Globalisierung Nicht so romantisch, bitteSeite 2/2

Aus dem Englischen von Pierre-Christian Fink

 
Leser-Kommentare
    • Anonym
    • 05.07.2010 um 20:33 Uhr

    Ähnlichkeiten mit in Deutschland lebenden Personen sind rein zufällig.

  1. Wie nutzen Ureinwohner die Vorzüge der Globalisierung?
    Das bedeutete sie würden aufsteigen zu jenen Nutznießern der Globalisierung, die unter der einfachen Bevölkerung, zu denen zumindest ich Ureinwohner zählen würde, in aller Regel nicht zu finden sind. Hier kann man jedes durch "Demokratie und Freiheit" zu einem "besseren Leben nach zivilisierten Maßstäben" gezwungene Land als Beispiel zu Rate ziehen.
    Wie sollten Ureinwohner je von Globalisierung profitieren?
    Nach welchen Maßstäben sind denn die Ureinwohner die ärmsten? Doch wohl nur gemessen an jenen, die Reichtum besitzen. Es soll tatsächlich Menschen geben für die bedeuten keine materiellen Güter Reichtum und Geld nicht Glückseligkeit.
    "In Peru sind die meisten Eingeborenen in die Städte gezogen. Jene, die noch isoliert leben, wünschen ihren Kindern zu 55 Prozent eine Zukunft in einer Stadt."
    Weil es eine Zukunft im Urwald dank Globalisierung schon lange nicht mehr geben kann. Sehen sie sich dazu nur die übrigen Ureinwohner und Eingeborenen auf der Welt an, die nur überleben solange die Globalisierung sie nicht zu "Freiheit, Demokratie und Reichtum" zwingt. Und wie sieht wohl das Leben der Kinder in den Städten aus? Schulbildung und dann Aufstieg zum Unternehmer oder eher Prostitution und Sklavenarbeit bzw. Drogenhandel.
    Jede Medaille hat zwei Seiten, wir sehen nicht immer beide.
    Ich zumindest denke nicht, dass es so einfach ist unser Recht auf andere Rechtssysteme(die der Natur z.B.) zu übertragen.

  2. Diese Art von Globalisierung ist eine fiskalische Krankheit, schlimmer als Krebs.

  3. "Wir müssen den Eingeborenen die Mittel geben, um die Gefahren der Globalisierung abzuwehren."

    Wir müssen gar nichts. Genau wer ist hier "wir"? Verlangt der Verfasser etwa, dass wir Deutschen uns wieder mal in interne Angelegenheiten fremder Länder einmischen? Bei den "Fremdlingen" in den Amazonaswäldern handelt es sich nämlich nicht um böse Amerikaner, sondern um brasilianische Angestellte und Arbeiter mit Lizenz der zuständigen Provinzregierung.

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    der erste Indikator, dass dieser Test sich nicht ausschließlich an uns Deutsche richtet, dürfte der Hinweis "aus dem Englischen" sein.
    Der zweite Indikator ist der Autor selbst:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Hernando_de_Soto_(Ökonom)

    Der Mensch ist Peruaner und hat wohl sein eigenes Blickfeld, wenn es um die Ureinwohner Südamerikas geht. Oder ist eine Meinung nichts mehr Wert, nur weil sie aus einem anderen Teil der Welt stammt?
    Nehmen Sie nicht alles so persönlich...

    der erste Indikator, dass dieser Test sich nicht ausschließlich an uns Deutsche richtet, dürfte der Hinweis "aus dem Englischen" sein.
    Der zweite Indikator ist der Autor selbst:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Hernando_de_Soto_(Ökonom)

    Der Mensch ist Peruaner und hat wohl sein eigenes Blickfeld, wenn es um die Ureinwohner Südamerikas geht. Oder ist eine Meinung nichts mehr Wert, nur weil sie aus einem anderen Teil der Welt stammt?
    Nehmen Sie nicht alles so persönlich...

  4. Und wir antworten wie immer mit einem strammen "Jawolll!" auf die Imperative der Erleuchteten.

    Im Uebrigen: Wer glaubt denn Hollywood?

    • Nopp
    • 05.07.2010 um 23:01 Uhr

    @punke.d:
    "Nach welchen Maßstäben sind denn die Ureinwohner die ärmsten?"
    wie wäre es nach ihren eigenen: Unterernährung und Mangel sind immer ein Zeichen von Armut. Glauben sie ernsthaft, dass abgeschotete Ureinwohner sauberes Wasser und fruchtbaren Boden nicht zu schätzen wüsten?! Man muß die Menschen FRAGEN, ob sie teilhaben wollen oder nicht oder ob sie etwas brauchen man kann nicht einfach davon ausgehen das alles in Ordnung ist, genauso wenig wie man davon ausgehen kann das sie alles ungeprüft übernehmen wollen. Es sind Menschen mit Bedürfnissen, welchen ihre Weltanschaung völlig egal ist, und wenn die Bedürfnisse nicht mehr durch deren jetzige Lebensart gedeckt werden können, werden diese Menschen reagieren zur Not eben mit Gewalt, wie der Autor richtig abschätz. Um das aber zu verhindern müssen ehrliche, nicht demütigende Angebote auf Augenhöhe gemacht werden. Außerdem sind diese Ureinwohner überhaupt nicht unabhängig und werden erst jetzt in die Globalisierung gezogen sondern dieser Prozess läuft schon seit die Weltmeere besegelt wurden. Es wird nur jetzt intensiviert.

    @dunnhaupt:
    Wir müssen uns einmischen ob sie wollen oder nicht, weil Deutschland schon lange enormen Handel treibt und Eigentum nun mal verpflichtet. Sie können sich nicht einfach ignorant als Verbraucher aus der Verantwortung stehlen. Und das "Wir" bezieht sich nicht nur auf Deutschland sondern auf die größeren Handelsmächte die letztlich die Rechtsnormen festlegen.

    • Akanda
    • 06.07.2010 um 1:11 Uhr

    Der Smaradgwald (engl. „Emerald Forest") von John Boorman:

    http://de.wikipedia.org/w...

    ein Film, in dem die Situation der Ureinwohner im Amazonas Gebiet sehr anschaulich beschrieben wird.

    • Akanda
    • 06.07.2010 um 1:25 Uhr

    Lateinamerika ist ein Eldorado für internationale Unternehmen, die dort Rohstoffe und Agrarprodukte billig erwerben.
    Ein weiteres Phänomen:
    Es werden unvorstellbar grosse Flächen gekauft - einfach, um Kapital zu parken und auf einen eventuellen Bedarf zu spekulieren.
    Ich bin in Brasilien auf einer schnurgeraden Schnellstrasse einen ganzen Tag lang durch ein (Eukalyptus-) Waldgebiet gefahren, das einem grossen deutschen Unternehmen gehört.

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