Microsoft Brief aus den Wolken

Word, Excel & Co wandern ins Internet. Microsoft muss sich dem Druck der Konkurrenz beugen.

Steve Guggenheimer von Microsoft präsentiert neue Rechner-Modelle auf der Computex 2010: Früher verkaufte man praktisch mit jedem Rechner auch ein Software-Paket, nicht selten war es Office von Microsoft. Heute gibt es viele Programme gratis im Netz

Steve Guggenheimer von Microsoft präsentiert neue Rechner-Modelle auf der Computex 2010: Früher verkaufte man praktisch mit jedem Rechner auch ein Software-Paket, nicht selten war es Office von Microsoft. Heute gibt es viele Programme gratis im Netz

Ob am Arbeitsplatz oder zu Hause – auf den meisten Computern finden sich Programme des US-Konzerns Microsoft. Entweder das Betriebssystem Windows, ohne das nur die wenigsten Rechner überhaupt laufen. Oder die Bürosoftware Office für Briefe, Tabellen und Präsentationen. Word, Excel und PowerPoint sind alte Bekannte, oft bereits werkseitig auf der Festplatte installiert und somit von jedem gleich mitbezahlt, der sich einen neuen Computer zulegt.

Daran ändert sich nun einiges.

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Seit Kurzem bietet Microsoft eine abgespeckte und zudem kostenlose Version von Office an . Gegenüber den regulären Varianten spart man damit 100 bis 700 Euro. Das ist aber nicht das Wichtigste, brauchbare Gratis-Alternativen zur teuren Bürosoftware von Microsoft gibt es seit Langem. Bedeutender ist, dass das Office Web Apps genannte Programm nicht mehr auf klassischen Datenträgern ausgeliefert wird – wie DVDs oder Festplatten. Office Web Apps lässt sich ausschließlich über einen Internetbrowser nutzen. Statt auf dem heimischen Computer befinden sich sämtliche Daten nämlich in einem der zahlreichen Rechenzentren von Microsoft. Anders gesagt: in der Cloud. Irgendwo in den Wolken.

Bedeutet das nun einen Unterschied? Aber ja.

Microsoft machte den Computer zum Jedermanngerät. Ein Rechner auf dem Tisch, ein Programm auf dem Rechner: Das war die Welt, in der Konzerngründer Bill Gates seine Milliarden verdiente. Die Zeiten sind vorüber. Heutzutage sind viele Computer ständig mit dem Internet verbunden. Es scheint logisch, seine Daten auch gleich dort zu lagern. Bei Sozialen Netzwerken wie Facebook funktioniert das genau so: Man öffnet den Internetbrowser und loggt sich ein. Installationen und Updates sind überflüssig, und egal von welchem Rechner aus man Facebook ansteuert, sämtliche Daten sind in der gewohnten Art und Weise verfügbar. So wird man zwar abhängig von einer Internetverbindung, aber unabhängiger von einzelnen Computern.

Was mit persönlichen Kontakten in einer Adressdatei längst üblich ist, kann auch mit Dokumenten funktionieren. Erst recht, wenn mehrere zugleich an einem Bericht arbeiten. Bislang musste man eine Word-Datei an eine E-Mail anhängen und verschicken, damit es andere bearbeiten und ihrerseits zurücksenden konnten. Das ist jetzt überflüssig. Mit den Office Web Apps können Bekannte aus Sozialen Netzwerken nun direkt daran mitschreiben.

Warum bietet Microsoft diesen Dienst jetzt an? Weil andere es schon lange tun.

Leser-Kommentare
  1. 2. @ Y.S.

    Amen, Bruder. Selten was so Zutreffendes gelesen.

    • smojoe
    • 25.06.2010 um 9:25 Uhr

    Die Wasserversorgung ist schliesslich auch zentralisiert, und das funktioniert seit Jahren.
    Und wer und was da letztendlich „in the cloud“ rummacht ist völlig schnurz. Wir als Benutzer können ja unsere Auswahl treffen.

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    So lange Nutzer und Nutzergruppen ihre Daten nicht wirksam so verschlüsseln können, dass sie erst auf ihren jeweiligen Rechnern entschlüsselt werden, so lange liegen sie als Freiwild auf den Rechnern der Anbieter herum.

    Wem diese Anbieter noch und unter welchen Bedingungen Zugriff gewähren, können Sie als Kunde weder erkennen noch kontrollieren. Das Problem liegt in der Verleitung zu noch mehr Dummheit und Naivität im Umgang mit seinen persönlichen Daten.

    Und um das noch einmal hervor zu heben: Gerade wenn man an Microsoft und Datensicherheit denkt (darum ging es in dem Artikel ja) müssen jedem die Haare zu Berge stehen, der sich ein wenig in der IT auskennt. Überspitzt formuliert sind Cloud-Services und Microsoft-Produkte quasi ein Versprechen für Datenverlust. Das hat weniger etwas mit Microsoft-Bashing, sondern viel mehr mit den letzte 15 Jahren Microsoft-Produkte zu tun, die sich bei der Abwägung der Implementierung von Sicherheits- und Marketing-Features IMMER gegen den Kundennutzen und für den Profit entschieden haben. Würmer, Viren gezielt verkrüppelte Betriebssystem-Fähigkeiten, Falsch-Information der Benutzer, Ausnützen der Monopol-Situation - all das war für Microsoft immer ein blendendes Geschäft (das sich nur aufgrund eines merkwürdig robusten Marktversagens etablieren ließ ..).

    Ehrlich gesagt, kann ich gut darauf verzichten, wenn Microsoft diesen Dreck jetzt auch noch ins Internet bringt ..

    Y.S.

    So lange Nutzer und Nutzergruppen ihre Daten nicht wirksam so verschlüsseln können, dass sie erst auf ihren jeweiligen Rechnern entschlüsselt werden, so lange liegen sie als Freiwild auf den Rechnern der Anbieter herum.

    Wem diese Anbieter noch und unter welchen Bedingungen Zugriff gewähren, können Sie als Kunde weder erkennen noch kontrollieren. Das Problem liegt in der Verleitung zu noch mehr Dummheit und Naivität im Umgang mit seinen persönlichen Daten.

    Und um das noch einmal hervor zu heben: Gerade wenn man an Microsoft und Datensicherheit denkt (darum ging es in dem Artikel ja) müssen jedem die Haare zu Berge stehen, der sich ein wenig in der IT auskennt. Überspitzt formuliert sind Cloud-Services und Microsoft-Produkte quasi ein Versprechen für Datenverlust. Das hat weniger etwas mit Microsoft-Bashing, sondern viel mehr mit den letzte 15 Jahren Microsoft-Produkte zu tun, die sich bei der Abwägung der Implementierung von Sicherheits- und Marketing-Features IMMER gegen den Kundennutzen und für den Profit entschieden haben. Würmer, Viren gezielt verkrüppelte Betriebssystem-Fähigkeiten, Falsch-Information der Benutzer, Ausnützen der Monopol-Situation - all das war für Microsoft immer ein blendendes Geschäft (das sich nur aufgrund eines merkwürdig robusten Marktversagens etablieren ließ ..).

    Ehrlich gesagt, kann ich gut darauf verzichten, wenn Microsoft diesen Dreck jetzt auch noch ins Internet bringt ..

    Y.S.

  2. Sie schwätzen:
    > Das Microsft seit einigen Jahren als Dokumentenformat ein
    > offenens und standarfisiertes XML-basierendes Format ver-
    > wendet, ist Ihnen offenbar entgangen.

    Offenbar wissen Sie noch nicht einmal, dass selbst Microsofts eigene Dateien (docx, ..) BIS HEUTE EBEN NICHT ihrem eigenen Office Open XML "Standard" entsprechen!

    Vermutlich wird Ihnen dann auch die massive Kritik an genau diesem ISO-Standardisierungs-Verfahren entgangen sein. Nicht wenige sehen ihn als Schande der ISO an:

    Da haben sich mit einem Mal Mitglieder engagiert, die bis dahin NOCH NIE aktiv etwas beigetragen haben. Die haben dann en bloc für diesen überflüssigen Pseudo-Standard gestimmt. Wenig überraschend sind die sind dann nach dem "erfolgreicher Verabschiedung" auch wieder in der Versenkung verschwunden - seither schweigen sie zu allen Fragen!

    Es liegt mehr als nahe anzunehmen, dass sich Microsoft seinen "Office Open XML - Standard" mit Bestechung von ISO-Mitgliedern quasi eingekauft hat. Der "Standard" umfasst 6000 Seiten und ermöglicht zudem "Abwärtskompatibilität" zu alten, NICHT DOKUMENTIERTEN MSO-Formaten. DAMIT KANN NUR MICROSOFT DIESEN "STANDARD" VOLLSTÄNDIG IMPLEMENTIERN. XML UND ISO sind reine Augenwischerei. "Office Open XML" ist ein Monopol-Format, mit dem Microsoft seine Wettbewerber NACH SEINEM DEM BELIEBEN aus dem Markt werfen kann!

    Zudem haben solche Dateien exakt gar nichts im Internet verloren. Das Internet funktioniert ohne diese Bloatware viel, viel besser!

    Y.S.

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    • JKrems
    • 25.06.2010 um 10:04 Uhr

    Hm, und ich dachte immer, Microsoft hätte durch seinen - zugegeben schrecklichen - Internet Explorer als festem Bestandteil von Windows einen Gutteil zum Erfolg des Internets beigetragen...

    Oh, und: soweit ich weiß ist Open Document (war das der Open Office-Standard?) auch von keinem Programm zu 100% implementiert worden bisher. Auch nicht von Open Office. Und Microsoft hatte zumindest mal angekündigt, Unterstützung für den Konkurrenzstandard anzubieten. Ich selbst bin begeisterter Apple-Nutzer und versuche diesem clicki-bunti-Zeugs von Microsoft aus dem Weg zu gehen. Aber selbst ich kann eingestehen, dass sich bei Microsoft gerade was bewegt.

    P.S.: Kritik setzt voraus, dass man sich eingesteht, dass es für den Erfolg einer Sache meist mehr Gründe gibt als "weil die anderen alle blöd sind".

    • JKrems
    • 25.06.2010 um 10:04 Uhr

    Hm, und ich dachte immer, Microsoft hätte durch seinen - zugegeben schrecklichen - Internet Explorer als festem Bestandteil von Windows einen Gutteil zum Erfolg des Internets beigetragen...

    Oh, und: soweit ich weiß ist Open Document (war das der Open Office-Standard?) auch von keinem Programm zu 100% implementiert worden bisher. Auch nicht von Open Office. Und Microsoft hatte zumindest mal angekündigt, Unterstützung für den Konkurrenzstandard anzubieten. Ich selbst bin begeisterter Apple-Nutzer und versuche diesem clicki-bunti-Zeugs von Microsoft aus dem Weg zu gehen. Aber selbst ich kann eingestehen, dass sich bei Microsoft gerade was bewegt.

    P.S.: Kritik setzt voraus, dass man sich eingesteht, dass es für den Erfolg einer Sache meist mehr Gründe gibt als "weil die anderen alle blöd sind".

    • Klaue
    • 25.06.2010 um 9:55 Uhr

    "Das Microsft seit einigen Jahren als Dokumentenformat ein offenens und standarfisiertes XML-basierendes Format verwendet, ist Ihnen offenbar entgangen. Das das OpenOffice-Format unterstützt wird, anscheinend ebenso..."

    Das mit dem Office Open XML ist lächerlich! Die Spezifikation hat mehr als 6000 Seiten und ist somit de facto nicht korrekt zu implementieren (das war pure Absicht seitens Microsofts). Zu .odt lässt sich sagen, das Microsoft es zwar unterstützt, es aber fehlerhaft ist (oh Wunder, möchte man doch, dass die Menschen das MS eigene Format nutzen). Komischerweise bekommen alle andere Firmen die korrekte Implementierung des .odt-Formats hin.

    Microsoft hat sich im Vergleich zu früher schon gebessert, doch agieren sie immer noch viel zu häufig wie ein wildes Tier. Anstatt zu kooperieren Schotten sie ihren Markt ab - zum Nachteil des Kundens.

    • JKrems
    • 25.06.2010 um 10:04 Uhr

    Hm, und ich dachte immer, Microsoft hätte durch seinen - zugegeben schrecklichen - Internet Explorer als festem Bestandteil von Windows einen Gutteil zum Erfolg des Internets beigetragen...

    Oh, und: soweit ich weiß ist Open Document (war das der Open Office-Standard?) auch von keinem Programm zu 100% implementiert worden bisher. Auch nicht von Open Office. Und Microsoft hatte zumindest mal angekündigt, Unterstützung für den Konkurrenzstandard anzubieten. Ich selbst bin begeisterter Apple-Nutzer und versuche diesem clicki-bunti-Zeugs von Microsoft aus dem Weg zu gehen. Aber selbst ich kann eingestehen, dass sich bei Microsoft gerade was bewegt.

    P.S.: Kritik setzt voraus, dass man sich eingesteht, dass es für den Erfolg einer Sache meist mehr Gründe gibt als "weil die anderen alle blöd sind".

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    Sie betreiben Geschichts-Klitterung! Der Internet-Explorer EXAKT GAR NICHTS mit dem Erfolg des Internets zu tun!

    Als der IE den Windows-Benutzer aufgezwungen wurde gab eine Reihe von Web-Browsern. Manche Leute behaupten, MS hätte das Internet "um ein Haar verpasst", was ich nicht glaube. Vielmehr war MS mit "Microsoft Network" als direkter Konkurrenz zum Internet (mag man heute gar nicht mehr glauben ..) beschäftigt.

    Es wäre absurd gewesen, wenn sie einerseits ein Netz mit proprietären Standards hätten etablieren wollen und andererseits mit einem Internet-Explorer das Internet bei den Windows-Benutzern quasi gefördert hätten. IMO hat Gates irgendwann entschieden, dass er mit MSN nicht gegen das Internet ankommt und dann den Windows-Benutzern den IE zwangsverordnet. Und das erste, was der IE gemacht hat, war dann ja auch, die Web-Standards zu ignorieren, zu verwässern und zu versuchen, es mit eigenen, proprietären Features zu "erobern" ("optimized for Ienternet Explorer x.y").

    Das Stichwort lautet hier: "Embrace, Extend and Extinguish":
    http://de.wikipedia.org/w...

    Wenn Sie nur etwas aufmerksamer hin sehen stellen Sie fest, dass Microsoft exakt GAR NICHTS mit dem Erfolg des Internets zu tun hat. Im Gegenteil haben sie mit ihrem Monopol Standardisierungen erheblich erschwert, unser aller Fortschritt hin zu mehr Interoperabilität BIS HEUTE massiv behindert und verzögert und daran Milliarden verdient (bzw. erpresst ..).

    Y.S.

    Sie betreiben Geschichts-Klitterung! Der Internet-Explorer EXAKT GAR NICHTS mit dem Erfolg des Internets zu tun!

    Als der IE den Windows-Benutzer aufgezwungen wurde gab eine Reihe von Web-Browsern. Manche Leute behaupten, MS hätte das Internet "um ein Haar verpasst", was ich nicht glaube. Vielmehr war MS mit "Microsoft Network" als direkter Konkurrenz zum Internet (mag man heute gar nicht mehr glauben ..) beschäftigt.

    Es wäre absurd gewesen, wenn sie einerseits ein Netz mit proprietären Standards hätten etablieren wollen und andererseits mit einem Internet-Explorer das Internet bei den Windows-Benutzern quasi gefördert hätten. IMO hat Gates irgendwann entschieden, dass er mit MSN nicht gegen das Internet ankommt und dann den Windows-Benutzern den IE zwangsverordnet. Und das erste, was der IE gemacht hat, war dann ja auch, die Web-Standards zu ignorieren, zu verwässern und zu versuchen, es mit eigenen, proprietären Features zu "erobern" ("optimized for Ienternet Explorer x.y").

    Das Stichwort lautet hier: "Embrace, Extend and Extinguish":
    http://de.wikipedia.org/w...

    Wenn Sie nur etwas aufmerksamer hin sehen stellen Sie fest, dass Microsoft exakt GAR NICHTS mit dem Erfolg des Internets zu tun hat. Im Gegenteil haben sie mit ihrem Monopol Standardisierungen erheblich erschwert, unser aller Fortschritt hin zu mehr Interoperabilität BIS HEUTE massiv behindert und verzögert und daran Milliarden verdient (bzw. erpresst ..).

    Y.S.

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