Laser-Technik Ein Fünkchen Sonne
Der stärkste Laser der Welt soll in Kalifornien ein Sternenfeuer zünden. Fusionsforscher versprechen, dass es erstmals mehr Energie liefert, als hineingesteckt wurde. Doch das ist fragwürdig.
© Tony Avelar/Bloomberg News/Getty Images

Heiß wie in einem Stern wird es in der Zielkammer, wenn 192 Laserstrahlen in ihre Mitte zielen
Die Zündung rückt näher. In den nächsten Monaten soll in Kalifornien ein neuer Stern aufleuchten. Und zwar so: 192 Laserstrahlen heizen ein Kügelchen, klein wie ein Pfefferkorn, in der National Ignition Facility (NIF) in Berkeley auf mehr als 100 Millionen Grad Celsius auf. Eine gewaltige Druckwelle durchläuft den Krümel, so heftig, dass seine Atomkerne verschmelzen. Das Fusionsfeuer ist entfacht. Für einen kurzen Augenblick, dann erlischt es.
Es wird eines der spektakulärsten physikalischen Experimente der vergangenen Jahrzehnte, die Kalifornier feiern es schon jetzt. »Das Großartige an unserem Versuch ist«, sagt Ed Moses, der Leiter der NIF, »dass wir mehr Energie herausbekommen, als wir hineinstecken.« Damit würde die US-Institution einen Meilenstein der Fusionsforschung setzen: den lang ersehnten Break-even – erstmals wäre die Energiebilanz positiv. Von 2020 an soll auf demselben Prinzip auch ein internationales Projekt in Europa fußen, High Power Laser Energy Research (Hiper). Gegenwärtig ringen die Europäer aber noch mit Milliardenlöchern im Budget des konkurrierenden Fusionsreaktors Iter , der mit ganz anderer Technik diese Energiequelle anzapfen soll.
Das Experiment in Kalifornien gilt als würdiges Geburtstagsfeuerwerk für den Laser. Vor 50 Jahren, im Mai 1960, beleuchtete Theodore Maiman in den Hughes Research Laboratories in Malibu, einige Hundert Kilometer südlich der NIF, einen Rubinstab mit einem Blitzlicht. Daraufhin begann der Rubin selbst zu leuchten – Maiman hatte den ersten Laserstrahl erzeugt. Am 7. Juli 1960 präsentierte er die roten Lichtblitze der Weltöffentlichkeit. Lange wusste niemand etwas mit der neuen Lichtquelle anzufangen, dann veränderte sie die Welt. Heute lesen Milliarden von Lasern Daten oder schweißen Autos zusammen. Die NIF ist die bisherige Krönung dieser Entwicklung, mit dem ersten Megajoule-Laser. Für einige Milliardstelsekunden übertrifft der Energiefluss in das Zielkörnchen den globalen Stromverbrauch um das 50-Fache.
Sehen Sie in unserer Grafik, wie das Prinzip der Laserfusion funktioniert.
Paradoxerweise soll das dann noch viel mehr Energie freisetzen. Bei der Jahrestagung des US-Wissenschaftsverbandes AAAS im Februar in San Diego schwärmte Ed Moses von einer »unerschöpflichen, kohlendioxidfreien, geopolitisch neutralen Energiequelle«. Und von Wasserstoff als Brennmaterial, dem häufigsten Element des Universums, mit 150 Litern Wasser könne man »eine Millionenstadt für ein Jahr mit Strom versorgen«.
An der NIF herrscht Erfolgsdruck. Mitte der neunziger Jahre genehmigt, sollte sie ursprünglich 1,3 Milliarden Dollar kosten und 2003 einsatzbereit sein. Jetzt wurde sie endlich fertig – für fünf Milliarden Dollar. Diese größte je gebaute optische Versuchsanlage, idyllisch gelegen inmitten von Weinbergen an der San Francisco Bay, füllt eine kathedralengroße Halle.
Den meisten Raum nimmt ein ausgeklügeltes Labyrinth von Spiegeln und optischen Weichen ein, in dem das Laserlicht in 192 Teilstrahlen zerlegt und millionen- bis milliardenfach verstärkt wird. In der zehn Meter großen Zielkammer laufen alle Strahlen wieder zusammen, ihre Energie prallt auf das zwei Millimeter kleine, mit Wasserstoff angereicherte Ziel, gehalten von einem Roboterarm. Die Detonation sprengt die äußere Hülle des Kügelchens (Pellet) und presst sein Inneres mit einem gigantischen Druck zusammen.
Um Strom zu erzeugen, müsste man die Technik dramatisch verbessern
»Unser Experiment zeigt, dass Fusion wissenschaftlich möglich ist«, sagt Moses bewusst vorsichtig. Rein theoretisch wäre mit dem Break-even der entscheidende Schritt zur Nutzung der Fusionsenergie getan: warum nicht die gewonnene Energie zurück in den Laser speisen und so einen Kreislauf schließen, der von selbst Energie abwirft?
In der Fusionsforschung scheitert die schöne Theorie rasch an der harten Praxis. Der bevorstehende Break-even bezieht sich nur auf die Reaktion selbst: Zwar wird beim Knall im Inneren des Pellets mehr Energie frei, als der Laser hineingepumpt hat. Aber insgesamt frisst die Maschine noch viel mehr Energie, als sie abwirft. »Die NIF ist ein wunderbares Experiment«, sagt Steven Cowley, Direktor des Culham Centre for Fusion Energy in England, »aber es ist irreführend, von einer positiven Energiebilanz zu sprechen. Der Laser braucht 400 Megajoule Energie, um einen Lichtblitz von 1,8 Megajoule zu erzeugen.«
Auch der angeblich unerschöpfliche Vorrat an Wasserstoff ist nicht leicht zu erzeugen. Die NIF funktioniert, wie alle Fusionsreaktoren, nicht mit einfachem Wasserstoff, sondern mit seinen schweren Isotopen Deuterium und Tritium, die sich leichter verschmelzen lassen (siehe Grafik). Besonders Tritium ist Mangelware. Ein Kraftwerk würde es kiloweise verbrauchen. Aber das natürliche Vorkommen auf der Erde liegt unter zwei Kilogramm. Tritium müsste künstlich in Brutreaktoren erzeugt werden. Mit heutiger Technik kostet das zig Millionen Euro pro Kilogramm.
Ein sehr spezielles Problem ist zudem noch die Fertigung der Pellets. Damit sie gleichmäßig implodieren, müssen sie auf den Mikrometer genau rund sein. An der NIF will man die Pellets selbst herstellen, aber nicht verraten, wie teuer das wird. Andere Experten schätzen den Preis auf rund eine Million Dollar – pro Stück. Für einen wirtschaftlichen Betrieb müsste er auf ein paar Cent sinken. Denn in einem echten Kraftwerk müsste der Laser wie ein Maschinengewehr Hunderte Male pro Sekunde feuern. Das jetzige System schafft allenfalls einen Schuss pro Tag.
Der Riesenlaser kann auch Explosionen von Wasserstoffbomben simulieren
Die Experimentatoren in Berkeley tasten sich Schritt für Schritt an ihren historischen Versuch heran. So haben sie ihren Laser zunächst ausgiebig getestet und auch schon ein paar Kügelchen zerschossen. Jetzt fahren sie allmählich die Leistung ihrer Lichtkanone hoch. Noch in diesem Jahr, spätestens im nächsten soll dann der Break-even gelingen. Auch Moses weiß, dass dessen Bedeutung eher symbolisch ist. Entsprechend betont er den Wert der Maschine für die Grundlagenforschung. Etwa um Sternexplosionen im Labor nachzuspielen.
Den größten Nutzen von der NIF kann sich allerdings eine Gruppe versprechen, die lieber im Schatten arbeitet: die Bombenbauer des US-Militärs. Das Lawrence Livermore National Laboratory , die Mutterinstitution der NIF, ist eine Hochburg der Waffenforschung. Dort wurden viele amerikanische Atombomben entwickelt. Auch der ursprüngliche Zweck der NIF war alles andere als friedlich: Der US-Kongress genehmigte sie als Reaktion auf das internationale Kernwaffenteststopp-Abkommen. Der Riesenlaser von Berkeley kann nicht nur die Explosionen von Sternen simulieren, sondern auch die von Wasserstoffbomben.
Die gelieferte Energie ist bisher nicht nur zu schwach, sie kommt auch noch in einer ungünstigen Form angeflogen, nämlich in einem Schwall von Neutronen. Wie der Name schon sagt, sind diese elektrisch neutral – und deshalb nur umständlich und verlustreich in Strom umzuwandeln. Fusionsverfechter wollen mit den Neutronen flüssiges Salz aufheizen, das wiederum Dampfturbinen befeuern könnte. Doch der Neutronenregen ist nicht nur nützlich, sondern auch schädlich. So macht er massiven Stahl spröde und radioaktiv.
All dies kann die Verheißung von der Kernfusion nicht trüben. Zu verführerisch, zu einleuchtend, schlicht gut verkäuflich klingt diese Idee: sich die stärkste aller Naturkräfte, welche die Atomkerne zusammenhält, nutzbar zu machen; sie einfach wirken zu lassen und die dabei frei werdende Energie abzuschöpfen.
Aber da ist eben ein gewaltiger Haken: Bevor zwei Atomkerne sich so nahe kommen können, dass die Kernkraft sie verschmilzt, stoßen sie sich wegen ihrer positiven Ladungen ab. Um das Fusionsfeuer zu zünden, muss man die elektrische Barriere überwinden – mit brachialer Gewalt. Nur im Inneren der Sonne und anderer Sterne sind Druck und Hitze groß genug, um Atomkerne bis zur Fusion zusammenzuzwängen. Entfacht man einen kleinen Stern auf der Erde, geht es also um nichts Geringeres als darum, ihn unter Kontrolle zu halten – ohne sich zu verbrennen.
- Datum 25.06.2010 - 16:00 Uhr
- Seite 1 | 2 | Auf mehreren Seiten lesen
- Quelle DIE ZEIT, 24.06.2010 Nr. 26
- Kommentare 15
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:









Die Geschichte der Technik lehrt, daß stets die einfachsten, am leichtesten umzusetzenden Technologien und Architekturen gewinnen. Ein derart kompliziertes Gebilde wie ein Fusionsreaktor, das so schwer zu steuern ist und so massive Anfangsinvestitionen benötigt, ist schlichtweg zum Scheitern verurteilt. Damit soll nicht gesagt sein, daß sich mit dem beschriebenen oder dem ITER-Projekt keine wertvollen Erkenntnisse in der Physik gewinnen ließen - aber praxistauglich werden derartig filigrane Monster nicht werden.
Außerdem brauchen wir gar keine Kernfusion auf der Erde. Wir haben sie schon längst. Tag für Tag liefert uns die Sonne Milliarden von Gigawatt direkt auf unsere Felder, Dächer, Köpfe und Autos. Warum tun wir uns so schwer, einfache Techniken zu entwickeln, die diesen Überfluß anzapfen? Kollektoren kann man mit den allereinfachsten Mitteln bauen, niemand wird dabei verstrahlt, es sind keine speziellen, höchst seltenen Substanzen notwendig... Ich gebe Desertec weit mehr Chancen als der Kernfusionsforschung.
Unsinn.
"Die Geschichte der Technik lehrt, daß stets die einfachsten, am leichtesten umzusetzenden Technologien und Architekturen gewinnen."
Nach dieser Logik gäbe es niemals neue, kompliziertere Technologie. Computer scheinen zu funktionieren. Jumbo-jets ebenfalls. Weiland funktionierte die Saturn 5 und inzwischen funktioniert der LHC. Warum sollte ausgerechnet die Kernfusion nicht funktionieren? Gerade die Sonne stellt ja ein Beispiel dar, in dem es funktioniert.
Weiterhin: Weshalb sollte man nun keinen Fusionsreaktor bauen? Man muss ihn nicht zur Energiegewinnung verwenden, wenn es bessere Alternativen gibt. Als Forschungsobjekt eignet er sich aber allemal.
Unsinn.
"Die Geschichte der Technik lehrt, daß stets die einfachsten, am leichtesten umzusetzenden Technologien und Architekturen gewinnen."
Nach dieser Logik gäbe es niemals neue, kompliziertere Technologie. Computer scheinen zu funktionieren. Jumbo-jets ebenfalls. Weiland funktionierte die Saturn 5 und inzwischen funktioniert der LHC. Warum sollte ausgerechnet die Kernfusion nicht funktionieren? Gerade die Sonne stellt ja ein Beispiel dar, in dem es funktioniert.
Weiterhin: Weshalb sollte man nun keinen Fusionsreaktor bauen? Man muss ihn nicht zur Energiegewinnung verwenden, wenn es bessere Alternativen gibt. Als Forschungsobjekt eignet er sich aber allemal.
Unsinn.
"Die Geschichte der Technik lehrt, daß stets die einfachsten, am leichtesten umzusetzenden Technologien und Architekturen gewinnen."
Nach dieser Logik gäbe es niemals neue, kompliziertere Technologie. Computer scheinen zu funktionieren. Jumbo-jets ebenfalls. Weiland funktionierte die Saturn 5 und inzwischen funktioniert der LHC. Warum sollte ausgerechnet die Kernfusion nicht funktionieren? Gerade die Sonne stellt ja ein Beispiel dar, in dem es funktioniert.
Weiterhin: Weshalb sollte man nun keinen Fusionsreaktor bauen? Man muss ihn nicht zur Energiegewinnung verwenden, wenn es bessere Alternativen gibt. Als Forschungsobjekt eignet er sich aber allemal.
Computer und Düsenflugzeuge haben sich deshalb durchgesetzt, weil sie in ihrem Bereich alternativlos sind. Es gibt keine anderen Möglichkeiten, so schnell komplexe Aufgaben zu bewältigen als den "komplizierten" Computer (so kompliziert ist der eigentlich gar nicht, die Logik ist immer die gleiche). Es gibt keine anderen Möglichkeiten, derart schnell derart viele Menschen über derart große Strecken zu transportieren als den Düsenjet. Wo Technologien keine Alternativen haben, nimmt man auch notgedrungen hohe Komplexität in Kauf. Wo es hingegen die Wahl gibt, entscheidet man sich langfristig für die einfachste Lösung. Bei der Energiegewinnung gibt es jede Menge Alternativen. Die Einfachste und am weitesten verbreitetste bisher ist die Verbrennung fossiler Ressourcen. Noch viel einfacher ist das Auffangen von Sonnenenergie mittels Kollektoren.
Computer und Düsenflugzeuge haben sich deshalb durchgesetzt, weil sie in ihrem Bereich alternativlos sind. Es gibt keine anderen Möglichkeiten, so schnell komplexe Aufgaben zu bewältigen als den "komplizierten" Computer (so kompliziert ist der eigentlich gar nicht, die Logik ist immer die gleiche). Es gibt keine anderen Möglichkeiten, derart schnell derart viele Menschen über derart große Strecken zu transportieren als den Düsenjet. Wo Technologien keine Alternativen haben, nimmt man auch notgedrungen hohe Komplexität in Kauf. Wo es hingegen die Wahl gibt, entscheidet man sich langfristig für die einfachste Lösung. Bei der Energiegewinnung gibt es jede Menge Alternativen. Die Einfachste und am weitesten verbreitetste bisher ist die Verbrennung fossiler Ressourcen. Noch viel einfacher ist das Auffangen von Sonnenenergie mittels Kollektoren.
Computer und Düsenflugzeuge haben sich deshalb durchgesetzt, weil sie in ihrem Bereich alternativlos sind. Es gibt keine anderen Möglichkeiten, so schnell komplexe Aufgaben zu bewältigen als den "komplizierten" Computer (so kompliziert ist der eigentlich gar nicht, die Logik ist immer die gleiche). Es gibt keine anderen Möglichkeiten, derart schnell derart viele Menschen über derart große Strecken zu transportieren als den Düsenjet. Wo Technologien keine Alternativen haben, nimmt man auch notgedrungen hohe Komplexität in Kauf. Wo es hingegen die Wahl gibt, entscheidet man sich langfristig für die einfachste Lösung. Bei der Energiegewinnung gibt es jede Menge Alternativen. Die Einfachste und am weitesten verbreitetste bisher ist die Verbrennung fossiler Ressourcen. Noch viel einfacher ist das Auffangen von Sonnenenergie mittels Kollektoren.
Nun ja, zur Zeit mag ein Haufen Sonnenkollektoren genug sein (können), sofern man genug Halbleitermaterial zusammenbekommt, aber vor ein paar hundert Jahren war man auch ohne Strom zufrieden. Es wird schon noch eine Zeit kommen, in der man den Grundsteinlegern und Vorvätern dafür dankt, unkonventionelle Wege gegangen zu sein (wie wir das im Übrigen heutzutage auch tun, siehe Paradebeispiel Einstein, wo doch seine Theorien viel zu kompliziert waren, man hätte es doch einfacher haben können).
Übrigens ist die Idee der Kernfusion so kompliziert auch nicht auszudrücken: Solange man zwei Atomerne zusammenpresst, wird - solange das Endprodukt mindestens so schwer wie Eisen ist - Energie frei, denn eben jenes Endprodukt ist leichter als die Summe der Ausgangsstoffe; der Masseüberschuss zerstrahlt als Energie (Stichwort Massendefekt).
________________
Weiterhin eine kleine Bemerkung zum Artikel - es wird beschrieben, dass das Neutronenfeuer, das bei der Reaktion entsteht, die Kammer korrodiert und radioaktiv verseucht. Hierzu hat man schon Ideen, denn der Effekt funktioniert auch rückwärts: Radioaktive Stoffe können durch Neutronenbeschuss neutralisiert werden. Man denkt darüber nach, die Kammer mit in Glas eingelassene radioaktive Abfälle auszukleiden.
Die Technologien erscheinen heute alternativlos, bevor sie funktionierten, war das aber nicht klar. Wenn Fusionsreaktoren gut funktionieren, liefern sie uns billiger, zuverlässiger und unabhängiger Energie, als andere Energiequellen, in diesem Sinne sind sie auch alternativlos.
Fosile Energien müssen wir ohnehin nicht diskutieren, sie gehen zur Neige, können den wachsenden Energiebedarf nicht decken, führen zu politischen Abhängigkeiten und schaden auch noch der Umwelt. Regenerative Energiequellen beginnen so langsam, zu funktionieren. Damit wird aber Energie wahrscheinlich teurer, man wird damit bis auf weiteres nicht 100% des Bedarfs decken, wenn es gut läuft, vielleicht 60%. Sie sind mit politischen Problemen (Sonnenkraftwerke in der Wüste), Umweltproblemen (Küstennahe Windkraftwerke) verbunden und die verfügbaren Standorte sind auch begrenzt. Außerdem sind auch bereits Mrd. an Subventionen geflossen, bis diese Technologie so gut funktionierte, wie sie das heute tut.
Prinzipiell hängt unser gesamter Lebensstandard an der Verfügbarkeit von Energie, daher kann man davon eigentlich nie zu viel zu günstig haben.
Für ein globales Projekt sind die 15 Mrd. auch nicht so wahnsinnig teuer, die Entwicklung des A380 hat z.B. schon allein 11 Mrd verschlungen.
Natürlich muss das Konzept signifikate Vorteile gegenüber anderen Technologien haben, damit sie sich durchsetzt. Das ist aber bis jetzt kaum abschätzbar.
Nun ja, zur Zeit mag ein Haufen Sonnenkollektoren genug sein (können), sofern man genug Halbleitermaterial zusammenbekommt, aber vor ein paar hundert Jahren war man auch ohne Strom zufrieden. Es wird schon noch eine Zeit kommen, in der man den Grundsteinlegern und Vorvätern dafür dankt, unkonventionelle Wege gegangen zu sein (wie wir das im Übrigen heutzutage auch tun, siehe Paradebeispiel Einstein, wo doch seine Theorien viel zu kompliziert waren, man hätte es doch einfacher haben können).
Übrigens ist die Idee der Kernfusion so kompliziert auch nicht auszudrücken: Solange man zwei Atomerne zusammenpresst, wird - solange das Endprodukt mindestens so schwer wie Eisen ist - Energie frei, denn eben jenes Endprodukt ist leichter als die Summe der Ausgangsstoffe; der Masseüberschuss zerstrahlt als Energie (Stichwort Massendefekt).
________________
Weiterhin eine kleine Bemerkung zum Artikel - es wird beschrieben, dass das Neutronenfeuer, das bei der Reaktion entsteht, die Kammer korrodiert und radioaktiv verseucht. Hierzu hat man schon Ideen, denn der Effekt funktioniert auch rückwärts: Radioaktive Stoffe können durch Neutronenbeschuss neutralisiert werden. Man denkt darüber nach, die Kammer mit in Glas eingelassene radioaktive Abfälle auszukleiden.
Die Technologien erscheinen heute alternativlos, bevor sie funktionierten, war das aber nicht klar. Wenn Fusionsreaktoren gut funktionieren, liefern sie uns billiger, zuverlässiger und unabhängiger Energie, als andere Energiequellen, in diesem Sinne sind sie auch alternativlos.
Fosile Energien müssen wir ohnehin nicht diskutieren, sie gehen zur Neige, können den wachsenden Energiebedarf nicht decken, führen zu politischen Abhängigkeiten und schaden auch noch der Umwelt. Regenerative Energiequellen beginnen so langsam, zu funktionieren. Damit wird aber Energie wahrscheinlich teurer, man wird damit bis auf weiteres nicht 100% des Bedarfs decken, wenn es gut läuft, vielleicht 60%. Sie sind mit politischen Problemen (Sonnenkraftwerke in der Wüste), Umweltproblemen (Küstennahe Windkraftwerke) verbunden und die verfügbaren Standorte sind auch begrenzt. Außerdem sind auch bereits Mrd. an Subventionen geflossen, bis diese Technologie so gut funktionierte, wie sie das heute tut.
Prinzipiell hängt unser gesamter Lebensstandard an der Verfügbarkeit von Energie, daher kann man davon eigentlich nie zu viel zu günstig haben.
Für ein globales Projekt sind die 15 Mrd. auch nicht so wahnsinnig teuer, die Entwicklung des A380 hat z.B. schon allein 11 Mrd verschlungen.
Natürlich muss das Konzept signifikate Vorteile gegenüber anderen Technologien haben, damit sie sich durchsetzt. Das ist aber bis jetzt kaum abschätzbar.
Nun ja, zur Zeit mag ein Haufen Sonnenkollektoren genug sein (können), sofern man genug Halbleitermaterial zusammenbekommt, aber vor ein paar hundert Jahren war man auch ohne Strom zufrieden. Es wird schon noch eine Zeit kommen, in der man den Grundsteinlegern und Vorvätern dafür dankt, unkonventionelle Wege gegangen zu sein (wie wir das im Übrigen heutzutage auch tun, siehe Paradebeispiel Einstein, wo doch seine Theorien viel zu kompliziert waren, man hätte es doch einfacher haben können).
Übrigens ist die Idee der Kernfusion so kompliziert auch nicht auszudrücken: Solange man zwei Atomerne zusammenpresst, wird - solange das Endprodukt mindestens so schwer wie Eisen ist - Energie frei, denn eben jenes Endprodukt ist leichter als die Summe der Ausgangsstoffe; der Masseüberschuss zerstrahlt als Energie (Stichwort Massendefekt).
________________
Weiterhin eine kleine Bemerkung zum Artikel - es wird beschrieben, dass das Neutronenfeuer, das bei der Reaktion entsteht, die Kammer korrodiert und radioaktiv verseucht. Hierzu hat man schon Ideen, denn der Effekt funktioniert auch rückwärts: Radioaktive Stoffe können durch Neutronenbeschuss neutralisiert werden. Man denkt darüber nach, die Kammer mit in Glas eingelassene radioaktive Abfälle auszukleiden.
Die Technologien erscheinen heute alternativlos, bevor sie funktionierten, war das aber nicht klar. Wenn Fusionsreaktoren gut funktionieren, liefern sie uns billiger, zuverlässiger und unabhängiger Energie, als andere Energiequellen, in diesem Sinne sind sie auch alternativlos.
Fosile Energien müssen wir ohnehin nicht diskutieren, sie gehen zur Neige, können den wachsenden Energiebedarf nicht decken, führen zu politischen Abhängigkeiten und schaden auch noch der Umwelt. Regenerative Energiequellen beginnen so langsam, zu funktionieren. Damit wird aber Energie wahrscheinlich teurer, man wird damit bis auf weiteres nicht 100% des Bedarfs decken, wenn es gut läuft, vielleicht 60%. Sie sind mit politischen Problemen (Sonnenkraftwerke in der Wüste), Umweltproblemen (Küstennahe Windkraftwerke) verbunden und die verfügbaren Standorte sind auch begrenzt. Außerdem sind auch bereits Mrd. an Subventionen geflossen, bis diese Technologie so gut funktionierte, wie sie das heute tut.
Prinzipiell hängt unser gesamter Lebensstandard an der Verfügbarkeit von Energie, daher kann man davon eigentlich nie zu viel zu günstig haben.
Für ein globales Projekt sind die 15 Mrd. auch nicht so wahnsinnig teuer, die Entwicklung des A380 hat z.B. schon allein 11 Mrd verschlungen.
Natürlich muss das Konzept signifikate Vorteile gegenüber anderen Technologien haben, damit sie sich durchsetzt. Das ist aber bis jetzt kaum abschätzbar.
Richtig. Energie ist unsere Droge. Ein Luxusgut, das uns alle Bequemlichkeiten erst ermöglicht, die in den letzten paar tausend Jahren erfunden worden sind. Angefangen bei der warmen Mahlzeit über die Herstellung von Bekleidung bis hin zur lichtschnellen Datenkommunikation. Je mehr Menschen an dieser Bequemlichkeit teilhaben wollen, desto mehr Energie muß weltweit aufgewendet werden.
Daß aber ausgerechnet Fusionsreaktoren diese Energie unabhängiger liefern können als andere Verfahren, halte ich für ausgesprochen fraglich. Wie in dem Artikel schon beschrieben, wird Tritium benötigt. Nur wer die Ressourcen hat, dieses herzustellen, wird auch Kernfusion betreiben können. Desweiteren sind Bau und Betrieb von Fusionsreaktoren derart wissensintensiv, daß das Know How zum Bau eines wirklich effizenten Reaktors wahrscheinlich früher oder später als Patent daherkommen wird. Das sich vielleicht in den Händen eines Ex-Öl-Konzerns befindet, weil der die Mittel hatte, es zu kaufen. Von unabhängiger Technologie kann da bei weitem nicht die Rede sein. Unabhängig wäre aber die Energiegewinnung per Sonnenkollektor. Jedes Kind weiß oder kann einfach erfahren, dass sich Wasser auf einer dunklen, von der Sonne beleuchteten Oberfläche erwärmt. Prinzipiell könnte überall auf der Welt ohne besondere Hilfsmittel oder irgendwelche Experten auf diese Weise Energiegewinnung betrieben werden. Wenn man nur genug Kollektoren baute. In der Praxis haben die Wüstenländer den entscheidenten Vorteil.
Richtig. Energie ist unsere Droge. Ein Luxusgut, das uns alle Bequemlichkeiten erst ermöglicht, die in den letzten paar tausend Jahren erfunden worden sind. Angefangen bei der warmen Mahlzeit über die Herstellung von Bekleidung bis hin zur lichtschnellen Datenkommunikation. Je mehr Menschen an dieser Bequemlichkeit teilhaben wollen, desto mehr Energie muß weltweit aufgewendet werden.
Daß aber ausgerechnet Fusionsreaktoren diese Energie unabhängiger liefern können als andere Verfahren, halte ich für ausgesprochen fraglich. Wie in dem Artikel schon beschrieben, wird Tritium benötigt. Nur wer die Ressourcen hat, dieses herzustellen, wird auch Kernfusion betreiben können. Desweiteren sind Bau und Betrieb von Fusionsreaktoren derart wissensintensiv, daß das Know How zum Bau eines wirklich effizenten Reaktors wahrscheinlich früher oder später als Patent daherkommen wird. Das sich vielleicht in den Händen eines Ex-Öl-Konzerns befindet, weil der die Mittel hatte, es zu kaufen. Von unabhängiger Technologie kann da bei weitem nicht die Rede sein. Unabhängig wäre aber die Energiegewinnung per Sonnenkollektor. Jedes Kind weiß oder kann einfach erfahren, dass sich Wasser auf einer dunklen, von der Sonne beleuchteten Oberfläche erwärmt. Prinzipiell könnte überall auf der Welt ohne besondere Hilfsmittel oder irgendwelche Experten auf diese Weise Energiegewinnung betrieben werden. Wenn man nur genug Kollektoren baute. In der Praxis haben die Wüstenländer den entscheidenten Vorteil.
Richtig. Energie ist unsere Droge. Ein Luxusgut, das uns alle Bequemlichkeiten erst ermöglicht, die in den letzten paar tausend Jahren erfunden worden sind. Angefangen bei der warmen Mahlzeit über die Herstellung von Bekleidung bis hin zur lichtschnellen Datenkommunikation. Je mehr Menschen an dieser Bequemlichkeit teilhaben wollen, desto mehr Energie muß weltweit aufgewendet werden.
Daß aber ausgerechnet Fusionsreaktoren diese Energie unabhängiger liefern können als andere Verfahren, halte ich für ausgesprochen fraglich. Wie in dem Artikel schon beschrieben, wird Tritium benötigt. Nur wer die Ressourcen hat, dieses herzustellen, wird auch Kernfusion betreiben können. Desweiteren sind Bau und Betrieb von Fusionsreaktoren derart wissensintensiv, daß das Know How zum Bau eines wirklich effizenten Reaktors wahrscheinlich früher oder später als Patent daherkommen wird. Das sich vielleicht in den Händen eines Ex-Öl-Konzerns befindet, weil der die Mittel hatte, es zu kaufen. Von unabhängiger Technologie kann da bei weitem nicht die Rede sein. Unabhängig wäre aber die Energiegewinnung per Sonnenkollektor. Jedes Kind weiß oder kann einfach erfahren, dass sich Wasser auf einer dunklen, von der Sonne beleuchteten Oberfläche erwärmt. Prinzipiell könnte überall auf der Welt ohne besondere Hilfsmittel oder irgendwelche Experten auf diese Weise Energiegewinnung betrieben werden. Wenn man nur genug Kollektoren baute. In der Praxis haben die Wüstenländer den entscheidenten Vorteil.
Unsere gesamte Technologie heute ist enorm Wissensintensiv und benötigt oft Kenntnisse der modernen Physik. Auch tatsächlich funktionierende Windkraftwerke oder Sonnenkollektoren sind nicht einfach. Da steckt enorm viel Wissen in Flügeln, Generatoren, Reflektoren, ...
Das Tirtium soll im Fusionsreaktor erzeugt werden, das will man mit Iter unter anderem erproben.
Patente sind auch nicht wirklich ein Argument, patentieren kann man auch sehr viel einfachere Inovationen. Heutige Windräder dürften von unzähligen Patentansprüchen betroffen sein. Sollten Patente uns wirklich daran hindern, sollten wir vielleicht auch unser Rechtssystem in diesem Punkt etwas weiter entwickeln.
Mit Sonnenkollektoren, die man einfach so ohne Expertenwissen baut, gewinnt man nicht ernsthaft Energie. Solche Bastellösungen reichen je nach Ort und Jahreszeit für ein bisschen warmes Wasser.
Unsere gesamte Technologie heute ist enorm Wissensintensiv und benötigt oft Kenntnisse der modernen Physik. Auch tatsächlich funktionierende Windkraftwerke oder Sonnenkollektoren sind nicht einfach. Da steckt enorm viel Wissen in Flügeln, Generatoren, Reflektoren, ...
Das Tirtium soll im Fusionsreaktor erzeugt werden, das will man mit Iter unter anderem erproben.
Patente sind auch nicht wirklich ein Argument, patentieren kann man auch sehr viel einfachere Inovationen. Heutige Windräder dürften von unzähligen Patentansprüchen betroffen sein. Sollten Patente uns wirklich daran hindern, sollten wir vielleicht auch unser Rechtssystem in diesem Punkt etwas weiter entwickeln.
Mit Sonnenkollektoren, die man einfach so ohne Expertenwissen baut, gewinnt man nicht ernsthaft Energie. Solche Bastellösungen reichen je nach Ort und Jahreszeit für ein bisschen warmes Wasser.
Unsere gesamte Technologie heute ist enorm Wissensintensiv und benötigt oft Kenntnisse der modernen Physik. Auch tatsächlich funktionierende Windkraftwerke oder Sonnenkollektoren sind nicht einfach. Da steckt enorm viel Wissen in Flügeln, Generatoren, Reflektoren, ...
Das Tirtium soll im Fusionsreaktor erzeugt werden, das will man mit Iter unter anderem erproben.
Patente sind auch nicht wirklich ein Argument, patentieren kann man auch sehr viel einfachere Inovationen. Heutige Windräder dürften von unzähligen Patentansprüchen betroffen sein. Sollten Patente uns wirklich daran hindern, sollten wir vielleicht auch unser Rechtssystem in diesem Punkt etwas weiter entwickeln.
Mit Sonnenkollektoren, die man einfach so ohne Expertenwissen baut, gewinnt man nicht ernsthaft Energie. Solche Bastellösungen reichen je nach Ort und Jahreszeit für ein bisschen warmes Wasser.
"Solche Bastellösungen reichen je nach Ort und Jahreszeit für ein bisschen warmes Wasser."
Da gebe ich Ihnen zwar recht, allerdings könnte es sein, dass und dezentrale und standortangepasste Energiegewinnung in dieser Frage uU den Hintern rettet...
"Solche Bastellösungen reichen je nach Ort und Jahreszeit für ein bisschen warmes Wasser."
Da gebe ich Ihnen zwar recht, allerdings könnte es sein, dass und dezentrale und standortangepasste Energiegewinnung in dieser Frage uU den Hintern rettet...
"Solche Bastellösungen reichen je nach Ort und Jahreszeit für ein bisschen warmes Wasser."
Da gebe ich Ihnen zwar recht, allerdings könnte es sein, dass und dezentrale und standortangepasste Energiegewinnung in dieser Frage uU den Hintern rettet...
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren