Immobilienmarkt Wackelig wie ein Kartenhaus
Nirgendwo steigen die Häuserpreise so schnell wie in Australien. Die Immobilienblase könnte ähnlich spektakulär platzen wie in den USA
© Ian Waldie/Getty Images

Umweltfreundliche Immobilien in Australien
Jemand dimmt das Licht herunter und schon schimmern die eierschalfarbenen Wände golden. Wie plötzlich alles so verführerisch daherkommt in diesem Konferenzraum eines Allerweltshotels in Sydney: Die teuren Anzüge der Makler, die Stimme des Auktionators, die Häuser, die heute Abend unter den Hammer kommen sollen. Sie werden nicht zwangsversteigert, nein, sie werden per Auktion verkauft.
So ist das üblich in Australien, wo ein beispielloser Bieterkampf um Immobilien entbrannt ist und die Renditen in die Höhe treibt. Heute einfacher Eigenheimbesitzer, morgen mehrfacher Millionär! Diesen Eindruck erwecken zumindest die meterhohen Wohnungsanzeigen in den Vorgärten mit dicken Klebebannern, auf denen »Verkauft« steht oder »Wieder ein Spitzenergebnis«. Im Fernsehen laufen neue Folgen jener Unterhaltungssendung, bei der Paare Bruchbuden renovieren und mit Gewinn verkaufen. Australier lieben so etwas. Sie reden über Hypothekenkredite wie andere übers Wetter.
Das ganze Land ist im Immobilienrausch. In den USA, Spanien, Irland und England brachen die Wohnungsmärkte ein und brachten erst Banken und später ganze Staaten an den Rand des Abgrunds. Nicht so in Australien. Die Wirtschaft kennt seit fast zwei Jahrzehnten nur eine Richtung: nach oben. Und auf dem Häusermarkt herrscht nach wie vor Hochstimmung. Nirgendwo lässt sich gerade derart gut nachvollziehen, wie aus Schulden und Spekulation gewaltige Preisblasen entstehen.
Australien ist das Land mit den derzeit am schnellsten steigenden Häuserpreisen. Allein in Sydney kosten bereits über die Hälfte aller Häuser mehr als 450.000 Euro. Melbourne liegt knapp dahinter, selbst abgelegene Bergbaustädte boomen. Im internationalen Vergleich besitze Australien den teuersten Wohnungsmarkt, heißt es in der jüngsten Marktstudie der amerikanischen Beratungsfirma Demographia. Der Preishype habe die »Proportion einer Spekulationsblase« erreicht.
Problematisch ist das, weil auf einen Preisboom meist immer ein Preisrutsch folgt. Hauspreise folgen Zyklen, Australien ist da keine Ausnahme. »Was sich in den USA abgespielt hat, wird sich auch hier wiederholen, nur zeitverzögert und mit einer geringeren weltweiten Kettenreaktion«, warnt Steve Keen, Wirtschaftswissenschaftler an der University of Western Sydney. Er sieht einen Immobiliencrash kommen, der den amerikanischen vor vier Jahren noch übersteigt. Um 40 Prozent werden die Preise fallen, glaubt er – und hat vorsorglich schon sein eigenes Haus verkauft.
Doch mit dieser Ansicht ist Keen im eigenen Land ziemlich allein. Viele Kollegen belächeln den Ökonomen als Untergangspropheten. »Leute wie er haben keine Ahnung«, wettert Rory Robertson, ein renommierter Zinsstratege der Macquarie Bank. »Die schiere Kraft der Nachfrage setzt die Hauspreise unter Aufwärtsdruck«, sagt er.
Sein Argument: Die Bevölkerung der Einwanderungsnation wächst mit 2,1 Prozent im Jahr schneller als die fast aller anderen Länder der Welt. Der Kontinent ist zwar riesig, in weiten Teilen aber unbewohnbar. Und dort, wo die Menschen leben wollen, an den Küsten, ist das verfügbare Bauland knapp. Bis 2014 wird zwischen Angebot und Nachfrage eine Lücke von 355.000 Unterkünften klaffen, hat der National Housing Supply Council, ein Beratergremium der Regierung, errechnet.
Das alles klingt logisch, ist aber nur ein Teil der Wahrheit.
Die Herbstsonne ruht auf Sydneys Strandvorort Bronte, und die Immobilienmaklerin Belinda Clemesha spürt, wie die Menschen nervös werden. Gerade hat die Zentralbank die Leitzinsen auf 4,5 Prozent erhöht. Kredite werden teurer. Clemesha, blondierte Haare, teurer Schmuck, Stiletto-Stiefel, ist seit mehr als 20 Jahren im Geschäft. Ihre manikürten Fingernägel wedeln durch die Wohnzimmerluft, als sie Interessenten durch ein Haus führt. »Diese Gegend hier wird immer in Mode bleiben«, sagt sie. »Da ist der Strand, da ist die Innenstadt, da sind die guten Schulen.« Das Haus selbst wirkt ernüchternd: zwei Stockwerke, die Zimmer klein, die Bäder unrenoviert. Vor der ockerfarbenen Fassade wächst ein Mangobaum. »Und das alles für nur knapp eine Million Dollar!«, triumphiert Belinda und blickt in Gesichter, die zu fragen scheinen: »Eine Million? Nur?«
- Datum 02.07.2010 - 16:23 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 01.07.2010 Nr. 27
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Gibt es für den Interessierten in ein paar Jahren günstige Ferienhäuser in Australien zu erwerben.
Auf der Strecke bleiben dann eben die, die ihr Haus überteuert auf Kredit "gekauft" haben. (Ob nun mit Gewinnerziehlungsabsicht oder nicht).
...habe ich mit denen. Im Gegenteil: Die sollten für Ihre Blödheit und Gier auch noch zusätzlich bestraft werden: Mit einem Immobilienkaufverbot für 10 Jahre!
Das Beispiel USA ...
Nicht die "normalen" Käufer von Immobilien waren schuld sondern die Banken, die diese Immobilien finanziert haben. Die Objekte wurden bis zu 180% finanziert weil die Banken den Menschen eingeredet haben, dass ihr Objekt in zwei bis drei Jahren das doppelte wert ist. Einkommensnachweise wurden in den seltesten Fällen verlangt. Die Banken dachten natürlich nur an den Vorteil des Kunden und nicht an ihre Zinsen (leichter Zynismus). Als dann immer mehr dieser Kunden in Zahlungsschwierigkeiten kamen bekamen andere Banken als Sicherungsgeber (Credit Default Swaps) Probleme. Dann fing der sogenannte Domino-Effekt an und die Kredit-Blase platzte letztendlich. Anfang 2006 war ich mit einem Taxi in Miami auf dem Weg zum Flughafen und äußerste mich verwundert über die immensen Bautätigkeiten vornehmlich der Privathäuser. Die Taxi-Fahrerin (Mitte 40) sagte mir genau das vorstehende und dann sagte sie "Es kann nicht mehr lange dauern und dann gibt es einen großen Knall und alles bricht zusammen."
...habe ich mit denen. Im Gegenteil: Die sollten für Ihre Blödheit und Gier auch noch zusätzlich bestraft werden: Mit einem Immobilienkaufverbot für 10 Jahre!
Das Beispiel USA ...
Nicht die "normalen" Käufer von Immobilien waren schuld sondern die Banken, die diese Immobilien finanziert haben. Die Objekte wurden bis zu 180% finanziert weil die Banken den Menschen eingeredet haben, dass ihr Objekt in zwei bis drei Jahren das doppelte wert ist. Einkommensnachweise wurden in den seltesten Fällen verlangt. Die Banken dachten natürlich nur an den Vorteil des Kunden und nicht an ihre Zinsen (leichter Zynismus). Als dann immer mehr dieser Kunden in Zahlungsschwierigkeiten kamen bekamen andere Banken als Sicherungsgeber (Credit Default Swaps) Probleme. Dann fing der sogenannte Domino-Effekt an und die Kredit-Blase platzte letztendlich. Anfang 2006 war ich mit einem Taxi in Miami auf dem Weg zum Flughafen und äußerste mich verwundert über die immensen Bautätigkeiten vornehmlich der Privathäuser. Die Taxi-Fahrerin (Mitte 40) sagte mir genau das vorstehende und dann sagte sie "Es kann nicht mehr lange dauern und dann gibt es einen großen Knall und alles bricht zusammen."
Gibt es da noch weitere Hintergrundinformationen? Ich warte jetzt mal auf die einschlägigen Kommentatoren; es kann ja nicht sein, dass ein Land in der Welt aufgrund dämlicher Politik in den Kollaps fährt - nein, es gibt kein Übel auf der Welt außer Deustchland, ein Weg findet sich immer, wie ein paar linke Ökonomen das in die eigene Agenda einspinnen können. Da bin ich ja mal gespannt.
...habe ich mit denen. Im Gegenteil: Die sollten für Ihre Blödheit und Gier auch noch zusätzlich bestraft werden: Mit einem Immobilienkaufverbot für 10 Jahre!
Das Beispiel USA ...
Nicht die "normalen" Käufer von Immobilien waren schuld sondern die Banken, die diese Immobilien finanziert haben. Die Objekte wurden bis zu 180% finanziert weil die Banken den Menschen eingeredet haben, dass ihr Objekt in zwei bis drei Jahren das doppelte wert ist. Einkommensnachweise wurden in den seltesten Fällen verlangt. Die Banken dachten natürlich nur an den Vorteil des Kunden und nicht an ihre Zinsen (leichter Zynismus). Als dann immer mehr dieser Kunden in Zahlungsschwierigkeiten kamen bekamen andere Banken als Sicherungsgeber (Credit Default Swaps) Probleme. Dann fing der sogenannte Domino-Effekt an und die Kredit-Blase platzte letztendlich. Anfang 2006 war ich mit einem Taxi in Miami auf dem Weg zum Flughafen und äußerste mich verwundert über die immensen Bautätigkeiten vornehmlich der Privathäuser. Die Taxi-Fahrerin (Mitte 40) sagte mir genau das vorstehende und dann sagte sie "Es kann nicht mehr lange dauern und dann gibt es einen großen Knall und alles bricht zusammen."
was ein "vernünftiger" Markt garnicht tun dürfte.
Konjunkturelle und Saisonelle Schwankungen sind normal,
wenn aber ein Markt z.B. Immobilienmarkt entartet und es immer nur nach oben geht, dann gibt es halt irgendwann eine Überbewertung z.b. großes Grundstück, gute Lage, schickes Haus, Garage, Wintergarten, Schwimmingpool echter Wert: 2.500.000 €, bei einer Blase 7.500.000 €.
Die 5.000.000 € Mehrpreis trägt dann ganz einfach ein möglicher Käufer. Wenn er das nun noch mit Kredit finanziert und bei 10.000.000 nächstes Jahr wieder abstoßen wollte hätte er 2.500.000 € Gewinn abzüglich Zinsen gemacht. Das ist eben das Risiko eines "Gierkäufers".
Jemand der nicht auf die möglichen 2.500.000 € abzüglich Zinsen giert, wird sich vermutlich anderst Verhalten.
Das richten eben Spekulanten an einem jeden ungeregelten Markt an, der nicht groß genug ist um ihre Geldflut zu verteilen.
...eintägigen USA-Aufenthalt um das intellektuelle Niveau des "Durchschnittsamerikaners" kennenzulernen. Der immer noch nicht begreift, daß sein Wunderland abgebrannt ist. Alice und Bill werden sich umstellen müssen mit ihrem "way of life", der 70% des BIP selbst verbraucht. Kein Wunder, daß Banker mit ihnen leichtes Spiel hatten.
was ein "vernünftiger" Markt garnicht tun dürfte.
Konjunkturelle und Saisonelle Schwankungen sind normal,
wenn aber ein Markt z.B. Immobilienmarkt entartet und es immer nur nach oben geht, dann gibt es halt irgendwann eine Überbewertung z.b. großes Grundstück, gute Lage, schickes Haus, Garage, Wintergarten, Schwimmingpool echter Wert: 2.500.000 €, bei einer Blase 7.500.000 €.
Die 5.000.000 € Mehrpreis trägt dann ganz einfach ein möglicher Käufer. Wenn er das nun noch mit Kredit finanziert und bei 10.000.000 nächstes Jahr wieder abstoßen wollte hätte er 2.500.000 € Gewinn abzüglich Zinsen gemacht. Das ist eben das Risiko eines "Gierkäufers".
Jemand der nicht auf die möglichen 2.500.000 € abzüglich Zinsen giert, wird sich vermutlich anderst Verhalten.
Das richten eben Spekulanten an einem jeden ungeregelten Markt an, der nicht groß genug ist um ihre Geldflut zu verteilen.
...eintägigen USA-Aufenthalt um das intellektuelle Niveau des "Durchschnittsamerikaners" kennenzulernen. Der immer noch nicht begreift, daß sein Wunderland abgebrannt ist. Alice und Bill werden sich umstellen müssen mit ihrem "way of life", der 70% des BIP selbst verbraucht. Kein Wunder, daß Banker mit ihnen leichtes Spiel hatten.
was ein "vernünftiger" Markt garnicht tun dürfte.
Konjunkturelle und Saisonelle Schwankungen sind normal,
wenn aber ein Markt z.B. Immobilienmarkt entartet und es immer nur nach oben geht, dann gibt es halt irgendwann eine Überbewertung z.b. großes Grundstück, gute Lage, schickes Haus, Garage, Wintergarten, Schwimmingpool echter Wert: 2.500.000 €, bei einer Blase 7.500.000 €.
Die 5.000.000 € Mehrpreis trägt dann ganz einfach ein möglicher Käufer. Wenn er das nun noch mit Kredit finanziert und bei 10.000.000 nächstes Jahr wieder abstoßen wollte hätte er 2.500.000 € Gewinn abzüglich Zinsen gemacht. Das ist eben das Risiko eines "Gierkäufers".
Jemand der nicht auf die möglichen 2.500.000 € abzüglich Zinsen giert, wird sich vermutlich anderst Verhalten.
Das richten eben Spekulanten an einem jeden ungeregelten Markt an, der nicht groß genug ist um ihre Geldflut zu verteilen.
Der "normale" Kunde hat ein Haus z.B. für 100.000 USD gekauft. Die Bank hat ihm aber einen Kredit von 180.000 USD "aufgeschwatzt", damit er sich noch einige anderen Dinge kaufen konnte, weil ja das Objekt in den nächsten zwei bis drei Jahren 200.000 USD wert sein würde. Eine andere Bank als Sicherungsgeber diesen Kredit mit 180.000 USD abgesichert (gibt ja gute Gebühren). Dann konnte der Kunde seinen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen (arbeitslos) und das Haus musste versteigert werden. Der Marktwert war dann aber nur 80.000 USD. Der Sicherungsgeber (CDS) musste musste aber 180.000 USD leisten.
Ich habe nicht über Objekte in Millionen-Höhe gesprochen.
wohingegen ich vermutlich eher schlecht versucht habe die ganze Sache auf Australien anzupassen.
Naja, die Hitze.
Übrigends das Beispiel USA haben sie gut verständlich verfasst.
Der "normale" Kunde hat ein Haus z.B. für 100.000 USD gekauft. Die Bank hat ihm aber einen Kredit von 180.000 USD "aufgeschwatzt", damit er sich noch einige anderen Dinge kaufen konnte, weil ja das Objekt in den nächsten zwei bis drei Jahren 200.000 USD wert sein würde. Eine andere Bank als Sicherungsgeber diesen Kredit mit 180.000 USD abgesichert (gibt ja gute Gebühren). Dann konnte der Kunde seinen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen (arbeitslos) und das Haus musste versteigert werden. Der Marktwert war dann aber nur 80.000 USD. Der Sicherungsgeber (CDS) musste musste aber 180.000 USD leisten.
Ich habe nicht über Objekte in Millionen-Höhe gesprochen.
wohingegen ich vermutlich eher schlecht versucht habe die ganze Sache auf Australien anzupassen.
Naja, die Hitze.
Übrigends das Beispiel USA haben sie gut verständlich verfasst.
Der "normale" Kunde hat ein Haus z.B. für 100.000 USD gekauft. Die Bank hat ihm aber einen Kredit von 180.000 USD "aufgeschwatzt", damit er sich noch einige anderen Dinge kaufen konnte, weil ja das Objekt in den nächsten zwei bis drei Jahren 200.000 USD wert sein würde. Eine andere Bank als Sicherungsgeber diesen Kredit mit 180.000 USD abgesichert (gibt ja gute Gebühren). Dann konnte der Kunde seinen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen (arbeitslos) und das Haus musste versteigert werden. Der Marktwert war dann aber nur 80.000 USD. Der Sicherungsgeber (CDS) musste musste aber 180.000 USD leisten.
Ich habe nicht über Objekte in Millionen-Höhe gesprochen.
Wenn es bei einer Auktion zwei Angebote gibt (wie in diesem Artikel), wie kann es dann zum Mindestpreis verkauft werden (wie in diesem Artikel)?
Wenn schon der Umgang mit der Zahl 2 in dem Artikel fragwürdig ist - was ist dann mit den größeren Zahlen?
...gestopft? Oder geflickt? Australien ist weit und von sehr relativer Grösse.
Wenn Sie heute einem Australier ins Gesicht schauen, ehrlich, da können Sie erahnen, dass viel gutes frisches Geld aus Asien einflutet. Auch zu bedenken.
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