»Ja, auch ich bin Revolutionär«

Rainer Eckert, Chef des Zeitgeschichtlichen Forums Leipzig, über 1989, den Irrtum »Wende« und Biermanns Klampfe

DIE ZEIT: Herr Eckert, geht es Ihnen nicht auf die Nerven, jedes Mal die Stimme Erich Honeckers zu hören, wenn Sie ins Büro gehen?

Rainer Eckert: Ja, unser Fahrstuhl im Forum wurde lange Zeit mit Stimmen deutscher Politiker beschallt, so auch mit Honeckers Spruch »Die Mauer wird noch in hundert Jahren stehen«. An manchen Tagen konnte ich das nicht mehr hören. Nun wird die Beschallung unserer jeweiligen Wechselausstellung angepasst. Gerade zeigen wir Humor und Politik in Deutschland, und im Fahrstuhl sind, in sächsischem Dialekt, politische Witze aus der DDR zu hören.

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ZEIT: Keinen Spaß verstehen Sie, wenn mit Blick auf 1989 von »Wende« gesprochen wird. Wieso?

Rainer Eckert

1950 in Potsdam geboren, hatte in der DDR zeitweise Studier- und Berlinverbot. Seit 1999 leitet der Historiker das Zeitgeschichtliche Forum in Leipzig. Die 1999 eröffnete Dependance des Bonner Hauses der Geschichte zeigt in einer Dauerausstellung die DDR-Historie; Schwerpunkte sind dabei Opposition und Alltag in der Diktatur. Thema ist auch Ostdeutschland nach 1989

Eckert: Als Inhaber eines Segelscheins weiß ich: Die Wende ist ein Segelmanöver, dabei wird das Segel mit Mast und Gabelbaum umgelegt, schon geht es mit leicht verändertem Kurs in gleicher Richtung weiter. Genau so hat SED-Chef Egon Krenz sein Wort »Wende« auch gemeint. Aber erstens ist dieser Begriff wissenschaftlich kontraproduktiv, denn anders als für eine Revolution gibt es für eine »Wende« keine akzeptablen Kriterien. Zweitens verbindet man damit eben keine positiven revolutionären Erfahrungen, und das wäre wichtig – auch für das Geschichtsverständnis unserer Landsleute im Süden, Westen und Norden.

ZEIT: Selbst jene Ostdeutschen, die 1989 noch gut in Erinnerung haben, sprechen im Alltag ganz natürlich von »Wende«. Ist das denn so tragisch?

Eckert: Als Wissenschaftler halte ich es für meine Pflicht, gegen solche historischen Ungenauigkeiten anzukämpfen. Doch ich gebe zu: Der Begriff hat sich festgefressen, selbst bei meinen Freunden aus der Bürgerbewegung. Den meisten fällt es schwer, von sich als Revolutionär zu sprechen.

ZEIT: Sind Sie denn ein Revolutionär? 

Eckert: Ich will meinen Anteil nicht überbewerten, aber ich denke: Ja, auch ich bin ein Revolutionär. Wie schätzungsweise eine halbe bis eine Million andere Menschen, die 1989/90 im Osten auf die Straße gingen, um sich gegen die Herrschaftsverhältnisse aufzubäumen. Der Rest blieb hinter den Gardinen oder stand auf der Gegenseite.

ZEIT: Die Vorgänge vor 20 Jahren – von den ersten Montagsdemos bis zur Einheit – werden seit Monaten in den Medien, in unzähligen Büchern und Veranstaltungen ausgebreitet. Was hat uns dieses Dauergedenkjahr bislang gebracht?

Eckert: Vor allem hat sich endlich der Begriff »friedliche Revolution« für die Ereignisse 1989/90 in Wissenschaft, Politik und Publizistik weitgehend durchgesetzt – auch wenn mancher weiterhin argumentiert, eine Revolution sei zwingend mit Blutvergießen verbunden.

ZEIT: Wenn Sie recht haben, müsste die »Heldenstadt« Leipzig davon profitiert haben.

Eckert: Die Initiative 9. Oktober, in der ich Mitglied bin, arbeitet seit zehn Jahren daran, Leipzig als zentralen Ort der Revolution und den 9. Oktober 1989 als ihren zentralen Tag im Gedächtnis von Stadt und Nation zu verankern. Das ist nicht einfach, denn der Berliner Mauerfall ist viel tiefer im nationalen Gedächtnis eingegraben. Die Mauer hat 28 Jahre lang die Welt gespalten, ihr Abriss ist sinnfälliger. Und es gibt vom Mauerfall auch die viel besseren Fernsehbilder. In Leipzig hat Siegbert Schefke vom Kirchturm aus ein paar wacklige Bilder von den Montagsdemonstrationen gemacht; aus Berlin hingegen sah man, wie sich Ostdeutsche und Westberliner an der Bornholmer Brücke überglücklich begrüßten, Trabis hupten, weinende Menschen »Wahnsinn!« ausriefen. Zudem: Am 9. November waren Ost- und Westdeutsche beteiligt; der 9. Oktober war indes Sache der Leipziger und von etwa zehn- bis zwanzigtausend Menschen aus dem Rest der DDR.

ZEIT: Sie beklagen eine »Kannibalisierung der Erinnerung« an den Herbst 1989. Was genau meinen Sie damit?

Eckert: Wir haben in Sachsen auf Vorschlag der Bündnisgrünen ein Gesetz, wonach jeder Stadt freigestellt wurde, sich einen Festtag auszusuchen. In Plauen war das dann der 7. Oktober, in Dresden der 8., in Leipzig der 9. Das Problem ist, dass wir uns nicht mehr auf eine Gedenk-Chiffre für 1989 einigen können: einen Tag, ein Ereignis, eine Stadt. Das ist aber notwendig, um noch mehr im nationalen Gedächtnis verankert zu sein. 

ZEIT: 1989 war aber ein Ereignis der Straße, überall im Land; eine Geschichte aus Tausenden Einzelerzählungen direkter Demokratie…

Eckert: …gewiss, jeder Ort soll feiern, sein Denkmal errichten, Ausstellungen machen, doch muss sich das Gedenken auf einen Ort und einen Termin zuspitzen. Dies war Streitthema einer Expertenkommission des Freistaats. Aus Plauen hieß es, bei uns am 7. Oktober waren prozentual zur Bevölkerung mehr Menschen auf der Straße als in Leipzig. Die Dresdner betonten, ihr 8. Oktober sei der entscheidende Übergang zur Friedfertigkeit gewesen. Letztlich bekam Leipzig den Zuschlag für die zentrale Feier, zu Recht. Als am 9. Oktober etwa 70000 Menschen auf die Straße gingen, war die Revolution endgültig nicht mehr zurückzudrängen.

ZEIT: Im Herbst vorigen Jahres fragte die Torgauer Zeitung ihre Leser, ob sie noch an 1989 erinnert werden möchten. Nein, sagten etwa zwei Drittel. Wie erklären Sie sich das?

Eckert: Ich selbst erinnere mich jeden Tag an 1989, mit Freude. Die das anders sehen, zerfallen in Gruppen: Die eine wollte von Anfang an eine reformierte DDR. Eine andere sieht den Systemwechsel inzwischen aus vielen Gründen kritisch, etwa aus Angst vor sozialem Abstieg; oder weil sie am massenhaften Fortzug ihrer Kinder leidet – das ist tatsächlich ein großes Problem; und da ist das Gefühl, als Ostdeutscher sei man Bürger zweiter Klasse. Trotz aller Schwierigkeiten würde ich entgegnen: Ihr habt euch Demokratie und Freiheit erkämpft, seid stolz darauf!

ZEIT: Schöne Worte. Aber haben die Menschen nicht eher das Gefühl, die Erinnerung an 1989 hätte mit ihrer Gegenwart, mit den heutigen Alltagsproblemen nichts mehr zu tun?

Eckert: Zu kurz kommt sicher die Frage, wie sich die Erfahrungen von Zivilcourage in der Diktatur auch für die Lösung aktueller Probleme nutzen lassen. Die Lehre von damals lautet: Wehrt euch, wenn ihr die Zustände für Unrecht haltet! Das ist auch die Botschaft in unserem Haus, das den Themenschwerpunkt auf Opposition und Widerstand legt. Doch ich möchte wetten, dass die meisten Leute, die klagen, nirgendwo engagiert sind, weder politisch noch in Gewerkschaft, Kirche oder im Frauenverband. Mich stört diese passive Muffigkeit!

ZEIT: Vielleicht hängt die geringe Begeisterung, wenn es um 1989 geht, auch mit der Art zusammen, wie gedacht wird. Am 9. November 2009, beim Festakt vor dem Brandenburger Tor, standen Hillary Clinton, Nicolas Sarkozy und Gordon Brown in der ersten Reihe – Politiker, die mit dem Protest der Straße nichts zu tun haben. Lassen sich für diesen Tag nicht andere Symbole finden, die näher an der Erinnerung der Menschen sind? 

Eckert: In Leipzig haben wir mit dem Lichterfest die richtige Form des Gedenkens gefunden, sonst wären nicht weit mehr als hunderttausend Menschen gekommen. In Berlin, scheint mir, hat man sich zu sehr den Wünschen des Fernsehens gebeugt. Thomas Gottschalk hat ja die Veranstaltung moderiert…

ZEIT: Wenn von 1989 die Rede ist, hat man bisweilen den Eindruck, die Ereignisse würden dramatisiert – als reiche der historische Kern nicht mehr aus, um noch zu beeindrucken. Oder wie kam es etwa zu der wohl falschen Behauptung, am Rand der Leipziger Montagsdemos hätten Blutkonserven und Leichensäcke bereitgestanden?

Eckert: Sie spielen auf die Rede Horst Köhlers am 9. Oktober 2009 in Leipzig an. Die Angaben hatte der damalige Bundespräsident einem Buch des Dresdner Historikers Michael Richter entnommen, die dieser inzwischen richtiggestellt hat. Köhler sagte auch, am Stadtrand hätten Panzer bereitgestanden. Es waren aber gepanzerte Fahrzeuge, das ist ein Unterschied. Köhlers Rede war an diesen Stellen gut gemeint, nur eben nicht korrekt. Was mich weit mehr ärgert, sind publizistisch groß aufgemachte »Sensationen« wie jene von den angeblich 17000 im öffentlichen Dienst beschäftigten Exmitarbeitern der Staatssicherheit.

ZEIT: Keine große Sache?

Eckert: Die Zahl ist nicht überprüfbar, es geht um Personen in untergeordneten Positionen, und ihre Zahl sinkt schnell. Unser größter Fehler in der DDR-Aufarbeitung der vergangenen 20 Jahre war die Konzentration auf die Staatssicherheit, speziell auf die inoffiziellen Mitarbeiter, anstatt nach den Auftraggebern und Strukturen dahinter zu fragen.

ZEIT: Im Zusammenhang mit Joachim Gaucks Präsidentschaftskandidatur war wieder verstärkt von den DDR-Bürgerrechtlern die Rede. Was ist das eigentlich für eine Gruppierung?

Eckert: In der DDR eine verzweifelt kleine Minderheit. Die Staatssicherheit hat dreitausend von ihnen gezählt, meine Freundin Ulrike Poppe sagt: Die haben nicht alle erfasst, wir waren eher fünftausend. Mag sein. Sie alle vereint, dass sie sich gegen ein übermächtiges Regime gewehrt haben. Doch es ist ein Irrtum, dass sich die Bürgerrechtler im Herbst 1989 einig gewesen seien. 

ZEIT: Warum?

Eckert: Es gab und gibt Gruppen, persönliche Animositäten, auch eine territoriale Spaltung: Auf Leipziger Aufrufe reagieren unsere Freunde in Berlin oder Jena oft zurückhaltend. Bis heute wird darüber gestritten, wo das intellektuelle oder das aktivistische Zentrum der Bewegung lag. Hinzu kommen parteipolitische Präferenzen. Den Aufruf von Bürgerrechtlern für Joachim Gauck haben bei Weitem nicht alle unterschrieben. Jemand wie der Sozialdemokrat Friedrich Schorlemmer, der gefordert hat, alle Stasiakten zu verbrennen, steht nun mal gegen Gauck, den die Linke als »Großinquisitor« sieht.

ZEIT: Um DDR-Geschichte zu vermitteln, braucht das Zeitgeschichtliche Forum griffige Schaustücke, die eine Aura besitzen. Wie beschaffen Sie diese?

Eckert: Unser Ehrgeiz besteht darin, für einen Sachverhalt nicht irgendein Objekt zu zeigen, sondern das entscheidende. Wir haben Teams, die danach suchen. Nehmen wir das Symbol der DDR-Friedensbewegung, »Schwerter zu Pflugscharen«. Ich habe Friedrich Schorlemmer so lange bequatscht, bis er uns sein berühmtes umgeschmiedetes Schwert vom Kirchentag 1983 in Wittenberg gegeben hat.

ZEIT: War das denn so schwierig?

Eckert: Oh ja, er hätte das gute Stück am liebsten weiter in seinem Arbeitszimmer liegen gehabt. 2003 habe ich es ihm ausgeliehen, danach wollte er es mir nicht zurückgeben. Das war ein zähes Ringen. Eines Tages, als Schorlemmer in Leipzig zu Besuch war, zog er das Sichelschwert, eingewickelt in Zeitungspapier, aus seiner Aktentasche.

ZEIT: Sind alle Leihgeber so eigen? 

Eckert: Bei Wolf Biermann war die Sache einfacher: Von ihm wollten wir die Gitarre, mit der er 1976 nach seiner Ausbürgerung in Köln gespielt hat. Sein Freund Jürgen Fuchs, den wir um Hilfe baten, traute sich gar nicht zu fragen: So empfindlich, wie Wolf ist, kündigt der uns die Freundschaft auf, hieß es. So war es gar nicht: Biermann war begeistert, dass seine Gitarre ins Museum kommt, und fragt mich heute noch, wenn wir uns zufällig treffen, wie es ihr geht.

ZEIT: Kein Objekt, das Ihnen je verweigert wurde?

Eckert: Von Helmut Schmidt wollte ich das Originalmanuskript seiner Rede zur Verleihung des Nationalpreises an die Bürgerbewegung – doch das wanderte in Schmidts Privatarchiv. Nicht ganz leicht war auch die Beschaffung eines Stücks DDR-Gartenzaun, wie man ihn sich früher mit entwendeten Schweißstäben aus volkseigenen Betrieben gebastelt hat. Ich bin dafür durch Schöneiche in Brandenburg gelaufen, wo meine Familie lebt, und habe bei fremden Leuten geklingelt. Meine Ansage, ich sei Museumsdirektor und hätte gern ein Stück ihres Zauns, stieß auf kein Verständnis. Wir haben das Gesuchte dann auf anderem Wege bekommen.

ZEIT: Was fehlt Ihnen noch für die Sammlung?

Eckert: Wenig. Zu »Opposition und Widerstand in der DDR« haben wir alles Notwendige schon.

ZEIT: Da ist zum Beispiel der Parka des damaligen Bürgerrechtlers und späteren letzten DDR-Außenministers Markus Meckel ausgestellt. Glauben Sie, dass auch spätere Generationen so einem Stück noch eine Aura zuschreiben?

Eckert: Das wird schwierig. Nehmen Sie als Beispiel das Kugelkreuz, ein etwa zwei Zentimeter kleines Abzeichen, darauf ein Globus mit einem Kreuz. Wer es als Jugendlicher trug, bekam Ärger mit Lehrern; nach der Schule hat man es sich wieder ans Revers gesteckt. Für uns Mitglieder der Jungen Gemeinde war das ein Bekenntniszeichen, weckt es starke Erinnerungen. Schon heute ist das Kugelkreuz für viele Besucher der Ausstellung erklärungsbedürftig. Ein echtes Problem bekommen wir in zwanzig, dreißig Jahren, wenn kaum noch jemand solche Dinge aus der eigenen Biografie kennt. 

ZEIT: Von der Flutkatastrophe des Jahres 2002 besitzt Ihr Mutterhaus in Bonn ein beeindruckendes Objekt: einen zertrümmerten Steinway-Flügel aus der Semperoper, original verschlammt. Wieso wird so etwas nicht in Leipzig gezeigt?

Eckert: Das hat praktische Gründe. Der Raum, in dem wir die Zeit nach 1989 thematisieren, misst etwa 70 Quadratmeter, da hätte der Flügel keinen Platz. Dafür zeigen wir Originalsandsäcke der Oderflut aus dem Jahr 1997.

ZEIT: Uns fällt auf, dass die Zeit nach dem Mauerfall in Ihrer Dauerausstellung sehr wenig Raum einnimmt. Wie kommt das?

Eckert: Immerhin haben wir die Fläche vor zwei Jahren verdoppelt. Es geht da um Arbeitslosigkeit, Arbeitskämpfe am Beispiel Eko-Stahl in Eisenhüttenstadt, um die Solidarität zwischen den Deutschen während der Oderflut, um Rechtsextremismus, die Euro-Einführung, Auslandseinsätze der Bundeswehr, den Umgang mit der DDR-Geschichte oder die Fußball-WM in Deutschland.

ZEIT: Man fragt sich, welches Exponat exemplarisch für die ostdeutsche Geschichte nach 1989 steht.

Eckert:(überlegt lange) Ich denke, es gibt dieses eine Objekt nicht. Noch nicht. Am ehesten käme der neue Reichstag mit seiner Kuppel infrage, von dem wir ein Modell zeigen. Als Sinnbild der neuen gesamtdeutschen Demokratie.

ZEIT: Ist es Ihnen nicht möglich, einen Gegenstand symbolisch aufzuladen, so wie es den Bonnern mit Helmut Kohls Strickjacke als Symbol für die Politik der Wiedervereinigung gelungen ist? 

Eckert: Das gelingt selten, und dann nur mit Findigkeit und Glück. Schauen Sie, die DDR ist heute das, was jeder Briefmarkensammler kennt: ein abgeschlossenes Gebiet; dagegen ist es viel schwieriger, in einem laufenden historischen Prozess zu sammeln. Wir stehen täglich vor der Frage: Was passiert, was müssen wir sichern? Und müssen schnell sein. Als beispielsweise Leipziger Ingenieure im Irak entführt worden waren, gab es Mahnwachen und hingen Solidaritätsplakate an der Nikolaikirche. Ich bin mit Hausmeistern und einer Leiter dorthin geeilt und habe einige der Plakate für unsere Sammlung abgenommen. Meine Bonner Kollegen haben sich mal ein abgelegtes Handy der Kanzlerin gesichert – bekanntlich regiert Angela Merkel gerne per SMS.

ZEIT: Bei diesem Exponat müssen Sie den Jüngeren nicht viel erklären. Erreichen Sie die überhaupt?

Eckert: Viele Schüler verbringen ganze Projekttage hier. Vor zehn Jahren, als wir anfingen, war das noch anders, aber das war nicht die Schuld der Schüler: Teile der sächsischen Lehrerschaft mieden unser Haus – weil sie vielleicht nicht konfrontiert werden wollten mit der Frage: Wie haben Sie sich in der DDR verhalten? Ich bin selten auf so viel aggressive Ablehnung gestoßen. Inzwischen merken auch wir hier, dass sich die Lehrerschaft etwas erneuert hat.

Das Gespräch führten Stefan Schirmer und Jana Hensel

 
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