Politikbetrieb Abgeblitzt und abgeschossenSeite 4/4

Um all das auszuhalten, legen sich viele Politiker eine Maske zu. Doch das kann zur Falle werden. Elias Canetti hat »Der Figur und der Maske« in seinem grandiosen Buch Masse und Macht ein eigenes Kapitel gewidmet. Die Maske versteckt, aber sie legt auch fest. Sie macht starr, unfähig zu jeder Veränderung. Der Maskenträger kann sich nur noch mit den Masken der anderen Mächtigen befassen, sie zum Beispiel versuchen zu demaskieren. Mit jeder Maske, schreibt Canetti, beginne das Drama.

Wolfgang Kubicki, FDP-Fraktionschef im Landtag von Schleswig-Holstein, findet, man sollte sich Gedanken machen, wie der Beruf des Politikers aufgewertet werden könnte. Politiker, die aus Landtagen abgewählt würden, endeten nicht selten als Sozialfall. In die Wirtschaft gehen, das ist für die wenigsten eine reale Option. Dort wolle in Wahrheit die meisten keiner haben, sagt Kubicki, mangels Qualifikation. »Der Zustand der politischen Klasse ist inzwischen desaströs«, fasst er zusammen.

Was für Politiker wollen wir also? Thomas Steg hat als Regierungssprecher den Testosteron-Kanzler Gerhard Schröder beraten, dessen Motto lautete: Nur die Harten kommen in den Garten, und die Teflon-Kanzlerin Angela Merkel, die mit der Kraft der Unschärfe regiert. Seit Kurzem ist Steg selbstständiger Politikberater. »Wer in der Politik erfolgreich sein will, muss suggerieren, dass er nicht dazugehört«, sagt er. In den achtziger Jahren habe Helmut Kohl einmal einen weithin unbekannten CDU-Landespolitiker mit den typisch Kohlschen Worten verabschiedet, »er hat sich für sein Land verzehrt«, erinnert sich Steg. »Das war früher das Politikerbild. So einen wollte man heute nicht mehr.«

Die Politiker von heute seien andere geworden, auch empfindlicher. Helmut Kohl wurde gewählt, weil er normal war bis zur Langeweile. Christian Wulff muss sich verteidigen, weil er ein heterosexueller, westdeutscher, mittelalter Mann mit zwei Kindern ist. Normalität ist auch in der Politik kein Erfolgsgarant mehr. »Es gibt ein Bedürfnis nach einer authentischen Biografie, die sich vom üblichen abhebt«, beobachtet Thomas Steg. Extremstes Beispiel ist der adlige Verteidigungsminister zu Guttenberg, aber auch der in Vietnam geborene Rösler oder die siebenfache Mutter von der Leyen.

Und noch etwas hat sich geändert: Früher saß der in der Regel männliche Politiker in Bonn oder Berlin, seine Familie und die Freunde waren im Wahlkreis. Ein Privatleben hatte man entweder vor der Politik gehabt, oder man hatte es stundenweise im Wahlkreis. Heute gibt es mit Cem Özdemir einen Parteichef, mit Ursula von der Leyen, Thomas de Maizière, Norbert Röttgen, Philipp Rösler und Karl-Theodor zu Guttenberg gleich mehrere Minister, die den Anspruch haben, gleichzeitig ein Leben mit der Politik und ein Leben mit ihren Familien zu haben. Und auch wer ledig oder kinderlos ist, hat andere Vorstellungen von Selbstverwirklichung als ein Herbert Wehner. Das Leben ist in die Politik eingewandert. Können die Menschen da draußen es den Menschen da drinnen also verübeln, wenn die ein bisschen empfindlicher werden, eben wie echte Menschen?

Manchmal wirkt die Politik wie ein Teufelskreis. Politiker erzählen dazu gerne die Geschichte von der Schweinegrippe. Erst brüllten die Medien: Gefahr! Die Politik sei untätig. Als Nächstes wurde der angebliche Skandal aufgedeckt, die Beamten sicherten sich selbst einen besseren Impfstoff als dem Volk. Am Ende schließlich hieß es: Unglaublich: So viel Geld für die völlig ungefährliche Schweinegrippe verpulvert! Eine Geschichte zum Verrücktwerden? »Nein, nein«, sagt ein Mann, der im Maschinenraum der Regierung sitzt, »es gibt unter Spitzenpolitikern den Ehrgeiz, genau diesen Teufel zu reiten. Wer das schafft, gehört nach eigenem Verständnis zum Klub der Besten«. Dazuzugehören ist eine Ehre. Es gibt noch Politiker, die in diesen Klub wollen. Aber es werden weniger.

 
Leser-Kommentare
    • Anonym
    • 05.07.2010 um 21:23 Uhr

    Die Politiker sind nicht immer die da oben. Es sind viele Kommunalpolitiker, die ohne wirklich was daran zu verdienen, ihre Freizeit opfern. Da geht es nicht um Griechendland, sondern um das nächste Schwimmbad/die nächste Schule. Kann es bleiben? Müssen wir kürzen? Wo kriegen wir Geld rein? Da steckt viel Arbeit drin, aber wenig Lohn oder Dank. Davon sind auch keine Karrieren abhängig. Das wird neben dem Beruf gemacht oder im Rentenalter.
    Mit Politik verdient man schon lange nichts mehr. Die noch dabei sind, tun es häufig aus Idealismus. Man ist dabei, weil man nicht anders kann. Denn würde man aufhören, müsste man zu schauen wie lauter Deppen die Stadt in die Pleite treiben und die Zukunft ihrer Bürger aufs Spiel setzen. Deswegen opfert man Zeit, Energie und Nerven. Statt immer nur über die Politiker zu schimpfen und zu meckern, sollte jeder mal in die Welt der Politik reinschnuppern. Da würde so mancher hier realisieren wie nervenaufreibend und frustrierend die Politik auch ohne Medien ist.

    Ach ja... als Politiker gibt es nur noch eine Partei in der man noch was verdient bzw. bei der man seine Karriere aufpushen kann... eine Partei mit vielen Medienanteilen, Gewerkschaftsfreunden, Stadtwerkegenossen... :D und selbst da steigt wohl die Konkurrenz um die begehrten Pöstchen ;)

    Antwort auf "Die armen Politiker"
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    der in der Öffentlichkeit steht ist lang hart und besonders versagensintensiv.

    Nur muss man mit zweierlei Maß herangehen.

    Die, die es geschafft haben, die die den politischen Jackpot geknackt haben und ins Parlament (egal welches) geschafft haben und die, die mal mehr mal weniger - manche übrigends überhauptnicht - daran arbeiten, dorhinzukommen.

    Ich denke, das ich von (erfolgreichen) Politikern mehr erwarten kann und darf, als das, was die momentanen und auch die Vorgänger abgeliefert haben. Und "legale" Korruption und Vetterleswirtschaft gehört absolut nicht ! zu diesen Erwartungen. Genausowenig wie sich von Lobbyvereinigungen "kaufen" zu lassen.

    Solange aber man sich so richtig Sträubt, die Anti-Korruptionsagend in nationales Gesetz zu gießen ist und bleiben die politischen "Gipfellager" ein Selbstbedienungslager für den gierigen.

    • lepkeb
    • 05.07.2010 um 22:56 Uhr

    "Es sind viele Kommunalpolitiker, die ohne wirklich was daran zu verdienen, ihre Freizeit opfern."

    Die meisten haben Firmen, sind Gesellschafter oder leitende Angestellte von Firmen, die von der öffentlichen Hand mehr oder weniger abhängig sind. Durch ihre Arbeit als Kommunalpolitiker bekommen sie den Wissensvorsprung bei Aufträgen oder anvisierten Projekten (so dass man schnell noch Land kaufen kann, bevor es publik wird), den direkten Draht zum Amt das denn Auftrag vergibt und die Möglichkeit zur Einflussnahme auf Vergabeentscheidungen.
    Aber bei solcher Naivität verwundert es nicht mehr, dass D-land dort ist wo es steht.

    • Anonym
    • 06.07.2010 um 2:21 Uhr

    Schade, dass Sie sich nicht mit dem richtigen, wenn auch unvollständigem ersten Teil Ihres Kommentars begnügt haben. Der 2.Teil hat eine parteipolitische Färbung und entwertet leider Ihren Kommentar.
    Die Unvollständigkeit besteht darin, dass vielfach Politiker auf kommunaler Ebene dieses "schwere, bedauernswerte Los" zur Steigerung des Selbstwertgefühls, des Ansehens und der Möglichkeit einer Einflussnahme zu persönlichem Vorteil auf sich nehmen.
    Ich habe Kommunalpolitiker erlebt, die auf ihren Geschäftskarten "Mitglied des Rates der Stadt..." oder gar 1.Beigeordneter der Stadt ..." drucken ließen. Andere wollten ein bestimmtes Stück Land der Stadt, eine Genehmigung oder sonst was. Ihre Sitzungsgelder flossen regelmäßig als Spenden an die aufstellende Partei. Der Bürgermeister, Landrat, die Landesadministration oder gar besuchende Bundestagsabgeordnete wurden schamlos hofiert und ähnliches mehr.
    Auch diese Art der Politiker gibt es.
    Ich weiß wovon ich rede, ich war einige Jahre in einem Stadtparlament und im Kreistag.

    der in der Öffentlichkeit steht ist lang hart und besonders versagensintensiv.

    Nur muss man mit zweierlei Maß herangehen.

    Die, die es geschafft haben, die die den politischen Jackpot geknackt haben und ins Parlament (egal welches) geschafft haben und die, die mal mehr mal weniger - manche übrigends überhauptnicht - daran arbeiten, dorhinzukommen.

    Ich denke, das ich von (erfolgreichen) Politikern mehr erwarten kann und darf, als das, was die momentanen und auch die Vorgänger abgeliefert haben. Und "legale" Korruption und Vetterleswirtschaft gehört absolut nicht ! zu diesen Erwartungen. Genausowenig wie sich von Lobbyvereinigungen "kaufen" zu lassen.

    Solange aber man sich so richtig Sträubt, die Anti-Korruptionsagend in nationales Gesetz zu gießen ist und bleiben die politischen "Gipfellager" ein Selbstbedienungslager für den gierigen.

    • lepkeb
    • 05.07.2010 um 22:56 Uhr

    "Es sind viele Kommunalpolitiker, die ohne wirklich was daran zu verdienen, ihre Freizeit opfern."

    Die meisten haben Firmen, sind Gesellschafter oder leitende Angestellte von Firmen, die von der öffentlichen Hand mehr oder weniger abhängig sind. Durch ihre Arbeit als Kommunalpolitiker bekommen sie den Wissensvorsprung bei Aufträgen oder anvisierten Projekten (so dass man schnell noch Land kaufen kann, bevor es publik wird), den direkten Draht zum Amt das denn Auftrag vergibt und die Möglichkeit zur Einflussnahme auf Vergabeentscheidungen.
    Aber bei solcher Naivität verwundert es nicht mehr, dass D-land dort ist wo es steht.

    • Anonym
    • 06.07.2010 um 2:21 Uhr

    Schade, dass Sie sich nicht mit dem richtigen, wenn auch unvollständigem ersten Teil Ihres Kommentars begnügt haben. Der 2.Teil hat eine parteipolitische Färbung und entwertet leider Ihren Kommentar.
    Die Unvollständigkeit besteht darin, dass vielfach Politiker auf kommunaler Ebene dieses "schwere, bedauernswerte Los" zur Steigerung des Selbstwertgefühls, des Ansehens und der Möglichkeit einer Einflussnahme zu persönlichem Vorteil auf sich nehmen.
    Ich habe Kommunalpolitiker erlebt, die auf ihren Geschäftskarten "Mitglied des Rates der Stadt..." oder gar 1.Beigeordneter der Stadt ..." drucken ließen. Andere wollten ein bestimmtes Stück Land der Stadt, eine Genehmigung oder sonst was. Ihre Sitzungsgelder flossen regelmäßig als Spenden an die aufstellende Partei. Der Bürgermeister, Landrat, die Landesadministration oder gar besuchende Bundestagsabgeordnete wurden schamlos hofiert und ähnliches mehr.
    Auch diese Art der Politiker gibt es.
    Ich weiß wovon ich rede, ich war einige Jahre in einem Stadtparlament und im Kreistag.

  1. Geld und Macht! Reicht das nicht?

    Viel Macht und Einfluss für wenig Leistung. Davon können Leute die ordinär arbeiten gehen müssen nur träumen.

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    • Aporem
    • 05.07.2010 um 21:54 Uhr

    @ Klausabc

    Was ich mich immer frage:

    Wenn man WIRKLICH der Meinung ist, daß Politik so ein simples Geschäft ist, niemand etwas können muss und "den Politikern" das Geld fürs Nichtstun hinterhergeworfen wird.... Warum gehen dann genau diese "Kenner des politischen Betriebes" nicht selbst in die Politik?

    Ist doch getreu der Klischees ein Traumjob: Man muss nur hingehen und "irgendwie da sein" - und wird sofort Minister, darf auf Staatskosten um die Welt reisen, bekommt mehr Geld im Monat, als man mit ehrlicher Arbeit in 10 Jahren verdienen kann und hat nach 4 Jahren des Abgammelns im Parlament eine fette Rente....

    Ich befürchte, die meisten der "Kritiker" wissen ganz genau, daß die Klischees nicht stimmen und der Beruf des Politikers nur bei einer Handvoll Spitzenpolitikern wirklich schön ist - der Rest besteht aus Idealisten und von Medien und Gesellschaft zermürbten Ex-Idealisten...

    • Chilly
    • 06.07.2010 um 11:41 Uhr

    Es gibt eine Menge Gründe, die derzeitige Politik zu kritisieren. Dies gilt auch für die aktuellen Hauptvertreter der Spezies "Politiker". Aber ein "früher war alles besser" hilft genauso wenig, wie die immer wieder - auch bei den Kommentaren zu ZEIT-Online-Artikeln - zu findenden Hinweise auf die angeblich exorbitanten Politikergehälter. Richtig ist, ein MdB, ein Minister oder Staatssekretär verdient nicht schlecht (ein MdB rund 7.700 € im Monat, ein Staatssekretär zwischen 11.000 und 12.000), ein Minister noch etwas mehr und die Bundeskanzlerin ca. 20.000,00 €. Richtig ist auch, dass ein ALG-II-Empfänger von solchen Beträgen sowie gar einem Dienstwagen mit Chauffeur nur träumen kann. Dies gilt auch erst recht für die Altervorsorge, die weit über dem Niveau der geseztlichen Rente liegt.

    Wenn ich aber die Verantwortung und die Belastung betrachte, die auf diesen Personen lastet, dann sind diese Beträge (und Privilegien wie Dienstwagen) im Vergleich zu den "Nieten in Nadelstreifen" aus der Privatwirtschaft lächerlich (dies gilt auch für die dort üblichen Pensionszusagen für Vorstände, Geschäftsführer oder sonstiges höheres Management). Ein Vorstand einer mittleren Sparkasse oder ein Abteilungsleiter bei Siemens verdienen schon mehr als die Bundeskanzlerin. Wenn wir wirklich gute Leute in der Politik haben wollen, muss es auch attraktiv sein, sich dem Stress auszusetzen.

    CHILLY

    • Aporem
    • 05.07.2010 um 21:54 Uhr

    @ Klausabc

    Was ich mich immer frage:

    Wenn man WIRKLICH der Meinung ist, daß Politik so ein simples Geschäft ist, niemand etwas können muss und "den Politikern" das Geld fürs Nichtstun hinterhergeworfen wird.... Warum gehen dann genau diese "Kenner des politischen Betriebes" nicht selbst in die Politik?

    Ist doch getreu der Klischees ein Traumjob: Man muss nur hingehen und "irgendwie da sein" - und wird sofort Minister, darf auf Staatskosten um die Welt reisen, bekommt mehr Geld im Monat, als man mit ehrlicher Arbeit in 10 Jahren verdienen kann und hat nach 4 Jahren des Abgammelns im Parlament eine fette Rente....

    Ich befürchte, die meisten der "Kritiker" wissen ganz genau, daß die Klischees nicht stimmen und der Beruf des Politikers nur bei einer Handvoll Spitzenpolitikern wirklich schön ist - der Rest besteht aus Idealisten und von Medien und Gesellschaft zermürbten Ex-Idealisten...

    • Chilly
    • 06.07.2010 um 11:41 Uhr

    Es gibt eine Menge Gründe, die derzeitige Politik zu kritisieren. Dies gilt auch für die aktuellen Hauptvertreter der Spezies "Politiker". Aber ein "früher war alles besser" hilft genauso wenig, wie die immer wieder - auch bei den Kommentaren zu ZEIT-Online-Artikeln - zu findenden Hinweise auf die angeblich exorbitanten Politikergehälter. Richtig ist, ein MdB, ein Minister oder Staatssekretär verdient nicht schlecht (ein MdB rund 7.700 € im Monat, ein Staatssekretär zwischen 11.000 und 12.000), ein Minister noch etwas mehr und die Bundeskanzlerin ca. 20.000,00 €. Richtig ist auch, dass ein ALG-II-Empfänger von solchen Beträgen sowie gar einem Dienstwagen mit Chauffeur nur träumen kann. Dies gilt auch erst recht für die Altervorsorge, die weit über dem Niveau der geseztlichen Rente liegt.

    Wenn ich aber die Verantwortung und die Belastung betrachte, die auf diesen Personen lastet, dann sind diese Beträge (und Privilegien wie Dienstwagen) im Vergleich zu den "Nieten in Nadelstreifen" aus der Privatwirtschaft lächerlich (dies gilt auch für die dort üblichen Pensionszusagen für Vorstände, Geschäftsführer oder sonstiges höheres Management). Ein Vorstand einer mittleren Sparkasse oder ein Abteilungsleiter bei Siemens verdienen schon mehr als die Bundeskanzlerin. Wenn wir wirklich gute Leute in der Politik haben wollen, muss es auch attraktiv sein, sich dem Stress auszusetzen.

    CHILLY

  2. Ein hervorragender, fairer Artikel, der auch die politischen Gefahren aufzeigt, die beim gegenwärtigen Politikerbashing drohen.

    Danke.

    • Aporem
    • 05.07.2010 um 21:28 Uhr

    Es ist ja ein sehr guter Artikel, der treffend die Frustration der Politiker umschreibt. Aber eine naheliegende Frage wird nicht beantwortet: Wie kann dieser fatale Zustand geändert werden?

    Sind es die Politiker, die sich ändern und lernen müssen, mit den Eigenarten einer Mediendemokratie / Mediendiktatur und einer zynischen Öffentlichkeit umzugehen?
    Oder wird nicht auch ein Lernprozess bei den Medien und den Bürgern erforderlich sein? Denn wenn die Medien das eigenhändige Produzieren von Skandalen (Stichwort: Schweinegrippe) und gehässiges Politiker-Bashing für "investigativen Journalismus" halten und das Volk eine diebische Freude daran hat, "die Vollversager da Oben" scheitern zu sehen, wird sich an der Spitze des Staates nix ändern.

    Politiker sind nur so gut, wie es die medialen und gesellschaftlichen Zustände zulassen.

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    Sie sind nur so gut, wie das Auswahlsystem es erlaubt. Der Hase liegt in den Parteiorganisationen im Pfeffer.

    Die Parteiorganisationen bestehen auch aus Menschen!

    • Anonym
    • 05.07.2010 um 23:14 Uhr

    ... relativ einfach. Wenn die Politiker angeblich so an ihrer Macht und "Verantwortung" leiden, sollten sie vielleicht was davon abgeben. An diejenigen, die angeblich so verächtlich und besserwisserisch auf sie herabblicken.

    Doch genau DAS tun sie natürlich nicht, sie wehren sich mit Händen und Füßen dagegen. Macht macht offenbar süchtig.

    Wie leicht sich strittige Themen auflösen, wenn man zur Abwechslung mal das Volk entscheiden lässt, konnte man beim letzten Volksentscheid in Bayern sehen. Schon ist Schluß mit windigen Kompromissen.

    Würde auf diesem Weg eine Gesundheitsreform gemacht, hätten wir endlich eine einzige Krankenkasse, eine in die alle entsprechend ihres Einkommens einzahlen. Aber sowas darf natürlich nicht passieren, tausende Lobbys wissen das zu verhindern und den enorm geknechteten Politikern mit Zuwendungen das Leben zu versüßen. Während die Presse jeden politischen Abweichler auf den rechten Weg prügelt.

    Sie sind nur so gut, wie das Auswahlsystem es erlaubt. Der Hase liegt in den Parteiorganisationen im Pfeffer.

    Die Parteiorganisationen bestehen auch aus Menschen!

    • Anonym
    • 05.07.2010 um 23:14 Uhr

    ... relativ einfach. Wenn die Politiker angeblich so an ihrer Macht und "Verantwortung" leiden, sollten sie vielleicht was davon abgeben. An diejenigen, die angeblich so verächtlich und besserwisserisch auf sie herabblicken.

    Doch genau DAS tun sie natürlich nicht, sie wehren sich mit Händen und Füßen dagegen. Macht macht offenbar süchtig.

    Wie leicht sich strittige Themen auflösen, wenn man zur Abwechslung mal das Volk entscheiden lässt, konnte man beim letzten Volksentscheid in Bayern sehen. Schon ist Schluß mit windigen Kompromissen.

    Würde auf diesem Weg eine Gesundheitsreform gemacht, hätten wir endlich eine einzige Krankenkasse, eine in die alle entsprechend ihres Einkommens einzahlen. Aber sowas darf natürlich nicht passieren, tausende Lobbys wissen das zu verhindern und den enorm geknechteten Politikern mit Zuwendungen das Leben zu versüßen. Während die Presse jeden politischen Abweichler auf den rechten Weg prügelt.

  3. der in der Öffentlichkeit steht ist lang hart und besonders versagensintensiv.

    Nur muss man mit zweierlei Maß herangehen.

    Die, die es geschafft haben, die die den politischen Jackpot geknackt haben und ins Parlament (egal welches) geschafft haben und die, die mal mehr mal weniger - manche übrigends überhauptnicht - daran arbeiten, dorhinzukommen.

    Ich denke, das ich von (erfolgreichen) Politikern mehr erwarten kann und darf, als das, was die momentanen und auch die Vorgänger abgeliefert haben. Und "legale" Korruption und Vetterleswirtschaft gehört absolut nicht ! zu diesen Erwartungen. Genausowenig wie sich von Lobbyvereinigungen "kaufen" zu lassen.

    Solange aber man sich so richtig Sträubt, die Anti-Korruptionsagend in nationales Gesetz zu gießen ist und bleiben die politischen "Gipfellager" ein Selbstbedienungslager für den gierigen.

  4. Sie sind nur so gut, wie das Auswahlsystem es erlaubt. Der Hase liegt in den Parteiorganisationen im Pfeffer.

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    • lepkeb
    • 05.07.2010 um 22:58 Uhr

    bloss ich glaube, die Leute die etwas verändern wollen, haben sich entweder schon aus D-land verabschiedet oder sind ins Selbstexil gegengangen.

    • lepkeb
    • 05.07.2010 um 22:58 Uhr

    bloss ich glaube, die Leute die etwas verändern wollen, haben sich entweder schon aus D-land verabschiedet oder sind ins Selbstexil gegengangen.

  5. Der Artikel geht am Kern des Problems kilometerweit vorbei.

    Es mag richtig sein, dass der "Tagesbetrieb" eines Politikers beschwerlicher geworden ist, die Anforderungen sich in den letzten Jahrzehnten verändert haben.

    Für mich liegt das tatsächliche Problem für das schwindende Ansehen der Spitzenpolitiker in ihrem fehlenden Gespür für das Machbare.
    Man muss sich nicht wundern, wenn man Verachtung erntet, nachdem man z.B. Steuersenkungen oder Abgabensenkungen verspricht und genau das Gegenteil davon macht.
    Ebenso wird zum hundertsten Mal eine "Reform" der "Reform" (Gesundheitswesen, Renten) versprochen und jedes Mal hält das Ergebnis keine zwei Jahre bis man merkt, dass es wieder nicht funktioniert.

    Die Bürger wollen klare Aussagen für das Machbare. Und sie wollen einen "ausgleichenden" Kapitalismus, der nicht immer nur die einen reicher und die anderen ärmer macht. Das Gespür für "soziale Gerechtigkeit" ist in Deutschland sehr feinsinnig entwickelt.

    Es gibt mir zu denken, wenn sich mittlerweile die Reichsten der Gesellschaft melden und signalisieren, dass sie freiwillig bereit sind, einen höheren Beitrag zu leisten.

    Unseren Spitzenpolitikern fehlen Visionen und das feine Gespür für die sensiblen Bereiche unserer Gesellschaft.

    Es kann nicht sein, dass man den Staatshaushalt durch die Streichung von Heizkostenzuschüssen sanieren will - das müsste selbst der blindeste Politiker merken, dass das gesellschaftlich nicht aktzeptiert wird.

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