Onlinebewerbung Jobwechsel per Mausklick

Viele Unternehmen bevorzugen Onlinebewerbungen – wenn diese gut gemacht sind

Welche Vorteile hat die Internet-Variante?

Wenn die Wahl freigestellt wird, empfiehlt sich die elektronische Bewerbung. Sie spart nicht nur Zeit und Porto, sondern auch – für den Bewerber und die Umwelt – Papier. Den Unternehmen erleichtert sie den Versand von Zwischenbescheiden sowie die gesamte Verwaltung der Bewerbungen.

Welche E-Mail-Adresse wähle ich?

Die Bewerbung sollte von einer privaten Mailadresse verschickt werden, nicht vom Postfach beim derzeitigen Arbeitgeber. Seriöse Mailadressen enthalten den vollständigen Namen, zumindest jedoch den Nachnamen. Gebräuchliche Schemen sind Hans.Mustermann@ oder H.Mustermann@. Die Bewerbung sollte von einem Mailprogramm aus verschickt werden, da beim Versand über die Free-Mail-Plattformen in der Regel Werbung angehängt wird. In jedem Fall sollte ein Signaturanhang mit vollständiger privater Kontaktadresse dabei sein. Die Einrichtung geschieht meist über den Menüpunkt »Einstellungen« des Mailprogramms. Dort gibt es einen Unterpunkt »Signaturen«. Ob die neuerdings beliebten Umwelthinweise (»Please consider the environment before printing this e-mail«) beim potenziellen Arbeitgeber gut ankommen, hängt von der Branche ab. Mit wachsender Verbreitung können solche Botschaften auch kontraproduktiv wirken. Raffinierter ist es, dem Trend zu papiersparender Signaturformatierung in einer Zeile zu folgen.

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Wann verschicke ich die Bewerbung?

Befindet man sich in einem Angestelltenverhältnis, sollte man sie außerhalb der üblichen Bürozeiten versenden. Will man sichergehen, die Bewerbung nicht versehentlich vor der Fertigstellung abzuschicken, setzt man die Empfängeradresse zuletzt ein.

Wie ist eine E-Mail-Bewerbung aufgebaut?

Die Betreffzeile der E-Mail ist die gleiche wie im Anschreiben einer herkömmlichen Bewerbung. Der Online-Bewerbungstrainer für Akademiker, den die Arbeitsagentur seit Kurzem kostenfrei anbietet (www.arbeitsagentur.de/karrieremachen), rät ausdrücklich davon ab, das Anschreiben als Textbaustein in die EMail zu kopieren. In das Textfeld kommt stattdessen ein sehr kurzer Brief (etwa »...beigefügt erhalten Sie meine Bewerbung. Für Rückfragen bin ich jederzeit erreichbar. Mit freundlichen Grüßen...«). In der Mail sollte man schon auf die Anlagen, etwa Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnisse, verweisen. Der Anhang mit den Bewerbungsunterlagen sollte aus einer einzigen PDF-Datei bestehen, die zwei bis drei MB nicht überschreiten sollte. Die Reihenfolge der Zeugnisse folgt der Aufzählung im Lebenslauf.

Was ist mit Anschreiben und Lebenslauf?

Während sich beim Lebenslauf die angloamerikanische Praxis, die beruflichen Stationen rücklaufend aufzuführen, immer mehr durchsetzt, gilt dies nicht für die Unterschrift. »Auch bei einer E-Mail-Bewerbung legen wir Wert darauf, dass die Bewerber den Lebenslauf datiert und unterschrieben haben«, erklärt Claudia Preubisch, Referentin für Personalmarketing beim Versicherungsunternehmen AXA AG in Köln. Mit der Unterschrift erklärt der Bewerber die Richtigkeit seiner Angaben. In der E-Mail unterschreibt man wie bei elektronischer Post üblich in einfacher Schrift und regulärer Zeichengröße. In das vollständige Anschreiben und den Lebenslauf setzt man seine Unterschrift als kleinen Scan ein. Die fertigen Textdokumente werden aus dem Textverarbeitungsprogramm über das Druck-Menü als PDF gespeichert.

Brauche ich ein Passfoto?

Ein Passfoto gehört in die Onlinebewerbung, denn es vermittelt dem potenziellen Arbeitgeber einen ersten Eindruck vom Bewerber. Das Bild wird in die rechte obere Ecke der ersten Seite des Lebenslaufs gesetzt, am besten indem man es rechts in eine rahmenlose zweispaltige, einzeilige Tabelle einfügt (in Word über »Tabelle« – »Einfügen« – »Tabelle«). Man kann das Foto auch in ein Textfeld setzen (Menü »Einfügen« – »Textfeld«).

Wie scanne ich meine Zeugnisse?

Es empfiehlt sich, die Originalzeugnisse mit 100 oder 150 dpi in Farbe zu scannen und im JPG-Format zu speichern. Jeder Scan ergibt so eine etwa 100 bis 150 KB große Datei. Sitzt das Bild schief, kann man dies mit einer Grafiksoftware korrigieren, zum Beispiel mit dem kostenlosen Programm GIMP. Zu einem gepflegten Zeugnisscan gehören die maßvolle Erhöhung des Kontrasts (zum Beispiel durch die Funktion »Auto-Kontrast«) und die Entfernung von störenden kleineren Flecken. Wenn die Dateien insgesamt zu groß sind, speichert man die Scans in geringerer Qualität oder verringert ihre Größe.

Wie mache ich ein PDF aus den Anlagen?

Am einfachsten legt man auf dem Rechner einen Ordner an, in dem man sämtliche Arbeitszeugnisse als fertig bearbeitete JPG-Dateien dauerhaft aufbewahrt. Man legt ihre Reihenfolge fest, indem man dem Dateinamen eine Ziffer voranstellt, zum Beispiel: 1HamburgerSparkasse2010.jpg, 2UniversitaetLeipzig2007.jpg, 3Finanzakademie2004.jpg et cetera. Für jede neue Bewerbung erstellt man einen Ordner, in den man die benötigten Zeugnisse sowie das Anschreiben- und das Lebenslauf-PDF kopiert. Mithilfe eines Konverters wie PDFLab für Mac-Rechner oder PDFCreator für Windows erzeugt man aus den Bild- und Textdateien dann den PDF-Anhang und benennt ihn mit seinem Nachnamen.

Worauf muss ich bei Bewerbungsformularen im Internet achten?

Onlineformulare legen schonungslos Lücken im Lebenslauf und im eigenen Profil bloß. Umso sorgfältiger sollte die Bewerbung vorbereitet werden. Die mehrseitigen Formulare sind so programmiert, dass man nur nach vollständigem Ausfüllen auf die nächste Seite gelangt. Man kann sie sich also nicht unverbindlich ansehen. Manche Unternehmen erlauben, dass der Bewerber sich ein passwortgeschütztes Konto einrichtet. In jedem Fall sollte man zuvor ein Anschreiben als Textdatei verfasst haben und die Zeugnisse sowohl in einem Gesamt-PDF als auch in einzelnen JPGs bereithalten. Manche Firmen legen Dateihöchstgrenzen für das Hochladen fest.

Wie lange muss ich mit der Rückfrage warten, wenn ich nichts höre?

Ist die Bewerbung abgeschickt, erhält man eine automatische Eingangsbestätigung. »Sollte nach drei Wochen keine Rückmeldung erfolgt sein, ist ein Nachfassen angemessen«, sagt Hans-Joachim Menne, Personalchef des Technologie-Unternehmens Giesecke & Devrient. Denn in den meisten Firmen fällt in den ersten zwei bis drei Wochen eine Entscheidung für die nächste Runde.

 
Leser-Kommentare
  1. bitte mal nicht vergessen, das es den Unternehmen meist nur darum geht vermeindliche Kosten einzusparen.

    Sprich: Rückporto und ggf. Kopierkosten.

    Leider wird bei "Es werden nur Onlinebewerbungen angenommen" vergessen auf Datenschutz hinzuweisen. Denn genau diese Unternehmen, die sich diese Kosten nicht leisten können leasen dann Computer und können sich keinen IT'ler leisten, der die Sicherheit der "digitalen" auf Festplatten gespeicherten Bewerberdaten gewährleisten kann.

    Und irgendwann gehen diese PC's zurück und was dann passiert entzieht sich der Kontrolle des Bewerbers und der Firma. Bleibt nur die Hoffnung, das die Festplatten dann beim Leasinggeber entsprechend "behandelt" werden, bevor diese dann weiter"verwertet" werden.

    Kritik! Meine Damen und Herren. Kritik sollte man schon mal üben.

  2. Der Drucken-Dialog im MacOS X erlaubt es ohne weitere Hilfsprogramme oder sonstige Umwege, jede Datei als pdf-File zu speichern (und auszudrucken ;-).
    Einfach cmd p betätigen, im sich dann öffnenden Fenster unten links das Aufklappmenü anwählen und "Als PDF sichern ..." anklicken (es sind noch weitere pdf-sichern Optionen möglich).
    Sodann noch den Speicherort bestimmen und der Drops ist gelutscht.

    Erst wenn die einzelnen Files zu einer Datei zusammengefasst werden, und das empfiehlt sich für die online Übermittlung der eigenen Bewerbung, bedarf es eines Hilfsprogrammes. Das dazu komfortabelste ist Acrobat Pro, jedoch nicht ganz billig. Es bietet jedoch u. a. die Möglichkeit der gezielten Komprimierung, was den Speicherbedarf erheblich reduziert. Dazu ist es nicht notwendig, schon beim Scannen auf reduzierte Auflösung zu achten. Aus einer 50 MB großen, unkomprimierten Bilddatei werden in Windeseile ca. 800 KB und diese am Monitor ohne sichtbaren Qualitätsverlust dargestellt. Außerdem sind Sicherheitseinstellungen möglich, die z. Bsp. eine Fremdbearbeitung der Unterlagen verhindern bzw. nur eingeschränkt zulassen.

    PDFLab ist dazu leider nur eine beschränkte Alternative, die jedoch oftmals abstürzt.

    PDFsam als kostenlose Option für Mac oder Windows sei hier ebenfalls empfohlen und kann hier herunter geladen werden:
    http://www.pdfsam.org/?pa...

    Meine Empfehlung: Versuchen sie, die Größe der Gesamtdatei auf 5 MB zu beschränken.

  3. zumal viele Arbeitgeber Papiere inkl. Mappen einfach wegwerfen. Aber die Empfehlung die Papiere auf 2-3 MB zu beschränken ist kaum einzuhalten. Scans mit 150 dpi brauchen eine Menge Platz. Und wer mehr als 5 Papiere hat, braucht weit mehr als die angegebene Dateigröße. Leider haben auch viele Arbeitgeberbüros Probleme, alles zu sichten, obwohl sie die Portoersparnis begrüßen.

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    Dann machst du irgendetwas falsch. Ich komme hier auf um Schnitt 200k pro Seite. 2 bis 3 MB reichen dann für 10 bis 15 Seiten. Das sollte für eine Bewerbung ausreichen.

    Dann machst du irgendetwas falsch. Ich komme hier auf um Schnitt 200k pro Seite. 2 bis 3 MB reichen dann für 10 bis 15 Seiten. Das sollte für eine Bewerbung ausreichen.

  4. Dann machst du irgendetwas falsch. Ich komme hier auf um Schnitt 200k pro Seite. 2 bis 3 MB reichen dann für 10 bis 15 Seiten. Das sollte für eine Bewerbung ausreichen.

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    • Talor
    • 10.07.2010 um 18:26 Uhr

    Naja, wenn man seine Bilder mit 150 DPI einscannt und nicht komprimiert, passiert sowas eben.
    (Protip: gängige Computerbildschirme können eine so hohe Auflösung ohnehin nicht darstellen - außer natürlich man vergrößert das eingescannte Zeugnis um 900%..)

    Wenn ich meine 2x2m Plakate mit zum plotten ausreichender Qualität unter 5MB kriege sollte das wohl mit einer Bewerbung auch möglich sein..

    Übrigens: In so gut wie jedem anständigen Programm kann man PDFs mittlerweile problemlos exportieren oder speichern ohne den Umweg über den Druckdialog zu gehen.

    • Talor
    • 10.07.2010 um 18:26 Uhr

    Naja, wenn man seine Bilder mit 150 DPI einscannt und nicht komprimiert, passiert sowas eben.
    (Protip: gängige Computerbildschirme können eine so hohe Auflösung ohnehin nicht darstellen - außer natürlich man vergrößert das eingescannte Zeugnis um 900%..)

    Wenn ich meine 2x2m Plakate mit zum plotten ausreichender Qualität unter 5MB kriege sollte das wohl mit einer Bewerbung auch möglich sein..

    Übrigens: In so gut wie jedem anständigen Programm kann man PDFs mittlerweile problemlos exportieren oder speichern ohne den Umweg über den Druckdialog zu gehen.

  5. Liebe Zeit,

    ein "Passbild" - heutzutage nach biometrischen Vorgaben erstellt, also eher einem Verbrecherfoto ähnlich - ist so ziemlich das kontraproduktivste, was man einer Bewerbung beifügen kann. Wie schon treffend im Artikel erwähnt, schafft ein Foto den ersten Eindruck vom Bewerber.
    Das Zauberwörtchen heisst aber "Bewerbungsfoto". Das ist ein eigenständiges Produkt, und wird in der Regel von einem spezialisierten Portrait-Fotografen erstellt, der den Bewerber berät, und mit ihm beim Shooting den richtigen Ausdruck erarbeitet. Gerade im Bereich Führungskräfte/Akademiker lohnt es sich, dafür ein paar Euros mehr auszugeben. Ein ausdrucksstarkes, aber unverfälschtes Bild steigert die Erfolgschancen der Bewerbung deutlich. Mit einem "Passbild" landet sie aber ganz schnell im Mülleimer.

  6. "»Auch bei einer E-Mail-Bewerbung legen wir Wert darauf, dass die Bewerber den Lebenslauf datiert und unterschrieben haben«, erklärt Claudia Preubisch, Referentin für Personalmarketing beim Versicherungsunternehmen AXA AG in Köln."

    Bewerbt Euch bei der AXA - scheint ja richtig gut zu gehen im Moment, wenn das die einzige Sorge des Unternehmens ist ...

  7. dann sollte das Dokument nicht zu groß werden, abhängig von der Auflösung der integrierten Bilder (wobei gescannte schwarz-weiß-pdfs eine gute Wahl sind, wenn man nicht digital nachbearbeitet). Die Mail verschickt man dann am besten vom eigenen server :-).

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  • Quelle DIE ZEIT, 08.07.2010 Nr. 28
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  • Schlagworte Online-Bewerbung | Bewerbung | Lebenslauf | Köln
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