Deutschlandkarte : FKK-Bäder

In Südhessen tun sie's seit den Siebzigern, im Osten auch ohne Erlaubnis: Baden ohne Bikini und Hose. Wo es sich sonst noch streifenfrei sonnen lässt, zeigt die Karte.

Rasch auf die Karte geschaut, könnte man denken: Ach, so nacktbadeversessen sind die Ostdeutschen ja doch nicht. Stimmt aber nicht ganz. Im Sommer 1991 hätte die Karte ganz anders ausgesehen: Es gab im Osten fast gar keine FKK-Bäder. Der DDR-Bewohner badete »wild« nackt, wie das hieß, auf normalen Badewiesen, ohne dass ein Schild oder eine Sichtschutzhecke ihn in der Nacktbadezone von Bekleideten getrennt hätten. ( Um die Karte zu vergrößern, klicken Sie bitte hier )

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Es wurde unter Soziologen darüber debattiert, weshalb der Osten es so gerne nackt mochte; am häufigsten wird dem Umstand, dass es sonst nicht so viel Freiheit gab, die größte Bedeutung zugemessen. Wenn heute der Osten ähnlich dicht von offiziellen FKK-Badewiesen besiedelt ist wie der Westen, ist dies ein Beleg dafür, wie sich der Westen, der schon immer im festen Regelwerk nackt war, seine Bedürfnisse durchgesetzt hat (übrigens ist Südhessen eine Art Hochburg, wo es in den Siebzigern besonders beliebt war, Aktivist zu sein – für die DKP, gegen AKWs oder für FKK). Der Westen hat die Ossis, was das Nacktbaden anbelangt, erst zu Zonis gemacht.

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