Weltwirtschaft Sparen wie die Deutschen

Die Welt will den Gürtel enger schnallen. Ist das ein gefährliches Spiel mit der wirtschaftlichen Erholung?

Es war die Überraschung der Woche. Da hatte man von Washington bis Tokyo die Deutschen wegen ihrer Sparpolitik kritisiert – und plötzlich vereinbarten die Staats- und Regierungschefs beim G-20-Gipfel in Toronto feste Ziele für den Abbau der Etatdefizite. 2013 sollen sie nur noch halb so groß sein wie heute. Beim Abendessen lobte ausgerechnet Barack Obama die europäische Haushaltskonsolidierung, und Angela Merkel meinte auf ihre sachliche Art: Das sei alles besser, als sie es erwartet habe. Vom russischen Regierungschef Dmitrij Medwedjew bis zum französischen Staatschef Nicolas Sarkozy – fast nur nette Gesten.

Die Abmachungen auf G-20-Gipfeln mögen nicht rechtsverbindlich sein. Doch die Staats- und Regierungschefs setzen auf solchen Treffen die wichtigen Trends, und die Zusammenkunft am Ontariosee markiert einen ganz wesentlichen Wendepunkt in der internationalen Wirtschaftspolitik. Bisher ging es um den Kampf gegen die Krise: um wachsende Konjunkturpakete, die mit neuen Rekordschulden finanziert werden mussten.

Anzeige

Jetzt will die Welt, was die Deutschen schon länger wollen: Die G-20-Staaten haben die Operation strammer Gürtel ausgerufen. Sie wollen ab sofort kräftig sparen .

Das Problem ist: Dieser Politikschwenk kommt aus Sicht vieler Experten gefährlich früh. Als Angela Merkel am Sonntagnachmittag schon wieder im Flugzeug zurück nach Berlin sitzt, arbeitet der Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman an seiner neuesten Kolumne für die New York Times . Sie fällt sogar für seine Standards sehr scharf aus. »Wir stecken jetzt im Frühstadium einer dritten Depression«, polterte der Ökonom. Eines großen Wirtschaftszusammenbruchs also, wie man ihn in den dreißiger Jahren und beim großen Krach 1873 erlebt hatte. Krugman: »Diese dritte Depression verdanken wir hauptsächlich einem Versagen der Politik.«

Wenn plötzlich alle Länder sparen, wer soll dann überhaupt noch etwas kaufen? Wo soll dann die Nachfrage nach neuen Produkten und Dienstleistungen herkommen, die einen weltweiten Aufschwung erst trägt? Das sind die Fragen, die Anhänger der keynesianischen Wirtschaftslehre in diesen Tagen stellen. Auch Krugman gehört dieser Schule an.

Doch der Wind hat sich gedreht. Die Fachexperten der Bundesregierung halten es für vertretbar, aus den Konjunkturprogrammen auszusteigen – schließlich entwickle sich der Arbeitsmarkt gut. Die deutsche Wirtschaft werde sich zwar im zweiten Halbjahr abschwächen, aber man sei bereit, das zu akzeptieren. Weitere teure Konjunkturprogramme würden inzwischen eher schaden.

Frankreich und viele Staaten Südeuropas hätten zwar gerne noch länger Gas gegeben. Aber die Finanzmärkte erlauben es ihnen nicht. Die Experten der Rating-Agenturen und Vertreter der großen Investmentgesellschaften haben den Regierungen signalisiert, dass sie ihr Geld zurückhalten werden, wenn die Schulden weiter ungebremst steigen. Angesichts solcher Drohungen kündigte selbst die spendable französische Regierung an, die Staatsausgaben einzufrieren und Steuervergünstigungen zu streichen.

Sogar in den angelsächsischen Ländern verhallen die Warnrufe der Keynesianer. In Großbritannien kann der neue konservative Premier David Cameron mit schuldenfinanzierten Konjunkturprogrammen weniger anfangen als sein Vorgänger Gordon Brown – er hat ganz im Gegenteil ein drakonisches Sparpaket verabschiedet. Cameron will das britische Haushaltsdefizit innerhalb von fünf Jahren von derzeit 10,1 Prozent auf nur noch ein Prozent der Wirtschaftsleistung senken. Nicht einmal vor dem Budget des Königshauses macht Camerons Rotstift halt.

Doch der erstaunlichste Wandel vollzieht sich – ausgerechnet – in den USA.

Die Obama-Regierung hatte zuletzt am lautesten nach neuen Konjunkturprogrammen gerufen, und einige ihrer einflussreichsten Mitglieder bleiben weiter auf Kurs Keynes: Die Regierungsökonomen um den Präsidentenberater Larry Summers und den Finanzminister Timothy Geithner sehen noch Spielraum für weitere Ausgaben.

Wachsenden Teilen der Bevölkerung jagen die steigenden Schulden jedoch Angst ein. Und gerade sie können die Folgen der leeren Kassen mit ihren eigenen Augen sehen. In den USA gibt es jetzt Orte wie Central Falls, eine 19.000-Einwohner-Gemeinde an der Ostküste, wo drei Millionen Dollar in der Stadtkasse fehlen, 30 Millionen Dollar im städtischen Pensionsfonds und außerdem 17 Millionen Dollar Kredite ausstehen, die die Gemeinde nicht mehr bedienen kann. Ein Insolvenzverwalter ist dort nun ins Rathaus eingezogen.

Es gibt Städte wie Detroit , Pontiac und Harrisburg , deren Kommunalobligationen von der Rating-Agentur Moody’s zu »Müll-Anleihen« erklärt wurden. Von Los Angeles bis New York und von Anchorage bis Miami schließen Gemeinden Bibliotheken, Parks und Schwimmbäder, feuern Lehrer, Müllmänner und Feuerwehrleute, dünnen Verkehrsnetze und Polizeiwachen aus.

Leser-Kommentare
    • messem
    • 30.06.2010 um 15:15 Uhr
    1. Genial

    Obama wird in nächster Zeit genauso sparen wie die "fiskal Konservativen" R. Reagan und GW Bush. Da werden Rauchbomben gezündet um die Kritiker verstummen zu lassen.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • joG
    • 01.07.2010 um 17:14 Uhr

    ....für uns alle noch zu bedenken:
    http://www.zeit.de/wirtsc...
    http://www.nytimes.com/20...

    Diese Risiken sind enorm und es ist mE grob fahrlässig sie aus ideologischen Gründen oder kulturellen Ängsten einzugehen, wie das offenbar die Regierung nun tun will.

    • joG
    • 01.07.2010 um 17:14 Uhr

    ....für uns alle noch zu bedenken:
    http://www.zeit.de/wirtsc...
    http://www.nytimes.com/20...

    Diese Risiken sind enorm und es ist mE grob fahrlässig sie aus ideologischen Gründen oder kulturellen Ängsten einzugehen, wie das offenbar die Regierung nun tun will.

  1. Sparen ist alternativlos (um den Ton der Vernunftlosen mal zu übernehmen)

    Geld ausgeben, welches der Staat nicht hat ist mittel- und vor allem langfristig das Falscheste was man machen kann. Durch die riesigen Staatsschulden, deren Zinsen uns Jahr für Jahr größere Anteile unseres Bundeshaushaltes kosten, sind wir erst in die missliche Lage gekommen. Ansonsten wird Deutschland in 5, 10 oder 20 Jahren auch in seiner "Kreditwürdigkeit" abgewertet. Und wer springt dann ein?

    Der Schuldenabbau, ob durch Sparen oder mehr Steuern muss das Volk (durch Wahlen) entscheiden, ist die einzige Möglichkeit den Verlust von Wohlstand beim Volk aufzuhalten oder gar umzukehren. (nicht kurzfristig aber dafür dauerhaft)

    Wer was anderes behauptet hat entweder keine Ahnung oder andere Interessen.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    "Geld ausgeben, welches der Staat nicht hat ist mittel- und vor allem langfristig das Falscheste was man machen kann."

    Irgendjemand muss sich verschulden, wenn die Wirtschaft rund laufen soll (Geld entsteht nur durch Kredite und wird zu einem gewissen Grad wieder weggespart). Tut das der private Sektor nicht, muss es der Staat tun, sonst kommt es zur Rezession, die viel schlimmer ist als Verschuldung.

    Mit neuen Schulden inflationiert er dabei gleichzeitig auch ein Stück weit und natürlich kann er sich, vorzugsweise das weggesparte Geld, per Steuern wieder zurückholen. Letzteres unterbleibt aus Korruptionsgründen leider, bzw. wird zB per Mwst. lieber die kreditschöpfende Mittelklasse aufgelastet.

    "Geld ausgeben, welches der Staat nicht hat ist mittel- und vor allem langfristig das Falscheste was man machen kann."

    Irgendjemand muss sich verschulden, wenn die Wirtschaft rund laufen soll (Geld entsteht nur durch Kredite und wird zu einem gewissen Grad wieder weggespart). Tut das der private Sektor nicht, muss es der Staat tun, sonst kommt es zur Rezession, die viel schlimmer ist als Verschuldung.

    Mit neuen Schulden inflationiert er dabei gleichzeitig auch ein Stück weit und natürlich kann er sich, vorzugsweise das weggesparte Geld, per Steuern wieder zurückholen. Letzteres unterbleibt aus Korruptionsgründen leider, bzw. wird zB per Mwst. lieber die kreditschöpfende Mittelklasse aufgelastet.

  2. Der chinesische Weise Laozi prägte den Begriff se4 嗇... er meinte man solle mit seinen (Getreide)-Resourcen so umgehen, daß im nächsten Jahr eine Aussaat - also ein Weiterleben - möglich ist.
    Darin steckt tiefe Weisheit. man soll nicht mehr ausgeben als man hat... die Reserven sollen so groß sein, daß es im Kreislauf immer wieder einen neuen Anfang geben kann.
    -
    das richtige Wort wäre vielleicht:
    wirtschaftliche Balance mit Nachhaltigkeit ...

    Wachstum ohne Respektierung der Möglichkeiten führt ins Desaster...

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    "er meinte man solle mit seinen (Getreide)-Resourcen so umgehen, daß im nächsten Jahr eine Aussaat - also ein Weiterleben..."

    Hat nur leider mit monetärem Sparen allenfalls am Rande zu tun.

    Der Wachstumszwang ist wiederrum ein eigenes Thema, wenn auch zum Teil exakt durch ebendieses monetäre Sparen bedingt. Wenn ständig Geld vom Markt verschwindet, braucht man auch ständig neue lukrative Investitionsgelegenheiten, damit sich neue Kredite lohnen.

    "er meinte man solle mit seinen (Getreide)-Resourcen so umgehen, daß im nächsten Jahr eine Aussaat - also ein Weiterleben..."

    Hat nur leider mit monetärem Sparen allenfalls am Rande zu tun.

    Der Wachstumszwang ist wiederrum ein eigenes Thema, wenn auch zum Teil exakt durch ebendieses monetäre Sparen bedingt. Wenn ständig Geld vom Markt verschwindet, braucht man auch ständig neue lukrative Investitionsgelegenheiten, damit sich neue Kredite lohnen.

  3. "Geld ausgeben, welches der Staat nicht hat ist mittel- und vor allem langfristig das Falscheste was man machen kann."

    Irgendjemand muss sich verschulden, wenn die Wirtschaft rund laufen soll (Geld entsteht nur durch Kredite und wird zu einem gewissen Grad wieder weggespart). Tut das der private Sektor nicht, muss es der Staat tun, sonst kommt es zur Rezession, die viel schlimmer ist als Verschuldung.

    Mit neuen Schulden inflationiert er dabei gleichzeitig auch ein Stück weit und natürlich kann er sich, vorzugsweise das weggesparte Geld, per Steuern wieder zurückholen. Letzteres unterbleibt aus Korruptionsgründen leider, bzw. wird zB per Mwst. lieber die kreditschöpfende Mittelklasse aufgelastet.

    Antwort auf "meine Meinung"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    "Irgendjemand muss sich verschulden, wenn die Wirtschaft rund laufen soll (Geld entsteht nur durch Kredite und wird zu einem gewissen Grad wieder weggespart). Tut das der private Sektor nicht, muss es der Staat tun, sonst kommt es zur Rezession, die viel schlimmer ist als Verschuldung."

    Damit haben Sie das grundliegende Problem erkannt, jemand muss sich verschulden, damit überhaupt Geld in Umlauf kommt.

    Dass dieses System grundsätzlich falsch ist, muss endlich jeder erkennen. Bis dahin muss die Politik zumindest dafür sorgen, dass die Staatsschulden abgebaut werden.

    Übrigens macht man sich es zu einfach, wenn man Deflation gleichsetzt mit Rezession.

    Wir sparen doch gar nicht, wir verschulden uns nur weniger. Natürlich können wir auch mit der Staatsgeld-Gieskanne Euro-Benzin über ganz Deutschland schütten und wirtschaftliches Strohfeuer zünden. Lasst uns 200 Mrd. den Bürgern bar in die Hand drücken. Hurra, die Wirtschaft ist gerettet.

    "Irgendjemand muss sich verschulden, wenn die Wirtschaft rund laufen soll (Geld entsteht nur durch Kredite und wird zu einem gewissen Grad wieder weggespart). Tut das der private Sektor nicht, muss es der Staat tun, sonst kommt es zur Rezession, die viel schlimmer ist als Verschuldung."

    Damit haben Sie das grundliegende Problem erkannt, jemand muss sich verschulden, damit überhaupt Geld in Umlauf kommt.

    Dass dieses System grundsätzlich falsch ist, muss endlich jeder erkennen. Bis dahin muss die Politik zumindest dafür sorgen, dass die Staatsschulden abgebaut werden.

    Übrigens macht man sich es zu einfach, wenn man Deflation gleichsetzt mit Rezession.

    Wir sparen doch gar nicht, wir verschulden uns nur weniger. Natürlich können wir auch mit der Staatsgeld-Gieskanne Euro-Benzin über ganz Deutschland schütten und wirtschaftliches Strohfeuer zünden. Lasst uns 200 Mrd. den Bürgern bar in die Hand drücken. Hurra, die Wirtschaft ist gerettet.

  4. "er meinte man solle mit seinen (Getreide)-Resourcen so umgehen, daß im nächsten Jahr eine Aussaat - also ein Weiterleben..."

    Hat nur leider mit monetärem Sparen allenfalls am Rande zu tun.

    Der Wachstumszwang ist wiederrum ein eigenes Thema, wenn auch zum Teil exakt durch ebendieses monetäre Sparen bedingt. Wenn ständig Geld vom Markt verschwindet, braucht man auch ständig neue lukrative Investitionsgelegenheiten, damit sich neue Kredite lohnen.

  5. "...hätten zwar gerne noch länger Gas gegeben. Aber die Finanzmärkte erlauben es ihnen nicht. Die Experten der Rating-Agenturen und Vertreter der großen Investmentgesellschaften haben den Regierungen signalisiert, dass sie ihr Geld zurückhalten werden, wenn die Schulden weiter ungebremst steigen..."

    Da fehlt der Hinweis, dass man auf diese Herrschaften in Wirklichkeit gar nicht angewiesen ist, solange die EZB Anleihen kauft. Und selbst wenn man es wäre, könnte man mit politischem Willen dieses Finanzkartell locker zerschlagen.

    "Die Fachexperten der Bundesregierung halten es für vertretbar, aus den Konjunkturprogrammen auszusteigen – schließlich entwickle sich der Arbeitsmarkt gut."

    Ja, weil der DEUTSCHE Export wieder auf Vorkrisenniveau ist. Man sollte erwähnen, dass dies die Ungleichgewichte in der EU weiter verstärkt.

    "Doch der erstaunlichste Wandel vollzieht sich – ausgerechnet – in den USA."

    Ja, man bezahlt lieber Kriege in anderen Ländern, als die eigene Verwaltung oder sozial Bedürftige. Umverteilung wird gleichgesetzt mit Kommunismus. Gleichzeitig hat USA ein gigantisches Exportdefizit (umgekehrte Situatuion zu D).

    Aber die weltweite Hilflosigkeit, Dumm- und Korruptheit der Politikerkaste als Argument ins Feld zu führen ist schon stark. Nichts gelernt aus der letzten Weltwirtschaftskrise?

    Na warten wir mal ab. Die Welt wird sicher nicht untergehen, aber vermutlich weit hinter ihren Möglichkeiten hinterherhängen. Eine weitere Lost Decade.

  6. Die Annahmen, man koenne permanent mit Schulden seinen Konsum finanzieren, ist natuerlich von Haus aus schwachsinnig. Schulden duerfen immer nur temporäre Ungleichgewichte vorübergehend ausgleichen und sind bei echten Investitionen notwendig, die dann mehr Gewinn abwerfen, als für Zins und Kapitaldienst vorhanden sein muss. Genau das ist aber die ganze Zeit nicht geschehen.
    Schulden wurden für kurzfristigen Konsum und "Kauf" von Wählerstimmen gemacht und für leistungslose Einkommen in gigantischer Hoehe (Banker!, griechische Renten) verwendet. So etwas hat mit dem Begriff "Wirtschaft" nichts zu tun und führt jede realwirtschaftliche Leistung und Tätigkeit ad absurdum. Die Vorstellung, so etwas einfach weiterlaufen zu lassen, ist geradezu abenteuerlich!

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    "Die Annahmen, man koenne permanent mit Schulden seinen Konsum finanzieren, ist natuerlich von Haus aus schwachsinnig."

    Nur für eine schwäbische Hausfrau. Der Staat könnte sich sehr wohl immer weiter verschulden, das einzige Problem was dabei auftritt: er muss solvente Gläubiger finden. Solange aber eine Zentralbank diese Rolle spielt, kann es gar keine Überschuldung geben, denn die ZB kann beliebig Geld produzieren und ist niemandem ernsthaft zur Rechenschaft verpflichtet. Das funktioniert analog zum Geld drucken, es werden einfach die Zahlen auf den Scheinen größer.

    Genau die selben Probleme gibts natürlich auch: zwar kann man damit relativ leicht Vollbeschäftigung erreichen, aber gleichzeitig droht eine gewisse Inflationsgefahr. Einen Mittelweg zwischen dem jetzigen Monetarismus mit seiner ständigen beklemmenden Geldknappheit und dem inflationsgefährdetem Keynesianismus ist gefragt.

    Nur schätze ich, dass weder die gekauften Politberater noch die Politiker überhaupt das Problem erkennen, geschweige denn innovative Lösungen im Ärmel haben.

    "Die Annahmen, man koenne permanent mit Schulden seinen Konsum finanzieren, ist natuerlich von Haus aus schwachsinnig."

    Nur für eine schwäbische Hausfrau. Der Staat könnte sich sehr wohl immer weiter verschulden, das einzige Problem was dabei auftritt: er muss solvente Gläubiger finden. Solange aber eine Zentralbank diese Rolle spielt, kann es gar keine Überschuldung geben, denn die ZB kann beliebig Geld produzieren und ist niemandem ernsthaft zur Rechenschaft verpflichtet. Das funktioniert analog zum Geld drucken, es werden einfach die Zahlen auf den Scheinen größer.

    Genau die selben Probleme gibts natürlich auch: zwar kann man damit relativ leicht Vollbeschäftigung erreichen, aber gleichzeitig droht eine gewisse Inflationsgefahr. Einen Mittelweg zwischen dem jetzigen Monetarismus mit seiner ständigen beklemmenden Geldknappheit und dem inflationsgefährdetem Keynesianismus ist gefragt.

    Nur schätze ich, dass weder die gekauften Politberater noch die Politiker überhaupt das Problem erkennen, geschweige denn innovative Lösungen im Ärmel haben.

  7. "Die Annahmen, man koenne permanent mit Schulden seinen Konsum finanzieren, ist natuerlich von Haus aus schwachsinnig."

    Nur für eine schwäbische Hausfrau. Der Staat könnte sich sehr wohl immer weiter verschulden, das einzige Problem was dabei auftritt: er muss solvente Gläubiger finden. Solange aber eine Zentralbank diese Rolle spielt, kann es gar keine Überschuldung geben, denn die ZB kann beliebig Geld produzieren und ist niemandem ernsthaft zur Rechenschaft verpflichtet. Das funktioniert analog zum Geld drucken, es werden einfach die Zahlen auf den Scheinen größer.

    Genau die selben Probleme gibts natürlich auch: zwar kann man damit relativ leicht Vollbeschäftigung erreichen, aber gleichzeitig droht eine gewisse Inflationsgefahr. Einen Mittelweg zwischen dem jetzigen Monetarismus mit seiner ständigen beklemmenden Geldknappheit und dem inflationsgefährdetem Keynesianismus ist gefragt.

    Nur schätze ich, dass weder die gekauften Politberater noch die Politiker überhaupt das Problem erkennen, geschweige denn innovative Lösungen im Ärmel haben.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service