Fahnenträger Nachtwache an der Sonnenallee
Der Libanese Youssef Bassal besitzt Berlins größte Deutschlandfahne. Dafür attackieren ihn jetzt Autonome
Youssef Bassals Gesichtsfarbe changiert schon ein wenig ins Graugrünliche. Er hat nicht viel geschlafen in den vergangenen Tagen – seit »diese komischen Deutschen« nachts vor seinem Laden in Berlin-Neukölln aufkreuzen und ihm seine Fahne herunterreißen wollen. Er lächelt müde, aber zufrieden wie einer, der einen gerechten Kampf ausficht. Bassal kämpft für die Ehre der deutschen Flagge: »Ich werde diese Fahne verteidigen – und wenn ich überhaupt nicht mehr zum Schlafen komme!« Über seinem Laden, Bassals Elektro-Shop, am oberen Ende der Sonnenallee in Berlin-Neukölln flattert das größte Schwarz-Rot-Gold der Hauptstadt – von der Traufe bis hinunter in den ersten Stock gut 17 mal 5 Meter. 85 Quadratmeter Deutschland, die zum Gegenstand eines bizarren Streits geworden sind.
An der Ecke Sonnenallee/Pannierstraße ist fast nichts so wie erwartet. Bassals Laden liegt neben dem Imbiss Al Hara, diversen Shisha-Lounges und gegenüber der Bäckerei Sultan Zwei. Das Ende der Sonnenallee ist auf dem Weg, Berlins »Arabtown« zu werden, mitten in einem Stadtteil, der wie kein anderer in Deutschland für das Scheitern der Integrationspolitik steht.
Die »komischen Deutschen« aber, die dem gebürtigen Libanesen das schwarz-rot-goldene Banner nicht gönnen, sind nicht etwa Rechtsradikale, sondern Angehörige der sogenannten »linksautonomen Szene«. Für diese Szene ist es schwer genug zu ertragen, wenn geborene Deutsche dieser Tage überall Fahnen schwenken. Doch der fröhliche Patriotismus des arabischen Migranten treibt die Autonomen zur Verzweiflung.
Das Kommando Kevin-Prince Boateng hat schon 1657 Fahnen erbeutet
Im Internet kursiert denn auch bereits eine Ausschreibung: »Hiermit setzen wir 100 Punkte Kopfgeld auf die Fahne aus. Ihr müsst sie ja nicht mitnehmen, unbrauchbar machen reicht. Aber Achtung: Angeblich will Bassal einen Nachbarschafts-Fahnenschutz organisieren, nachdem sie bereits in den letzten Tagen angezündet und abgeschnitten wurde. Deswegen geben wir noch 10 Punkte drauf. 110 Punkte für diese eine Fahne.«
Damit war die Jagd eröffnet. Und so kommt es, dass Youssef Bassal nun schon unter der dritten Fahne in zwei Wochen sitzt, die er jeweils für 500 Euro hat maßschneidern lassen. Gleich am ersten Tag, nachdem Bassal und sein Kumpel Khaled Husseini die Flagge am Dach montiert und über drei Balkone nach unten hatten flattern lassen, kam eine junge Frau in typischer schwarzer Autonomen-Kluft vorbei und stellte die beiden zur Rede, wie Bassal erzählt: »Wir sollten lieber eine Palästina-Flagge aufhängen, hat sie gesagt. Wieso Palästina? Ich bin Libanese, ich liebe die deutsche Mannschaft, und die Palästinenser spielen, soweit ich weiß, nicht bei der WM mit.«
Bassal grinst verschmitzt – und unverdrossen. Eines Abends kamen zehn schwarz Vermummte vorbei, rissen die Fahne herunter und konnten mit ihrer Beute fliehen. Die zweite Fahne, die er sofort am nächsten Tag hisste, wurde vermutlich wieder von Autonomen angezündet und dann an der Dachkante abgeschnitten.
Als die zweite Fahne hing und klar wurde, dass Youssef Bassal nicht leicht zu entmutigen sein würde, sei erneut eine junge Frau in Schwarz in den Laden gekommen, erzählt er. »Die sagte zu mir: ›Warum machst du das? Du weckst die Deutschen wieder auf!‹ Und dann hat sie irgendwas über den Geist der Nazis erzählt. Was habe ich denn bitte mit den Nazis zu tun?«
- Datum 02.07.2010 - 11:15 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 01.07.2010 Nr. 27
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Wenn mir jemand vor 10 Jahren erzählt hätte, dass es einst diese Geschichte geben wird, hätte ich vermutlich gesagt, dass das wohl spannende Zeiten sein werden, in denen ich dann lebe. Heute allerdings kommt es mir zuerst einmal ziemlich verrückt vor und ich werte das mal als ein Zeichen dafür, dass ich langsam alt werde.
Mein Güte, man könnte meinen, Deutschland hätte keine wichtigeren Probleme. Sich als links verstehende dumpfe Spinner meinen, Leute terrorisieren zu müssen, die im Privaten eine Flagge aufhängen. Und sich als unpolitisch verstehende nationalistische Party-Idioten meinen, die Schließung eines Ladens fordern zu müssen, der von seinem privaten Hausrecht Gebrauch macht, beim Fußballschauen nur Fußball und keine Flaggen sehen zu wollen. Liegt diese Hirnverbranntheit an der Sommerhitze? Oder haben diese Leute sonst nichts, womit sie sich identifizieren können als ihre Einstellung gegenüber einem Stück farbigen Stoffes? Ob die Flagge es wert ist, darüber den Schlaf zu verlieren, bis man grün im Gesicht wird, wäre auch zu fragen... Farbenfetischismus allerorten. Zum Vergleich schaue man nur in die Kommentare zu diesem Artikel hier:
http://www.ostsee-zeitung...
Ich finde so etwas unheimlich primitiv.
Mein Güte, man könnte meinen, Deutschland hätte keine wichtigeren Probleme. Sich als links verstehende dumpfe Spinner meinen, Leute terrorisieren zu müssen, die im Privaten eine Flagge aufhängen. Und sich als unpolitisch verstehende nationalistische Party-Idioten meinen, die Schließung eines Ladens fordern zu müssen, der von seinem privaten Hausrecht Gebrauch macht, beim Fußballschauen nur Fußball und keine Flaggen sehen zu wollen. Liegt diese Hirnverbranntheit an der Sommerhitze? Oder haben diese Leute sonst nichts, womit sie sich identifizieren können als ihre Einstellung gegenüber einem Stück farbigen Stoffes? Ob die Flagge es wert ist, darüber den Schlaf zu verlieren, bis man grün im Gesicht wird, wäre auch zu fragen... Farbenfetischismus allerorten. Zum Vergleich schaue man nur in die Kommentare zu diesem Artikel hier:
http://www.ostsee-zeitung...
Ich finde so etwas unheimlich primitiv.
Zitat:
"Vielleicht ist der Neuköllner Fahnenstreit ein Zeichen dafür, dass sich da etwas ändert: Bassal und seine Freunde wollen für so etwas nicht mehr herhalten. Sie wollen sich weder durch die Rechten, die »Deutschland den Deutschen« grölend durch die Sonnenallee ziehen, noch durch die Linksradikalen, für die ein Migrant offenbar immer Migrant zu bleiben hat, vorschreiben lassen, wie sehr und auf welche Art sie deutsch sein dürfen".
Sollte man diesen angeblichen "Linksautonomen" nicht dankbar sein? Bewirken sie durch ihr selten dämliches und kindisches Verhalten doch mehr für die Integration als die ganzen politischen "Integrationsprofis".
Machen Sie alle schön weiter Herr Bassal & Kollegen !!!!!!
Einfach traurig, dass man offenbar erfolgreich integrierten Menschen noch das Leben schwer machen muss und sinnlose Sachbeschädigungen durchführt. Ich hoffe, dass sich Herr Bassal sich nicht unterkriegen lässt (bis ihm das Geld für neue Flaggen ausgeht)!
Wer Berlins groeßte Deutschlandfahne besitzt = offenbar erfolgreich integrierter Mensch? lolol :D
Wer Berlins groeßte Deutschlandfahne besitzt = offenbar erfolgreich integrierter Mensch? lolol :D
... wie lächerlich die linksradikale Argumentationsweise ist. Über Zuwanderer wie Herrn Bassal und seine Freunde, die sich selbst als Deutsche fühlen, kann sich unsere Gesellschaft doch nur freuen. Allmählich bekommt man das Gewühl, unsere Linke WOLLE radikal-islamische Parallelgesellschaften. Man kann nur hoffen, dass diese Spinner mit dem Einführen des Sharia-Rechts in Deutschland zu den ersten Opfern gehören. Eventuell wachen sie dann auf - vorher nicht.
Ich bin sehr für Zuwanderung - unter der Bedingung der Integration. Die hier ja offensichtlich bestens geglückt ist. Ich verstehe nicht, wie man ein Problem damit haben kann...
Und Fußball-Fan darf sowieso jeder sein. XD Mich interessiert das zwar nicht die Bohne, aber wir sind ein freies Land...
Übrigens sollte jemand diesem ungebildeten linksautonomen Pack mal erklären, dass unter Hitler eben KEINE schwarz-rot-goldenen Flaggen genutzt wurden. (Im Gegenteil, mit dem Hissen einer solchen hätte man sich vermutlich ziemlich in Schwierigkeiten gebracht.) Geschichtswissen - setzen - 6. Tja, radikale politische Ansichten sind und bleiben wohl ein Privileg des Prekariats.
Ich hoffe, man erwischt die Täter und kriegt sie wegen Sachbeschädigung dran. Immerhin ist Herrn Bassal ein nicht unerheblicher finanzieller Schaden entstanden.
"Tja, radikale politische Ansichten sind und bleiben wohl ein Privileg des Prekariats."
Da ist ihr Geschichtswissen wohl auch nicht optimal.
>>..Integration, die hier ja offensichtlich bestens geglückt ist.<<
na, ich weiß nicht, ob die ansiedlung eines libanesen in der sonnenallee als muster 'gelungener integration' gelten kann. es gibt kaum eine gegend mit einem 'nahöstlicheren' straßenbild. alle 20 meter ein libanesischer laden, und diverse blocks, in denen libanesische familienclans 'der pate' spielen. aber scheinbar sind für manche soziale probleme mit der assimilation an den typus des kleinbürgerlichen wimpel-deutschen und seine traurige nationalfolklore bereits gelöst.
>>Tja, radikale politische Ansichten sind und bleiben wohl ein Privileg des Prekariats.<<
wo haben Sie den den unsinn her? tatsächlich sind es die unteren, 'bildungsfernen' schichten, die eine besondere empfänglichkeit für 'sozialreligionen' wie patriotismus/nationalismus aufweisen. wenn sich tutend ein vollbeflaggtes auto nähert, kann man sich in etwa vorstellen, wer drin sitzt.
"Tja, radikale politische Ansichten sind und bleiben wohl ein Privileg des Prekariats."
Da ist ihr Geschichtswissen wohl auch nicht optimal.
>>..Integration, die hier ja offensichtlich bestens geglückt ist.<<
na, ich weiß nicht, ob die ansiedlung eines libanesen in der sonnenallee als muster 'gelungener integration' gelten kann. es gibt kaum eine gegend mit einem 'nahöstlicheren' straßenbild. alle 20 meter ein libanesischer laden, und diverse blocks, in denen libanesische familienclans 'der pate' spielen. aber scheinbar sind für manche soziale probleme mit der assimilation an den typus des kleinbürgerlichen wimpel-deutschen und seine traurige nationalfolklore bereits gelöst.
>>Tja, radikale politische Ansichten sind und bleiben wohl ein Privileg des Prekariats.<<
wo haben Sie den den unsinn her? tatsächlich sind es die unteren, 'bildungsfernen' schichten, die eine besondere empfänglichkeit für 'sozialreligionen' wie patriotismus/nationalismus aufweisen. wenn sich tutend ein vollbeflaggtes auto nähert, kann man sich in etwa vorstellen, wer drin sitzt.
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noch durch die Linksradikalen, für die ein Migrant offenbar immer Migrant zu bleiben hat,
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Habe noch nie einen Linksradikalen getroffen, der Bürger mit Migrationshintergrund nicht einbürgern will. Das sind Rechte, Konservative und Rechtsradikale, die Migranten Bürgerrechte verweigern wollen. Die vertrottelten Fahnenklauer wollen nur, dass Migranten gleichermaßen wie die Autochonen unpatriotisch sein sollen. Alles weitere, wie der zitierte Blödsinn, geben eher Auskunft darüber, welche gedanklichen Reflexe der Autor hat, obwohl Verstand diesen Unsinn sofort erkennen müsste.
Bürgerrechte sind die eine Sache - Patriotismus die andere.
Absurderweise tolerieren (und unterstützen) die Linksradikalen JEDE beliebige Zurschaustellung von Patriotismus und sogar Nationalismus, nur nicht die eigene, deutsche.
Was de facto Parallelgesellschaften nicht nur duldet, sondern sogar forciert.
Dass diese Einstellung im Grunde zutiefst rassistisch (deutschenfeindlich!) ist, wird man diesen Leuten nicht klarmachen können.
Integration heißt doch, dass man den Zuwanderern das Gefühl gibt, sie als Teil der deutschen (!) Gesellschaft zu sehen. (Und diese sich im Gegenzug auch selbst so sehen. Das ist natürlich ebenfalls eine Grundbedingung.) Das Ausstellen eines deutschen Passes reicht dafür noch lange nicht aus.
Sie sagen Unfug! Die Argumentation der Linksautonomen mag vielleicht so sein, sie ist aber völlig sinnlos. Denn Patriotismus gehört eben zu den Werten, die für die Integration notwendig sind. Patriotismus ist eigentlich nur ein anderes Wort für die Intergration schlechthin! Patriotismus heißt doch mehr, als nur Fahnen schwenken: es heißt auch, dass man sich zu den Verfassungswerten des jeweiligen Landes bekennt. Und dazu kann, man könnte sich wundern, auch so ein banales Zugehörigkeitsgefühl wie beim Fussball verhelfen, bzw. die Vorstufe dazu zu sein (obwohl ich glaube, dass der Herr Bassal viel weiter ist und sich daher ein echter Deutscher nennen darf). Die Forderung der Autonomen, auf den Patriotismus zu verzichten ist daher eine reine Desintegrationsbemühung..
Bürgerrechte sind die eine Sache - Patriotismus die andere.
Absurderweise tolerieren (und unterstützen) die Linksradikalen JEDE beliebige Zurschaustellung von Patriotismus und sogar Nationalismus, nur nicht die eigene, deutsche.
Was de facto Parallelgesellschaften nicht nur duldet, sondern sogar forciert.
Dass diese Einstellung im Grunde zutiefst rassistisch (deutschenfeindlich!) ist, wird man diesen Leuten nicht klarmachen können.
Integration heißt doch, dass man den Zuwanderern das Gefühl gibt, sie als Teil der deutschen (!) Gesellschaft zu sehen. (Und diese sich im Gegenzug auch selbst so sehen. Das ist natürlich ebenfalls eine Grundbedingung.) Das Ausstellen eines deutschen Passes reicht dafür noch lange nicht aus.
Sie sagen Unfug! Die Argumentation der Linksautonomen mag vielleicht so sein, sie ist aber völlig sinnlos. Denn Patriotismus gehört eben zu den Werten, die für die Integration notwendig sind. Patriotismus ist eigentlich nur ein anderes Wort für die Intergration schlechthin! Patriotismus heißt doch mehr, als nur Fahnen schwenken: es heißt auch, dass man sich zu den Verfassungswerten des jeweiligen Landes bekennt. Und dazu kann, man könnte sich wundern, auch so ein banales Zugehörigkeitsgefühl wie beim Fussball verhelfen, bzw. die Vorstufe dazu zu sein (obwohl ich glaube, dass der Herr Bassal viel weiter ist und sich daher ein echter Deutscher nennen darf). Die Forderung der Autonomen, auf den Patriotismus zu verzichten ist daher eine reine Desintegrationsbemühung..
Bürgerrechte sind die eine Sache - Patriotismus die andere.
Absurderweise tolerieren (und unterstützen) die Linksradikalen JEDE beliebige Zurschaustellung von Patriotismus und sogar Nationalismus, nur nicht die eigene, deutsche.
Was de facto Parallelgesellschaften nicht nur duldet, sondern sogar forciert.
Dass diese Einstellung im Grunde zutiefst rassistisch (deutschenfeindlich!) ist, wird man diesen Leuten nicht klarmachen können.
Integration heißt doch, dass man den Zuwanderern das Gefühl gibt, sie als Teil der deutschen (!) Gesellschaft zu sehen. (Und diese sich im Gegenzug auch selbst so sehen. Das ist natürlich ebenfalls eine Grundbedingung.) Das Ausstellen eines deutschen Passes reicht dafür noch lange nicht aus.
Genau!
Solche Leute kann man nicht verstehen:)
Genau!
Solche Leute kann man nicht verstehen:)
Autonome Ideologie folgt wie alle Ideologien der Logik der Idee statt der Realität. Muss auch zwingend so sein.
Die Betrachtung der Realität verbunden mit der notwendigen Differenzierung muss die Ideolgie ausblenden. Denn dann müsste sie auch den Widersprüchen Raum und Akzeptanz geben. Damit wäre sie an ihrem Ende angekommen.
Irre ich mich, oder ist Fußball eigentlich nur eine Sportart? Vielleicht haben die Autonomen - egal ob von rechts oder links - zu viele Kopfballstarke in ihren Reihen. Wenn man zu oft die Birne hinhält, gehen die ständigen Erschütterungen letztlich zu Lasten der Intelligenz. Der Schaden ist, wie man sieht und liest, irreversibel.
Elke Führer, Koblenz
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