Burn-Out Urlaubsreif oder krank?
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Vom Burn-Out zum Bore-Out

Zu den wichtigen körperlichen Warnzeichen zählen Kopfschmerzen und Migräne, Rückenschmerzen, Magen-Darm-Störungen, erhöhter Blutdruck, Herzrasen und Schweißausbrüche, Tinnitus und Hörsturz. Oft werden diese Signale ignoriert. Dann folgt meist der seelische Zusammenbruch: Die Kranken verlieren die Kontrolle über ihr Leben, empfinden totale psychische und körperliche Erschöpfung. Spätestens wenn es so weit gekommen ist, brauchen sie professionelle Hilfe.

Leiden Sie an Bore-out?
  • Erledigen Sie private Dinge während der Arbeit?
  • Fühlen Sie sich unterfordert oder gelangweilt?
  • Tun Sie ab und zu so, als ob Sie arbeiten würden ­– haben tatsächlich aber gar nichts zu tun?
  • Sind Sie am Abend müde und erschöpft – obwohl Sie gar keinen Stress hatten?
  • Sind Sie mit Ihrer Arbeit eher unglücklich?
  • Vermissen Sie den Sinn in Ihrer Arbeit, die tiefere Bedeutung?
  • Könnten Sie Ihre Arbeit eigentlich schneller erledigen, als Sie dies tun?
  • Würden Sie gerne etwas anderes arbeiten, scheuen sich aber vor dem Wechsel, weil Sie dabei zu wenig verdienen würden?
  • Verschicken Sie während der Arbeit private E-Mails an Kollegen?
  • Interessiert Sie Ihre Arbeit nicht oder wenig?

Auswertung: "Wenn Sie mehr als viermal ein Ja eingesetzt haben, leiden Sie am Bore-out oder sind auf dem Weg dorthin."

(Quelle: Philippe Rothlin / Peter R. Werder: Diagnose Bore-out: Warum Unterforderung im Job krank macht, 2007: Redline Wirtschaft Heidelberg, 126 Seiten, 17,90 Euro)

Literatur zum Thema

Philippe Rothlin / Peter R. Werder: Diagnose Bore-out: Warum Unterforderung im Job krank macht, 2007: Redline Wirtschaft Heidelberg, 126 Seiten, 17,90 Euro

Philippe Rothlin / Peter R. Werder: Die Bore-out-Falle: Wie Unternehmen Langeweile und Leerlauf vermeiden, 2008: Redline Wirtschaft Heidelberg, 160 Seiten, 19,90 Euro

Daniel Beye: Innere Kündigung durch Bore-out?: Untersuchung des Zusammenhangs von Unterforderung und Leistungsbereitschaft am Arbeitsplatz, Grin Verlag: 2009, 76 Seiten, 24,99 Euro

Markus H. Kipfer: Bore-out: Ein neues Konzept oder längst in der Psychologie etabliert? VDM Verlag Dr. Müller: 2009, 160 Seiten, 59 Euro
 

In den Medien kursiert auch der Begriff des Bore-out , der krank machenden Unterforderung. Dabei handelt es sich noch weniger um ein anerkanntes Krankheitsbild, und in den Kliniken sind diese Fälle eher selten.

Doch wer dauerhaft extrem unterfordert wird und keine Wertschätzung für seine Arbeit erfährt, kann ähnlich wie bei einer Überforderung in die Depression rutschen. Denn ob Burn- oder Bore-out – mangelnde Anerkennung spielt in beiden Fällen eine wichtige Rolle. Und schließlich führt Arbeitslosigkeit, gewissermaßen der Extremfall des Bore-outs, besonders häufig zu psychischen Problemen. Auch unfreiwillige Untätigkeit ist eben ein Stressfaktor.

 
Leser-Kommentare
  1. Hauptsache wir sind alle krank...

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ...möchtegern-itonischer Kommentar über den BrunOut ist, dann wünsche ich Ihnen, solch einen in der nächsten Zeit auch einmal zu bekommen...spätestens dann würde sich Ihre Meinung ändern...

    Aber dies wird sich beim Menschen so schnell nicht ändern, denn für alle psychischen Krankheiten gilt: Was man nicht sieht gibt es auch nicht...

    Schön für Sie, dass sie nicht erkrankt sind und schön für Sie, dass in ihrem Familien- und Freundeskreis auch nie jemand erkrankt zu sein schneint. Möge es so bleiben.
    Schade hingegen ist, dass ihr Vorstellungshorizont offensichtlich nicht einmal an das heranreicht, dass täglich um sie herum geschieht.

    ...möchtegern-itonischer Kommentar über den BrunOut ist, dann wünsche ich Ihnen, solch einen in der nächsten Zeit auch einmal zu bekommen...spätestens dann würde sich Ihre Meinung ändern...

    Aber dies wird sich beim Menschen so schnell nicht ändern, denn für alle psychischen Krankheiten gilt: Was man nicht sieht gibt es auch nicht...

    Schön für Sie, dass sie nicht erkrankt sind und schön für Sie, dass in ihrem Familien- und Freundeskreis auch nie jemand erkrankt zu sein schneint. Möge es so bleiben.
    Schade hingegen ist, dass ihr Vorstellungshorizont offensichtlich nicht einmal an das heranreicht, dass täglich um sie herum geschieht.

  2. ...möchtegern-itonischer Kommentar über den BrunOut ist, dann wünsche ich Ihnen, solch einen in der nächsten Zeit auch einmal zu bekommen...spätestens dann würde sich Ihre Meinung ändern...

    Aber dies wird sich beim Menschen so schnell nicht ändern, denn für alle psychischen Krankheiten gilt: Was man nicht sieht gibt es auch nicht...

  3. "Hochgeschwindigkeit" und "Beschleunigung" sind die Schlüsselwörter unserer Epoche, "Eilkrankheit" ist die pathologische Diagnose ihrer Leistungsgesellschaft. Je beschleunigter das Tempo, desto mehr Verkehrsunfälle geschehen; je mehr Stress herrscht, desto schwächer ist das Immunsystem, desto größer wird die Zahl der Krankheiten und Umweltallergien. Die Eilkrankheit, die eine neue Gesellschaftskrankheit ist, lässt sich mit einem Wort benennen: Zeitnot. Die Zahl der Burn-outs steigt stetig, Panikattacken nehmen zu, Angst im Verbund mit Depression gehört mittlerweile zur vierthäufigsten Todesursache in westlichen Industriestaaten und wird im Jahr 2020 nach den Herz Kreislauf-Erkrankungen zur zweithäufigsten aufsteigen.

    "Wenn ein totalitäres Regime sich dadurch auszeichnet, dass seine Untertanen nachts schweißgebadet, mit rasendem Puls und dem Gefühl einer tonnenschweren Last auf der Brust, ja mit existenzieller Angst, aufwachen, dann leben wir in einem totalitären Zeitregime." (Prof. Dr. Hartmut Rosa)

    www.eilkrankheit.de

  4. 4. Schön

    Schön für Sie, dass sie nicht erkrankt sind und schön für Sie, dass in ihrem Familien- und Freundeskreis auch nie jemand erkrankt zu sein schneint. Möge es so bleiben.
    Schade hingegen ist, dass ihr Vorstellungshorizont offensichtlich nicht einmal an das heranreicht, dass täglich um sie herum geschieht.

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