Stimmt's? Perlige Herkunft

"Haben die Engländer den Champagner erfunden?", fragt Margrit Jenn aus Bad Zwischenahn

Die Engländer importierten einst Wein in Fässern aus der Champagne und füllten das Getränk in Flaschen um

Die Engländer importierten einst Wein in Fässern aus der Champagne und füllten das Getränk in Flaschen um

Gemeinhin wird die Erfindung des Champagners dem blinden Mönch Dom Pérignon zugeschrieben, der die Methode der Flaschengärung unter Zusatz von Zucker in der Abtei Hautvillers entwickelt haben soll.

Zwar gab es den Mönch tatsächlich, aber die Legende um ihn wurde erst mehr als hundert Jahre nach seinem Tod gestrickt, von der Champagnerfirma Moët & Chandon. Blind war Dom Pérignon wahrscheinlich nicht, und den Champagner hat er ganz sicher nicht erfunden.

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Denn schon sechs Jahre bevor der Mönch sein Amt als Kellermeister antrat, präsentierte ein englischer Erfinder namens Christoph Merret der ehrwürdigen Royal Society ein Schriftstück, in dem er beschrieb, wie man Wein durch die Zugabe von Zucker zu einer zweiten Gärung bringen kann. Die Engländer besaßen auch die technischen Voraussetzungen dafür: stabilere Glasflaschen und – aufgrund ihrer Bierkultur – dicht schließende Korken. Die Franzosen benutzten damals noch Holzstopfen, die den mit Kohlensäure experimentierenden Mönchen noch lange um die Ohren flogen.

Die Engländer importierten damals Wein in Fässern aus der Champagne und füllten das Getränk dann in Flaschen um. Und auch als der Champagner später im Herkunftsland produziert wurde, waren vor allem die Briten die wichtigsten Kunden – in Frankreich galt der perlende Wein noch lange als minderwertiges Getränk. Übrigens: In England gibt es noch heute etwa 40 Sektkellereien.

Die Adressen für »Stimmt’s«-Fragen: DIE ZEIT, Stimmt’s?, 20079 Hamburg oder stimmts@zeit.de . Das »Stimmt’s?«-Archiv: www.zeit.de/stimmts

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