Personenrätsel Lebensgeschichte
Als er ein Steppke von vier Jahren war, zogen seine Eltern mit ihm nach New York – der Traum seines Vaters, eines vor vielen Jahren aus Italien eingewanderten Friseurs. Ein Traum, der sich teilweise als Albtraum entpuppte, wie sich der weltberühmte Musiker erinnerte: »Es war ein gewalttätiges Viertel, voller Hunger und Wut. Ich wuchs mit Banden auf, die sich untereinander bekämpften, mit Diebstählen und Toten, jeden Tag.« Dennoch fand er hier die Atmosphäre, die ihn später zu seinen schönsten Kompositionen beflügeln sollte: »Die achte Straße, Elia Kazan, Gershwin…, die Bar an der Ecke…, das alles, die Gewalt und die Gefühle, die New York in sich birgt, sind in meiner Musik enthalten.«
Die Eltern – die Mutter arbeitete ebenfalls in einem Friseursalon – hatten das Talent ihres einzigen Sohnes früh erkannt. Sie engagierten einen Pianisten aus der Nachbarschaft, um ihm das Notenlesen beizubringen. »Meine Eltern verband mit ihm eine tiefe Freundschaft, in der Armut und Musik eine gemeinsame Sache war… Er war mein erster großer Lehrer. Er vermittelte mir die Liebe zu Bach und brachte mir bei, Musik mit Leidenschaft zu betreiben.« Da die kleine Familie kein Geld für den Unterricht hatte, »beschloss meine Mutter, ihn mit einem Topf Ravioli zu bezahlen«. Der Deal funktionierte prächtig: »Wir unterhielten uns über den Jazz, über die Ravioli… und über die Notwendigkeit, stundenlang zu üben, um Perfektion zu erreichen… Und ich spielte und spielte.« Das Instrument, das sein Markenzeichen werden sollte, hatte der Vater im Trödelladen erstanden und ihm zum achten Geburtstag geschenkt. Anfangs war der Junge enttäuscht gewesen, weil er sich Rollschuhe erhofft hatte, aber dann packte ihn der Ehrgeiz, das ungewöhnliche, fast ein wenig anarchistische Instrument beherrschen zu wollen.
Er war 15, als die Eltern New York wieder verließen und in jenes südlich gelegene Land zurückkehrten, das sie – wie viele europäische Auswanderer – als ihre Wahlheimat empfanden. Ein Glücksfall, denn hier begegnete dem Teenager jene musikalische Stilrichtung, die er dann auf eigene Art weiterentwickeln würde. Aber noch war es nicht so weit, vor allem den Traditionalisten klangen seine Stücke zu fremd, zu experimentell. Nachdem er einige Zeit als Stipendiat in Paris gelebt hatte, zog es ihn daher erneut nach New York.
Die Klubs, das multikulturelle Milieu – er war sich sicher, dass ihm hier der Durchbruch gelingen würde. Doch bis er die erhoffte Anerkennung bekam, brauchte es noch zwei Jahrzehnte, manchen Umzug und viele Weltreisen. In diversen Orchestern, mit wechselnden Ensembles ebnete er sich seinen Weg und ließ sich von überall inspirieren. »Ich höre Stockhausen, Strawinsky und Michael Jackson… das geht nicht spurlos an mir vorüber.« Heute gilt er als musikalischer Revolutionär. Das passt, schließlich nannte er Che Guevara als sein politisches Vorbild. Wer war’s?
Lösung aus Nr. 25:
Katharina von Medici (1519 bis 1589), die Tochter von Lorenzo II., stand unter der Vormundschaft ihrer Großonkel Papst Leo X. und Papst Clemens VII. Nach dem Sacco di Roma rebellierte Florenz gegen die Medici und hielt sie als Geisel. Auf den Friedensvertrag mit dem Papst hin belagerte Karl V. die Stadt, Katharina wurde nach Rom gebracht und 1533 mit Franz I. verheiratet. HeinrichII. wurde 1547 König von Frankreich, nach seinem Tod 1559 regierten in ihrem Schatten nacheinander drei ihrer Söhne. Die Hugenottenkriege, in denen sie immer wieder zu vermitteln versuchte, fanden einen schrecklichen Höhepunkt in der »Bartholomäusnacht«. Auslöser war das Attentat auf Admiral Coligny, dessen Einfluss auf ihren Sohn Karl IX. sie als bedrohlich empfand
- Datum 21.06.2010 - 12:48 Uhr
- Quelle ZEITmagazin, 24.06.2010 Nr. 26
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