Firmenidee Schluss mit Schleppen
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Mit der Idee überzeugen

An der Universitätsbibliothek München ist Volker Schallehn als Projektleiter für das Thema Elektronisches Publizieren verantwortlich. Auch mit ihm haben die Gründer von PaperC schon gesprochen. Rechtliche Probleme verhinderten aber, dass intern frei zugängliche Inhalte der Universität auch auf der Plattform verfügbar gemacht werden konnten. Denn die Autoren räumen der Bibliothek nur ein einfaches Nutzungsrecht ein, das die Bibliothek von sich aus nicht auf kommerzielle Anbieter erweitern kann. »Ich finde das Projekt durchaus sympathisch«, sagt Schallehn, »vor allem unter dem Aspekt, dass Konkurrenz das Geschäft belebt.«

Tipps für Existenzgründer

Netzwerken: Mit vielen Gleichgesinnten, Business-Angels und potenziellen Kunden die eigene Idee vorantreiben.

Team aufbauen: Unterschiedliche Fähigkeiten kombinieren, zum Beispiel Informatiker mit BWLern. Zunächst mit Studenten und Freelancern arbeiten.

Geldgeber suchen: Bei Businessplan-Wettbewerben Investoren kennenlernen. Coaches oder andere Gründer können Kontakte herstellen. Außerdem: Förderprogramme ausloten.

Wenn etwa PaperC neue Angebote integriert, könnte es dazu führen, dass die Bibliotheken über Ähnliches nachdenken müssen. Aber obwohl viele Bücher elektronisch bereits von zu Hause aus gelesen werden können, sowohl über PaperC als auch über die Universitätsbibliothek, sei der Lesesaal fast immer voll. »Um unsere Bibliothek mache ich mir also keine Sorgen«, sagt Schallehn. »Wir haben genug Alleinstellungsmerkmale« – die digitalen Zeitschriften zum Beispiel, die sehr teuer sind und die die Studenten bei uns in der Bibliothek oder auch von zu Hause aus kostenlos lesen können. Oder der umfangreiche Altbestand mit Handschriften und historischen Drucken, die Wissenschaftler oftmals im Original einsehen möchten.

In der Gründungsphase hatten Hofmann und seine Mitstreiter Martin Fröhlich und Lukas Rieder ihr »Büro« in einem Berliner Café, inzwischen gibt es feste PaperC-Räume in Leipzig. Von hier aus reist das Trio quer durch Deutschland – um weitere Verlage von der Idee zu überzeugen. »Die Bereitschaft mitzumachen steigt«, sagt Martin Fröhlich. Die Verlage merkten, dass sie nach Wegen suchen müssen, im Internet präsent zu sein. Aber ob es sich für die erfolgreichen Wissenschaftsverlage außerhalb des Spektrums Internet und Technik wirklich lohnt, ihre Inhalte online verfügbar zu machen, bleibt abzuwarten. Auch auf welchem Weg sie das tun werden, gerade jetzt, wo Apple mit dem iPad auf den Markt geprescht ist, von dem viele nicht weniger als eine Revolution des Lesens digitaler Inhalte erwarten.

Was PaperC inzwischen anbietet, ist eine englische Version der Plattform. »Schließlich ist Englisch die Wissenschaftssprache Nummer eins,« sagt Felix Hofmann. Inzwischen ist ihr Gründer-Stipendium ausgelaufen, schwarze Zahlen schreibt das Start-up aber noch nicht. Dafür haben sie inzwischen einige Privatinvestoren gewonnen, zum Beispiel einen Schweizer Experten für Kommunikationstechnologie, der einst auch Mitinvestor bei StudiVZ war.

Hofmann und seine Mitstreiter tüfteln weiter – so hat der Gründer es schon als Kind gehalten, da hat er sich Gesellschaftsspiele ausgedacht. »Meine Familie hat immer gestöhnt, wenn sie ein neues mit mir testen musste«, lacht er. Den Drang zu erfinden hat er noch immer. Sobald ihm etwas einfällt, notiert er es sich, Wochen später schaut er wieder auf den Zettel. Oft verwirft er die Idee dann. Manchmal aber ist er noch immer begeistert. So wie vor zwei Jahren bei PaperC.

 
Leser-Kommentare
  1. Jo, ud wer schnell im screenshot machen und bearbeiten ist, kann sich das auch alles kostenlos ausdrucken.

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    • JKrems
    • 04.07.2010 um 11:14 Uhr

    Klar, kann man. Um eine vernünftige Qualität zu erreichen, braucht man pro Seite 4 Screenshots, die man dann per Hand zusammenfügen muss. Wer sich die Arbeit machen will - bitte. Natürlich kann man alles Kostenpflichtige mit einem gewissen Aufwand auch so konsumieren, dass man das Geschäftsmodell des Anbieters untergräbt: Werbung heraus scheiden bei Fernsehsendungen, CDs nur von Freunden kopieren, 30-Tage-Testversionen von Programmen cracken. Man könnte aber auch ein Mindestmaß an Dankbarkeit aufbringen dafür, dass jemand sowas tolles anbietet. Und aller Unkenrufe zum Trotz: Wenn PaperC eine unkomplizierte Bezahlmöglichkeit anbietet, vielleicht noch eine iPad-App (oder ein anderes Tablet, für mich persönlich wäre eben das iPad interessant) - dann würde ich dieser Idee auf jeden Fall Chancen einräumen.

    Hallo,

    das Ausdrucken von Screenshots ist wahrscheinlich nicht erlaubt. Und wenn du illegal an digitale Bücher kommen willst, gibt es auch einfachere Wege, wie von jeder einzelnen Seite über PaperC einen Screensoht zu machen und sie mit einem Grafikprogramm einzeln auszuschneiden.

    Was ich mir noch wünsche, wäre es, Fachbücher als epub zu haben, damit man weder schwere Bücher, noch einen E-Book-Reader im DIN-A4-Format mit sich rumschleppen muss. Bei PDFs ist nämlich immer eine bestimmte Seitengröße vorgegeben. Dann muss man sich entscheiden, ob man auf seinem E-Book—Reader (der kleiner als A4 ist) hin- und herscrollen möchte oder ob man gerne die Abbildungen oder Formeln geschreddert haben möchte. Deshalb wäre ein epub praktisch, bei dem man an keine Seitengröße gebunden ist.

    • JKrems
    • 04.07.2010 um 11:14 Uhr

    Klar, kann man. Um eine vernünftige Qualität zu erreichen, braucht man pro Seite 4 Screenshots, die man dann per Hand zusammenfügen muss. Wer sich die Arbeit machen will - bitte. Natürlich kann man alles Kostenpflichtige mit einem gewissen Aufwand auch so konsumieren, dass man das Geschäftsmodell des Anbieters untergräbt: Werbung heraus scheiden bei Fernsehsendungen, CDs nur von Freunden kopieren, 30-Tage-Testversionen von Programmen cracken. Man könnte aber auch ein Mindestmaß an Dankbarkeit aufbringen dafür, dass jemand sowas tolles anbietet. Und aller Unkenrufe zum Trotz: Wenn PaperC eine unkomplizierte Bezahlmöglichkeit anbietet, vielleicht noch eine iPad-App (oder ein anderes Tablet, für mich persönlich wäre eben das iPad interessant) - dann würde ich dieser Idee auf jeden Fall Chancen einräumen.

    Hallo,

    das Ausdrucken von Screenshots ist wahrscheinlich nicht erlaubt. Und wenn du illegal an digitale Bücher kommen willst, gibt es auch einfachere Wege, wie von jeder einzelnen Seite über PaperC einen Screensoht zu machen und sie mit einem Grafikprogramm einzeln auszuschneiden.

    Was ich mir noch wünsche, wäre es, Fachbücher als epub zu haben, damit man weder schwere Bücher, noch einen E-Book-Reader im DIN-A4-Format mit sich rumschleppen muss. Bei PDFs ist nämlich immer eine bestimmte Seitengröße vorgegeben. Dann muss man sich entscheiden, ob man auf seinem E-Book—Reader (der kleiner als A4 ist) hin- und herscrollen möchte oder ob man gerne die Abbildungen oder Formeln geschreddert haben möchte. Deshalb wäre ein epub praktisch, bei dem man an keine Seitengröße gebunden ist.

  2. Von der Tatsache einmal abgesehen, dass es bei PaperC eine Bezahlfunktion für die Kopien und damit offensichtlich das Wohlwollen und die Unterstützung einiger Verlage gibt, sehe ich, insbesondere wenn man sich die großen Digitalisierer wie bsw. Google Books anschaut, keine wirkliche Innovation.
    Bevor der Zugang zu den digitalisierten Büchern bei Google Books vor einiger Zeit aufgrund der Urheberrechtsstreitereien hier in Deutschland deutlich eingeschränkt wurde, konnte ich bis zu einem bestimmten Umfang sogar fernab jeder Universitätsbibliothek an meiner Dissertation schreiben. Vieles an Sekundärliteratur war er in der Tat online verfügbar, man konnte fast komplette Kapitel online lesen. Eine "Drucken"-Funktion gab es zwar nicht, was sicher aber der Urheberrechtsfrage geschuldet war.
    Wie man anhand des Artikels annehmen kann, ist die Nachfrage nach digitalisiertem Wissen imens, umso trauriger ist es, dass es aufgrund von Verteilungskämpfen auf dem Markt des geschriebenen Wortes, trotz der technischen Möglichkeiten, bei uns noch keine Online-Bibliothek gibt die diesen Namen wirklich verdient. Gleiches gilt übrigens auch für Archive.

    • JKrems
    • 04.07.2010 um 11:14 Uhr

    Klar, kann man. Um eine vernünftige Qualität zu erreichen, braucht man pro Seite 4 Screenshots, die man dann per Hand zusammenfügen muss. Wer sich die Arbeit machen will - bitte. Natürlich kann man alles Kostenpflichtige mit einem gewissen Aufwand auch so konsumieren, dass man das Geschäftsmodell des Anbieters untergräbt: Werbung heraus scheiden bei Fernsehsendungen, CDs nur von Freunden kopieren, 30-Tage-Testversionen von Programmen cracken. Man könnte aber auch ein Mindestmaß an Dankbarkeit aufbringen dafür, dass jemand sowas tolles anbietet. Und aller Unkenrufe zum Trotz: Wenn PaperC eine unkomplizierte Bezahlmöglichkeit anbietet, vielleicht noch eine iPad-App (oder ein anderes Tablet, für mich persönlich wäre eben das iPad interessant) - dann würde ich dieser Idee auf jeden Fall Chancen einräumen.

    Antwort auf "Screenshots"
  3. Hallo,

    das Ausdrucken von Screenshots ist wahrscheinlich nicht erlaubt. Und wenn du illegal an digitale Bücher kommen willst, gibt es auch einfachere Wege, wie von jeder einzelnen Seite über PaperC einen Screensoht zu machen und sie mit einem Grafikprogramm einzeln auszuschneiden.

    Was ich mir noch wünsche, wäre es, Fachbücher als epub zu haben, damit man weder schwere Bücher, noch einen E-Book-Reader im DIN-A4-Format mit sich rumschleppen muss. Bei PDFs ist nämlich immer eine bestimmte Seitengröße vorgegeben. Dann muss man sich entscheiden, ob man auf seinem E-Book—Reader (der kleiner als A4 ist) hin- und herscrollen möchte oder ob man gerne die Abbildungen oder Formeln geschreddert haben möchte. Deshalb wäre ein epub praktisch, bei dem man an keine Seitengröße gebunden ist.

    Antwort auf "Screenshots"
  4. Zugegeben: Um von einer Erfindung zur Innovation zu kommen, muss man auch den richtigen Zeitpunkt erwischen. Aber das, was im Artikel zu lesen ist, ist IMO überhaupt nicht innovativ - und die Rechteverwalter, -händler und -inhaber werden in der Mehrzahl doch auch bei diesem Modell blockieren.

    So schön es auch klingt - ich denke, jeder halbwegs fitte Student und Doktorand wird sich seit 15 Jahren mit solchen Fragen herum schlagen. Spätestens seit Google Books ist aber klar, dass die Besitzstandswahrer der analoge Welt einerseits die Früchte unserer Wissensgesellschaft natürlich gerne ernten und auf der anderen Seite mit ihren Lobbies Innovationen und Fortschritt verhindern.

    Wenig verwunderlich finden sie dabei Rückhalt im politisch konservativen Lager. Aber auch die angeblich Liberalen erweisen sich als Anhängsel der rechter Trägheit und sind "überraschend" nicht für mehr den Markt und den Wettbewerb, die bestehende und i.d.R. überkommene Strukturen zerstören und durch bessere ersetzen soll: Ganz im Gegenteil steht die FDP und inkl. der Justitzministerin nicht für einen fairen Zitierungsanspruch für uns alle im Netz, sondern für die Einführung eines neuen Monopol-Rechts.

    Solange das "bürgerliche Lager" (inkl. Politikern, Wirtschaftsbossen, deren Seilschaften/Lobbyisten und Speichelleckern) die Realität des Internets nicht anerkennen, werden sie die anachronistischen Strukturen des 20. Jahrhunderts "verteidigen" - und Herr H. kann, wie schon viele vor ihm, einpacken!

    Y.S.

  5. Fuer die Verlage sehe ich hier erst einmal eine relativ geringe Gefahr, da wissenschaftliche Sachbuecher in der Regel ohnehin nur von Bibliotheken gekauft werden (und sie dort auch den Studierenden und Wissenschaftlern kostenfrei zur Lektuere angeboten werden). Ich habe in den vergangenen 15 Jahren vermutlich 2 volle Jahre vor Kopierern, an Fernleiheschalter und in Schlangen vor der Bibliotheksausgabe verloren, habe an Flughaefen Buechertaschen einchecken muessen, auch wenn ich sonst mit Handgepaeck haette reisen koennen, muss staendig die verschiedenen Rueckgabedaten im Auge behalten etc.

    Diese Platform, wenn sie denn auch die Buecher enthielte, die ich benoetige, wuerde meine Lebensqualitaet ganz entscheidend verbessern.

    Das einzige Problem sehe ich bei den Bibliotheken. Bei dem enormen Kostendruck an den Universitaeten, werden diese nach und nach Buchbestellungen einstellen, wenn die Buecher elektronisch verfuegbar sind. Dann wird die Finanzierung zum Problem, denn bisher koennen die Verlage mit den Bibliothekskaeufen rechnen (und die Autoren mit den Bibliothekstantiemen ueber die VG Wort). Am Ende muss doch noch ein anderes Geschaeftsmodell her - dieses kann nur fuer eine Ubergangszeit funktionieren.

  6. Ich sehe dabei keinen Vorteil für mich als Student. Wenn ich etwas digital brauche gehe ich entweder in die Bibliothekt an den Bücherscanner oder lade mir es direkt als pdf von der Uni runter.
    Dafür brauche ich kein Geld ausgeben (wichtiger Faktor!), es gibt keine eingrenzende Rechteverwaltung und 100% legal ist es auch.
    Ich sehe es eher als eine flexible Ergänzung irgendwo zwischen dem normalen Bibliotheksbedarf ("Ich brauche grade diese eine Seite, da sie als Quelle angegeben wurde und bin grad in St. Gallen und nicht in Berlin") und normalen Bücherverkauf(online wie offline) ("Das Ganze Buch für die eine Seite ist mir zu teuer"). Aber ob dieser Markt groß genug ist? Die Zeit wird es zeigen.

    • lepkeb
    • 04.07.2010 um 21:11 Uhr

    gab es bereits zu meiner vor 8 Jahren Studienzeit über die Bibo meiner Uni, plus alle elektronisch verfügbaren Journale und wir wissen wie teuer die sind. Selbst als Alumni hat man eingeschränkten Zugriff darauf, der volle Zugriff kostet 100 CAD (74 Euro) per annum.
    Wünsche ihm jedoch mit seinem Geschäftsmodell viel Glück, denn bei der Bibliothekslandschaft in D-land, wo es noch Hochschulen gibt, die keine Fernleihe anbieten, könnte der Dienst eine gute Alternative sein.

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