Will.I.Am "Ist das wirklich mein Leben?"
Der Rapper Will.I.Am aus einem Armenviertel von L.A. kann kaum glauben, wie gut es ihm geht. Er hat mit Michael Jackson Musik gemacht, und Al Gore liest ihm Gedichte vor.
Ich wuchs allein mit meiner Mutter in Boyle Heights auf, einer der ärmsten Gegenden von Los Angeles. Ich kenne meinen Vater nicht. Boyle Heights ist fast komplett mexikanisch. Es gab dort damals nur zwei schwarze Familien. Eines Tages wurde fast vor unserer Haustür das Video für Michael Jacksons Thriller gedreht. Alle meine Freunde gingen hin. Meine Mutter verbot es mir. Sie erlaubte mir viele Dinge nicht. Sie tat das, um mich zu beschützen. Sie wusste, dass meine Freunde am nächsten Tag etwas zu erzählen hatten und dass ich außen vor stehen würde. Sie fühlte sich bestimmt nicht gut dabei.
der 1975 als William James Adams jr. in Los Angeles geborene Musiker ist Rapper, Komponist und Kopf der Black Eyed Peas, einer der derzeit erfolgreichsten US-Popgruppen. Außerdem produzierte er zahlreiche Hits für andere Musiker, auch für Michael Jackson, dessen Todestag sich am 25. Juni zum ersten Mal jährt
Als ich sieben Jahre alt war, entschied sie, mich auf eine internationale Highschool in Pacific Palisades zu schicken, eine Stunde Busfahrt hin und eine wieder zurück. Meine Mutter hat mich auf eine Reise geschickt, auf der ich mich bis heute befinde. Und dann kam Apl zu uns. Apl heißt eigentlich Allan und stammt von den Philippinen. Apl wurde adoptiert. Er kam aus Manila, nach einem 18stündigen Flug, direkt in unser Haus. Apls Eltern waren Reisbauern, die mit dem Büffel übers Feld zogen. Meine Mutter hatte damals keinen Job, also passte sie auf Kinder auf, auch für Apls Adoptiveltern. Apl sprach kein Wort Englisch. Wenn wir schlafen gingen, weinte er oft vor Heimweh. Die einzige Art, wie wir die Zeit rumbringen konnten, war, Musik zu hören. Also hörten wir Hip-Hop und tanzten dazu. In der 11. Klasse unterschrieben Apl und ich unseren ersten Plattenvertrag.
Später hatte ich Gelegenheit, mehrere Jahre mit Michael Jackson zu arbeiten. Wir wurden Freunde. Ich sagte zu ihm: »Weißt du noch, wo du Thriller gedreht hast? Das war in meinem Viertel. Alle meine Freunde haben zugeschaut, nur ich durfte nicht.« Darauf sagte Michael: »Wenn deine Mutter dir damals erlaubt hätte, zu Thriller zu gehen, dann würdest du vielleicht nicht mit mir hier sitzen.« Ich dachte: Wow! Das stimmt. Warum sitzen die Jungs, mit denen ich aufwuchs, im Gefängnis oder nehmen Drogen oder sind tot? Manchmal erscheint mir das alles wie ein Traum: Ist das wirklich mein Leben? Zum Beispiel war ich einmal in Las Vegas, und Michael rief an: »Hey, ich habe gehört, ihr spielt heute Abend eine Show.« Ich sagte: »Ja, ich spiele heute Abend mit Prince.« – »Wann geht ihr auf die Bühne?« – »Um neun.« – »Ok, ich komme vorbei, aber erst muss ich die Kinder ins Bett bringen.« Das kam mir vor wie im Märchen. In der Nacht, als Obama die Wahl gewann, bekam ich einen Anruf von Al Gore. Als Obama Iowa gewann, las Al Gore mir ein Gedicht von Walt Whitman am Telefon vor. Warum ruft Al Gore mich an und liest mir dieses Gedicht vor? Al Gore hätte jeden anrufen können. Gorbatschow zu Beispiel. Warum wählt Al Gore an einem so wichtigen Abend meine Nummer? Das Display zeigte: Unbekannter Anrufer. Das hätte irgendjemand sein können. Vielleicht einer von den Jungs von früher. »Hey, Willie, was geht ab? Lange nicht gesehen! Wann kommst du zurück nach Boyle Heights?«
- Datum 23.06.2010 - 17:05 Uhr
- Serie Ich habe einen Traum
- Quelle ZEITmagazin, 24.06.2010 Nr. 26
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langweiliger artikel, langweiliger "musiker".
Überseh ich etwas? Eine versteckte Pointe.
Eine versteckte Doppeldeutigkeit? Wo ist der Rest des Artikels.....
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