen Ende der Kindergartenzeit oder nach der Einschulung, wenn Lese- und Rechenschwächen oder Konzentrationsstörungen auftreten.
Der Dresdner Neonatologe Norbert Lorenz plädiert dafür, gerade diese Frühchen wieder stärker in den Blick zu nehmen. »Das ist gar nicht so einfach, weil wir diese Kinder erst einmal finden müssen. Sie werden ja in der Regel ohne Probleme entlassen.« Gerade der Anteil der späten Frühchen steigt gegenwärtig deutlich. Die zunehmende Zahl älterer Mütter und Mehrlingsschwangerschaften infolge einer künstlichen Befruchtung begünstigen die Frühgeburten.
Die hannoversche Langzeitstudie hat aber auch eine positive Nachricht zu bieten. »Selbst die Kinder mit Beeinträchtigungen erleben ihre eigene Lebensqualität nicht schlechter als normale Kinder. Sie fühlen sich wohl«, sagt Achim-Peter Neubauer. Das würde auch René unterschreiben. Als in seiner Klasse vor ein paar Wochen die Themen Schwangerschaft und Geburt besprochen wurden, hat er ganz selbstbewusst erzählt, dass er im Krankenhaus ausgebrütet worden ist. So richtig mit Eierwärmer und allem, was dazugehört.
Diesen Artikel finden Sie als Audiodatei im Premiumbereich unter www.zeit.de/audio
- Datum 26.06.2010 - 14:50 Uhr
- Seite 1 | 2 | 3 | Auf einer Seite lesen
- Quelle DIE ZEIT, 24.06.2010 Nr. 26
- Kommentare 13
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:




außer bei den Eltern.
Dabei wird ein weiteres Problem vernachlässigt, dessen man sich bewusst sein muss, damit es gegebenenfalls behandelt werden kann.
Für die seelische Entwicklung des Kindes ist der normale Ablauf der Entwicklung im Mutterleib und die anschließende körperliche Zuwendung der Mutter nach der Geburt äußerst wichtig. In diesem Lebensstadium, in dem das Bewusstsein noch kaum eine Rolle spielt, ist gerade das unbewusste Erleben sehr wichtig für die weitere Entwicklung des Gehirns.
Um dieses Defizit im Frühstadium auszugleichen, ist später eine wesentlich intensivere Zuwendung erforderlich als bei normal entwickelten und normal geborenen Kindern.
...zeigt sich vieles erst ein paar Jahre später. Früher war es z.B. so, dass die Kinder in dieser Zeit gar keinen Kontakt zur Mutter hatten. Da kamm es nicht selten vor, dass die Kinder Monatelang im Brutkasten lagen und im grunde keinen körperlichen Kontakt hatten - obwohl das für das Urvertrauen zur Mutter unabdongbar ist. Die Auswirkungen bekommt man aber erst Jahrzehnte später zu spüren...
...zeigt sich vieles erst ein paar Jahre später. Früher war es z.B. so, dass die Kinder in dieser Zeit gar keinen Kontakt zur Mutter hatten. Da kamm es nicht selten vor, dass die Kinder Monatelang im Brutkasten lagen und im grunde keinen körperlichen Kontakt hatten - obwohl das für das Urvertrauen zur Mutter unabdongbar ist. Die Auswirkungen bekommt man aber erst Jahrzehnte später zu spüren...
...zeigt sich vieles erst ein paar Jahre später. Früher war es z.B. so, dass die Kinder in dieser Zeit gar keinen Kontakt zur Mutter hatten. Da kamm es nicht selten vor, dass die Kinder Monatelang im Brutkasten lagen und im grunde keinen körperlichen Kontakt hatten - obwohl das für das Urvertrauen zur Mutter unabdongbar ist. Die Auswirkungen bekommt man aber erst Jahrzehnte später zu spüren...
Auch hätte ich mir gewünscht, das der Beiträg mehr auf die späteren psychischen Probleme Frühgeborener eingegangen wäre...
Alles was medizinisch möglich ist muss nicht immer das beste sein. Die Natur war immer das beste Korrektiv. Und wer soll das alles bezahlen?
...wenn es so etwas nicht geben würde, dann würde ich nicht seit 30 Jahren leben...
Soll ich mich jetzt umbringen weil die Natur es sich bei mir vielleicht anders überlegt hat? Seien Sie froh dass Sie mir so etwas nicht ins Gesicht gesagt haben...
Noch etwas: Meine Generation wird Ihre Rente zahlen...aber wir können es uns ja so gut leisten weniger zu haben...
Die Lebenserwartung ab Geburt war praktisch während der gesamten Menschheitsgeschichte immer um die 30 Jahre. Wollen Sie dorthin zurück? Diese Lebenserwartung entspräche wohl dem, was Ihr natürliches Korregtiv für unsere Spezies bereit hält.
Was Sie bei Ihrer eugenischen Weltsicht ignorieren ist, nebenbei gesagt, dass der Artikel auch explizit erwähnt, dass knapp die Hälfte der Frühchen später vollkommen normal und ohne derartige Folgen lebt.
… auch ein Vertreter der Möchtegern-Wissenschaft Germanische Neue Medizin?
Ich bin zwar keine Frühgeburt, war aber eine SGA (Small For Gestational Age - klein bezogen auf das Entwicklungsalter). Dadurch lag ich auch fast zwei Monate als Neugeborenes im Krankenhaus. Vielleicht verlief meine Entwicklung nicht so reibungslos, aber bei welchen Kindern kann man das schon sagen? Das einzige, mit dem ich heutzutage Probleme habe, ist dass ich leicht untergewichtig bin obwohl ich normal esse. Das muss auch nicht zwangsläufig mit SGA zusammenhängen.
Ich will leben. Und ich kann leben. Ich bin voll in die Gesellschaft integriert, habe Arbeit und werde bald studieren.
Außer den zwei Monaten am Anfang meines Lebens hatte ich übrigens keinen einzigen stationären Krankenhausaufenthalt mehr. So viel zum Thema, wer das alles bezahlen soll.
wenn ihre Tochter, Enkelin oder womöglich selbst davon betroffen wären??
@Herrn Peter1958,
ich bin die Mutter von Rene-Noel, seien Sie mir bitte nicht böse, aber was sie sich anmaßen, schlägt ja dem Fass den Boden aus. Wer soll das bezahlen? Na wenn das ihre größe Sorge ist, dann möchte ich nicht in ihrer Haut stecken. Übrigens, Rene hat einen IQ von 110 und er entwickelt sich prima. Obwohl er so einen schweren Start gehabt habt, kann sich mancher (Erwachsener ;-)) von ihm noch eine Scheibe abschneiden, was Verständis oder Taktgefühl angeht. Ich wünsche ihnen und ihrer Familie trotzdem noch einen schönen Sonntagabend.
LG Anita S.
...naja , wenn das alles folgenlos im Sinne von kostenintensiven organischen Folgeerkrankungen und seelischer Schädigung bliebe, könnte man das "Geschaft" ja noch aus kaufmännischer Sicht vertreten, aber die Lebenserwartung eines Extrem-Frühchens ist ja wohl auch nicht so ganz im Sinne der Rentenerarbeitung oder?
...wenn es so etwas nicht geben würde, dann würde ich nicht seit 30 Jahren leben...
Soll ich mich jetzt umbringen weil die Natur es sich bei mir vielleicht anders überlegt hat? Seien Sie froh dass Sie mir so etwas nicht ins Gesicht gesagt haben...
Noch etwas: Meine Generation wird Ihre Rente zahlen...aber wir können es uns ja so gut leisten weniger zu haben...
Die Lebenserwartung ab Geburt war praktisch während der gesamten Menschheitsgeschichte immer um die 30 Jahre. Wollen Sie dorthin zurück? Diese Lebenserwartung entspräche wohl dem, was Ihr natürliches Korregtiv für unsere Spezies bereit hält.
Was Sie bei Ihrer eugenischen Weltsicht ignorieren ist, nebenbei gesagt, dass der Artikel auch explizit erwähnt, dass knapp die Hälfte der Frühchen später vollkommen normal und ohne derartige Folgen lebt.
… auch ein Vertreter der Möchtegern-Wissenschaft Germanische Neue Medizin?
Ich bin zwar keine Frühgeburt, war aber eine SGA (Small For Gestational Age - klein bezogen auf das Entwicklungsalter). Dadurch lag ich auch fast zwei Monate als Neugeborenes im Krankenhaus. Vielleicht verlief meine Entwicklung nicht so reibungslos, aber bei welchen Kindern kann man das schon sagen? Das einzige, mit dem ich heutzutage Probleme habe, ist dass ich leicht untergewichtig bin obwohl ich normal esse. Das muss auch nicht zwangsläufig mit SGA zusammenhängen.
Ich will leben. Und ich kann leben. Ich bin voll in die Gesellschaft integriert, habe Arbeit und werde bald studieren.
Außer den zwei Monaten am Anfang meines Lebens hatte ich übrigens keinen einzigen stationären Krankenhausaufenthalt mehr. So viel zum Thema, wer das alles bezahlen soll.
wenn ihre Tochter, Enkelin oder womöglich selbst davon betroffen wären??
@Herrn Peter1958,
ich bin die Mutter von Rene-Noel, seien Sie mir bitte nicht böse, aber was sie sich anmaßen, schlägt ja dem Fass den Boden aus. Wer soll das bezahlen? Na wenn das ihre größe Sorge ist, dann möchte ich nicht in ihrer Haut stecken. Übrigens, Rene hat einen IQ von 110 und er entwickelt sich prima. Obwohl er so einen schweren Start gehabt habt, kann sich mancher (Erwachsener ;-)) von ihm noch eine Scheibe abschneiden, was Verständis oder Taktgefühl angeht. Ich wünsche ihnen und ihrer Familie trotzdem noch einen schönen Sonntagabend.
LG Anita S.
...naja , wenn das alles folgenlos im Sinne von kostenintensiven organischen Folgeerkrankungen und seelischer Schädigung bliebe, könnte man das "Geschaft" ja noch aus kaufmännischer Sicht vertreten, aber die Lebenserwartung eines Extrem-Frühchens ist ja wohl auch nicht so ganz im Sinne der Rentenerarbeitung oder?
...wenn es so etwas nicht geben würde, dann würde ich nicht seit 30 Jahren leben...
Soll ich mich jetzt umbringen weil die Natur es sich bei mir vielleicht anders überlegt hat? Seien Sie froh dass Sie mir so etwas nicht ins Gesicht gesagt haben...
Noch etwas: Meine Generation wird Ihre Rente zahlen...aber wir können es uns ja so gut leisten weniger zu haben...
Die Lebenserwartung ab Geburt war praktisch während der gesamten Menschheitsgeschichte immer um die 30 Jahre. Wollen Sie dorthin zurück? Diese Lebenserwartung entspräche wohl dem, was Ihr natürliches Korregtiv für unsere Spezies bereit hält.
Was Sie bei Ihrer eugenischen Weltsicht ignorieren ist, nebenbei gesagt, dass der Artikel auch explizit erwähnt, dass knapp die Hälfte der Frühchen später vollkommen normal und ohne derartige Folgen lebt.
… auch ein Vertreter der Möchtegern-Wissenschaft Germanische Neue Medizin?
Ich bin zwar keine Frühgeburt, war aber eine SGA (Small For Gestational Age - klein bezogen auf das Entwicklungsalter). Dadurch lag ich auch fast zwei Monate als Neugeborenes im Krankenhaus. Vielleicht verlief meine Entwicklung nicht so reibungslos, aber bei welchen Kindern kann man das schon sagen? Das einzige, mit dem ich heutzutage Probleme habe, ist dass ich leicht untergewichtig bin obwohl ich normal esse. Das muss auch nicht zwangsläufig mit SGA zusammenhängen.
Ich will leben. Und ich kann leben. Ich bin voll in die Gesellschaft integriert, habe Arbeit und werde bald studieren.
Außer den zwei Monaten am Anfang meines Lebens hatte ich übrigens keinen einzigen stationären Krankenhausaufenthalt mehr. So viel zum Thema, wer das alles bezahlen soll.
Das Menschen wie wir gewohnt sind vom ersten Moment an zu kämpfen und daher nicht so schnell im Leben aufgeben...WIR haben es schließlich geschafft...
Das Menschen wie wir gewohnt sind vom ersten Moment an zu kämpfen und daher nicht so schnell im Leben aufgeben...WIR haben es schließlich geschafft...
Das Menschen wie wir gewohnt sind vom ersten Moment an zu kämpfen und daher nicht so schnell im Leben aufgeben...WIR haben es schließlich geschafft...
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren